Ein Geschichtchen …

24. September 2019

Demenz ist doch in unser aller Bewusstsein, ist doch eines der am raschesten wachsenden und damit präsentesten unserer Probleme, oder?

Dennoch hörte ich kürzlich im Radio eine Geschichte, die – für mich – so unglaublich, doch zugleich auch so charakteristisch für diese heutige Gesellschaft ist, dass ich sie Euch keinesfalls vorenthalten möchte:

Einer Gehirnforscherin fiel auf, dass sie immer vergesslicher wurde. Irgendwann war ihr das so peinlich, dass sie sich einer Kollegin anvertraute: ‚Das kann es doch nicht sein, dass ich als, mit Gehirnfunktionen befasste Wissenschafterin immer vergesslicher werde‘.
Ihre Kollegin nahm das eher locker und meinte: ‚Ach, nimm Dir doch einfach mehr Auszeiten. Mach früher Schluss und radel spazieren oder nach Hause, anstatt endlos hier im Büro und Labor herumzusitzen‘.

Gesagt, gehört, getan! Und nach wenigen Wochen ging es der Wissenschafterin besser und besser und letztendlich so gut, dass sie diesen Effekt erforschen, dass sie darüber arbeiten, wollte.

Also hier schon, könnte man sich fragen, was da denn falsch läuft.
Denn sie hätte auch vor Begeisterung, über dieses so einfache wie wunderbare Besserungs- Rezept, umgehend rauszulaufen und es allen Menschen zurufen, oder vielleicht auch ein Buch mit 3 Seiten – mehr bräuchte man nicht! – schreiben, können, in dem steht: ‚Je mehr Du Dich bewegst, desto weniger verblödest Du! Je weniger Du Dich bewegst, desto dümmer wirst Du!‘.

Doch nein! Diese Wissenschafterin arbeitete fortan an der Erforschung dieses Primitiveffektes, den jedes ‚dumme‘ Tier ganz selbstverständlich intus hat und veröffentlichte Arbeit um Arbeit, worin zu lesen war um wieviel mehr das Gehirn mit Sauerstoff versorgt wird, durch Bewegung, um wieviel besser der Hippocampus durch Bewegung gefördert wird, warum dieser für unser Merksystem so wichtig ist, und, und, und …

Diese Arbeiten aber, versteht niemand, von all den Millionen von Menschen, die sie bräuchten!
Die aber, die das lesen, die das verstehen, verdünnen diese einfache Erkenntnis so weit und ergänzen sie mit sovielen einträglichen, aber im Grunde unwichtigen Nebensächlichkeiten, um weiterhin gut an diesen Patienten verdienen zu können, um weiterhin vom Leid dieser Erkrankten zu profitieren.
SO funktioniert unser System! – Um nicht zu sagen:
SO krank ist dieses, unser System!

Doch das alles kann Dir, liebeR LeserIn, völlig egal sein, solange Du das
mit all seinen natürlichen Bewegungen, lebst!

 

 

 


Schrieb mir doch ein lieber Mitleser …

29. April 2012
… Übrigens – lustige Entwicklung – man will mal wieder zwei Gifte zur Heilung einsetzen.

Ist das nicht wunderbar? Du hast das sicher auch längst mitbekommen.

Gift Nummer 1: Schlafentzug

Schlafentzug soll gegen Depressionen wirken und diese heilen.

Gift Nummer 2: Nikotin

Nikotin soll gegen Altzheimer und Demenz wirken.

Ich finde das immer wieder so lustig – in Bayern gibt’s ja einige Bauernhof- Museen, und wenn man da eine Führung mitmacht, kann man da so allerhand erfahren. Zum Beispiel, dass manche Bauern mit dem Beginnen der Neuzeit nur noch Weißmehl aßen und kein Vollkornmehl mehr.
Und dass sie sich von Quacksalbern mit Quecksilber gegen viele Krankheiten behandeln ließen.
Quecksilber, dieses hoch giftige Schwermetall!

Das Witzige ist: jeder, der an solch einer Führung im Bauernhof- Museum teilnimmt, schaut sich dann bedeutungsvoll an, tippt sich auf die Stirn und denkt sich: „Diese blöden Bauern damals! Nahmen hoch giftiges Quecksilber von vorbeifahrenden Quacksalbern und dachten, sie würden damit gesund werden! Solche Deppen!“

Dass dieselben Leute jedoch täglich oder wöchentlich genauso Gifte von ihren „Quacksalbern“ zu Hause nehmen (nur fahren die halt Porsche und wohnen in hübschen Villen und haben junge Arzt-, äh, Quacksalber-Helferinnen), das kapieren sie nicht…

Danke, lieber David!