Entwicklungshilfe …

17. April 2012

… ist ein Begriff, über den wir nicht mehr allzuviel nachdenken. So selbstverständlich er uns ist, so sehr hat er es aber ‚in sich‘.

Nicht nur, dass Österreich, als eines der weltweit reichsten Länder es nicht schafft, seine ohnehin schon peinliche Rate von 0,7% des Bruttonationalproduktes als Entwicklungshilfe abzuführen! Wir liegen bei skandalösen 0,34%!

Erst kürzlich wurde mir attestiert, bei vielen Themen eine sehr ungewöhliche Herangehensweise an den Tag zu legen. Ich strebe das nicht an, sondern wundere mich selber oft, wie anders andere denken.
So auch bei unserem heutigen Thema.

Also es kommt jetzt sozusagen noch dicker, als diese 0,34% 😉

Für mich sind alle Entwicklungshilfen

ein peinlicher Reinwasch- Versuch für unsere unverschämten Ausbeutungen, denn die beste und gerechteste Entwicklungshilfe wäre, unsere Ausbeutungen augenblicklich einzustellen, die von uns dort verursachten Schäden zu reparieren und diese Menschen in Ruhe zu lassen.
Auf einer Seite die Menschen des Südens wirtschaftlich auszubeuten und auf der anderen Seite vorgeblich ‚großzügige‘ Entwicklungshilfe- Almosen zu spenden ist peinlich verlogen.

ein absolut unzulässiger Übergriff. Denn wer bitte sind wir, dass wir uns anmaßen, andere Menschen ‚entwickeln‘ zu können/ müssen!? Wohin entwickeln? In unsere erbärmlich missratene Weltzerstörungs- Sackgasse!?

eine peinliche Bevormundung. Denn wir tun so als, wüssten wir besser, wie man gut lebt! Dabei handelt es sich durchwegs um Kulturen die vor der Kolonialisation, langfristig stabile Strategien lebten, während wir in kürzester Zeit den Globus ‚abgewirtschaftet‘ haben.

ein gedankenloser Selbstschuss. Denn anstatt – aus reinem Egoismus schon – die Welt kulturenbunt zu erhalten und das Lern- Revervoir möglichst groß und vielfältig zu halten, schalten wir nach und nach, Land um Land, alles mit unserer Einfalts- und Zerstörungs- Unkultur gleich.

Selbst das Gute, das unsere Gutmenschen zu tun glauben, wenn sie in Dritte Welt- Läden einkaufen, kann ich nicht sehen. Wir füttern damit die Produzenten mit unserem Geld und unserer Konsum- Glitzerwelt an und zwingen sie in unser Hamsterrad- System. Oder anders gesagt: Nur weil gelangweilte Society- Ladys ihren Reichtum mit Gut- Taten behübschen wollen indem sie exotische Folklore- Produkte kaufen, müssen Frauen des Südens von ihren Kindern, Ziegen und Häusern weg und an Fließbänder!

Da wär’s doch besser die Frau Bankdirektor oder der Herr Doktor würden mal in ein Land der Dritten Welt trampen und dort Hand anlegen, die Augen, Ohren und das Empfinden offenhalten und von diesen Menschen lernen und mit nach Hause bringen, wie man qualitätsvoll lebt, anstatt westlich herumzuprotzen.
Also: Im Prinzip, paradise your life !
Amen! 😉

 


Mein Problem

19. März 2011

Ja natürlich, auch ich habe meine Probleme!
Eines davon quert schon so oft meinen Lebensweg, dass ich es hier einmal zur Diskussion stelle und neugierig auf Eure Meinung bin.

Wenn jemand mit seinem Leben ein Problem hat, hat er m.E. eine Lernaufgabe noch nicht gelöst, muss er noch diesbezügliche Erfahrungen machen, diesbezügliches Wissen erwerben.
Irgendwann wird das passieren, wird ihm jemand weiterhelfen, wird ihn jemand darauf aufmerksam machen, wird ihm ein Buch, Artikel, Bericht auffallen, der ihn neugierig macht/ weiter bringt und sein Problem wird sich lösen. – Bis die nächste Aufgabe auf der Matte steht.
So weit, so gut, so lebendig und eh bekannt.

