Aufwachen!

30. August 2018

In der Evolution waren selten die spezialisierten ‚Monster‘ die Überlebenden, sondern immer die Flexiblen, die gut Angepassten.

Und wohin tendiert unsere Gesellschaft!?
Zu Multis, Fusionen, zur EU, zur Zentralisierung!

Ja, sieh Dich um!
Was in dieser Gesellschaft als Wichtigstes gilt, die Effizienzsteigerung, ist genau das, was absolut keine Zukunft hat!

Bitte, ver-rückter geht’s doch nimmer!
Wozu haben wir abertausende Akademiker, auch Biologen die das x-fach schon auswendig gelernt und bulimieartig bei Prüfungen erbrochen haben!?
Können die nur ‚abspielen‘ aber nicht denken? Oder wie ist das zu erklären, dass Studenten von Firmen angeworben, hochbezahlt werden um dann genau das Gegenteil von dem zu tun, das sie gelernt haben, was Zukunft hat?

Niemand kennt die Zukunft. Und genau das ist die Krux!
Wir müssen mit allem rechnen.
Und wer mit allem rechnet, flexibel ist, wird weiterkommen. Alle Festkleber werden aussterben!
Das war schon immer so! Jahrmillionen lang.
Das heißt, jeder Deiner Vorfahren, bis zurück zum allerersten Einzeller war nicht nur medizinlos gesund, wie ich es hier schon oft geschrieben habe. Nein, alle Deine Vorfahren waren auch höchst flexibel!
Sonst hätten sie sich nicht erfolgreich fortpflanzen können.

– Und so ein Wunder an Wendigkeit und Anpassungsfähigkeit setzt sich in die bescheuklapptesten, eindimensionalsten Institutionen die es gibt, in Schulen, Unis oder gar in eine Firma um sich zu spezialisieren!?
Bitte, geht’s noch!?

 

 

 


Die Erhellung

18. Juni 2018

 

Wieso reiten sie bei ihrer Wahrheitssuche immer auf den Affen herum? Die Affen sind uns gegenüber zurückgeblieben, am aussterben und wir könnten sie sofort alle vernichten. Die haben also verloren und wir gewonnen. Nur ein Verrückter könnte diese Verlierer zu seinem Vorbild machen …

hat mir kürzlich der liebe Reinhard gemailt.

Ich such schon lang nimmer, lieber Reinhard, sondern hab ‚die Wahrheit‘ gefunden und werde versuchen sie nochmal zusammenzufassen.
In der Evolution geht nichts verloren. Das weiß man oder kann es sich – siehe Anatomie oder auch Hermes Trismegistus‘ ‚Wie innen so außen‘ und vice versa – anhand unseres Gehirnaufbaues ansehen. Wir unterscheiden zwar zwischen Klein- oder Reptilien-, Zwischen- und Großhirn mit seiner letzten Entwicklung, der Großhirnrinde. Doch tatsächlich hat das Gehirn sich im Laufe der Evolution schritt- und schichtweise, also kontinuierlich weiterentwickelt.
Man kann sich das wie eine Zwiebel vorstellen: Der innerste Kern war einst das Erste und Einzige und für heutige Begriffe seeeehr primitiv, vergleichbar mit dem Ticken einer Uhr. Doch kein Schlagzeuger kann zu komplizierten Rhytmen kommen ohne erst ‚primitiven‘ Simpeltakt schlagen zu können. Diese komplizierteren Schlagfolgen wären schon die nächstspätere und -weitere Zwiebelschale.
So entwickelte sich Schicht um Schicht auf und um die jeweils vorhandene. Das geht so fort bis zur äußersten Schale die unserer heutigen Großhirnrinde entspricht. Und jede Hirn- Entwicklungsstufe entspricht auch äußerlich einer Entwicklungsstufe, einem anderen Wesen, zwischen Einzeller über irgendwelche Mausartigen zwischendrinn bis zum Menschenaffen.

Und, langer Einleitung folgender Knall, jetzt kommen wir zu Reinhards Denkfehler:
Wir sind nicht ausschließlich die äußerste Schicht, die Großhirnrinde!
Wir sind alles!
Wir sind alle Schichten und Entwicklungsstufen!
Trotz unserer Großhirnverliebtheit können wir beispielsweise zwar denken ‚Ich stoppe meine Atmung‘, das aber nicht beliebig lange auch tun. Da hat das Kleinhirn etwas dagegen und lässt Dich bald nach Luft schnappen.

