Geschichte im Extrem- Zeitraffer

25. Februar 2016

Würdest Du von, selbst so bekannten Liedern wie ‚Stille Nacht‘ oder ‚Happy birthday‘ jedes Jahr nur einen Ton hören, könntest Du sie nicht erkennen, könntest Du deren Melodien- Bögen und Verläufe nicht wahrnehmen.
Noch schwieriger ist es, so lange Zeiträume wie die Jahrtausende, Jahrzehntausende, Jahrmillionen unserer Entwicklungsgeschichte zu durchschauen. Zu viele ‚Lieder‘ und Einzel- ‚Geschichtchen‘ stecken da drinnen.
Wir lernen in der Schule von Auf- und Abstiegen von Ländern, Herrscherhäusern und Volksgruppen. Doch wimmelt es da neben all der vermeintlichen Siege und Niederlagen förmlich von weitaus mehr Geschichten und ‚Liedern‘ …
Die Notenfolge eines eher unbeachteten, unbedachten kleinen Liedes, weder in Dur, noch in Moll, sondern in Psychologie, möchte ich Euch heute hier aufschreiben:

redball Babys/ Kindern wird die ihnen zustehende Zuwendung und Liebe (‚Affenliebe‘) versagt
redball dadurch entsteht in ihnen ein Mangelbewusstsein
redball und ein Minderwertigkeitsgefühl.
redball Diese dann wenig bis nicht selbstbewussten und eigenverantwortlichen Erwachsenen
redball müssen sich zu Gemeinschaften zusammenrotten.
redball Aus ihrem Mangeldenken heraus schaffen, raffen, rackern sie und häufen an.
redball Dadurch entstehen globale Ungleichheiten und verschiedene ‚Kulturen‘,
redball die zwangsläufig in Feindschaft fallen müssen,
redball denn Mangeldenken beinhaltet Neid und
redball Schwächlinge fühlen sich leicht von ‚Andersartigem‘ bedroht.
redball Zudem sind ‚Kulturen‘ leicher einordenbar/ schubladisierbar als eine Vielzahl von Individuen, und
redball bieten sich als Feinbilder für andere Schwächlinge an.
redball In der Folge wird enger zusammengerückt
redball sich bewaffnet.
redball Ängste und Aversionen werden häufig von Politikern und Herrschenden instrumentalisiert.
redball Damit beginnt eine Entmündigungs- und Einengungs- Spirale die wir eben erleben …

Hollande schart eben Frankreich um sich, verspricht die Stärkung der Exekutive, Kommunikations- Zensur- Rufe werden immer lauter, die weltweit mächtigste Nation hat sich mit ihren Einreisebestimmungen bereits auf völlig absurde Weise eingeigelt …

Und diese ganze Abfolge nur deswegen, weil Mütter sich verwirklichen, kochen, arbeiten, ‚müssen‘, anstatt die Kleinen herumzutragen und abzuknuddeln bis diese das von sich aus nicht mehr wollen – überspitzt gesagt.

Damit habe ich nicht gesagt, dass Gemeinschaften nicht auch schön sein können oder viele Vorteile böten. Doch nur freiwillige Gemeinschaften Selbstbewusster! Wir dagegen bilden Angst- Gemeinschaften und bezahlen dafür mit unserer Freiheit und individuellen Eigenständigkeit!

 

 

 


F E R I E N !!!

4. Juli 2015

Schon jetzt oder bald für viele: FERIEN!

Warum das jemanden interessieren könnte der bereits paradiesisch – und das ganzjährig! – lebt?
Weil mir die, die noch nicht da sind, leid tun!

FerienMan sollte doch jeden Lebensabschnitt, jedes Jahr reflektieren, das Erlebte erinnern, sich fragen, in sich reinspüren ob es gut war, Visionen entwickeln, wie es weitergehen könnte/ sollte. Genauso wie bisher, besser, anders, wie anders, etc.

Lass uns das doch einmal für so ein Schuljahr versuchen!

Was ist die allereinfachste Form des Unterrichts?
Learning bei doing oder learning by abschauing!
Das tun alle Tiere. Die haben weder Lehrer noch Psychologen, noch Pädagogen. Die haben keine fixen Schulzeiten, geschweige denn ein eigenes Schulgebäude. Jungtiere lernen durch Nachahmung und Ausprobieren, – rund um die Uhr, einfach und ohne Druck.
Das klingt einfach, ist es auch und bringt sensationelle Ergebnisse:
Es gibt keinen zusätzlichen Aufwand, die Jungen lernen nur das, für ihr Leben Wichtigste und sind in kürzester Zeit überlebensfähig.

