Tragische Bewahrheitung

28. September 2013

Vor einiger Zeit hatte ich im Artikel Lügen, Lügen, Lügen dargestellt, wieviel Energie uns Lügen kosten.
Kürzlich wurde mir eine höchst tragische Bestätigung über eine Wissenschafts- Sendung via Radio frei Haus geliefert:

kriegIn Geriatrischen Einrichtungen wird beobachtet, dass viele traumatische Erlebnisse der alten Menschen aus dem Zweiten Weltkrieg, von Missbrauchsfällen in der Kindheit, etc. gerade jetzt erst aufbrechen.

Warum erst jetzt?
Das Verschweigen, das Unterdrücken dieser schrecklichen Erlebnisse kostet viel Energie und wurde oft ein Leben lang aufrecht erhalten. Jetzt, im Älter- und Schwächerwerden ist nicht mehr die, für die Unterdrückung erforderliche Energie vorhanden.

So werden gerade die Schwächsten in ihrer schwächsten Zeit von den schlimmsten Bildern ihres Lebens heimgesucht …

Auch grantige Alte beruhen eventuell auf diesem Effekt. Wenn sie ihre Freundlichkeit oder gute Laune lebenslang vielleicht nur gespielt und nicht gelebt bzw. so empfunden haben, könnte ihnen im Alter die Energie für diese ‚gespielte Lüge‘ abhanden gekommen sein …

Unser Fazit: Nichts unterdrücken, keine Lügen bis Lügengebäude! Alles ausleben, ausdrücken, klären, fließen lassen …
Ganz im Sinn von

paradise your life ! 😉

 

 


Wieder mal …

1. November 2012

… haben wir ALLER- HEILIGEN
und denken dennoch eher heute als morgen, an ALLER- SEELEN, an unsere Verstorbenen.
Vielleicht weil wir SIE für HEILIGE halten?
Vielleicht weil wir überfordert sind mit der Unterscheidung zwischen SEELEN und HEILIGEN?
Gibt es überhaupt Heilige?
Was sind Heilige?
Jetzt, da der Vatikan die Heiligen- Inflation ausgerufen hat, gar nicht so einfach zu beantworten!
Ist es mit Heiligen nicht genauso wie mit den (Kriegs-)Siegern? Wer nachträglich gesehen, gewonnen hat ist heilig?
Wären wir heute moslemisch, 1000jährig oder germanisch, gäbe es wohl kaum diese Heiligen.
Wir feiern – oder auch nicht – also Leute die unserem (Ideal-)Bild entsprechen.
Das ist so ähnlich, wie wenn alle Ökos Öko-, alle Techniker Technik- und alle Mediziner ausschließlich Medizin- Zeitschriften lesen …
Man wird in seinem So- Sein bestätigt, köchelt aber im eigenen Saft …

Ganz anders die Seelen! Unter ihnen finden sich Filous und Treue, Schüchterne und Draufgänger, Heimchen und Vamps, ‚Männermordende‘ und Liebende. Da gibt es Verhasste und Geliebte, Unvergessliche und längst Vergessene, Bedeutende und Unbedeutende, Nützliche und Schädliche, Angepasste und Nonkonformisten, Führer und Geführte …
Sie alle sollten wir lieben. Sie alle haben unsere wunderbare Welt so gestaltet, wie wir sie heute vorfinden und erleben dürfen.

Doch halt! Könnten wir aus dieser Überlegung nicht etwas lernen?
Vielleicht ist alles, was unsere Mitmenschen auch heute tun gut für die Zukunft, gut für die Vielfalt!?
Vielleicht sollten wir niemanden verurteilen, ob seines heutigen Tuns …
Vielleicht birgt gerade sein So- Sein den Keim für neues, zukunftsträchtiges (Weiter-)Sein?

