Alltags- Wahnsinn

27. Mai 2010

Ich mache meine Gesundheitsberatung schon lange genug, um zu wissen wie wenig beweglich das ‚Gewohnheitstier’ Menschen sein kann. In manchen Fällen wird mir aber schon das Herz schwer, wie viel sich Leute durch ihre Selbstbegrenzung selber aufladen.
Gestern lernte ich eine Frau kennen, die das bis zur fast Unerträglichkeit in sich vereinte.
Ich sah sie beim Kräutersammeln in der Au und dachte mir: ‚Aha, von meinen Kräuterwanderungen kenn ich sie nicht. Gibt es da bereits Mitbewerber?’ und fragte sie was denn sie mit den Kräutern vorhätte.
Es stellte sich heraus, dass sie ihre Zuchtkaninchen damit füttert, selber aber alles isst, was Menschen kaputt macht.
Auf mein ‚Diese Kräuter wären aber für uns vielleicht auch nicht das Schlechteste.’ beeilte sie sich zu versichern, dass sie das nicht brauche, weil es ihr ohnehin mit ihrer Lebensweise bestens gehe.
Schon mal am Plaudern kam sie aber nach einigen Themen zu ihren unzähligen Krankengeschichten bei denen ich mich nicht nur fragte, was da dran ‚gut gehen’ sein soll, sondern entsetzt war, was Menschen alles an Problemen haben können.
Irgendwie war ich von dieser Wechseldusche aus ‚Alles ist in Ordnung mit mir’ und ‚Ich bin etwas Besonderes durch meine vielen Krankheiten’ wie gelähmt und hörte mir das eine Zeitlang an.
Irgendwann wollte ich es genauer wissen und versuchte sie an einem Problem, da waren wir zufällig bei ihrer Gebärmutterentfernung, festzumachen und davon genaueres zu erfahren, ob sie sich darüber Gedanken macht, wieso gerade sie, warum gerade das, etc.
Bei dieser Gebärmuttersache z.B. stellte sich heraus, dass sie überhaupt nie Probleme ‚da unten’ gehabt hatte, bei einer Routineuntersuchung der Arzt aber gemeint hatte ‚Naja, Frau xy, sie wären eigentlich auch schon in dem Alter, dass wir da etwas machen’.
Wahnsinn Nr.1 war, dass sie sich die Gebärmutter rein präventiv und unhinterfragt entfernen ließ. Wahnsinn Nr.2, dass dabei einiges schief gegangen sein dürfte, Wahnsinn Nr. 3, dass sie seither Dauerpatientin ist, Wahnsinn Nr. 4, dass sie diese Entscheidung getroffen hatte, weil der ‚Herr Doktor’ das so gut, mit ‚schaun’ Sie, was weg ist, kann keine Probleme mehr machen’ erklärt hatte und heute noch für richtig hält. Und Wahnsinn Nr.5 ist, dass sie auch heute noch niemandem böse ist oder irgendwo eine Schuld sieht, weil ja ‚überall wo gearbeitet wird auch Fehler passieren können’ und dann noch ihre Besonderheit da draufsetzt, dass immer sie die Spezialistin für Ausgefallenes und für Pannen sei.
Damit war es aber nicht genug. Diese Frau hat wirklich so ziemlich alles, was ich je gelernt habe, was man unter Zivilisations- verursacht einreihen könnte, kippte aber bei jedem auch nur leisem Ansatz von mir, dass man das ev. auch durch eine Änderung der Lebensweise beheben könnte sofort in die, mich Belehrende und gab Erklärungen und Begründungen, die ihr die Ärzte aufgeschwatzt hatten die so unendlich dämlich waren, dass ich es nicht fassen konnte.
Ich hab irgendwann das Handtuch geworfen, lautet ja schließlich die Regel Nr. 1 meines Berufes ‚Nur helfen, wer Hilfe will’. Aber ich war wieder einmal entsetzt darüber, wie schamlos Ärzte ihren Intelligenz-/ Bildungs- Vorsprung ausnutzen, um Menschen für ihre kranken Ideologien und Geschäfte zu missbrauchen und sie damit auch auf Dauer für gesunde, naturrichtige Denkweise und Weltsicht ruinieren.
Sieht man sich die Ursachen, wie so etwas überhaupt passieren kann, genauer an, kommt man zu dem Schluss, dass diese Ärzte und Geschäftsleute nur das Ergebnis einer jahrelangen erfolgreichen Manipulations- Kette ernten können, die im Elternhaus mit der Einstellung ‚Kinder können nichts und müssen erst alles lernen’ beginnt und in Kindergärten und Schulen zum total außen-, fremd-, Autoritäts- und Fachleute- orientierten Unmündigen perfektioniert wird.
Durch ihre Liebe zu den Kaninchen konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, warum sie eigentlich glaube, dass diese Tiere nicht all diese Krankheiten haben, von denen sie mir erzählt hatte. Doch auch darauf hatte sie sofort eine Antwort parat: ‚Die sind doch nicht so kompliziert gebaut wie wir!’ und gleich noch mal die Koketterie ‚Ich bin halt ein Medium, das alles haben muss was es gibt’ ….
In solchen Fällen kann man Unwissenheit wirklich nur dankbar als Gnade sehen …