Großfamilie

5. Januar 2017

Vielen Mitlesern wird das payoli- Prinzip schon klar sein:

Wir brauchen für unser Glück und unsere Gesundheit keine Wissenschafter, Fachleute, Produkte, etc. Es reicht völlig, so zu leben wie wir es Jahrmillionen lang getan haben. Denn dafür ist unser Körper ausgelegt und sobald wir ihm diese seine Bedingungen geben, beginnt er mit seiner unendlichen Weisheit effektivst mit der Reparatur/ Wiederherstellung.

primatengruppeNeben Ernährung, Bewegung und Frischluft in freier Natur und naturrichtigem Denken ist auch das richtige soziale Umfeld enorm wichtig für uns.
Wir sind als Sozialwesen für ein Leben in vertrauten Großgruppen ausgelegt.

Von unerwarteter Seite hörte ich kürzlich dafür ein Plädoyer.
Die wunderbare Schauspielerin Maria Happel wurde von

Günter Kaindlstorfer gefragt: In Ihren Memoiren schreiben Sie: ‚An meine Kindheit denke ich mit der größten Zärtlichkeit. Ich erfuhr in meiner Familie viel Liebe‘.
Wie hat sich diese Liebe ausgedrückt?

Maria Happel: Es war einfach so, dass es in dieser Großfamilie immer jemanden gab, zu dem man hingehen konnte. Man war einfach unglaublich eingebettet. Es war ein Nest und es war auch ein sehr warmes Nest. Ich habe das alles in einer unglaublichen Harmonie in Erinnerung. Ich fühlte mich behütet und beschützt und nie irgendwie gedrängt. Ich hatte eine große Freiheit und es war immer jemand da, ob das die Großeltern waren, Eltern oder Geschwister. Ich bin eine große Verfechterin der Großfamilie, wie die auch immer heutzutage aussieht. Denn innerhalb einer Großfamilie kann einfach viel mehr Liebe abgegeben werden. Wo sie herkommt ist ja egal, Hauptsache das Kind bekommt sie.

DAS wär doch ein netter Stammbuch- Spruch, der es wert wäre ins allgemeine Gedankengut aufgenommen zu werden. Oder?

 

 

 


Neue Kinder

28. Dezember 2016

Schon Wilhelm Reich erkannte das Problem und kapitulierte davor. Er konnte einfach keine Therapeuten finden, die nicht ihre eigenen unbewussten Probleme auf die Menschen übertragen würden und schon gar nicht sie von ihnen befreien konnten.

Es ist im Normalleben sehr schwer vorstellbar WIE tief wir in unseren Programmierungen feststecken!
Uns kommt unsere Welt, unsere Gesellschaft, all unser Tun völlig normal vor. Wir könnten uns andere Welten in nur sehr geringen Abweichungen von der bestehenden vorstellen.
Doch selbst unsere Gesundheit, unsere Sinne, unsere Bewegungen sind ‚gemacht‘.
Es ist z.B. von immer wieder auftauchenden Wolfskindern bekannt, dass diese nicht aufrecht gehen und sprechen, dafür aber wie Wölfe auf allen Vieren behende sprinten und den Kopf nach, für Menschen unhörbaren Geräuschen wenden können.

voellig_egal

Das heißt, wir können gar nicht anders als von unseren Eltern, von unserem Umfeld zu lernen. Wie also sollte man, hat man ersteinmal die vielen Sackgassen unserer Zivilisation erkannt, diese ungünstigen Verhalten NICHT weitergeben!?
Natürlich kann jeder Erwachsene sein Verhalten verändern, verbessern. Doch es wird mehr unbewusst weitergegeben als wir denken.

So bewirkt z.B. unsere lieblose Kindheit, dass wir ein Leben lang hinter Anerkennungen, egal ob durch Shopping, Geschleime, Partnerschaften oder Karriere, herlaufen.
Ein Mensch der ausreichend lange selbstlos geliebt wurde, braucht sich oder anderen nichts mehr zu beweisen. Solche Menschen gieren nicht nach Reichtümern, Statussymbolen, Freunden, Liebe, etc. Solche Menschen ruhen in sich und sind zufrieden in und mit ihrem Sein.