Wie sieht das beim homo sapiens, noch dazu dem hochzivilisierten, aus?
Die Summen die in das Bildungssystem fließen sind enorm und belasten jeden Haushalt. Es bedarf studierter Pädagogen und Psychologen, Kinder werden unter Zwang gedrillt, also missbraucht. Dafür sind sie nach 9 Jahren Schule absolut lebensuntüchtig.
Ein durchschnittlicher Teeny- nerd oder eine Teeny- Tussy ist nach 2 Wochen Natur pur tot!
Was ist es aber, wofür man 9 Jahre(!) stillsitzen und pauken muss!?
Gehen wir’s Gegenstand für Gegenstand durch:

Mathe: Was hast Du gelernt und wieder vergessen, da nie gebraucht!?
Was brauchst Du mehr rechnen zu können als Preise zu vergleichen!? Ok, vielleicht einige wenige Berufe wie Buchhalter, Techniker …
Hast Du je gehört in der Schule, dass das sture Rechnen gar nix bringt, wenn man nicht andere Faktoren mitberücksichtigt? Was nützt Dir Deine Schnäppchenjagd, wenn Dich die Hersteller mit billigeren und früher kaputten Materialien dennoch über den Tisch ziehen?

Deutsch: Ok, man kann sich darauf einigen, dass alle dieselben Regeln beachten, gleich schreiben und sprechen und das pauken. Aber wie, frage ich Dich, kommt es dann, dass dennoch regional so verschieden gesprochen und dennoch einander verstanden wird?
Hast Du je etwas über liebevolle, achtsame oder auch ’nur‘ gewaltfreie Kommunikation gelernt, die jedermensch bräuchte um an einer friedlichen Welt mitzugestalten?

Geographie: Hast Du schon außerhalb der Urlaubsüberlegungen Geographie gebraucht? Wieviele der Geo- Inhalte, Grenzen, Hauptstädte, etc. die Du lernen musstest stimmen denn heute noch!? Wieviel Liebe und Bewunderung für all diese wunderbaren Länder und Menschen wurde Dir mitgegeben!?

Geschichte: Was davon hast Du behalten? Jahreszahlen und Herrscher- Namen! Stimmts?
Hast Du, wenn Du von Kriegen, von Flüchtlingen hörst, ein Gefühl dafür wie es denen geht? Rinnen Dir bei solchen Gelegenheiten, dank Deines Geschichte- Unterrichts, der doch all die Gräuel die unsere Vorfahren durchleiden mussten, darstellen sollte, die Tränen runter? Bist Du fit genug, jedem auch nur Hauch einer konfliktträchtigen Parteinahme, friedfertig aus dem Weg zu gehen, sie zu harmonisieren?

Turnen: Was davon konntest Du für und in Dein Leben mitnehmen? Die Fußballregeln fürs Weltmeisterschafts- TV- Gucken mit Kumpeln und Bier? 😉
Wer hat schon einen Turnsaal daheim, wer macht für sich ein Zirkeltraining, spielt mit seiner Freundin Völkerball!? Oder hast Du Körperübungen gelernt die man in den Alltag einbauen kann, die Dich lebenslang fit halten? Hat man Dich für Sport begeistern können oder Dir jede Art von Bewegung vergällt durch Wettbewerbssituationen, die nur wenige gewinnen, sehr viele aber verlieren.

Religion: Wurden nicht fast alle Streitigkeiten, Probleme und Kriege durch unterschiedliche bis fanatische Religionsauffassungen hervorgerufen!?
Wie überkonfessionell war Dein Unterricht? Hast Du auch all die Schwachsinnsgeschichten aus Bibel oder Koran lesen müssen, deren Inhalte jeden Kinofilm zur Lachnummer machen würden? Oder hast Du gar etwas über die selbstlose, bedingungslose Liebe gerlernt, ohne der wir immer nur Schiffbruch erleiden können?

Biologie: Liebst Du die Natur mit all ihren Wundern über alles, weil Dir das in der Schule so vermittelt wurde? Oder hast Du Dich vollstopfen müssen mit Details und Fakten, die Du seither nie mehr brauchtest?
Wurde Dir erzählt wie wunderbar das Zusammensein mit dem anderen Geschlecht sein kann? Wie wichtig das für ein harmonisches Leben ist?
Oder hast Du in Bio gelernt, wie man glücklich und dauergesund steinalt wird? Seeehr einfach, aber kein Schüler hat das je gehört!

Handarbeiten/ Werken: Wieviele sinnentleerte Dinge hast auch Du herstellen müssen!?
Oder wurde Dir gelernt auf die leichte Reparierbarkeit von Wasserhähnen und Hosen, von Handtaschen und Rasenmähern zu achten? Oder gar wie man solch einfache Reparaturen selber machen kann und damit Zeit und Ressourcen spart.

