Nicht nur in der Bibel …

2. März 2020

… bei Mose 1,29 steht’s geschrieben. Nein auch Pythagoras wusste schon vor ‚bloßen‘ 2600 Jahren:

    Ihr habt ja Getreide
    und Obst an den Zweigen
    und die saftigen Trauben am Weinstocke,
    habt wohlschmeckende Kräuter.
    Nicht mit Mord und blutiger Hand
    bereitet die Mahlzeiten.

 

 

 


Motten umschwirren mich …

15. Oktober 2015

MotteEs war zu Zeiten der Tschernobyl- Katastrophe, als ich beim Anlegen von alten, noch unverstrahlten Getreidevorräten erstmals Bekanntschaft mit der Hausmotte machte.
Trotz des Schadens den sie anrichteten, konnte ich mich einer gewissen Bewunderung nicht erwehren. Ihre Raupen fraßen nämlich aus den Getreidekörnern, selbst unter dem Mikroskop betrachtet, so punktgenau nur den Keim heraus, dass ich nur staunen konnte.

Meine bald folgende neue Küchenausrüstung mit gut schließenden Behältern hielt diese Biester dann in Grenzen, wenn schon nicht ganz fern.

Kürzlich folgte Teil zwei meiner Bewunderung für den Gourmet- Geschmack dieser Tiere.
Ich füllte vor Wochen Reste unterschiedlicher Leinsamenkräckerarten in einen Behälter für den nächstbaldigen Verzehr.
Als ich den nicht sehr dicht schließenden Behälter öffnete sah ich an den winzigen Bröseln, dass mir die Motten wieder einmal zuvorgekommen und ihre Eier da reingelegt hatten.
Ihre Raupen hatten akribisch ausschließlich das Wildkräutergrün einer Crackerart gefressen. Die puren Leinsamencracker und die Kurkuma- Version waren genauso unangetastet geblieben wie der Leinsamen- Sonnenblumen-Kürbiskern- Grundkörper der Wildkräuter- Version.
Wenn ich Wildies- Fan es also noch nicht gewusst hätte: Jetzt war es endgültig klar, was wohl das Beste an dieser Mischung war    😉

 

 

 


Not- Ernährung

20. August 2010

Das sogenannte Paradies hat es tatsächlich einmal gegeben und zwar zu Zeiten unseres Lebens in unserer Afrikanischen Ur- Heimat. Da lebten wir in der Fülle!
Was heute seltene Leckereien für uns sind, vollreife Mangos, frische Feigen, Papayas, Bananen, etc. war damals unser Alltag. Ohne zu arbeiten ‚wuchsen’ uns diese Herrlichkeiten zu.
Ende mit dem Paradies war, als wir in kältere Klimazonen auswanderten. Nichts mehr war hier mehr so köstlich und zubereitungslos zu genießen. Es musste gejagd und gehegt werden. Und vor allem, es musste alles zubereitet werden.
Fleisch, Getreide, Kartoffel schmecken einfach nicht und müssen erst gewürzt oder mit Schmackhafterem vermischt werden.
Wir waren sozusagen auf völlige Not- Ration reduziert.
Das Verrückte ist, dass wir immer noch an diesem unattraktivem Müll hängen und uns auch noch einbilden, gut zu essen.
All unsere Kochkünste sind nur notwendig, weil die Grundzutaten verbessert werden MÜSSEN. All die Spitzenköche machen nichts anderes als relativ wertloses Zeugs so aufzumotzen, dass die vermeintlichen Gourmets sich darum reißen.
Eine Sapote muss nicht verändert, braucht nicht gewürzt oder gegart zu werden. Sie ist vollendet wunderbar. Eine Weintraube braucht weder Zutaten noch Verarbeitungsschritte.
Die gängige Kochkost beruht auf ein, zwei Dutzend Grundzutaten, während die rohköstliche Küche hunderte Naturprodukte kennt und verwendet.
Die vermeintliche Kochkost- Fülle und Vielfalt ist schlicht und einfach inhaltslose Schaumschlägerei. Allein schon, dass man die verschiedenen Körperteile des Schlachtviehs unterschiedlich benennt um daraus eine Pseudo- Vielfalt anzubieten ist lächerlich. Beobachtet man Raubtiere, sieht man, dass die all das Muskelfleisch, das unsere Speisekarten füllt gar nicht oder erst zuletzt angerührt wird.
Detto all die Getreideprodukte! Ob man aus dem Teig Semmeln, Kipferl oder Baguettes formt, ob man das Brot mit ein paar Sonnenblumen- oder Kürbiskernen bestreut oder ob man die Nudeln in dutzenden verschiedenen Formen presst, ist vollkommen egal. Es ist und bleibt ungenießbares verschleimendes und Arthrose- verursachendes Weizenmehl.
Ebenso, all die Milchprodukte! Muttermilch von fremden Arten wäre für erwachsene(!) Menschen schon unpassend bis schädigend genug. Dass man daraus dann noch dutzende bis hunderte pseudo- verschiedene und auch noch schädlichere als die Ausgangs- Produkte und Käse herstellt, wiegt bloß die Konsumenten in einer höchst suspekten Vielfalt.
Die wirkliche Fülle wächst in der Natur! An sie sind wir perfekt angepasst. Sie ist Genuss und mittlerweile leider Luxus! Sie bedarf keines Würzbetrugs, braucht nicht verarbeitet zu werden. Ein Apfel, eine Orange, eine Karotte sind Genuss auf den ersten Biss!
Sie sind vollwertige Nahrung und nicht essbar gemachte Relikte aus Not- Zeiten, wie die Kochkost es ist.
Das, all den Schicki- Micki- Köchen und noch mehr den Konsumenten, die dafür auch noch fürstlich bezahlen ins Stammbuch geschrieben …

