Und was, wenn …

22. September 2021

… Rilkes wunderbares Herbst- Gedicht gar nicht den Übergang von Sommer auf den Hebst, sondern gesellschaftliche Veränderungen meinte?

Oder gar visionär die heutige Wendezeit vorwegnahm?

Kann alles sein, kann auch nicht sein. Selten wunderbar bleibt dieses dreistrophige Gedicht allemal:

     Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
 
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
 
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Ganz in diesem Rilke- Sinne: Genießt Eure Häuser und sonnenprallen Früchte, aber auch im Sinne der Natur und


 
 
 


So schön, der Herbst!

27. Oktober 2017

Die Verfärbung der Blätter!
Die Buntheit der Wälder!
Fast unnatürlich die Farben des wilden Weines. Unglaublich fantasievoll die Farbtöne und Zeichnungen der Birnenblätter. Herrlich diese Farbteppiche unter den Bäumen!
Nicht nur schön sind sie. Sie decken auch den Boden zu als wüssten sie schon, dass Kälte kommt. Sie sind Futter für Myriaden von Pilzen, Bakterien, Kleinstlebewesen, Regenwürmer.
Und sie düngen und remineralisieren den Boden, bringen Mineralien die der Baum aus der Tiefe holte in die oberen Erdschichten.
Nur Dummköpfe können all das rüppelhaft mit lauten und ineffizienten (ein Radiosender verglich kürzlich Laubbläser mit Rechenden und konnte keinen Vorteil finden) Laubsaugern und -bläsern verhindern und ruinieren.
Die Süße der Weintrauben steigt und steigt trotz ihrer Schrumpel und Schimmel …
Die Nebel balsamisieren förmlich die Haut und hauchen geheimnisvolle Vorhänge durchs Land. Langsam senkt sich Stille, die im Winterschnee dann ihr wattiges Schweigsamkeits- Maximum erreichen wird, über alles.
Man freut sich wieder auf heimelige Zimmer, auf das Knistern der Öfen, schnuddelt sich in warme Decken …
Ach, herrlich, dieses Leben …

 

 

 


Herrlicher Herbst!

27. September 2017

Manchmal denke ich ja, ich werd nicht mehr, wie ver-rückt, im Sinn von verschoben, von der Realität weggeschoben, die Welt ist, die Menschen sind.
Gerade der Herbst!
So wunderbar!
Eben noch herrlichste Pfirsiche die uns geschenkt wurden. Jetzt einzigartige, frische Äpfel, süßeste Zwetschken, aromatische Weintrauben! Alles geschenkt! Alles in bester Qualität! Alles aus dem ‚Nichts‘ entstanden!
Oder die Nüsse! Frische Walnüsse! Herrlich! Das meditative Abziehen der jetzt noch weichen und bitteren Häutchen von den Kernen. Diese wunderbar weichen, zarten Nusskerne! Ein Gedicht!

Und in eben dieser Zeit glauben alle zusammenrücken, sich abschotten, zu müssen, In dieser Überfülle glauben die reichsten Menschen der Welt zuwenig zu bekommen!
Bitte, gehts noch ver-rückter!?

Eure Kinder würden Euch ihre strahlendsten Lachen schenken. Ihr aber schiebt sie ab um Euch in Büros zu setzen!
Eure Tiere würden den ganzen Tag kostenlos mit Euch spielen, Euch Streicheleinheiten schenken. Ihr aber sperrt sie zu Hause ein und fahrt in Eure Jobs!
Eure Gärten und Wegränder möchten Euch herrlichste Wildkräuter schenken. Doch Ihr mäht sie ab um sie teuer zu entsorgen!
Eure Partner, Eure Mitmenschen hätten die spannensten und berührendsten Geschichten für Euch. Doch Ihr nehmt Euch nicht die Zeit dazu.

Ihr rennt und rafft und hetzt und seid blind. Blind für die wunderbare Herbstverfärbung, für herrlichsten Wolkenbilder und Sonnenauf- und untergänge, für die wunderbaren Kastanien- Handschmeichler …

Halte zumindest einmal kurz inne, sieh Dich um, lauf morgens barfuß raus, beiß in einen nachtkalten Apfel, pflück Dir ein Schafgarben- oder Spitzwegerich- Blättchen, genieß eine dieser herrlichen Nachtkerzenblüten …
Es ist Herbst!
Es ist wunderbar!

 

 

 


Herrlich dieser Herbst!

7. Oktober 2016

Diese Farbenpracht!
Die herrlichen Weintrauben, die Tautropfen- ‚Juwelen‘ in den Gräsern, die mystisch anmutenden Nebelschwaden … Wunderbar!

