Meine Lieblings- Erkrankung

4. April 2013

Ja! So etwas gibt es! 😉
Ich bin natürlich nie an ihr erkrankt gewesen, sonst wär sie das vermutlich nicht …
Aber ich kam mit davon Betroffenen in Kontakt, als ich mich vor mehr als 20 Jahren erst im use-, und später dann in diversen Krankheits- Foren des web- net ‚herumtrieb‘.
Erst war ich entsetzt, da gerade bei dieser Erkrankung die Leute augenscheinlich sehr aggressiv und abweisend auf meine Angebote, doch die Ernährung mal probeweise umzustellen, reagierten. Irgendwie war es in allen Foren mit diesem Problem dassselbe. Die Leute bedauerten sich gegenseitig und schienen für mich wie hypnotisiert. Sie waren allesamt überzeugt unheilbar krank zu sein. Sie hatten allesamt keine Ahnung, waren krank, wussten aber alles besser.
Irgendwann resignierte ich bzw. dachte ‚Na, vielleicht gibts ja bei dieser Erkrankung wirklich keine Hilfe‘. Konnte das aber nie wirklich glauben. Denn, hat man erst einmal verinnerlicht, dass kein Körper etwas aus Jux und Tollerei macht, sondern sehr wohl immer einen Grund dafür hat, ist ziemlich klar, dass ein Problem im Darm mit der Ernährung zu tun haben muss.
Wenn sich ein Darm krümmt und windet vor Schmerzen und sich entzündet an dem was durch ihn transportiert wird, ist doch m.E. der Zusammenhang mit der Ernährung mehr als naheliegend.
Doch nein, ich konnte damals niemanden davon überzeugen. – Dachte ich!
Monate später trudelten erste Dankbriefe und mails ein von Menschen die durch meine Anregungen offensichtlich doch etwas an sich experimentiert hatten und Besserungen zu verzeichnen hatten. Einige berichteten sogar von vollkommener Beschwerdefreiheit.
Ich freute mich zwar, aber dieses Thema war irgendwie für mich abgehakt. Ich insistierte nicht länger in diesen Foren …

Kürzlich schlage ich den Gesundheits(!)teil der auflagenstärksten österreichischen Tageszeitung auf und lese:

DIAGNOSE: LEBENSLÄNGLICH
Kinder und Jugendliche leiden immer häufiger an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
… Zu erfahren, dass man an einer lebenslänglichen Erkrankung leidet, ist schon für einen Erwachsenen alles andere als leicht. Umso schwerer tun sich natürlich Kinder und Jugendliche sowie deren Familien, mit der neuen Situation zurecht zu kommen …

Wer auch nur einen Schimmer von Placebo- Wirkungen bzw. selbsterfüllenden Prophezeihungen hat, kann ermessen, was mit derartigen Formulierungen und Artikeln (dieser war von einer Frau Magistra und damit einer sicher nicht ganz Unwissenden geschrieben!) angerichtet wird!
Dazu kommt auch noch, dass es dabei um genau diese Erkrankung geht, die ratzfatz weg ist, sobald man sich artgerecht ernährt.

crocoEs geht um Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, CED oder schlicht oder einfach ‚chronisch entzündliche Darmerkrankung‘.

Dass Kinder dann auch noch mit einem Maskottchen, dem Croco (von Crohn und Colitis) völlig verdummt werden ist schon nur mehr peinlich und unverantwortlich …
Das weitere Geschwalle dieses Artikels, dass die armen, armen Kinder in Zukunft eben mit Sorgen und Problemen in Beruf und Liebe, mit Toilettenbesuchen in Schulen, etc. leben müssten, ist so peinlich, dass ich nichts mehr davon zitieren will …
Ohja! Doch noch! Der unverschämteste Satz ist nämlich der letzte:
‚… Denn am wichtigsten ist, das chronische Leiden(!) anzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen.‘

Was soll man dazu noch sagen!? …
So werden tagtäglich Millionen und Abermillionen, dumm, krank und als höchst einträgliche Melkkühe gehalten …

 


M. ist tot!

7. April 2012

 

Ein einzückender, liebenswerter Bub.
Einer der besten Freunde meines Sohnes.
20 Jahre wollte/ durfte er in diesem schönen Leben, auf dieser schönen Welt sein.
Kurze 20 Jahre! – Kurz für mich ‚alten Kracher‘.
Vielleicht lange und ereignisreiche Jahre für ihn.

