Wunder Darm

13. September 2011

Wir alle besitzen einen.
Wir alle hatten schon Probleme damit.
Wir alle brauchen ihn täglich.
Wir alle scheiden dadurch täglich aus.
Viele von uns haben seinen ‚Blind- Anteil‘ nicht mehr.
Viele machten sich noch nie Gedanken über dieses seltene Wunderwerk.

Gemeint ist unser Darm!

‚Im Darm liegt der Tod‘ sagen manche.
Andere wieder: ‚Aus dem Darm kommt das Leben‘
Wieder andere sehen im Darm- Geflecht eine Art Gehirn- Geflecht.

Fest stehen aber diese Daten, die allein schon zeigen, welch ein Meter- langes Wunder wir mit uns herumtragen, täglich füllen und entleeren:

– Gesamtfläche: ca. 400 qm !
– Gesamtlänge Dünndarm: 4- 6 m
– Gesamtlänge Dickdarm: 1- 2 m
– Darmzotten: Milliarden (= 1000000000) mehrfach gefalteter Zotten
– Darmflora: 2- 3mm Bakterienkultur (im gesunden Darm!)
– Darmbakterien: Billionen (=100000000000000) in einem gesunden Darm (= ca. 3 kg)
– 90% der Nahrung wird erst durch die Darmbakterien verwertbar gemacht!
– der Aufbau dieser Bakterienkultur dauert 3- 6 Monate
– in 75 Lebensjahren wandern 30 Tonnen Nahrung und ca. 50.000 Liter Flüssigkeit durch den Darm
– 80% des Immunsystems befinden sich im Darm
– in einem gesunden Darm ist die Anzahl der Immunzellen 3x größer als in Milz, Knochenmark und Lymphknoten zusammen!

 


Glycotoxine in Lebensmitteln

18. September 2010

Findet sich doch auf einer Seite der Uni Giessen folgender abstract aus einer COST- Gesamt- EU- Arbeit zum Thema ‚Thermally processed foods: possible health implications‘ (Mögliche gesundheitliche Konsequenzen durch erhitzte Nahrung):

    Die Carbonylverbindungen Glyoxal und Methylglyoxal sind sehr reaktiv und führen an Proteinen im Rahmen der Maillard Reaktion zu nicht-enzymatischen Glykierungen. Im weiteren Verlauf dieser Reaktionen werden u.a. stabile advanced glycation endproducts (AGEs) gebildet. Wir konnten zeigen, dass sowohl die Carbonylverbindungen Glyoxal und Methylglyoxal, als auch in vitro hergestellte AGEs die Sekretion proinflammatorischer Cytokine in intestinalen Zellen steigern. AGEs beeinflussen die zelluläre Signaltransduktion u.a. über Interaktion mit dem Rezeptor für AGEs (RAGE). Wir konnten mittels Westernblot-Analyse und Reverse-Transkriptase PCR bestätigen, dass Caco-2 Zellen RAGE exprimieren. Eine Interaktion von AGEs aus Lebensmitteln mit RAGE im Dünndarm ist folglich wahrscheinlich. Derzeit werden weitere mögliche Effekte und zugrunde liegende Signaltransduktionsmechanismen untersucht
    Eine Humanstudie zur Untersuchung der Bioverfügbarkeit und Metabolisierung von AGEs ist in Vorbereitung.

Das heißt auf ‚gut deutsch’: Es wird noch immer daran rumgeforscht, was L.C. Maillard schon vor bald 100 Jahren entdeckte und jedermensch sofort und jederzeit ausprobieren kann: Dass das Erhitzen von Lebensmitteln gesundheitsschädigend ist 😉