Sieh wie es ist! Schulen verdummen!
Schulen ziehen willfährige unmündige Konsumenten heran.
Schulen kommen aus der Tradition militärischer Ausbildungen. Darüber lass Dich auch durch freundliche Lehrerinnen und bunte Bildchen an Wänden und Fenstern nicht hinwegtäuschen!

Das Tragische ist, dass Kinder keine Lobby haben! Selbst Eltern wollen Kinder abgeben können, wollen entlastet sein, wollen sich mit Kindern nicht ‚herumärgern‘ müssen, sondern lieber ’streichelweiche Folgsame‘ haben.
Das geht dann weiter, indem weder der Staat, noch seine Beamten und schon gar nicht die Lehrer und später die Industrie Interesse an kritischen, vielleicht unbequemen Selberdenkern haben.
Und genauso verhalten sich Eltern, KindergärtnerInnen, LehrerInnen und die Werbung auch!

Liebe Leute, ich kann nur jedem der mit Schule befasst ist aus ganzem Herzen wünschen, dass er sich von diesem Irrsinn freimacht. Nütz die Ferien, Dir das ernsthaft durchzudenken! Es gibt wunderbare Alternativen!
Wenn’s die Tiere können, sollte die Krone der Schöpfung zumindest einen Hauch davon hinkriegen … 😉

 

 

 


Geschichte essen

3. August 2012

Meinst Du es könnte uns etwas zustoßen, dass uns nicht verändert? Das keine Spuren an und in uns hinterlässt?
Meinst Du eine Frau könnte vergewaltigt werden und dennoch unverändert bleiben?
Meinst Du man könnte ein Kind demütigen, ohne dass es sich in Zukunft anders verhalten würde?
Meinst Du jemand könnte einen Lotto- Sechser machen ohne sein Leben zu verändern?

Richtig!
ALLES hinterlässt in und an uns Spuren. Das Eine markantere, andere wieder kaum merkliche.
Aber alles in und an uns ist geronnene Geschichte.

Und wie wirkt diese Geschichte, wie wirken diese ‚Schicksals- Gestaltungen‘ auf uns, auf andere Menschen, auf die Umwelt?
Sind die mit den guten Leben die Sympathischeren, Ausgeglicheneren; Einfacheren, Geradlinigeren oder die Missbrauchten, Gequälten, Unterdrückten?

Richtig!
Der Wahnsinn setzt sich fort!
Menschen mit schlimmen Schicksalen, werden weniger geliebt, kommen weniger gut an, werden weiterhin schlechtere Leben haben …

Soweit der Mensch!

Warum sollte es bei Tieren und Pflanzen anders sein?
Warum sollte ein Masthuhn oder ein Apfel nicht seine Geschichte in sich tragen?
Warum sollten unangenehme, unartgerechte Lebenseinschnitte bei Tier und Pflanze keine Narben, keine Verformungen hinterlassen?

Und warum sollten diese Negativa nicht ebenfalls weitergegeben werden? – An die, die sie essen, zum Beispiel!

Warum sollten unglückliche Hühner NICHT schädlicher sein, als glückliche?
Warum sollten Äpfel NICHT in sich tragen, dass sie mit Gift bespritzt wurden, dass ihre Bäume schmerzlich beschnitten wurden, dass ihr ‚Stammbaum‘ umgesetzt, gedüngt, faconiert wurde? Warum sollte die Lebenskraft eines Apfels von einem großen, selbstbewussten Baum NICHT stärker sein, als die eines eingezwängten Spalier- und Plantagenbaumes?

Ich glaube, dass dieser Effekt sogar in den feinstofflichen Bereich reingeht. Dass es negative Auswirkungen auf uns hat, wenn minderbezahlte Lohnarbeiter unseren Apfel ernteten, wenn er lieblos in Kisten gekippt, über Förderbänder geschickt, beengend eingeschweißt wurde.

Ja! Ich glaube, dass wir Glück und Harmonie essen können! Dass wir es zutiefst wahrnehmen, wie liebevoll unser Essen bearbeitet wurde, wie harmonisch es wachsen durfte, wie artgerecht es gezogen wurde.
Und wenn ich beim Essen auch noch daran denke, mir all das Schöne in diesem Pflanzenleben vorstelle, diese vielen Sonnenstrahlen, dieses erquickende Nass aus Wurzeln, Regen und Tau, diese unzähligen streichelnden Brisen des Windes, diese liebevolle Ernte …
dann profitiere ich doppelt!