Und so stecken noch immer alle Urbedürfnisse die wir als Einzeller bis hin zum Primaten je hatten in uns.
Bloß, wir nehmen sie nicht wahr!
Doch unser Körper und unser Unbewusstes weiß und spürt sehr wohl, dass wir ständig gegen unsere Bedürfnisse leben und starten dementsprechende Notprogramme die wir dann Kranheiten, Süchte, Psychosen o.ä. nennen und vom Doc unterdrücken lassen, anstatt die Ursache zu ändern.

Du kannst, da Du ja ein Großhirnrindenmensch bist, sehr wohl am Computer tappeln, Dich auf die Couch fletzen und Dir Chips reinwerfen. Aber bedenke, dass Du damit nur eine ca. 3 mm dünne Großhirnrindenschicht zufriedengestellt hast aber gegen die Bedürfnisse von ca. 150 mm ‚Resthirn‘ verstoßen hast 😉
Und die leben und agieren auch noch immer mit und werden Dir – vielleicht auch erst irgendwann – ihre Rechnung präsentieren.

Und natürlich kann man auch die positiven Auswirkungen beobachten, wenn man eine Zeitlang ein naturrichtiges Affenleben führt. Da ändert sich plötzlich soviel am Denken, Fühlen, an den Sinnen, da verschwinden Dinge, die man schon lebenslang mitschleppte und für normal hielt …

 

 

 


Unsere Intelligenz rottet uns aus!

29. November 2016

Wir sprechen oft so leichthin über Evolution, haben davon in der Schule gelernt, lesen oder hören immer wieder einmal darüber. Aber versetzen wir uns doch heute einmal in die Situation unserer Vorvorvorvorvorvor … vorvorfahren:

Wir sind ‚einfache Tierchen‘ und leben in einer Gruppe zusammen.
Es gibt Naturgesetze und die zwingen uns dazu sie einzuhalten:

redball Wer ganz schlimm gegen sie verstößt und z.B. von einer 100m- Klippe springt, stirbt sofort. Andere (der Gruppe) die das beobachtet haben, haben etwas gelernt! Von Ratten z.B. ist bekannt, dass sie den Geruch von vergifteten Ratten und damit den Geruch des Giftes kennen und fortan meiden.
redball Doch auch die Wahrscheinlichkeit, dass von kleineren Verstößen gegen die Naturgesetze gelernt wird, ist hoch. Bevorzugt z.B. ein Gruppenmitglied den Geschmack von Arsen und leckt es von Steinen oder er genießt die kurzfristig leistungssteigernde Wirkung dieses Giftes, wird er entweder seine Fortpflanzungszeit nicht mehr erleben und hat damit die Linie von Wesen mit dieser Geschmacksvorliebe beendet. Oder er gibt seinen Geschmackssinn noch weiter und diese Linie stirbt langfristig aus.
redball Doch kleine Naturgesetz- Verstöße werden auch gelernt! Wird jemand in der Gruppe z.B. besonders alt, haben die Gruppenmitglieder sehr wohl ein Gefühl dafür, wie der gelebt, was der bevorzugt hat. Umgekehrt ist dieser Eindruck auch Gruppenwissen, wenn jemand schwächlich ist, früh stirbt. Für die Gruppe ist es also einfach, ’nebenher‘ zu lernen und immer fitter zu werden.
Die Evolution basiert somit auf höchst einfachen Gesetzmäßigkeiten.

Wie sieht es bei uns heute aus!?
Wir lesen in der Zeitung ‚Der beliebte … hat seinen Kampf gegen den Krebs verloren‘.
‚Na so eine Ungerechtigkeit!‘ denken Millionen von Menschen. Und es bildet sich ein ‚Tja, da kann man gar nichts machen. Es kommt eben wie es kommt‘ heraus, was völlig falsch ist. Die Menschen haben keine Ahnung mehr wie andere Leben verlaufen, beobachten das nicht mehr hautnah und können somit nichts davon lernen. Ja, ganz im Gegenteil! Wie wir oben sehen, lernen die Menschen sogar das Falsche!