Soviel zum heutigen ‚Tag der unschuldigen Kinder‘!

 

 

 


Älteste Frau der Welt …

2. November 2016

… ernährt sich vor allem von Eiern, titeln die Zeitungen.

moranoDie Italienerin Emma Morano wird im November 117 Jahre alt. Eigenen Angaben zufolge isst sie jeden Tag zwei Eier und Gebäck. Sie gilt als ältester Mensch der Welt und als einziger, der noch im 19. Jahrhundert geboren wurde. Auf einer Kommode steht die Bescheinigung des Guinness-Buchs der Rekorde, wonach die 1899 geborene Morano der älteste Mensch auf Erden ist. Das Geheimnis ihrer Langlebigkeit erklärt die Italienerin so: „Ich esse jeden Tag zwei Eier, das ist es. Und Gebäck. Aber ich esse nicht viel, weil ich keine Zähne habe.“

Das Geheimnis liegt jedoch nicht in den Eiern, sondern ist im letzten Satz leicht angedeutet. Es geht nicht darum WAS man isst, sondern wie WENIG, wie lange man NICHTS isst!
Und was für hohe Lebensalter auch wichtig ist: Die ‚Kargheit‘ der Kindheit und Jugend. Aus diesem Grund und unserem heutigen Wohlstand bis Überfluss wird es vermutlich nie mehr so alte Menschen geben wie wir sie jetzt noch bestaunen können.

Du siehst, sogar hohes Lebensalter bekommst Du neben lebenslanger Gesundheit hier völlig kostenlos, an diesem Todes- Bedenktag     😉
In diesem Sinne:
paradise your life !

 

 

 


Wir werden gekränkt!

14. April 2016

Laut Reinhard Haller, einem der bekanntesten und renomiertesten Gerichtsgutachter und Psychiater, hätte der Bombenbauer Franz Fuchs, einer der schlimmsten Verbrecher der Nachkriegszeit, durchaus Potenzial gehabt ein großer Wissenschafter wenn nicht sogar Nobelpreisträger zu werden.

Die Schubert- Expertin Rita Steblin lässt uns einen Blick in das Leben dieses todunglücklichen Komponisten tun:
„Schober redete Schubert zu, er möge doch die Gusti Grünwedel, ein sehr anmutiges Bürgermädl, das ihm sehr geneigt schien, heiraten. Schubert war verliebt in sie. Aber er war bitter bescheiden. Er war der festen Überzeugung, ein Weib könne ihn nicht lieben.Er sprang bei den Worten Schobers auf, stürzte ohne Hut fort – zornglühend. Die Freunde sahen sich bestürzt an. Nach einer halben Stunde kam er ruhig wieder und erzählte später wie, er außer sich, um die Peterskirche herumgelaufen sei und sich fort und fort gesagt habe, wie ihm kein Glück auf Erden beschert sei.“

gekränktWas Fuchs mit derselben Energie, die ihm auch eine Traumkarriere bescheren hätte können, seinen Hass- und Vernichtungsfeldzug planen und umsetzen ließ, war ’nur‘ ein ‚kleiner Aspekt‘ in seinem Leben.
Was Schubert verwehrte je glücklich zu sein, war ebenfalls ’nur‘ ein ‚kleiner Aspekt‘ in seinem Leben.

Beide waren gekränkt!
Beide wurden gekränkt!
Durch ihre Kindheit, durch ihr Umfeld, durch ihre Familien, durch ihre ‚Erziehung‘ … einfach gekränkt!

Wir alle werden ständig und vom ersten Tag an gekränkt.
Ja, ‚gekränkt‘, verkrankt! Krank gemacht!
Durch Lieblosigkeit krank gemacht.