So steh ich an einem Grab, im Geiste an vielen, vielen Gräbern, bin fast umgeworfen von dieser Fülle und Vielzahl an Sein, an Leben, an Erfahrungen, an Leistungen, an Bemühungen, an Liebe, an Tun, an ‚Fehlern‘ …
Ich knie mich nieder vor all diesen wunderbaren Wesen vor mir. Ich knie mich gerne nieder vor all meinen wunderbaren Vorfahren und Vorwesen. Erst durch sie durfte ich werden wer und was ich bin. Erst durch sie darf ich diese wunderbare Welt und Gesellschaft erleben und genießen.

Ich danke Euch allen und will versuchen beim nächsten Hader mit dieser Zeit und dieser Gesellschaft an Euch alle zu denken …

 


Wie erbärmlich klein …

26. April 2012

… haben wir Götter uns doch machen lassen!
Wir glauben einen ‚Arbeit- Geber'(!) zu brauchen!
Wir glauben Ärzte zu brauchen, die uns sagen, ob und wie krank wir sind!
Wir glauben Schulen zu brauchen, die erst, uns zu Erwachsenen, zu Wissenden, zu Gebildeten, zu Lebenstüchtigen machen!
Wir glauben unsere Kinder oder manche Menschen müssten erst ‚etwas werden‘!
Wir glauben, wir bräuchten Gurus, Vorträge, Seminare, Bücher um noch etwas zu lernen!
Wir glauben, wir müssten noch üben, trainieren, meditieren um uns weiterzuentwickeln!
Wir glauben, wir bräuchten Ernährungsberater, Fitness- und Bewegungstrainer!

Doch wir sind und haben bereits alles!
Wir brauchen uns bloß daran zu erinnern!

Wunderbare Erinnerungshilfen und ‚Lehrer‘ sind unser Körper und die Natur.
Wir müssten sie bloß wahrnehmen!
Wir sollten keines unserer Körpersignale missachten, nichts in der Natur als belanglos ansehen bzw. ‚übersehen‘ oder nicht ‚ernst nehmen‘.
Keinen Pickel einfach ausdrücken, keinen Furz missachten. Kein Löffeldrehen eines Hasen, keinen Windhauch, keinen noch so kleinen Grashalm ‚übersehen‘.

Alles sollte uns an unsere Göttlichkeit erinnern …

 