Amen … äh, paradise your life! 😉

 


Heute mal …

29. Juni 2012

… eine süße Geschichte, ein Fundstück aus dem weltweiten Netz:

Die Freude und Fülle von Swabedu
In einem fernen Land gab es ein friedliches Dorf, das man Swabedu nannte.
Dieses Dorf war nicht nur wunderschön und blitzsauber, seine Bewohner waren meist auch von aussergewöhnlicher Höflichkeit. Wenn sie sich trafen, begrüssten sie einander mit einem Lächeln. Fanden sie Zeit zu einem Schwätzchen, so fragten sie zunächst nach dem Befinden des anderen.
Was die Swabedudahs am meisten liebten, war einander warme weiche Fellchen zu schenken. Ein jeder trug über seiner Schulter einen Beutel, er gefüllt war mit weichen Fellchen. So oft sich Swabedudahs trafen, gab gewöhnlich der eine dem anderen ein Fellchen.
Besonders schön war, jemandem ein warmes weiches Fellchen zu geben, denn es sagte dem anderen, er sei etwas Besonderes. Es war eine Art zu sagen: Ich mag dich. Und selbstverständlich war es sehr erfreulich, ein solches Fellchen zu bekommen. Wenn man Dir ein Fellchen anbot, wenn Du es nahmst und fühltest, wie warm und flaumig es an Deiner Wange lag, und Du es sanft und leicht in Deinen Fellchenbeutel legtest, dann war es wundervoll. Du fühltest Dich anerkannt und geschätzt, wenn Dir jemand ein weiches Fellchen gab, und Du wolltest ihm ebenfalls etwas Schönes tun. Die kleinen Leute von Swabedu gaben gerne weiche Fellchen und bekamen gerne weiche Fellchen. Und ihr gemeinsames Leben war ohne Zweifel sehr glücklich und froh.
Viele Jahre lebten so die Bewohner in Glück und Harmonie. Freud und Leid wurden gemeinsam getragen, keiner verschloss nachts seine Haustür und jeder half dem Nächsten.
Aber unweit vom Dorf hauste ein furchterregender Kobold. Keiner wollte mit diesem schrecklichen Kerl in Verbindung treten; alle hatten Angst. Doch die Einwohner überlegten hin und her, wie man auch mit diesem Kobold Freundschaft schliessen könnte.
Schließlich fand sich ein kleiner, mutiger Junge, der sich anbot, den bösen Kobold in seiner Höhle am Berghang zu besuchen. Viele Freunde gaben dem Jungen das Geleit, aber die letzten tausend Schritte musste er alleine gehen.
Der Junge gelangte an den Eingang der Höhle. Der Kobold fuhr ihn heftig an: «Was willst Du hier?» Der Kleine nahm seinen ganzen Mut zusammen: «Ich heisse Johann und bin 12 Jahre alt. Ich möchte Dich fragen, wie es Dir geht. Bei uns schenkt man einander, wenn man sich begegnet, ein Stück Fell, um zu zeigen, dass man sich lieb hat! Ich habe Dich gern und hier ist ein Fellchen, das ich Dir schenken möchte. Bitte nimm es an!»
Der Kobold wusste nicht, was er antworten sollte. Umständlich nahm er das Stück Fell in die Hand, prüfte es und wollte es achtlos in die Höhle werfen, aber es blieb an seiner Hand haften. So überlegte er, wie er den Dorfleuten einen Streich spielen könnte. Er sagte zu dem Jungen: «Das ist doch alles blödes Zeugs mit Eurer unnötigen Schenkerei. Wenn Du immer Deine Fellchen verschenkst, wirst Du nachher selbst keine mehr haben, dummer Junge!»
Mit diesen Worten schob der Kobold den Jungen aus der Höhle. Dieser murmelte erschrocken einen Abschiedsgruss und lief dann, so schnell ihn seine Füße tragen konnten, zurück zu seinen wartenden Freunden! Der tapfere Junge wurde von seinen Freunden staunend empfangen; er musste immer wieder von seiner Begegnung mit dem bösen Kobold erzählen und von allem, was dieser geantwortet hatte. Schliesslich war das ganze Dorf auf dem Marktplatz versammelt. Manche gaben dem Kobold sogar Recht, denn einige Dorfbewohner hatten nur noch wenige Fellchen, andere dagegen sehr viele. Es war wie immer im Leben: Einige waren recht geizig, andere sehr grosszügig; manche vergassen einfach, die Fellchen von zu Hause mitzunehmen oder waren die gute Gewohnheit leid!
Unbemerkt war der Kobold dem Jungen ins Dorf gefolgt.
Die Swabedudahs erschraken zu Tode, als sie den bösen Kobold in ihrer Mitte sahen. In die Stille hinein rief der Kobold: «Ihr seid ja strohdumm! Warum wollt Ihr immer die kostbaren Fellchen verschenken? Nehmt doch einfach die kleinen Steine, die hier überall herumliegen. Hiervon gibt es immer genug und keiner hat zuviel davon zu Hause liegen!»
Die meisten Leute fanden diese Idee so grossartig, sodass sie sich schnell einigten, in Zukunft so zu verfahren. Nun begannen sie, kleine Steinchen zu sammeln. Bei einer Begrüssung verschenkte man diese anstatt der wunderbaren Fellchen. Die Fellchen waren bald vergessen.
Aber mit der Zeit nahm die Freundlichkeit unter den Swabedudahs immer mehr und mehr ab. Sie entdeckten, dass sie mit den Steinen auch werfen konnten. So gaben sich auch nicht mehr die Mühe, kleine Steinchen zu suchen, sondern griffen auch zu grösseren und schwereren Steinen. Aus der früher so fröhlichen Begrüssung mit den weichen Fellchen wurden jetzt Begegnungen voller Misstrauen. Man fürchtete sich immer mehr voreinander und war nie sicher, ob nicht ein grosser Stein geflogen kam. Das einst so fröhliche Swabedu versank in Angst und Feindschaft.

