Kurz aber treffend …

18. Juli 2017

… fasst hier der wunderbare Prof. Dr. Hermann Knoflacher unsere derzeitige Situation zusammen:

Die Ruhe ist den Menschen heilig, nur manche Affen haben’s eilig‘, war eine geflügelte Redensart in meiner Jugend. Heute, so scheint es, ist die Erde zum Planet der Affen geworden, denn die Spezies Mensch, die einst versuchte, die Umwelt lebenswert zu gestalten, ist dabi, sie hektisch zu zerstören. Um die Menschen abzulenken, wurden sie technisch entmündigt, zentral überwacht und damit unterhalten, dass sie auf einem Bildschirm hektisch herumwischen dürfen. Damit merken sie nicht mehr, was rundherum passiert. Auch nicht, dass sie immer mehr durch Maschinen ersetzt werden. Maschinen und das gierige Kapitalwachstum bringen die Hektik in die Gesellschaft. Gelassenheit scheint eine Eigenschaft die auszusterben scheint. Das künstlich erzeugte Finanzsystem, die Gier der Reichen nach ‚Wachstum‘, treiben naive und/ oder korrupte Politiker vor sich her.
Was sich die Europäische Gesellschaft in mühsamen Kämpfen gegen den Kapitalismus in mehr als hundert Jahren an Gemeinschaftsleistungen, Vorsorge und Sicherheit aufgebaut hat, wird zerstört. Die USA mit ihrer Politik der Eliten haben die Welt mit ihren Wahnvorstellungen verseucht. Die Interessensvertretungen wurden geschwächt. Mit ‚Reformen‘ wird die Position der Bürger geschwächt, Gewerkschaften werden in die Irre geschickt, indem ihnen für unsinnige Großprojekte Arbeitsplatzwunder vorgegaukelt werden …

 
Doch die Leser dieses blogs wissen das, halten sich von Politik, Konsum, Wirtschaft und den Medien so weit als möglich fern und feiern und genießen ihre Leben im Sinne von


 

 


Auto vor Kindern

15. Mai 2013

„Wir sind in eine Struktur eingebaut, die auf das Auto passt, aber nicht mehr auf den Menschen.
Bei Kindern kommt diese Wertehaltung am deutlichsten zum Ausdruck. Die Menschen geben Geld für das aus, was sie für wertvoll halten. 15 Prozent der Haushaltsausgaben werden im Schnitt für das Auto ausgegeben, knapp 11 Prozent für Kinder.
Prof. KnoflacherEltern ist das Auto wichtiger als ihre Kinder.
In unserer Zeit der schnellen Verkehrsmittel haben sie auch weniger Zeit für ihre Kinder, dafür arbeiten sie etliche Wochen pro Jahr für ihr Auto. Das erhöht auch das Bruttonationalprodukt (BNP), wohingegen die Zeit, die sie ihren Kindern widmen, keinen Beitrag leistet und daher wertlos ist.
Schon wertvoller sind bezahlte ‚Ablagestellen‘, Kinderkrippen für Babys, weil sie den Eltern die Möglichkeit geben, sich so schnell wie möglich wieder in den ‚Arbeitsprozess einzugliedern‘.
Das wird als sozialer Fortschritt bezeichnet, obwohl es fast immer der Beginn einer meist lebenslangen Käfighaltung ist.
Dass der Großteil der Bevölkerung, seit es Autos gibt, de facto unter gefängnisähnlichen Bedingungen aufwächst und lebt, ohne schuldig oder gefährlich zu sein, ist aber kaum bewusst. Wenn wir durch die Stadt fahren, passieren wir unsichtbare Gefängnismauern, hinter denen sich die Fußgänger auf Gehsteigen zu bewegen haben. Ausgang bekommen sie nur an besonders dafür markierten Stellen, häufig noch durch Signallichter zeitlich dosiert. Ausbrüche können leicht tödlich enden, vor allem für Kinder.
Kinder sind ja wegen ihrer Unberechenbarkeit allgemeingefährlich, weshalb man sie in den Wohnungen und beim Spielen in Gitterkäfigen halten muss, damit die Autofahrer ungehindert herumtoben können.
… In der Bauordnung wird zwar kein Kinderzimmer bei einer Wohnung vorgeschrieben, aber es wird bei jeder Wohnung ein Abstellplatz für Autos vorgeschrieben.“

All diese teilweise verblüffenden Wahrsätze und absurden Tatsachen habe ich dem Buch ‚ZURÜCK ZUR MOBILITÄT‘ des wunderbaren Professor Hermann Knoflacher (Wiener Verkehrsexperte) entnommen.

 


Schnäppchenjäger

22. Dezember 2011

Der Industrie und Wirtschaft ist es gelungen, den modernen Konsum- Menschen in der Illusion zu wiegen ein schlauer Jäger zu sein, obwohl er in Wirklichkeit die Beute ist, die ihre Lebenszeit opfert, um im Dienste der Investoren billig das zu erzeugen, was er später teuer ‚erjagen darf‘.
Wer verlernt hat, das unser kostbarstes Gut, unsere Lebenszeit, mit anderen Menschen und der Natur zu teilen, versucht in der Regel, diese innere Leere durch Konsum- Äußerlichkeiten zu stopfen.
Eine lohnende und vielleicht auch weihnachtliche Herausforderung und Aufgabe könnte es sein, das Glück des Teilens wiederzufinden. Schon die biblische Speisung der 5000 mit 5 Broten und 2 Fischen ist ein Beispiel der Kraft des Teilens.
Je mehr wir geben, desto mehr werden wir erhalten.
Geld, ein Verteilungsmittel, das irgendwo von irgendjemandem gestohlen wurde ist dazu sicher nicht das richtige Mittel …