Hirn- Architektur

3. Juni 2011

Wir lernen und lesen so vieles.
Doch kaum jemand weiß wie unser Gehirn funktioniert.
Dieses Wissen wäre aber wichtig! Denn wie will man einen Wasserhahn reparieren, wie will man ordentlich Wäsche waschen, wenn man sich nie mit der Funktion eines Wasserhahns oder der Bedienungsanleitung der Waschmaschine auseinandergesetzt hat?
Ich will ganz laienhaft, aber doch fundiert versuchen dazu einige Hinweise zu geben.
Beginnen wir vielleicht mit der Psychoanalyse, die von so vielen so hochgehalten wird, die in unserer Gesellschaft für so unverzichtbar gilt.
Sie beruht auf der Überlegung, dass psychische Probleme auf
frühe(re)n Erlebnissen beruhen, die nur durch ein Wieder- Er- und Durchleben aufgelöst werden können.
Das ist m.E. grottenfalsch und belastend. Denn
   a) für den Körper ist es völlig wurscht und gleich schädlich, ob wir Schreckliches erleben oder ‚bloß‘ an Schreckliches denken. Also tun wir uns nichts Gutes, ‚ewig‘ in den alten Problemen ‚herumzurühren‘, uns wieder ihrer zu erinnern.
Und
   b) ist ein solches Problem mit neueren Gehirnfunktions- Erkenntnissen weit besser und effizienter zu lösen.
Und zwar wie?
Unser Denken und Erinnern beruht auf der Vernetzung von ca. 100 Milliarde Nervenzellen über ca. 100 Billionen Nervenbahnen (die über sogenannte Synapsen ‚zusammengesteckt‘ werden). Eine einfache Rechnung ergibt, dass somit jede Nervenzelle mit ca. 1000 anderen Nervenzellen verbunden ist.
Jede Nervenzelle steht für einen sehr einfachen und ursprünglichen Sinneseindruck, eine Farbe, eine Tonfrequenz, o.Ä.
Unsere, in der Sprache verwendeten, komplexen Begriffe werden durch entsprechende Vernetzungen aktivierter Nervenzellen dargestellt/ hervorgerufen.
Ein sehr, sehr stark vereinfachtes Beispiel:
Für ein Kleinkind, das erstmals einen Hund sieht, verbinden sich vielleicht die Nervenzellen für
weich, flauschig (durch die Berührung des Felles) mit
rot (der Hundezunge) und mit
‚wau wau‘ (das sich aber bereits wieder aus der Verbindung vieler Tonfrequenz- Zellen zusammensetzt).
Dieses einfache Netzwerk dreier Nervenzellen bedeutet für das Kind ‚Hund‘.
Jedesmal wenn es einen Hund sieht, werden diese 3 Nervenzellen aktiviert. Jedesmal, wenn das Kind an einen Hund denkt, werden diese drei Nervenzellen, wird dieses kleine Netzwerk aktiviert.
Mit jeder neuen Hunde- Erfahrung werden neue Nervenzellen an dieses Hund- Ur- Netzwerk dranverbunden. Geht es dann zur Schule und lernt lesen, werden z.B. die Buchstaben- Nervenzellen für H, U, N und D auch noch drangehängt.
Somit ist praktisch jedes Wort, jeder Begriff ein dreidimmensionales Nervenbahn- Gebilde das irgendwo im Gehirn aktiviert wird. In der nebenstehenden Darstellung wären durch die Fraben Gelb, Grün und Orange 3 Begriffe angedeutet.
Natürlich werden einzelne Nervenzellen von vielen unterschiedlichen Vernetzungen mitverwendet und miteingebunden. Genauso wie sich der Buchstabe ‚g‘ sowohl in ‚gut‘, als auch in ‚gerne‘ oder ‚Berg‘ findet.

Noch ein anderes Bild um diese Funktion darzustellen:
Verschiedene Orte auf einer Landkarte die durch Straßen verbunden sind können wir uns als Nervenzellen vorstellen. Die Verbindungsstraßen sind die Nervenbahnen, die nach und nach angelegt wurden.
So, und nun wieder zurück zu unserem ‚alten Problem‘:
Irgendein schlimmes Erlebnis hat uns einen ‚Straßenzug‘ im Gehirn angelegt, der nun jedesmal wieder als ganzer ‚aufleuchtet‘, sobald wir an nur einen der damals mitbeteiligten Eindrücke denken.

Häufiger verwendete Straßen und Pfade werden mit jedem Begehen breiter, und breitere Bahnen werden leichter und häufiger ‚aufgefunden‘ als schmale.
So legen wir uns immer dicker werdende Angstpfade im Gehirn an.

Was wir einmal gelernt haben bleibt gespeichert! Durch Hypnosesitzungen kann man nachweisen, dass nichts vergessen wird.

ABER, vieles wird verschüttet und überbaut von neuen Netzwerken!
Und das wäre auch schon der sinnvollste Ansatz!
Nicht versuchen, alte Netzwerke aufzulösen, sondern ‚Umleitungen‘ zu bauen.
Das sieht in der Praxis so aus, dass man alle Dinge, Begriffe und Erinnerungen ‚in liebevoll verzeihendes Licht taucht‘, praktisch alles Denken mit der Nervenzelle der Liebe verbindet. Dadurch bauen wir uns förmlich wunderbar breite ‚highways‘ zu all unseren Lebensbereichen und wir verfallen nie mehr auf die Idee die alten Angst- und Negativ- Wege die wir uns früher irrtümlich angelegt oder die uns angelegt wurden zu ‚begehen‘.