Wir alle haben eine völlig lieblose, kränkende Kindheit hinter uns!
Vom ersten Tag an entbehrten wir den Körperkontakt mit unserer Mutter, das harmonisch vertraute immer gleiche Umfeld anderer Mitwesen, bewegte immer wieder wechselnde Naturbilder, die Fülle sinnlicher Natureindrücke, das Bewegen durch alle Lebensbereiche unserer Eltern … wie es jeder kleine Affe erleben darf.
Das alles ist immer noch unser aller Ur- Bedürfnis. Bloß, wir bekommen es nicht mehr befriedigt. Unsere Bedürfnisse werden ignoriert.
Wir werden gekränkt!

Noch!
Denn ab jetzt wird ja alles anders!
Ab jetzt wird dieser Text an alle werdenden Mütter verteilt, in alle Lehrbücher aufgenommen, an allen Schulen unterrichtet …
Jetzt ist Zeit für
paradise your and your babies life !       🙂

 

 

 


Jakob

27. Mai 2014

Ich möchte Euch gern von Jakob erzählen, an den mich kürzlich eine kleine Gruppe von Dohlen erinnerte, die mich sehr neugierig aber auch skeptisch beäugte.

Ich hatte einen, nicht immer einfachen, aber sehr originellen Onkel, einen sogenannten ‚Wo-viel-Licht-da-viel-Schatten‘- Menschen, der als Pfleger in einer psychiatrischen Anstalt arbeitete.
Einige seiner Patienten liebten es, im Frühjahr in die Bäume des Anstaltsparks zu klettern, Jungvögel herauszunehmen und diese von Hand aufzuziehen.
Ich mag so 8, 9 vielleicht 1o Jahre alt gewesen sein, als besagter Onkel bei uns auftauchte und mir eine junge Dohle mitbrachte. Mir war dieses schwarze Ding mit dem stechenden Blick erst nicht ganz geheuer, erweckte aber doch meine Neugierde. Noch dazu, da mein Vater, ein rührender Vogelliebhaber und Herzensmensch sofort begann, sich mit diesem süßen Kleinen mit den hellblauen Augerln zu befassen.
DohleFür meine Mutter war es völlig klar, dass ihr Schwager dieses unmögliche Vieh, das doch sicher nur schmutzt und Arbeit macht, wieder mitnimmt.
Zu spät! Ein Geschenk vom Onkel. Unmöglich für mich, das NICHT zu behalten! Die Diskussion ging noch einige Zeit hin und her, versank für mich aber immer mehr im Nebel meiner Vogelbeobachtung.
Irgendwann wurde ich aus meiner Betrachtungsversunkenheit geriessen durch einen Schrei meine Mutter: ‚Wenn der jetzt in das Sonntagsessen sch….!‘
Der Vogel war immer wieder kurze Strecken in der Küche geflogen und setzte sich irgendwann auf den Rand eines offenen Topfes. – Mit seinem Hinterteil bedrohlich über dem Topfinhalt. Vom mütterlichen Entsetzen aufgescheucht vollführte die Dohle eine springende 180°- Grad- Wende und kackte danach umgehend außen neben den Topf.
Unser Gejohle und meine Begeisterung waren groß und Jakob, wie er bald hieß, in unser aller Herzen.
Jakob wurde gefüttert und beobachtet, bestaunt und herumgezeigt. Er war fortan mein erklärter Liebling und Lebensmittelpunkt. Er begleitete mich bald zu meiner Schule, um, nachdem ich in dieser verschwunden war, heimzufliegen und die Hühner des Nachbarn zu ‚ärgern‘, indem er sich auf den Dachgiebel setzte und ihr Gackern täuschend ähnlich nachahmte. Auch seine Namen ‚Jakob‘ konnte er relativ verständlich ’nachsprechen‘. Er war mein Schatz und die Sensation für meine Schulkollegen wenn er seine Kreise über unseren Küpfen zog oder von Kinderschulter zu Kinderschulter flog.
Im Herbst, als die Zugvogelscharen sich am Himmel zu formieren begannen, wandte Jakob immer neugieriger werdend sein Köpfchen, um nach oben zu lugen. Mir entging auch nicht, dass er dabei immer unruhiger wurde.
Dennoch war ich völlig fassungslos als er eines morgens mit all diesen Schwärmen verschwunden war. Wie konnte MEIN Freund MICH verlassen!?
Das war einer meiner ersten bewusst erlebten Verlassens- Schmerzen …
Doch setzte dieses selten süße Tier dennoch auch einen Keim in mein Kinderherz, der sich im Laufe der Jahre zu einer sehr ausgeprägten Tierliebe und -Achtung entwickelte und diese wiederum zahllosen Tieren das Leben rettete. – Indem ich sie nicht aß! 😉
Nur zu leichtfertig oft, halten wir Tiere mit ihrem ‚Spatzenhirn‘ für belanglos, für unbedeutend, für dumm. Für Kinderherzen aber sieht das ganz anders aus!
Da kann so ein kleines Vogerl mit ein paar Gesten und Blicken schon auch mal eine Menschenlebens- Weiche nachhaltig stellen … 🙂