Auch die Langzeitfehler unserer heutigen Gewohnheiten werden übersehen. Einerseits leben doch alle so (falsch!). Andererseits werden wir von Medizin, Nahrungsmittelindustrie und Medien derartig eingelullt und falschinformiert, dass keinem mehr auffällt wie wir uns in die Krankenhäuser und Gräber völlern.

Ganz schlimm wird es im Bereich der Medizin! Diese nimmt im Geschäftsinteresse den Patienten jegliche Verantwortung und damit auch jede Chance auf Erfahrungswissen ab.
Mehr dazu unter Ärztliche Diagnosen

evolution

 

 

 


Als wärs von mir …

17. November 2015

 

Du wirst mehr in den Wäldern finden,
als in den Büchern.
Die Bäume und Steine werden dich Dinge lehren,
die dir kein Mensch sagen kann.

(Bernhard von Clairvaux)

Um diese gestern schon angekündigte Antwort noch zu verdeutlichen:
Die Natur/ die Evolution zeigt höchst eindrucksvoll, dass ganz Wunderbares ganz ohne Planen, Zurechtbiegen oder mit Druck oder Zuckerbrot entsteht.
Jeder tut wozu er Lust hat und das Erbebnis ist perfekter als alle Menschenplanung je hervorgebracht hat.

 

 

 


Paradiesischer Sex

9. November 2015

Sexualität erfuhr in unserer ganzen Kulturgeschichte, in allen Kulturen immer wieder Beschränkungen und Tabuisierungen. Nicht immer nur aus religiösen Gründen!
Geistesgrößen wie Kant zum Beispiel sprachen von ‚viehischer Beiwohnung‘!

Krone der SchöpfungWarum das so ist, ist leicht beantwortet: Die Sexualität ruft uns in ihrer animalischen Wildheit immer wieder ins Gedächtnis, dass wir Tiere sind. Das aber können und wollen wir ‚Kronen der Schöpfung‘ nicht wahrhaben!
Im Gegenteil, wir können uns gar nie edel und abgehoben genug darstellen. Wir schufen einen überirdischen Gott um uns in seinem Licht zu sonnen und immer wieder unsere Nähe zu und Ähnlichkeit mit ihm zu betonen. Die Aristokratie entblödetet sich nicht einmal ihre Frauen ungeachtet aller quälenden Erschwernis, ‚himmelwärts‘ gebären zu lassen.

WIE hoch der Preis ist für diese unsere Präpotenz wird nicht nur klar, wenn wir uns ansehen wie unverkrampft und selbstverständlich Tiere mit ihren Körpern und ihrer Sexualität umgehen, sondern auch in der vielen, vielen Arbeit die wir uns antun, um nur ja nicht animalisch/ natürlich zu erscheinen.

Die irrwitzig hohen Erkrankungsraten mit denen wir heute einmalig dastehen in der globalen Artenvielfalt und in der gesamten Evolutionsgeschichte, hervorgerufen durch dieses unser, nicht artgerechte Verhalten, setzen da noch ein gerütteltes Maß an Leid, Schmerz und frühe Ableben oben drauf.

Da fallen nicht nur die Rauchen- Lungenkrebs- und Fleischessen und Dickdarmkrebs- Zusammenhänge auf. Sondern wir ‚glänzen‘ auch mit neurotischem Liebes- und Sexulaverhalten und sicher nicht zufälligen Brust- und Prostata- Krebsen, die bei freilebenden Tieren nie beobachtet wurden …

 

 

 


Zu ‚Allerheiligen‘ …

1. November 2015

… weiß Wikipedia, dass es ein Feiertag ist ‚zu dem aller Heiligen gedacht wird – auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden − sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott‘.

Da mir das Denken der Menschen immer schon etwas ‚zu kurz‘ war, möchte ich auch heute an diese letzte, völlig unbeachtete und für ‚Gläubige‘ vermutlich sogar als Ungläubige eingestufte Gruppe erinnern. An die, ‚um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott‘!