Meine Frage:
Wem helfe ich? Wem helfe ich nicht?
Gelernt habe ich, dass nur um Hilfe Bittenden geholfen werden kann und darf.

    a) Man soll sich niemandem aufdrängen, niemanden missionieren
    b) Nicht nach Hilfe Fragende verstehen das Problem ohnehin noch nicht, – sonst hätten sie’s ja nimmer
    c) Es klingt ja auch sehr logisch und überzeugend, dass jedermensch ohnehin mehr als bewältigbar damit zu tun hat, sein eigenes Leben maximal auf die Reihe zu kriegen

Was also tun mit Menschen, die einem Leid tun, die sich so grottenfalsch verhalten und sich damit schaden, dass man sich nur gegen die Stirn hämmernd sagen kann: ‚Mensch! Es könnte soooo einfach sein!’?
Soll man sie einfach lassen? Soll man ihnen einen Wink geben (den sie aber meist eh nicht verstehen, denn …, – siehe oben)? Oder soll man sie mit Druck ‚missionieren’ (was meist eh nichts nützt)?

Oder anders gefragt: Sind wir ausschließlich für uns selber oder doch auch für andere verantwortlich? Sind wir nicht alle eins? Fällt nicht der achtlos am Wegrand Zurückgebliebene irgendwann auch auf uns zurück? Beeinflusst nicht jeder auch das Ganze?
Reicht es dem Kind nur 1x zu sagen ‚Pass auf im Straßenverkehr’? Machen wir uns nicht dennoch Vorwürfe, wenn etwas passiert? Hätten wir es nicht doch ein zweites, drittes, vielleicht hunderstes Mal sagen müssen?

Auch die Entwicklungshilfe spielt in diesen Bereich. Soll man tatsächlich dort Geld hinschaufeln? Auch wenn man den Eindruck hat, und auch bei uns schon tausende dumme Lottomillionäre, die bald weniger hatten als zuvor, gezeigt haben, dass für Geld auch eine gewisse Reife erforderlich ist.
Andererseits, kann man verantworten in der Fülle weiterzuleben, während jede Sekunde ein Kind verhungert?
Was tun, wenn man vor Armut steht, aber dennoch den Eindruck hat, dass diese Armen gar nicht ‚fischen lernen‘, sondern lieber ‚Fisch- Geschenke‘ bekommen, wollen?

Also, wie sehr Ihr diese Thema?
Ist jeder nur für sich verantwortlich oder auch für seinen Nächsten, für die Gesamtheit?
Sollen wir versuchen ‚die Welt zu retten‘ oder lieber primär trachten selber einigermaßen ordentlich zu leben.
Darf man zum Glück zwingen oder macht uns diese Option bloß unser aufgeblasenes Ego vor?
Ich freu mich auf Eure Antworten!

 


Adieu Äthiopien!

2. März 2011

Lebt wohl Ihr stolzen Schönen, die Ihr Eure Neugierde nach dem ‚Ferency’ nicht verbergen konntet, lebt wohl Ihr coolen Burschen, die Ihr lebenstüchtig bis schlitzohrig immer irgendwie durchkommt, lebt wohl Ihr tüchtigen Tischler, Schmiede, Handwerker, in deren Werkstätten ich gucken durfte. Behüt Euch Gott, Ihr süßen, lachenden Kleinen – und sei es vor den Zivilisations- Irrtümern …