 


Unser tägliches Brot

6. April 2010

Ich gestehe: Ich war brotsüchtig!
Schon meine Mutter erzählte ihren Freundinnen: ‚Wenn unser Willi ein Stück Brot hat und ein paar Ameisen zum Beobachten, hört und sieht man ihn den ganzen Tag nicht‘ 😉

‚Und was ist so schlimm am Brot‘ könntest Du fragen.
Darüber gibt es zahllose Bücher, Untersuchungen und Fallbeispiele. Und nicht zuletzt meine eigenen Erfahrungen.
In unserer ‚paradise your life‘- Ideologie schielen wir ja immer so ein bisschen auf die Primaten und die Natur um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was unsere Ur- Ernährung gewesen sein, und wie unser Ur-Verhalten ausgesehen haben, könnte.

Wer isst in der freien Natur (Brot-) Getreide?
Vögel und Nagetiere, aber sicher keine Primaten!
Noch dazu gibt es Getreide in der uns bekannten (Zucht-)Form erst seit einigen tausend Jahren, die für biologische Veränderungen viel zu kurz sind, um sich daran anzupassen.
Zuvor war unser Getreide Grassamen, der erst von uns auf Größe selektiert und gezüchtet wurde.
Wer schon mal Grassamen gekostet hat, weiß, dass es kaum Unattraktiveres gibt und dass das sicher nie unsere Nahrung war.
Dazu kommt, dass durch die Hitze des Backens völlig neue chemische Verbindungen entstehen die für unseren Körper fremd und damit belastend sind, kaum abgebaut werden können, überall im Körper zu finden sind und uns mordsmäßig verschleimen.
Einigermaßen verträglich wird Getreide, wenn es angekeimt, und damit ein Stück zum Gemüse hin weiterentwickelt, wird.
Das ‚Tägliche Brot‘ war zu Jesu Zeiten etwas völlig anderes als heute. Das sogenannte Essener- Brot wird

    a) aus angekeimtem Getreide gemacht und
    b) nur (schonend bei niedirigen Temperaturen) getrocknet und nicht gebacken.

Wirklich ‚artgerechte‘ Rohkost sollte möglichst ohne Brot auskommen, da wir aber alle mit Brot sozialisiert wurden und dieses Satt- und Völlegefühl durch (unnatürlich) dichte Speisen gewohnt sind und liebgewonnen haben, kann man natürlich schon auch rohköstliches Brot zubereiten und in Maßen essen.

Ein sehr einfaches Rezept sind die sogenannten Cracker.
Das Grundrezept besteht aus Leinsamen und etwas weniger als doppelt soviel Wasser. Das ergibt nach einigen Stunden eine Pudding- artige Masse, die man 2- 3mm- dick ausstreichen und unter 45° in der Sonne, in einem Trockner oder Umluft- Backrohr trocknen kann.
Für den Geschmack und die Abwechslung mixe ich jeweils meine Gemüsereste und Presssaft- Trester und mische dieses mit noch anderen Samen, wie Sonnenblumen- oder Kürbiskernen, Mohn, Sesam, Buchweizen oder angekeimtem gequetschtem Getreide zur ‚Puddingmasse‘.
Auch gemixte Zwiebeln und getrocknete Tomaten, fein geschnittener Lauch oder geraffelten Sellerie, hab ich schon probiert mit reinzumischen. Alles sehr lecker und interessant!
Gestern hab ich meine ersten Bärlauch- Cracker gemacht. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich sehr interessant und very powerful!

 

 
So hat die Teigmasse ausgesehen

 

 
hier bereits auf Folien ausgestrichen

nach ein paar Trockenstunden werden sie gewendet, die Folie abgezogen und nachgetrocknet. Fertig!

Das Rezept:
300g Leinsamen
200g Buchweizen
500g Wasser
200g Bärlauch
1 EL Salz
ergibt 5 Backbleche mit 30 Knäckebrot- großen Crackern

 
Und hier noch einige verschiedene Cracker die ich in letzter Zeit gemacht hab:
(v.l.n.r.)Leinsamen ganz, Mais- Leinsamen, Leinsamen- Poree, Karotten-Trester- Leinsamen- Sonnenblumenkerne, Goldleinsamen- Mohn- Sellerie, Leinsamen- Rote Rüben-Trester- Sonnenblumenkerne- Kürbiskerne, Bärlauch- Leinsamen- Buchweizen, Leinsamen- Buchweizen, gemahlener Leinsamen

 

 

 

 

 
PS: Wer sich damit versuchen und selbständig machen will, kann sicherlich gut leben davon, denn m.E. gäbe es bereits genug Interessenten für solche Brote.

 
Ergänzung 2017: Mittlerweile hab ich die oben beschriebenen Cracker sowohl olfaktorisch als auch gesundheitlich weiter verbessert. Ausgelöst durch meine Fermentations- Experimente stoppte ich auch nicht vor dem Crackerteig und ließ ihn vor dem Formen und Dörren einige Tage warm stehen.
Einfach genial, was das für einen herrlichen Duft entwickelt!
Und die Milchsäurebakterien verdauen auch schon etwas vor, was uns Verdauungsarbeit spart.
Unbedingt zur Nachahmung empfohlen!