Eines Tages kam ein weiser Mann auf seiner Pilgerreise durch das Dorf. Er klopfe an die erste Haustür und bat um einen Becher Wasser. Es war das Haus einer alten Dame, die mutterseelenallein wohnte! Sie reichte dem frommen Pilger nicht Wasser, sondern frisches Obst. Die Grossmutter war froh, wieder mit jemandem sprechen zu können, und so erzählte sie dem Pilger von dem fröhlichen Dorf, das durch den Ratschlag des bösen Kobolds in die Irre geleitet worden war.
Da ging der Pilger von Haus zu Haus und bat alle Bewohner, auf den Marktplatz zu kommen. «Warum begrüsst Ihr Euch nicht wie früher mit Fröhlichkeit, Anteilnahme und den seidenen Fellstückchen?», fragte er die Leute. Die Swabedudahs sagten, dass sie Angst um ihre Fellchen hätten, denn einige hätten nur noch wenige Stücke, andere dagegen über hundert. Niemand wollte riskieren, aus lauter Grosszügigkeit alle Fellchen zu verlieren! Da bat der fromme Mann alle, nach Hause zu gehen und ihre Fellchen zu holen. Als alle Fellstückchen vor dem Pilger lagen, mussten die Bewohner einen grossen Kreis bilden und alle Fellchen wurden in die Mitte gelegt. Der Pilger sagte: «Das reicht doch! In Zukunft grüsst Ihr Euch wieder in alter Freundschaft. Wer ein Fellchen bekommt, gibt auch eines. Wer seine Fellchen vergisst, läuft nach Hause und holt sie. So hat keiner mehr als die anderen, und so werdet Ihr wieder in Frieden miteinander leben können!» Nun bat er jeden der Reihe nach ein Fellchen zu holen. Als jeder ein Fellchen in seinen Händen hielt, begannen die Swabedudahs, sich wieder anzulächeln. Bei der dritten Runde fing jemand an zu singen und bald sang das ganze Dorf zusammen wie in alten Zeiten. So wurden alle Fellchen verteilt und als es bereits dunkel war, wollten alle dem weisen Mann danken und ihm ein Nachtquartier anbieten. Aber wie sie auch suchten, sie fanden den Pilger nicht mehr.
Da erkannten sie, dass der Weise vom Himmel geschickt worden war, um den Frieden wieder in ihr Dorf zu bringen.

 


Guck mal nach oben

18. Dezember 2011

Nein, nicht gen Himmel! 😉
Nach ganz oben, auf dieser Seite!
Da gibt es nun unsere Geschichte. Zwar nichts weltbewegend Neues, aber vielleicht doch für Einige Erhellendes …
Viel Freude damit und Verständnis dafür.