Ich war gerne da, in dieser Hitze, in dieser Höhenluft, sogar in diesem Staub, der mir zeigte, wie gut meine Flimmerhärchen funktionieren. Ich war gerne da unter diesem unendlichen Himmel, in dieser unendlichen Weite. Ich war gerne in Euren Menschen- und Lebens- prallen Städten, oft skurilen Shops, auf Euren turbulenten Märkten, in Euren einfachen Häusern.
Ich hab unendlich genossen Eure Gastfreundschaft und Eure ansteckend gute Laune.
Ich hab mich kindlich freuen können über jedes zutrauliche, neue oder unbekannte Tierchen, über jede Blüte, jeden bizarren Dornenbusch und über die genialen Bäume, die es hier gibt und die mir noch mehr Bewunderung abringen, als die ohnehin schon für ihr ‚Lebenskünstlertum’ hoch verehrten Europäischen.
Mein Techniker- Kopf hat sich unendlich amüsieren können über Eure ‚Technik’, mir aber für Eure Improvisations- Fähigkeiten in dieser unvorstellbaren, dafür nicht vorhandenen Infrastruktur, meine volle Bewunderung abgerungen.
Meine Jungfrau- Asszendent- Penibilität hat staunen können wie ein Kind, dass man so ‚ungeordnet’ bis chaotisch so gut leben kann und viel von Euch gelernt bzw. einiges abgeworfen.
Ihr alle werdet mir fehlen, obwohl ich mich auch schon wieder freue auf das altgewohnte Vertraute, auf neue Aufgaben und Menschen zu Hause.
Ihr werdet mir fehlen Ihr Absonderlichkeiten in meiner alten Vertraut- und Geborgenheit.
Ich denke, wir könnten viel voneinander lernen. Unsere Modebewussten, die trotz unserer vermeintlichen Vielfalt bei weitem nicht herankommen an Eure, zwar teilweise zerfetzte, aber Uroriginellität.
Ihr könntet bei uns sehen, dass nicht jeder Fortschritt ein Segen ist und dass man Plastik besser nicht auf die Straße oder ins Lagerfeuer entsorgt.
Unsere Schönheitschirurgen- Kunden könnten an Euren wunderschönen und einzigartigen Gesichtern sehen um wieviel reicher Ihr seid, als wir in unserer Uniformität.
Ihr könntet schätzen lernen, was Euer Klima Euch ermöglichen könnte, anstatt nach unserem Kram zu gieren.
Wir könnten wiedererlernen, um wieviel einfacher man leben, um wieviel glücklicher wir sein könnten.
Wir hätten noch viel voneinander zu lernen.
Ich danke allen, die ich hier kennenlernen oder auch nur beobachten, bewundern, bestaunen durfte, allen die mir geholfen haben, denen ich helfen durfte. Vor allem aber danke ich Paul und seiner zauberhaften Jenu und ich danke dem Leben, das mir all diese Wunder ermöglicht hat …

 


Alljährliches Drei-Königs- Erbrechen

5. Januar 2011

Ja, ja, ich weiß, man sollte eigentlich nicht so bös reden und auch das Negative nicht mit seiner Energie füttern! – Predigt zumindest dieser komische payoli hier immer … 😉
Aber manchmal kann man wirklich nicht in dem Maß kotzen in dem diese Gesellschaft verlogen ist!
Sie sind schon wieder unterwegs! Sie sind beim Bundespräsidenten, beim Papst, sie grinsen aus den Medien, besingen alte Mutterln und Vorstands- Sekretärinen, sie verschonen ‚für die gute Sache‘ kaum einen Haushalt ….
Alle Jahre wieder werden arme Kinder für unverschämte Bettelaktionen missbraucht, um den Verursachern all dieser tagtäglichen Sozial- und ‚Dritte-Welt‘- Missbrauchs- Aktionen, auch noch den Anschein von Gutherzigkeit zu geben.
Im Klartext: Der Westen beutet an 364 Tagen die Menschen des Südens auf unverschämteste Weise aus und beruhigt sich dann an einem Tag das Gewissen bzw. kommt sich vielleicht sogar als großherziger Retter und spendabler Gönner vor, indem durch die Drei-Königs- Aktion, irgend ein Kirchen- Projekt finanziert wird, das zudem noch mehr der Kirche zu ihren Interessen, als den Ausgebeuteten zu ihrem Recht, verhilft.

Liebe Leute, bedenkt bitte, woher all die Dinge kommen, die wir tagtäglich kaufen. Bedenkt, ob um diesen Preis auch die Produzenten gut leben können. Bedenkt, dass Glück nicht – und schon gar nicht auf dem Rücken Ausgebeuteter – kaufbar ist!
Seid lästig mit Fragen nach der Herkunft all dieser Konsum- Dinge! Zeigt, dass Ihr wach, und an Gerechtigkeit interessiert, seid!
Zeigt Zivilcourage und fragt Käufer von Silvesterraketen, Billigstklamotten, dümmlichen Wegwerf- Artikeln und Geschenken, und, und, und ob sie überhaupt wissen, was sie da tun!
Denn man kann es drehen und wenden wie man will: WIR leben einen Verschwendungs- Stil, der unmöglich weltweit umlegbar/ anwendbar/ möglich wäre!
WIR kaufen zu Preisen, die nie und nimmer gerechtfertigt sind. Für die nie und nimmer die Produzenten gut leben können.
Aber nicht, weil wir diese Dinge so dringend brauchen! Nein, weil wir den Hals nicht vollkriegen können!
Liebe Leute, seid lieb zu Euren Mitwesen, – auch zu denen, die weit weg leben! Lebt und konsumiert achtsam und bewusst!
paradise your life! – Und das von anderen!
Danke!
EINE sinnvolle Sternsinger- Variante könnte ich mir allerdings vorstellen. Die würd‘ ungefähr so aussehen: 😉