Systemwechsel

28. November 2019

Es gibt einen Versuch, der weltweit schon x- mal wiederholt, und sein Ergebnis immer wieder bestätigt, wurde:
Menschen können Menschen primär nur anonym schaden.
Sobald sie direkten Sozialkontakt haben ist das kaum mehr möglich.

Im Prinzip kennt das ohnehin jeder, hat das schon beobachtet oder an sich verspürt.
Dennoch, der Vollständigkeit halber, das Test- Setting:
Eine führerlose Lokomotive rast auf 4 nichtsahnende Gleisarbeiter zu. Der Proband hat die Möglichkeit eine Weiche zu verstellen um die Lokomotive auf ein Gleis zu bringen, auf dem nur ein Mann steht.
Tut er es oder tut er es nicht.
Er tut es natürlich! 1 gegen 4 Tote sozusagen.

Eine ähnliche Situation, bloß, dass die Lok diesmal nur durch das, auf die Gleise Stoßen eines dicken Mannes gestoppt werden könnte.
Tun es die Probanden oder tun sie’s nicht?
Sie tun es natürlich nicht!

Die Militärs wissen das natürlich auch und haben die moderne Kriegsführung auch schon dementsprechend anonymisiert …

Jetzt aber ein Sprung in unseren Alltag!
Praktisch alles ist heute ‚freier Markt‘, alles ist ‚Geschäft‘, alles wird ‚vermarktet‘.
Was früher unter Kollegen, über Generationen oder an Lehrlinge selbstverständlich und kostenlos weitergegeben wurde, ist heutiges Ausbildungs- und Seminar- Geschäft.
Was früher Nachbarschaftshilfe, Überschuss- Ausgleich oder Freundschaftsdienste waren, läuft heute auf monetären Schienen.
Was früher Qualitätsbewusstsein aus sozialen Gründen war, ist heute anonymisierter, gewinnmaximierter ‚Beschiss‘.

Nicht nur, dass jede Herstellungs- und Handelsstufe zusätzlich kostet bzw. das Produkt verteuert, anonymisiert dieses System auch noch die Mängelverursacher und fördert schlechte Qualität bis Verantwortungslosigkeit.

Und wie leben wir heute?
Praktisch alles wird von, uns völlig unbekannten Menschen, fernab unserer Sozialstrukturen bezogen!

Jetzt frag Dich mal ernsthaft: DAS soll gut sein für uns!?

Wär’s nicht netter den Tischler unseres Lieblingssessels zu kennen, vom netten Nachbarn die Radieschen zu bekommen, der Lehrerin der Kinder ein Körbchen unserer Äpfelüberschüsse mitzuschicken, von der örtlichen Urlaubsbekanntschaft Feigen nachgesandt zu bekommen, …?

In diesem Sinne:

 

 

 


Wir Sensenmenschen

17. Juli 2014

Praktisch jeder Mensch hat schon schmerzliche Trennungen erlebt. Sei es durch unvermeidliche Tode, sei es durch andere Verluste.
Sieht man sich an, wie sehr so manche leiden durch solch einen Einschnitt, würde man nicht glauben, dass gerade diese Menschen, selber immer wieder für derartigen Schmerz sorgen, indem sie ihn anderen zufügen.
sensenmännerOder umgekehrt gefragt: Wie lange muss der natürliche Tod uns noch zeigen wie schmerzlich Verluste sind, bis wir es endlich gelernt haben, solchen anderen nicht zutzufügen?
Da helfen Erklärungen, wie ‚Es musste einfach sein‘, ‚Es ging nicht mehr anders‘, ‚Ich bin für klare Verhältnisse‘, ‚Hart aber gerecht‘ usw. überhaupt nichts.
Schmerz ist Schmerz!
Schmerz tut weh.
Schmerz macht Menschen dickhäutig und
Dickhäutigkeit verletzt immer wieder weiter …

Wer weiß, vielleicht muss der Senesenmann bloß noch immer rumrennen, weil wir es nicht und nicht begreifen können, dass das Leben locker auch in Liebe und schmerzfrei gelebt werden könnte …

Zu diesem Themenbereich gehören auch all die Leiden und Tode die durch falsche Lebensweise verursacht wurden.
Legt man auf eine der beiden Waageschalen einen Krebstod zum Beispiel und in die andere Schale den verursachenden Fleischkonsum, die verursachende falsche Lebensweise, ist schnell klar, wie lächerlich solche vorgeblichen Genüsse sind, wie unnötig dieses unfassbare Leid langsam aber unausweichlich ‚hergestellt‘ wurde.

Ebenso unnötig trennen wir uns von Menschen, verletzen andere, fügen anderen Leid zu. Klar liegen auch hier scheinbar gewichtige Gründe auf der anderen Seite der Lebenswaage. Aber im Gegensatz zum verursachten Leid: Einfach läppisch, unbedacht, verbohrt!

Egal, auf welchem Gebiet. Trennungen sind immer vermeidbar, ihre Gründe immer läppisch!
Wo gibt es Trennungen?

Bei Freundschaften: Was bilden wir uns ein einen fehlerfreien, perfekten Freund haben zu wollen!? Sollte es nicht gerade in einer Freundschaft möglich sein, den Anderen zu nehmen wie er ist, ‚Fehler‘ nachzusehen?

In Partnerschaften: Nie ist der andere das Problem! Immer spiegelt er uns nur unser eigenes Unvermögen! Warum also auf einen so wunderbaren Spiegel, der uns zur Vollkommenheit führt, ja für eine Weiterentwicklung unverzichtbar ist, vwerzichten?

