10 Milionen Quadrat- Kilometer …

30. Oktober 2019

… also ca. die Fläche Kanadas, des zweitgrößten Landes der Erde, wird laut FAO (Food and Agriculture Organization of UN) benötigt, um Nahrung zu produzieren, die niemand isst!

Durch die ineffiziente Produktion tierischer Erzeugnisse gehen Kalorien verloren, die bei der Ernährung von Menschen fehlen.
Somit werden absurder Weise Nutztiere zu Nahrungskonkurrenten der Menschen gemacht.
Allein aus diesem Kalorienverlust aus der Produktion tierischer Lebensmittel könnten laut UN 3,4 Milliarden Menschen ernährt werden.
Ganz profan ausgedrückt: Die Nutztiere der Reichen fressen den Hungernden das Essen weg.

Trotz Klima- Diskussionen ist kein Rückgang dieses Wahnsinns auszumachen. Ganz im Gegenteil! Zwischen 1961 und 2011 ist der weltweite Fleischkonsum um ein Drittel gestiegen. Und wird weiter steigen. Indien, das ‚vegetarischte‘ Land der Erde steigt eben massiv auf Fleischverzehr um und China, wo bis vor kurzem Milch als ‚Ekelschleim‘ galt setzt nun voll auf Milchprodukte …

Auch die Bauern bzw. die Agro- Industrie will nichts von einer Abkehr, ihrer derzeitigen Umweltzerstörung durch Giftspritzen und Kunstdüngen wissen, obwohl absehbar ist, dass die Kali- und Phosphor- Vorräte bis 2050 erschöpft sein werden.

Trotz aller vorgeblichen Rationalisierungen in der Landwirtschaft, ist kleinbäuerliche Arbeit, bezogen auf die Fläche, immer noch weitaus effizienter.
Zusätzlich noch entfallen mit solch regionalen Produktion Unmengen an Transportkosten und -belastungen!

Obwohl Ernährungssouveränität für jedes Land der einzig sichere Versorgungs- Garant ist, haben nur 6 Länder von 194, das in ihrer Verfassung festgeschrieben: Ecuador, Nepal, Venezuela, Mali, Bolivien und Ägypten!

Wir zahlen jedes Kilo Fleisch doppelt!
Einmal im Laden und einmal über Steuern, mit denen diese vielen Schäden an Umwelt und Gesundheit ausgeglichen werden müssen. Dazu kostet in Europa die völlig ver-rückte EU- Subventionspolitik für Agro- Industrien, nocheinmal!

Österreich könnte, laut einer Studie der BoKu Wien, den gegenwärtigen Nahrungsbedarf zu 100% aus flächendeckendem Biolandbau decken, sofern die vermeidbaren Lebensmittelabfälle um nur 25%, und der Fleischkonsum um nur 10%, reduziert würde.

Diese und andere ‚Weisheiten‘ hab ich dem neuesten ‚Freude‘- Heft entnommen, das auch Du Dir von der Firma Sonnentor kostenlos zuschicken lassen kannst:

Freude – Abo

 

 

 


attac

4. Mai 2011

Ich dachte immer attac wäre so weit dem Zeitgeist voraus, so revolutionär, so ökologisch, so ‚grün‘ ….
Eine ihrer Forums- Diskussionen lässt mich nun aber an der Sinnhaftigkeit dieser Organisation sehr zweifeln:
Sehr abgehoben, sehr langweilig und fast ausschließlich mit Politikern besetzt, sehr akademisch und unrealistisch, sozusagen eine weitere Gilde von theoretisierenden Schreibtischtätern …

Auch sachlich thematisch spielten sie ‚Wasch mir den Pelz aber mach nicht nicht nass‘.
Stellten sie doch ein Buch mit dem Titel ‚Ernährungssouveränität‘ ihrer Obfrau Alexandra Strickner ins Zentrum der Veranstaltung, in dem mir das Kredo der Lebensmittel- Regionalversorgung bei Weitem als zu kurz gegriffen erscheint.
Verbraucht doch z.B. das Kochen der Nahrung ca. zehnmal soviel Energie wie der Transport.
Natürlich sollten (unnötige) Transporte eingespart werden. Doch in solch einer Energie- Verteilungs- Situation auf Regionalisierung zu fokussieren, ist Bescheuklappung par excellence!
Wenn man dazu noch die durch die thermische Denaturierung verursachten Erkrankungen rechnet, die erst unser, kaum noch zu finanzierendes, Gesundheitssystem- Debakel schaffen, wird’s überhaupt fast kriminell, bloß für eine Regionalversorgung zu trommeln.

Auch die Position der einzigen (Bio-) Bäuerin (Irmi Salzer) bei dieser Diskussion hat mich mehr als verblüfft. Ihr ging es primär darum, politisch mehr (Zuschuss-/ Ausgleichs-)Gelder für die Bauern durchzusetzen und ‚von oben herab‘ bauerngünstig zu reglementieren.
Wenn man, wie ich, noch Zeiten kennt, in denen am Land die Bauern die absoluten ‚Kaiser‘ und z.B. Nichtbauern als Bürgermeister undenkbar waren, kann man sich nur wundern, dass man solch einen Status in nur wenigen Jahrzehnten so sehr verspielen kann.
Die Bauern ließen sich einfach durch innovativere Partner und Firmen die Führerschaft aus der Hand nehmen.
Diesen Innovationsmangel jetzt durch Papiere, Gesetze, Verordnungen und politischen Druck wieder zurückholen zu wollen bzw. anderer Innovationen gesetzlich zu verhindern, erscheint mir blauäugig und der falsche Weg.
Meines Erachtens wäre von den Bauern konstruktive, vorwärtsgerichtete Aktivität und Innovation gefragt und nicht verhindernde und reglementierende Gesetze!
Warum muss BILLA mit seiner Ja Natürlich- Schweindl- Kampagne die Massen zu Bio- Produkten ‚treiben‘? Warum kann nicht die Bauernschaft mal die Innovations- Lokomotive machen?
Aber auch ich hab weitgehend schlechte Erfahrungen mit der Beweglichkeit von Bauern gemacht und muss mir meine Nahrungsmittel über teilweise ‚verboten weite‘ Distanzen schicken lassen, da sich viele der regionalen Produzenten für meine rohköstlichen Bedürfnisse einfach taub stellen.

Als Conclusio wieder mal: Lieber selber tun, als auf Änderungen ‚von oben‘ warten! 😉