 


Mal eine Geschichte …

20. November 2011

Mir geht eine Geschichte nicht mehr aus dem Kopf, seit ich sie vor Jahren im TV gesehen hab. Leider weiß ich weder den Titel um sie als DVD oder im Internet zu suchen, noch den genauen Handlungsablauf.
Als ich kürzlich auf den netten ‚Herbstgeschichten‘- blog stieß, fragte ich die ihn betreibenden Autorinnen, ob sie mir vielleicht die Geschichte aus meiner Kurzangabe ’schön‘ rekonstruieren und schreiben könnten.
Rausgekommen ist dabei, dass ich sie doch selber geschrieben habe und die ‚professionelle‘ und vermutlich gerafftere Form irgendwann im Advent auf ihrem blog erscheint. Wenn’s soweit ist, lass ich’s Euch wissen.
Bis dahin, hier meine rekonstruierte, holprige Ur- und Lang- Fassung. Vielleicht erfreut sie dennoch so manches Herz …

Einst, niemand weiß wann, gefiel es den himmlischen Mächten den Menschen einen Engel in Menschengestalt zur Seite zu stellen. Die wunderbare Cecilia nahm diese Aufgabe dankbar und mit Begeisterung wahr und konnte viele Jahre hindurch Einsamen zu Gesellschaft verhelfen, Verirrte heimlotsen, Hilfsbedürftigen zur Seite stehen, Verzweifelte trösten. Kurz gesagt, sie ermöglichte vielen Erdbewohnern einen Blick über deren selbsterrichtete Begrenzungen hinaus.

An einem grauen Novembertag aber, passierte es! Cecilia war in der Stadt unterwegs und wurde von einem einparkenden Autofahrer angefahren. Es war ihr zwar nichts passiert, doch vor Schreck fuhr sie den Fahrer ärgerlich an, ob er denn nicht besser hätte aufpassen können. Diese rüde Art hatte Cecilia sich wohl im Laufe der Zeit in der sie mit den Erdbewohnern zusammenlebte abgeschaut und nun war es ihr passiert, dass sie sich nicht wie ein Engel verhalten hatte. Der Autolenker entschuldigte sich vielmals und versicherte sich, ob sie nicht zu Schaden gekommen war.

Doch der Keim des Ärgers über Cecilias rüde Reaktion war gelegt. Während seines Weges ins Büro kreisten die Gedanken des Fahrers immer noch um den Vorfall. Er fühlte sich ungerecht behandelt und zurechtgewiesen und seine Stimmung sank und sank.

Im Büro angekommen bekam das auch seine Sekretärin zu spüren, die er wegen zweier Kleinigkeiten unwirsch anfuhr und hinter sich die Tür zuknallte.

Erst dachte sie abwiegelnd „Scheint heute nicht allzu guter Stimmung zu sein, der Gute“. Doch bald schon machte sich auch in ihr Unmut der Sorte „Was bildet der sich eigentlich ein …“ und „Wie komme ich dazu …“ breit.

Als sie eben im Begriff war, ihren Chef zur Rede zu stellen, läutete das Telefon, sie meldete sich geschäftsmäßig und hörte die Stimme ihres Mannes. Noch bevor er seinen ersten Satz zu Ende hatte, schrillte sie ihm ‚Heute hast Du den Müll wieder nicht mit hinunter genommen!“ ins Ohr und setzte mit „Und für einen Abschiedskuss war ich Dir wohl auch nicht gut genug“ nach. Einigermaßen abreagiert und fast erleichtert knallte sie den Hörer auf die Gabel.

Doch Ärger bahnt sich auch durch Telefonkabel seinen Weg!

Dan, so der Name des verdutzt und fragend auf den Telefonhörer Blickenden brauchte einige Minuten um sich klar zu sein, dass nun das Maß voll war. Fortan gab es nur noch Streit zwischen Dan und seiner Frau und bald trennten sie sich. Dan zog zu seiner Geliebten.

So hatten sich also ‚dank‘ einer kleinen unbedeutenden Karambolage zwei Menschen aneinander gebunden.

Doch, ihr könnt‘ es Euch denken, – auch ein anderes Paar entzweit. Der verlassene Ehegatte von Dans Geliebter konnte und konnte die Trennung nicht verwinden. Er wurde missmutiger und unkonzentrierter, ließ sich gehen, begann zu trinken, verlor seinen Job und war bald häufiger in der Bar um’s Eck anzutreffen, als zu Hause.

Irgendwann fasste er in seinem Suff den Entschluss sich von der nahegelegenen Brücke zu stürzen um seinem vermeintlich sinnlosen Leben ein Ende zu setzen. Fest entschlossen, wenn auch alkoholunsicher kletterte er einen Brückenpfeiler hoch …

                                       — * —

„Also so können wir das nicht belassen“ ließ ein Weißbärtiger hoch über den Wolken vernehmen. „Zentrale! Sofort die Zeit anhalten und eine Verbindung zu Cecilia herstellen!“ gab er knappe Anweisung in sein göttliches Mikrophon.