Nicht zu vergessen, dass zum täglichen Wildkräutersammeln jetzt auch noch die köstlichen Haselnüsse und Walnpüsse gesammelt und genossen werden wollen.
nussImmer wieder denke ich beim Sammeln, egal ob von Pilzen, Nüssen, Kräutern oder Beeren an dieses zivilisierte Hinsetzen und den Teller leeressen. Es ist ein so unvergleichlich höherer Genuss, immer wieder Neues zu finden. Das Freuen … Da! .. Und hier noch … Schau, so eine Schöne! … Ups! Eine ganz Versteckte! … Ach, da sind viele! … Und dort! … Die eine noch, dann ist Schluss! … Nein, die muss noch mit! …. Herrlich! … Ein Erlebnis! – Dem einzigartiger Genuss folgt!
Und die selten süßen Eichhörnchen! Ganz verdutzt gucken sie mich an. Na, klar, ist schon zu lange her, dass sie sich diese herrlichen Früchte mit Menschen teilen mussten … 😉

Und auf wieviele Arten die Nüsse von den Tieren geöffnet werden! Ich seh’s mittlerweile den Schalen schon an, wer hier zugange war und grinse in mich rein, wenn wieder mal jemand anderer schneller war …

Jetzt, wenn die Walnüsse noch so jung sind und man nach dem Knacken – selbst in dieses Geräusch bin ich förmlich verliebt! – die gelben Häutchen noch abziehen kann um an den milchigen Kern zu kommen … Wunderbar!
Und zwischendurch immer wieder einen Nusskern mit Häutchen gegessen. Boooaaaahhhh! Ist das bitter! – Aber dennoch geil irgendwie! 🙂
Was freu ich mich schon wieder auf den morgigen Herbsttag!

 

 

 


Herbstarbeit

24. Oktober 2011

Man kann es natürlich das ganze Jahr über tun. Aber im Herbst, wenn man bereits spürt, dass die Geschenkesfülle an Obst, Gemüse und Wildkräutern langsam schwindet, fühl ich mich zumindest immer besonders motiviert, etwas für den Winter einzulagern.

Was haben wir für Möglichkeiten Lebensmittel (einigermaßen) lebendig bzw. incl. ihrer Vitalstoffe einzulagern?

Wurzelgemüse in Erde einschlagen oder in einer Erdgrube, ev. mit Hilfe einer alten Waschmaschinentrommel einmieten.

Nüsse in einer Kiste mit Erde im Keller oder gut isoliert im Garten einlagern

Gemüse essigsauer einlegen

Obst (< 45°C) dörren (siehe auch ‚Gourmet- Resteverwertung‘)

Wildkräuter schonend trocknen (und ev. zu Pulver vermahlen/ vermixen)

Wildkräuter zu Pesto (z.B. mit Sonnenblumenkernen und Olivenöl) verarbeiten

Gemüse klein oder fein schneiden/ raffeln und dörren

Wildkräuter mit Wurzelballen ausstechen, ins Blumenkistl pflanzen und ins ins Haus damit

Kräutersalz herstellen durch vermixen von getrockneten Wildkräutern mit Salz (doch: siehe Nochmal ‘Salz’)

Damit hast Du den ganzen Winter über ausreichend herrlich leckere und topvitale Spezialitäten im Haus!

 


Irgendwie auch Herbst …

25. September 2011

Wenn sie am Tage des Todes

Wenn sie am Tage des Todes
tief in die Erde mich senken.
Weine; oh weine um mich nicht,
rufe nicht „Trauer, weh, Trauer“
Hast du das Sinken gesehen,
sieh auch das Auferstehen!
Schadet es denn wenn die Sterne,
Sonne und Mond untergehen?
Scheinen sie dir auch zu sinken;
ist es doch wahrhaft ein Aufgang;
Fiel je ein Korn in die Erde,
das sich nicht köstlich entfaltet?
Glaubst du denn, das sich das Korn,
das die Menschen sind anders gestaltet?
Jeglichen Eimer der sinket,
hebst du gefüllt aus der Quelle.

(Dschalal ad-Din ar-Rumi verkürzt von payoli)

 


Herbstbeginn

23. September 2011


All die letzten Tage und Wochen spürte man ihn schon trapsen, bemerkte die Verfärungen, die wehenden Morgennebel, die kühlen Abende …
Heute nun ist offizieller Herbstbeginn!
Ich hab ihn heuer im Garten begrüßt!

 
Ach, herrlich dieses goldene Herbstlicht!
Diese wärmenden Strahlen!
So schön das Rascheln des ersten Laub’s
Schau! Eine Nuss!
Da! Noch eine!
Und da, – dort drüben …
noch eine, noch eine!
Jöööö, so viele!
Jetzt hol ich mir einen Kübel um sie einzusammeln.
So eine schöne Pralle!
Na, Du KLeine, wolltest auch schon runterspringen?
Boooaaahhh, so viele Nüsse …
Herrlich, der Duft der Nussschalen!
– Auch wenn sie mir braune Finger machen …
Und da! Wie schön die Lampionblumen leuchten!
Hmmmmhhh, diese paar Gundermann- Blättchen ‚wollten‘ vernascht werden …
Ach Fischchen, da im Teich,
schon zu Ende Dein schöner Lebensbogen?
Komm, Du bekommst das schönste und kühlste Plätzchen im Garten
– unterm Habebutten- Busch.
Da ist ja noch eine späte Hibiskusblüte …
und noch ein Nüsschen!
Da, diese herrliche blaue Traube!
Die wird mein heutiges Mahl!
Fast schon voll das erste Kistchen!
Herrlich diese geschenkte Fülle!
Dabei ist das erst der Beginn …
Würd‘ sich nicht immer wieder mal der Rücken melden:
Ich könnte ihnen stundenlang nachjagen,
diesen kleinen Holzkugeln.
– Und mich selbst vergessen …
Ich danke Dir, Du goldener Herbst!
Ich freu mich schon,
bald den Kachelofen einzuheizen …
Ich danke Euch allen!
Euch Schönen und Selbstlosen,
Euch Kindern der Natur!
Vor allem dank‘ ich ‚meinem Glück‘,
das nicht viel braucht um mein Gast zu sein
😉