Ganz zu Beginn dieses blogs hab ich einmal von der ‚Wannenkurve‘ geschrieben.
Sie zeigt, wie Menschen ‚ticken‘: Erst machen sie in ihrem Eifer alles zu verbessern, zu rationalisieren, alles kaputt. Danach treten sie dann als große Reformatoren, Retter, Rückbauer und auch Heilige auf.

Vom heiligen Martin z.B., zu dessen Feier demnächst wieder tausende wunderschöne unschuldige Gänse ermordet werden ‚müssen‘, wird ehrfürchtig berichtet, dass er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Davon, dass er aber aus ‚bestem Hause‘ stammend zuvor anderen soviel weggenommen hatte, dass es Bettler überhaupt erst gab, spricht niemand.
Das ist ein Beispiel der Wannenkurve, der Zivilisation. Erst sündigen, dann beichten. Erst ruinieren, dann aufbauen. Erst sich krank essen/ leben, dann zum Doc rennen. Erst Streit vom Zaun brechen, dann es bedauern. Erst Kriege erklären, dann die Gefallenen beweinen …

Hl. RehDas Gute: Die Wesen die sich so blöd verhalten machen global ohnehin nichtmal 0,01% aus! Es sind die Menschen, – mit all ihren Heiligen! 😉

Die, die erst gar nix kaputt machen, die ihr Leben so leben wie Gott/ wie die Evolution es für sie vorgesehen hat, kommen in unserer Denkwelt kaum vor. Es sind aber genau die Heiligen ‚von deren Heiligkeit nur Gott weiß‘.
Es sind all die Tiere und Pflanzen und die fast schon gänzlich ausgerotteten, missionierten, zivilisierten ‚einfach lebenden Ethnien‘.

An sie und daran WIE einfach, unkompliziert und paradiesisch auch unsere Leben sein könnten, möchte vielleicht heute, zu Allerheilige‘ die/ der eine oder andere denken …

 

 

 


„Komm“ sagte Gott

20. August 2015

‚Lass un eine Runde drehen über meiner Schöpfung‘.

‚Kein Interesse‘ sagt der Mensch. ‚Ich bin doch eine der Kronen Deiner Schöpfung. Wir sind zivilisiert, haben nahezu Unglaubliches erdacht und realisiert. Wir haben Möglichkeiten die zuvor niemand hatte. Und wir sind selber Götter, sagt der payoli immer. Also zisch alleine ab, Alter!‘

‚Oooooch schade‘ spielte Gott auf Mitleid. ‚Ich wär so gerne einmal in einer so großartigen Gesellschaft, würde mir so gern einmal Euren Zweig meiner Evolution zeigen lassen. Komm … Sei kein Spielverderber. Erklär mir das Leben!‘

‚Na gut, wenn man schon mal von einem Gott gebeten wird …‘ platzte dem Menschen fast die Brust vor Stolz.
Flug über die Schöpfung‚Na hallo!‘ staunt der Mensch beim Hochfliegen. ‚Was hast Du denn da wieder getrickst? Das sieht ja völlig anders aus als unsere Landkarten, als aus unseren Flugzeugen!‘

‚Tja, für mich und jetzt uns beide da heroben gibt es weder Zeit noch Raum! Wir können sozusagen Zeit wie auch Raum ‚raffen‘ oder ’slow motion‘ wie Ihr es nennt.‘

‚Heeee! Geil! Was ist denn das da unten das sich da schlängelt und verzweigt wie der Zeitraffer eines Flusses der sich sein Bett sucht?‘ ist der Mensch fasziniert.

‚Da hast Du treffsicher zu allererst bemerkt, was auch mich immer wieder begeistert und … ich sags ganz ehrlich: Mir entglitten ist‘.

‚Na was jetzt? Bist Du Gott oder nicht?‘ stichelte der Mensch Richtung seines Schöpfers.

‚Ja, die Idee, der erste Impuls, die kamen natürlich von mir. Aber wie es sich weiterentwickelte unterhält, begeistert und überrascht selbst mich immer wieder. Das müsstest Du ja wissen. Ihr glaubt doch auch nicht mehr an das 7 Tages- Märchen in dem ich alles erschaffen haben sollte, sondern sprecht ja selber von Evolution‘ antwortete Gott.