In Arbeitsverhältnissen: Was bilden wir uns ein, fertige und perfekte Mitarbeiter oder Chefs zu erwarten? Sind nicht gerade die ’selber gezogenen‘ die treueren, verlässlicheren? Ist nicht jedermensch schulbar?

Bei der Lebensweise: Was bilden wir uns ein uns nicht zu bewegen, gedankenträge zu bleiben, andere für uns kochen und im Stich zu lassen!? Wir sind hier um naturgemäß zu leben und damit uns und anderen ein Paradies zu schaffen. Nichts ist eine schönere und lohnendere Aufgabe!

Gibt es noch weitere Themen, in denen wir uns hart und trennend, verletzend und ungerecht verhalten? Wenn Dir noch ein Beispiel einfällt, sieh es Dir genau nach den o.g. Denkmustern an oder lass es uns wissen …

Ich bin der festen Meinung, keine Form von Trennung, Härte und Verletzung müsste sein!
Amen! 😉

 

 

 


Selbsttest

2. Juli 2012

Immer wieder wählen wir Freunde, Bekannte, etc. aus, die wir gerne einladen, mit denen wir gerne zusammen sind, mit denen wir uns wohlfühlen. Es ist ja auch wunderschön, sich bei netten Menschen angenommen oder sogar geborgen und sicher zu fühlen.
Doch wie sieht es mit uns selber aus? Wie sehr schätzen wir uns selber? Wo wir doch ständig mit uns zusammen sind!
Wie gut fühlen wir uns mit uns? Wieviel von uns selber können wir widerspruchslos annehmen und wertschätzen?
Sieh Dir das vielleicht mal genauer an!
Versetz Dich in die Lage Fremder, die Dich kennenlernen. Wie würdest Du auf Dich reagieren? Wie begeistert wärst Du von Dir? Würdest Du gerne mehr Zeit mit Dir verbringen? Würdest Du Dich bei Dir wohl, geborgen, gewertschätzt, angenommen fühlen?

Diese Überlegungen sollen zwei Ding in Dir bewirken:

Zum Einen, Dich anzunehmen, alles an Dir zu lieben, wie es ist. Du hast schließlich nur Dich und alles an Dir ist einzigartig und wunderbar. Alles könnte für andere als Geschenk dienen.

Zum Anderen, Dir Klarheit verschaffen über Deine Wirkung auf andere, über Deine Art. Vielleicht sagst Du ja Dinge, die Du gar nicht so meinst. Vielleicht verbeißt Du Dir einiges. Vielleicht wirkst Du ja anders als Du bist, als Du es meinst …

Nimm Dir Zeit, Dir diese Fantasien in Ruhe anzusehen. Spiel durch wie Du Dir selber erstmals irgendwo auf der Straße, bei einem Fest, etc. begegnest, wenn Du bei Dir eingeladen bist, wenn Du Dein eigener Gast wärst …
Spiel‘ verschiedenste Situationen die nächsten Tage durch! Lerne Dich durch die Spiegelung durch andere besser kennen. Korrigiere eventuelle ‚Ungereimtheiten‘, alte, überkommene Verhaltensmuster. Lerne anzunehmen, was nicht zu ändern ist. Fühl‘ Dich wohl mit und in Dir! Sei neugierig, wie Du auf andere wirken könntest. …

Erst wenn diese Art von Fanatasieren nicht klappen sollte, hier einige wenige Anregungen, bei denen du Dir für jede Frage überlegen kannst, ob sie eher auf Dich zutrifft oder eher nicht. Je mehr sie auf Dich zutrifft, desto eher nimmst Du Dich an, bist Du ‚Dein Freund‘:

Ich verzeihe es mir, wenn ich Fehler gemacht habe.
Ich tue wissentlich relativ wenig Dinge, mit denen ich mir selbst schade.
Ich kenne mich selbst einigermaßen gut und weiß, was ich will und was mir wichtig ist.
Ich erwarte nicht von mir, perfekt zu sein, sondern ich kann gut damit leben, dass ich Schwächen und Unzulänglichkeiten habe. Ich mache mich deswegen nicht selbst fertig und weiß, dass ich trotzdem liebenswert bin.
Ich sehe mich selbst größtenteils als guten und liebenswerten Menschen.
Ich glaube, dass ich richtig bin, wie ich bin, auch wenn ich nicht perfekt bin.
Wenn ich etwas nicht schaffe, dann verurteile ich mich deswegen nicht selbst, sondern versuche es einfach noch einmal.
Ich will nichts an mir einfach nur weghaben, sondern ich weiß, dass alles an mir irgendwie zu mir gehört.
Ich stehe anderen gegenüber für meine Rechte ein.
Es fällt mir leicht, meine eigenen Interessen auch einmal vor die der anderen zu stellen.
Ich glaube, dass ich Gutes, Respekt und Liebe im Leben verdient habe.
Ich kann gute Dinge in meinem Leben ohne schlechtes Gewissen genießen.
Wenn ich mit mir selbst rede, dann rede ich, wie ich es mit einem guten Freund tun würde.
Ich kann über mich selbst auch mal lachen und nehme mich nicht zu ernst.
Ich erwarte nicht zu viel von mir und überfordere mich auch nicht mit zu hohen Ansprüchen an mich selbst.
Ich versuche, ehrlich mit mir selbst zu sein und mir nichts vorzumachen.