„Hier die Zentrale! Cäcilia, Dein Chef will Dich sprechen!“

Nun musste der gute Engel, der den kleinen Vorfall längst vergessen hatte aber schlucken. Der Chef geigte ihr ordentlich die Meinung und noch bevor sie noch auf die Winzigkeit ihrer Unachtsamkeit hinweisen konnte, hörte sie: „Jetzt sieh Dir an, was Du angerichtet hast!“

Cecilia wurde von der Zentrale die ganze Reaktionskette, beginnend mit ihrer Unmutsäußerung am Morgen bis zum Selbstmörder auf der obersten Strebe der Brücke und somit nahe am Tod, eingespielt.

Erst tief betroffen, dann nur mehr in Tränen aufgelöst, hörte sie wie durch einen Schleier: „Also Engelchen! Du bekommst eine zweite Chance. Wetz‘ die Scharte, die Du geschlagen hast wieder aus!“

                                       — * —

Cecilia konnte sich gerade noch die Tränen abwischen als sich der Nebel um sie lichtete, ein Auto heranbrauste dem sie geistesgegenwärtig auswich.

Mit schreckensweiten Augen sprang wieder derselbe Autofahrer aus dem Wagen, lief zu ihr hin und fragte ob sie sich verletzt hätte.

Cecilia, nun ganz Engel, strahlte ihn lachend an und verblüffte ihn mit einem: „An einem so wunderbaren Morgen kann doch gar nichts Schlimmes passieren!“. Winkend wandte sie sich zum Weitergehen, nicht ohne einem „Einen schönen Tag noch!“.

Was erst Verblüffung war, verwandelte sich bei unserem Wagenlenker bald in eine überaus aufgekratzte und fröhliche Stimmung. Schwungvoll betrat er das Sekretariat, ließ im Vorbeigehen die Komplimente nur so plätschern um beschwingt summend hinter seiner Bürotüre zu verschwinden.

Seine Sekretärin, ihr erinnert Euch ja noch an sie, spürte eine wohlig warme Woge in sich hochsteigen und eben als sie die Sprechtaste drücken und ein freudiges ‚Einen schönen Tag, wünsche ich ihnen“ durchgeben wollte läutete das Telefon.

Ich verrate Euch, wie die Geschichte weitergeht. – Ganz, ganz wunderbar natürlich! – Bis zuletzt!

Weder reagierte die Sekretärin an ihrem Mann ab, noch trennten sie sich. Weder wurde der zuerst todunglückliche Selbstmörder verlassen, noch verlor er seinen Job. Er ‚musste‘ auch nicht öfter die Bar besuchen, als es Spaß machte und schon gar nicht brauchte er bei diesem ekligen Novemberwetter die kalten Stahlträger hochklettern. Ganz im Gegenteil! Als Cecilia bereits unterwegs war zu ihrem nächsten Auftrag, sah sie ihn mit seiner Frau, eng umschlungen, über die Brücke spazieren …

– Hattest Du vielleicht auch schon so ‚kleine‘ unbedachte Momente? 😉

 