‚Jetzt weiß ich aber noch immer nicht was sich da unten so bunt und bizarr verzweigt und immer weiter ausbreitet!‘ maulte der nun schon ungeduldige kleine Gott.

‚Das ist so ein typischer Entwicklungs- Ast einer Art die sich selber erschaffen hat und sich immer noch weiterentwickelt und immer wieder neu erschafft‘.

‚Ja und wohin wuchern all diese Äste?‘ war nun Mensch etwas verwirrt.

‚Das weiß auch ich nicht! Platz gibt es genug. Die können ewig so weitermachen und alle Formen und Erfahrungen machen die sie wollen …‘ grinste Gott sichtlich zufrieden über die Grenzenlosigkeit seines Werkes.

‚Ja aber es gibt doch noch mehr solcher Entwicklungen. Vermutlich unendlich viele! Die können doch nicht alle so wildwuchern! Dafür kann doch nun wirklich nicht genug Platz sein!‘

Da schüttelte es den Alten vor Lachen. ‚Ich hab schon gewusst warum ich Dich mitnehm! Sehr unterhaltsam Deine Kleinsicht!‘
‚Vielleicht klappts ja mit Deiner Göttlichkeit doch noch nicht so ganz‘ musste er verschmitzt noch einen draufsetzen. ‚Aber im Ernst! Um Platz musst Du Dir bei mir und auch bei Euch absolut keine Sorgen machen! Ich denke und arbeite in Unendlichkeiten!‘

‚Ja aber wenn sich nun zwei solcher Äste kreuzen, berühren sich nahekommen! Da krachts doch!‘ beharrte der Zivilisationsgeformte.

‚Ja, bei Euch krachts! Wenn Ihr einer dieser Zweige seid, dann gibts Kampf und Krieg! Ihr habt das Kämpfen, das Gegeneinander erfunden und perfektioniert! In meiner Schöpfung ist vor Euch immer alles harmonisch geflossen, da alle in der göttlichen Fülle und Unendlichkeit lebten. Erst Ihr habt die Mangel- Angst in die Welt gebracht.‘

‚Da! Da schau!‘ rief der Mensch aufgebracht. ‚Da hast Du so ein Beispiel, dass es nicht immer geht, dass nicht immer genug für alle da ist! Da ist doch statt eines vorwärtsstrebenden ‚Flusses‘ so eine Art Blase in der sich alle auf die Zehen steigen.‘

‚Ja, auch das gehört zu meiner Fülle. Jeder kann die Erfahrung machen, die er will und braucht.‘ gab sich Gott jovial.

‚Schau nur was da los ist!‘ konnte der Mensch sich gar nicht einkriegen. ‚Da pulsiert ja das Leben so richtig. Da ist was los! Das ist ja wie in unseren Vergnügungsvierteln!‘

‚Ja die Energiedichte ist hier hoch. Doch eher nicht aus Lust am Leben, aus Vergnügungsfreude, sondern die müssen!‘ nahm Gottes Gesicht einen Hauch von Bekümmertheit an.

‚Ah ja! Hat Deine Unendlichkeit also doch Grenzen. Sag bloß Du hast die in ihrer Sackgasse eingesperrt!?‘ starrte der Mitflieger Gott nun fassungslos aber gespannt an.

‚“Sackgasse“ war schon einmal gut und richtig. Eingesperrt stimmt auch. Aber nicht ich. Sie selber haben sich begrenzt und begrenzen sich immer noch‘

‚Ach papperlapapp!‘ spottete Mensch. ‚Wer begrenzt sich schon selber wenn er diese Weiten, die wir von hier heroben so schön sehen können, nutzen könnte!?‘

‚Du! Du und Deine Spießgesellen!‘ tippte Gott dem Menschen gegen die Brust. ‚Sieh genau hin! Ihr seid die, die da in dieser selbstgebauten Blase strampeln und hampeln und an Weite nicht mehr schaffen, als immer wieder mal eine kleine Ausbuchtung der Blase.‘

‚Bitte, wir strampeln und hampeln nicht! Wir entwickeln uns weiter!‘ opponierte die Schöpfungskrone, ‚Sozusagen ganz in Deinem Sinne!‘

‚Schon wieder diese, sich in alle Schöpfungsweiten schlängelnden ‚Flüsse‘ vergessen?‘ grinste Gott. ‚Ihr habt einmal eine ‚falsche Abzweigung‘ genommen und Euch in der Folge abgeschlossen von der Hauptstraße auf der noch immer das Gro des wirklichen, des lebendigen Lebens vorbeipulst um sich immer neue Seitengassen zu erschließen und zu bauen. Ihr habt Euch so sehr ‚verrannt‘, dass Ihr gar nicht mehr auf die Idee kommt, da wieder rauszugehen!‘.