Ein Auto- Unfall! So wie 4 Auto- Unfälle in den letzten Jahren, die ähnlich Jungen ebenfalls das Leben kosteten und die mein Sohn ebenfalls gut kannte.

Ein Auto- Unfall bei dem auch M.s Freundin (18) starb.
Zwei wunderbare junge Leben sind nicht mehr.

Ein ‚tolles‘ starkes Auto hatte er; sein ganzer Stolz!
Jetzt ist es ein Wrack. Zwei Menschen tot.

Wozu bitte!!!?
Wozu? Wozu? Wozu?
WO-ZU???
Welcher kurze Kick, welches geile Gefühl kann solch einen ‚Preis‘ rechtfertigen?

Was hätte er, was hätten sie nicht alles noch erleben, durchlieben können, was hätten sie noch lachen, weinen, tanzen, lernen, chillen können. Was hätten sie noch erleben, Spaß haben, Party machen können …
Ihnen standen noch alle Möglichkeiten offen. Sie hätten Jackpot- Gewinner, Nobelpreisträger, große Entdecker, hochgeschätzte Mitarbeiter, Chefs, Mutter, Vater … werden können!

‚Diese Scheiß- Autos‘ war mein erster zorniger Gedanke bevor die Tränen liefen …
Ist das Auto ‚Schuld‘?
Die Auto- Hersteller, die mit solch überstarken, ‚tollen‘ Autos locken?
Der Gesetzgeber, der unsere Jugend zulässt zu diesen ‚Mordinstrumenten‘?
Sind die Filmemacher ‚Schuld‘ die kaum mehr einen Film hinkriegen ohne quietschende Reifen, ohne rasende Helden?
Haben Video- Games M. für die hohen Geschwindigkeiten ‚angefüttert‘?
War M. ‚Schuld‘ an seinem Unfall?
Kann ein 21 jähriger mit wenigen tausend Kilometern Fahrpraxis alle Situationen einschätzen können?
War seine Liebe zum Auto, seine Liebe zur Geschwindigkeit ‚Schuld‘?

Warum mögen junge Burschen so sehr das Schnellfahren?
Wollen sie damit etwas zeigen? Etwas beweisen?
Wollen sie sich damit Anerkennung, Bewunderung ‚erkaufen‘?
Warum wird ihnen davon nicht genug zuteil?
Warum meinen wunderbare junge Menschen, von denen jeder einzelne ein Geschenk für die Welt, und unsere Zukunft ist, etwas beweisen zu müssen? Sich Anerkennung und Bewunderung ‚erwerben’/ ‚erkämpfen‘ zu müssen?

Ich glaube, dass das die einzig wirkliche Ursache all unseres Leides hier ist.
Wir lieben uns und einander zuwenig.
Wir sagen unseren wunderbaren Kindern nicht, dass sie wunderbar sind.
Stattdessen verlangen wir gute Noten, gutes Benehmen, Leistungen, Erfolge …

Doch diese Wunderwesen sind schon!
Sie sind schon liebenswert. Sie sind schon wunderbar. Sie sind unsere Zukunft.
Sie alle sind Wunder und Geschenke, die es ‚wert‘ wären, ob ihrer selbst uneingeschränkt geliebt zu werden.

Liebe junge Leute,
Ihr seid wunderbar!
Wir lieben Euch über alles.
Wir sind nur leider so blöd, dass wir dazu erst solch tragische Anstöße brauchen …
Dafür entschuldigen wir uns …

M., Dir und Deiner Freundin zünd‘ ich eine Kerze an. Eine Kerze der – vielleicht leider verspäteten – Liebe …