Ich sag’s ganz ehrlich …

13. Juni 2016

blindtaubIch lasse mir mein wirklich wunderbares Paradiesleben viel zu oft kaputt machen. Und das fast einzig von Menschen, die ich einfach nicht erreichen kann. Sofort beginne ich dann bei mir Fehler zu suchen. War ich zuwenig klar? Bin ich zuwenig auf sie eingegangen? Hab ich eine Sprache verwendet, die nicht ihre war? …
Ja klar, ich weiß und hab auch in meinem Studium gelernt: §1 aller helfenden Berufe: Nur Menschen helfen die um Hilfe bitten!
Aber bitte, wenn mensch das Paradies kennt und erst dadurch sieht in welch irrwitzigen Hamsterrädern und Verließen sie alle leben! Wie soll man da still sein!? Wie kann man das ignorieren?
Das fährt einem als empathischem Menschen doch in alle Glieder, bricht einem das Herz …
Und selbst die, die Hilfe wollen! Sie können nur verstehen und akzeptieren, was sie kennen und sie kennen eben nur Pülverchen, maximal Rezepte, Handauflegen oder ein paar Turnübungen.
Sag ich aber was tatsächlich Sache ist kommt sofort der Reflex ‚Wenn das so einfach wär, wüssten das doch längst alle‘. Und zu ist die selbstgebastelte Tür!
Es ist zum Haare- Raufen!

Doch dann! Dann kam der Tag, oder war’s eine ganze Woche? Jedenfalls eine online- Konferenz mit vielen sehr spannenden Referenten.
Und was riss mich so aus dem Sessel?

Da war der wunderbare Stanislav Grof, der erzählte, dass nichtmal das, worüber er schon vor 50 Jahren referierte in der heutigen Psychotherapie angekommen ist. Dabei sind das so einfache Dinge, dass jedermensch sie innerhalb einer Stunde selber erleben kann.

Dann war da der einmalige Bertrand Stern der seit 50 Jahren auf den Wahnsinn der, sogar verfassungswidrigen, Schulpflicht verweist, Ebenso lange unterstützt er Eltern die das ebenfalls erkannt haben, schrieb Bücher darüber und hat noch keinen Pädagogen getroffen hat, der ihn von der Sinnhaftigkeit, noch keinen Juristen getroffen hat, der ihn von der juristischen Rechtmäßigkeit hätte überzeugen können. Dabei kann es jedermensch mit nur einigermaßen wachen Augen an den schulverbogenen Kindern und neurotischen Schulabgängern mehr als deutlich sehen! Doch Schulpflicht gibts noch immer!

Und dann war da der fantastische Roland Liebscher-Bracht, der seit 30 Jahren schon Schmerzen ‚wegzaubern‘ kann. Ohne Operation, ohne Drogen, Medikamente, ohne aufwändige Therapien, einfach einfach. Dennoch wird eine Schmerzklinik oder -Ambulanz nach der anderen, die alle mit richtig dicken Pharma- Hämmern arbeiten, gebaut …

Diese drei Heroen sind mir zwar kein Trost. Ich seh ja weiterhin was abgeht. Doch sie zeigten mir, WIE langsam Veränderungen bei so großen Menschenmassen nun einmal nur möglich sind …
– Noch dazu wenn an dieser Langsamkeit von den jetzigen Profiteuren mit ‚Eifer‘ gearbeitet wird!
Und damit komm ich jetzt zum i- Tupfen dieser ganzen Geschichte:

Als vierten ‚Tröster‘, naja, eher ‚Erklärer‘ dieser ganzen Misere sah und hörte ich dann noch den genialen Uli Mohr. Und der sagte sinngemäß:
Für einfachere Lebewesen und unsere ersten Jahre reicht der Gebrauch der Sinne völlig aus. Für die nächst entwickelteren Wesen kommt dann der Evolutionsschritt der Nachahmung. Klar, wenn’s Eltern schon mal bis hierher geschafft haben, macht das Nachmachen ihrer Verhalten durchaus Sinn.
Und dann erst käme das ‚wirkliche Denken‘! Das Zusammenfügen und Kombinieren all dieser sinnlich und ernachahmten Erfahrungen.
Doch genau zu dieser Zeit setzt unsere Schulpflicht ein! In Schulen wird nichts erlebt. In Schulen wird weiterhin blindlings wiederholt und ’nachgeahmt‘! Und da bleiben die allermeisten Menschen auch ein Leben lang stecken: Blinde Wiederholer und Nachahmer.

Jeder Werbestratege weiß, er braucht nicht logisch oder sonstwie überzeugen, argumentieren oder etwas erklären. Vormachen reicht völlig! Schon wird’s nachgeahmt!
Und damit kann ich nicht nur besser mit menschlicher ‚Ignoranz‘ leben, sondern versteh sie sogar!     😉
Blöd nur, dass ich jetzt wieder alle aus dieser Simpl- Schleife rausholen will …     🙂

 

 

 


REDE AN DEN KLEINEN MANN

7. August 2012

Liebe Leute, es gibt ein Buch, ein wunderbares Buch, ein selten wunderbares Buch. Ein Buch, das vielleicht so manchem die Augen öffnen könnte!
Es ist in seiner Art sehr direkt geschrieben. Es ist von einem wunderbaren, zu seiner Zeit völlig verkanntem Mann geschrieben, der seiner Zeit weit voraus war. Es stammt von Wilhelm Reich und heißt ‚REDE AN DEN KLEINEN MANN‘.

Liebe Leute, diese Art von Text ist heute nur mehr schwer lesbar. Die Ausdrucksweise klingt etwas antiquiert, und es blitzt durch, dass der Autor Probleme mit seiner damaligen Umwelt und damit mit sich hatte.
Als notorischer ’sunny boy‘ hoffe ich nicht, auch einmal so verbittert zu enden wie Dr. Reich. Ich nehme alles so wie es das Leben mir heranspült. – Auch die viele Ignoranz und Dummheit die diesem Arzt, Erfinder und Autor so sehr zu schaffen machte …

Ich versuche ebenfalls Menschen zu helfen. Wilhelm Reich ist meiner Auffassung nach zerbrochen an der Nichtannahme seiner Hilfe durch seine Mitmenschen.
Trotz aller Frustration ist Wilhelm Reichs ‚Rede an den kleinen Mann‘ eine selten offene und klaren Auseinandersetzung mit dem menschlichen Denken, mit dem Sein der ‚breiten Masse‘.

Ich verrsuche hier im blog möglichst nur postive und konstruktive Aspekte und Argumente zu bringen. Fallweise aber falle auch ich in Kritik und destruktive und damit alte Verhaltensweisen zurück. Ich bitte, mir das nachzusehen.

Andererseits habe ich auch immer wieder erlebt, dass Menschen erst auf solch negative bis angriffige Argumentationslinien ‚anspringen‘. Deshalb möchte ich in Zukunft in loser Folge Wilhelm Reichs ‚Rede an den kleinen Mann‘ sozusagen zeitgemäß fortführen (REDE AN DEN KLEINEN MANN (1)).
Ich bitte Menschen, die schon ‚weiter‘ sind, mir diese ‚Kritik- Exzesse‘ nachzusehen. Doch ich denke mir, positiven Menschen wird es kein Problem bereiten, nur das Gute herauszulesen …

Es geht in Reichs Kritik darum, dass der Durchschnittsmensch sich selber und andere runtermacht bis ruiniert und sich unmündig macht und lenken lässt. Leider hat sich bis heute kaum etwas an diesem Verhalten geändert. Ich hoffe, ich kann mit dieser Serie einigen die Augen öffnen und verletze niemanden …