System- blinde Statistiken

13. März 2012

Wie kommen unsere News, wie kommen Erkenntnisse zustande?
Es wird berichtet, was jemand gehört oder gesehen hat, Zusammenhänge die jemandem aufgefallen sind, Themen, die viele Menschen bewegen, usw.

Zwei gerne angewandte Effekte verwundern mich ob ihrer Unsinnigkeit immer wieder:

eine gewisse Systemblindheit und
statistische ‚Tricks‘

Wie, zum Beispiel, wird die ärmste Region, das ärmste Land ermittelt?
Indem erhoben wird, wer die wenigsten Dollars verdient oder besitzt!
Egal ob die Menschen dort vielleicht geldlos ohnehin alles haben oder im Paradies leben. Arm ist, wer weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung hat!
Oder die zahllosen Sozial- Untersuchungen, die alle zu demselben Schluss kommen, nämlich, dass Armut krank macht.
Da stecken die Menschen, die Untersucher, die Wissenschaftler so tief in ihrem Systemdenken, dass ihre Scheuklappen ihnen verunmöglichen zu erkennen, dass Gesundheit NICHT korreliert mit Medizinischer Versorgung, mit teuren Lebensmitteln, mit sozialer Höherstellung.
Primaten zum Beispiel sehen ihr ganzes Leben weder einen Doc, noch ein Krankenhaus, kaufen nicht im Feinkostladen ein und haben weder eine Vorzimmerdame, noch x Untergebene. Und dennoch kennen sie nicht eine unserer zahlreichen Zivilisationserkrankungen, die bei uns mittlerweile bereits 90- 95% aller Erkrankungen ausmachen!
Sie leben sozusagen einfach in einem anderen System; und wie man sieht, in einem offensichtlich besseren.
Über diesen Tellerrand zu gucken, vergessen eben viele Wissenschafter, Journalisten, Mitmenschen …

Der zweite Effekt zählt zur Gruppe der Statistik- Irrtümer.
Man kann alles zählen. Man erhält bei allen erfassten Größen irgendwelche Funktionen. Wenn man deren Abhängigkeit von Jahreszeiten, Einkommen, Sozialstatus, Körpergewicht, Ländern, Breitengraden, und, und, und aufzeichnet, erhält man sogar wunderbare Kurven.
Kaum korreliert eine dieser Kurven mit einer anderen, wähnen wir auch schon einen Zusammenhang.
Entdecken wir z.B. eine Region, in der die Menschen besonders alt werden, wird sofort durchgezählt, was dort häufig verwendet, gegessen, geredet, getrunken, etc. wird. Und wehe, man findet eine ähnlich signifikante Größe in dieser Region, wie bei der Ausgangs- Größe! Schon bekommen wir ‚Oliven machen Korsen alt‘, Zitronen verhindern Krebs‘ oder ähnlichen Schwachsinn frei News ‚geliefert‘.
Doch auch hier spielt die oben angesprochene Bescheuklappung, um nicht zu sagen Benarrenkappung, eine entscheidende Rolle. Wir können uns einfach keine anderen, als die uns bekannten, also System- immannenten Faktoren vorstellen.
Doch unser System ist nun mal fehlerhaft, wie wir allerorten sehen.
Es ist relativ absurd, Hilfe für ein Fehlersystem in ebendiesem zu suchen …
Nur scheinbar, nur für das Monetär- System ist das Gegenteil von Armut Reichtum.
Für Lebensqualität, Gesundheit und Glück hat Reichtum keine Relevanz.

Deshalb: Steig aus! Steig ein ins Parardies 😉
Es gibt soviele erfolgreiche Mitwesen, die keine Kriege führen, nicht an Krebs oder Diabetes leiden, keinen Schulstress kennen, sich nicht vor Supermarktkassen anstellen, die keine Müllberge anhäufen …
Warum nicht von ihnen lernen?

 


Betriebsblindheit

10. Juli 2011

Betriebsblindheit ist ein viel zu schwacher und ungenügender Ausdruck dafür in welchen enormen Begrenzungen wir leben und auf die ich wieder einmal hinweisen möchte.
Wir leben nicht nur nicht betriebsblind für unsere nahezu unendlichen Möglichkeiten, sondern, nicht nur Lebens- blind, sondern Lebens- blind, taub, gefühllos, …, sozusagen Lebens- sinnenlos.
– Und merken es nicht!
Das heißt: Nein! Halt!
Wir merken es schon! Unser Körper merkt es und zeigt es mit vielen Wehwechen und Unpässlichkeiten, mit ‚Volkskrankheiten‘ und einem viel zu frühem Tod. Doch das merken wir aber auch kaum noch, weil wir all das für einen unverzichtbaren Teil des Lebens halten.
Unser Körper aber, unsere Sinne, unsere Urbedürfnisse wurden vor Jahrmillionen angelegt, für eine gänzlich andere Welt angelegt.
Man könnte schon verzweifeln, blickt man nur 100, 200 Jahre zurück. Aller Raum war für Menschen, Pflanzen und Tiere nutz- und genießbar, die Wege waren Sozial- und Spielplätze. Das Lauteste war das Vogelgezwitscher. Verschmutzte Luft war denkunmöglich.
Ein Journalist verließ während das Automobil sich Raum verschaffte Wien für einige Jahrzehnte und wetterte nach seiner Rückkehr über diese völlig veränderte Stadt indem er z.B. schrieb ‚Nichteinmal mehr Zeitung- lesend die Straße zu überqueren ist heute noch möglich!’
Heute ist die Straße eine Gefahrenzone ersten Ranges und niemanden stört das!

Ich denke, wir sollten nicht müde werden, alles und jedes immer wieder kritisch anzusehen und zu hinterfragen. Dazu ist das Bild einer Primatengruppe in ihrem ursprünglichen Habitat, das wir stets im Hinterkopf behalten, eine wunderbare Referenz, um zu sehen für welches Leben wir ‚gebaut’ sind, was uns Freude, Glück und Harmonie – lebenslange Dauergesundheit ohnehin! – verschaffen würde.