‚Dann müssten da drinnen doch alle resignieren, wenn’s so wäre wie Du daherschwadronierst‘ beharrte der Mensch.

‚Ihr merkt es einfach nicht mehr in Eurer selbstgewählten Abgeschlossenheit! Warte! Wir zoomen uns näher. Da! Guck! Da sitzen sie in ihren Büros und fabrizieren Zeitungen und Schlagzeilen, die außerhalb dieser Gummi- Sackgasse niemanden interessieren würden! Da erfinden und bauen sie Geräte die man nur in dieser Blase brauchen kann, die nur dort scheinbaren Sinn machen‘.

‚Stopp! Stopp! Stopp! Was soll denn das nun wieder heißen!? Als hätten unsere Autos, Flugzeuge und Computertomographen keinen Sinn!‘

‚Hätten sie auch nicht, wenn nicht erst Ihr ihnen Sinn andichten würdet!‘ rutschte Gott etwas ins Belehrende, ‚Sieh doch, alle, alle gehen wohin sie wollen. Alle können alles sehen. Nur ihr arbeitet um des Arbeitens willen und stehlt Euch damit die Zeit Euer Leben zu genießen, meine Unendlichkeit zu durchwandern‘

‚Jetzt reichts aber! Von wegen ‚arbeiten um des Arbeitens willen‘! Was sollen wir essen wenn niemand arbeitet. Wer heilt die Kranken, wenn niemand arbeitet? Hm? Jetzt fehlen Dir die Worte, gell!‘ triumpfierte der kleine Gott.

Milde lächelnd nahm ihn der Alte um die Schultern: ‚Unendlich!‘ flüsterte er ihm liebevoll ins Ohr. ‚Unendlichkeit und Fülle! Das sind die Inkredienzien meiner Schöpfung! Siehst Du bei den Myrriarden von Wesen die sich rund um Euer Kleinterritorium tummeln irgendjemanden säen, ernten, pflügen, schuften? Es ist genug und vor allem für alle das genau Richtige da! Das wäre auch für Euch da! Aber ihr wollt es nicht. Ihr wollt es besser machen und habt deshalb jede Menge Arbeit die die anderen nicht haben.
Und mittlerweile habt Ihr förmlich eine Lawine losgetreten. Ihr habt mit Eurem Besserseinwollen so viele Fehler gemacht, so viele Katastrophen ausgelöst, dass diese Euch wiederum Arbeit bereiten. Sieh doch genau hin! Ihr arbeitet doch nur mehr um alte Fehler zu reparieren!‘

‚Und Du willst Gott sein!?‘ empörte sich der Mensch. ‚Du bist ein Kleinkrämer! Ja, ein kleiner neidischer Kleinkrämer, der uns nichtmal unsere Weiten die wir uns durch unsere Flugzeuge erarbeitet haben, gönnt. Der neidisch ist auf unsere medizinischen Erfolge, auf unsere Rationalisierungen, auf … Ach was! Ich will da raus!‘

Kaum gesagt – tja, neben einem Gott sollte man sich seine Worte doppelt gut überlegen – sah Gott seinen Mitflieger auch schon wieder in seinem Zivilisations- Gewurrle verschwinden. Im Abdrehen sah er in der hochlebendigen Zivilisationsblase noch die Warteschlangen vor den Check- In’s und die vollen Krankenhäuser. Dann war er schon mit einem übermütigen Looping zwischen all den freifliegenden Vögeln, überflog und staunte auch heute wieder über die Evolutionsweiten voller Wesen die nie erkrankten und dachte grinsend bei sich: ‚Das gefällt mir besonders gut! Dass sie alle, alle, auch die absurdesten Erfahrungen machen können …‘