Die Sackgassis

3. April 2011

Stell Dir bitte vor:
Einst lebten die Menschen in einem kleinen Dorf, das von einer Straße durchzogen war. An dieser befanden sich Geschäfte die alle Bedürfnisse der dort Lebenden abdeckten. Tagsüber pulsierte dort das Leben, abends herrschte lauschige Geselligkeit.
Diese Attraktionen zogen immer mehr Menschen aus dem Umfeld an, die sich hier ansiedelten. Manche von ihnen eröffneten ebenfalls ein Geschäft und bereicherten so das wachsende Dorf.
Irgendwann war die Hauptstraße ausschließlich eine Geschäftsstraße und Neueröffnungen verlängerten sie.
Sie wuchs und wuchs und mit ihr der Wohlstand und das Wohlergehen der Menschen.
Irgendwann war das Dorf zu einer Stadt, mit dieser immer noch attraktiven Einkaufs- und Lebensmeile, geworden.
Doch länger als lang kann und darf, ohne die Bummelgelüste der Konsumenten überzustrapazieren, eine Shopping- Straße nicht sein und so wucherten die Geschäfte auch bald in Seitengassen hinein. Und zwar – nicht unklug – entwickelte sich hier eine gewisse Spezialisierung. Da das Schuster- Viertel, dort die Schneider- Gasse. Es gab eine Fleisch- und Wurst- Meile und eine Konditoren- Straße.
Die Kinder es größten Schneiders maulten zwar, weil sowohl das Bäcker- Viertel als auch der Naschmarkt so weit von ihnen waren, doch die geschäftigen Eltern waren froh über die nahen Zubehör- Läden und die wachsende Zahl von, an Kleidung und Mode Interessierten die in ihre Gegend strömten.
Als unsere Schneiderkinder selbst Kinder hatten, dachte niemand mehr an das früher so Nahe und nun Entbehrte. Im Gegenteil, man freute sich über die wachsende Mode- Szene und übersiedelte weiter nach draußen, um einen größeren Betrieb zu eröffnen.
Auch die Kinder der zweiten Generation vermissten bald die alten Spielkameraden und alten Möglichkeiten. Doch als sie erwachsen waren und selber Kinder hatten vermisste wiederum niemand mehr das alte Leben, ja wusste nichtmal mehr etwas davon. Alles hier war ‚normal’ und gewohnt.
Die Stadt wuchs und wuchs und die einmal eingeschlagenen Spezialisierungen in alle Himmelsrichtungen mit ihr.
Nach vielen Generationen waren alle so tief in ihren Sackgassen und Vierteln eingewachsen bzw. wucherten noch weiter in die leere Peripherie, dass niemand sich mehr an die alte Hauptstraße erinnerte, in der das Lebens einst so bunt, die Versorgung so vielfältig, die Nächte so gesellig waren.
Da kam der jüngste, gerne grübelnde Spross unserer Schneider- Dynastie auf die vermeintlich völlig neue Idee einer ‚Gesellschaft der Vielfalt’.
Begeistert erzählte er seiner Familie, seinen Nachbarn und Freunden von seiner Vision, von einer nie gekannten Vielfalt. Doch er erntete nur Kopfschütteln und Unverständnis. „Was willst Du? Wir haben doch hier unsere Arbeit, unsere Kunden, unsere Familie und werden doch täglich vom fahrenden Kaufmann versorgt!“
„Aber wir könnten doch viel mehr Vielfalt haben! Spezialgeschäfte! Ein buntes Mit- und Durcheinander!“
Die Blicke wurden noch fragender. Wozu sollte das gut sein? Man hatte doch alles! Und außerdem, was dieser Visionär da von Süßigkeiten- Bäckern und Fleisch- Spezialiäten faselte … Soetwas gab es doch gar nicht! Man kannte doch seine Umgebung, also diese Welt. Da gab es nichts dergleichen. Man kann doch nicht die ganze Welt neu erfinden! Und auch in den Medien die doch ohnehin über alles berichteten, war doch auch nur über neue Schneider- Belange und nichts von irgend so einer dubiosen Vielfalt zu erfahren. Also kann es diese doch nicht geben.
Die Situation beruhigte sich wieder, selbst der Visionär hatte sich seine ‚Spinnereien’ irgendwann wieder ausreden lassen.
Bis, ja bis er in einer alten Truhe in einem uralten, vergilbten Familienalbum ein paar Fotos von der alten Hauptstraße fand, die sich in der Zwischenzeit natürlich weiterentwickelt hatte und weitergewachsen war.
Unser Visionär stellte einen Expeditionstrupp aus den ehemals Ungläubigen zusammen und sie marschierten Richtung Innenstadt.
Doch so lang sie auch gingen, sie sahen immer nur das was sie bereits kannten: Schneidereien, Mode- Shops, Schneiderzubehör- Läden, usw.
Irgendwann resignierten sie erschöpft: „Na? Reicht Dir das? Wir haben Dir doch gesagt, diese Deine Welt gibt es gar nicht! Wär’ ja auch zu verrückt!“.
Sie hatten sich in Generationen- langer Wanderschaft einfach schon zu weit von der Hauptstraße entfernt …
Irgendwann, nach weiteren Schneider- Generationen war das Textilviertel bereits zu weit vom Zentrum entfernt, die Spezialisierung zu weit fortgeschritten, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Die Konkurrenz war durch das lange Wachsen zu groß geworden, die Preise gefallen, die Gewinne geschmolzen und die Lebensqualität der Schneiderviertler am Boden.
Irgendwann werden sie wohl vereinsamt, mangelversorgt und vom Hauptstraßen- Leben vergessen, sein …

Die Hauptstraße aber pulsierte und entwickelte sich weiter und wuchs in die Länge, da immer neue Geschäftsideen auftauchten, die nach vorne drängten, während das mittlerweile Überflüssige am alten Ende der Straße vernachlässigt und zurückgelassen wurde.

Wir Zivilisationsmenschen befinden uns alle auch in eben dieser Schneider-, um nicht zusagen Sackgassen- Situation, während alle anderen Wesen sich auf der Hauptstraße weiterbewegen und entwickeln.
Wir wissen nichts mehr von alten Leben und Qualitäten, finden nichts mehr davon, soviel wir unser Umfeld auch absuchen, halten Visionäre, ob ihrer Extremität für verrückt und werden aussterben.
– Außer die paar Sackgassis, die doch noch zurückgefunden haben zur Hauptstraße und sich nun Payolis nennen 😉