 

 

 


Menschen eben … ;-)

17. April 2014

Was hat man uns nicht schon in der Kindheit alles an natürlicher Neugierde, an Bewegungsdrang, an Kreativität, Unbeschwertheit, und, und, und .. ‚ausgetrieben‘!
Was haben wir uns seither nicht schon selber alles an ‚Unsitten‘ abgewöhnt! Aufzubrausen, ehrlich zu sein, ‚Flagge‘ zu zeigen, offen zu sein, und, und, und …
Und nun stehen wir da, bar all unserer Antriebe, Interessen, unseres Ich- Seins!
Und nun ‚müssen‘ wir Qi Gong machen, Joggen und ins Fitness- Center gehen, Meditieren, Atmen lernen, Mann/ Frau- Sein wiedererlernen ….
Wir müssen, müssen, müssen!
Ja kar! So ganz ‚ohne‘ wie wir ‚dank‘ der gesellschaftlichen Leitbilder nun sind! … 😉
Das Ganze nennt man ‚Kultur‘, ‚Zivilisation‘ und ‚Gesellschaft‘!

Ebenso machen wir es auch im Außen, machen wir es mit all unseren Entdeckungen, Erfindungen, ‚Verbesserungen‘ und Errungenschaften. Erst verbessern wir vermeintlich alles, um dann die Schäden daraus mühsam zu reparieren.
Was haben wir nicht schon alles Tolles erfunden!?

redball Dass man Tiere töten und ihr Fleisch essen kann!
Bis wir Jahrtausende später erkennen mussten, dass uns das zu Mördern an Mitwesen und zu Krebskranken machte!

redball Dass wir lebenslang Muttermilch nukkelnde Babys bleiben können!
Bis wir erkennen mussten, dass artfremde Milch für uns völlig ungeeignet ist, den milchgebenden Tieren ihre Kinder nimmt und uns eine Reihe schlimmer Krankheiten beschert!

redball Dass wir die Landwirtschaft, den Getreideanbau rationalisieren können!
Bis wir uns in einer Welt voller Kranker, Verschleimter, Allergiker wiederfinden mussten!

redball Wir haben uns das Feuer ’nutzbar‘ gemacht, haben zu Kochen gelernt!
Bis wir jetzt draufkommen müssen, dass wir mit diesem absurd hohen Energie- und Arbeitsaufwand auch noch das Wertvollste der Nahrungsmittel vernichten!

redball Wir haben uns die Arbeiten vereinfacht, die Bauwirtschaft immer weiter perfektioniert und rationalisiert!
Solange, bis wir heute vor einer Welt stehen, deren Regenwälder von Rodungen bedroht sind, deren Grün bald restlos verbaut und zubetoniert sein wird!

redball Was haben wir nicht alles an Maschinen erfunden, die uns (Muskel-)Arbeit abnehmen!
Heute ist unser Problem das Übergewicht, der Muskelschwund und hunderte davon ausgehende Erkrankungen!

redball Wir haben die Bakterien, Viren, Erreger entdeckt!
Und bekämpfen heute völlig hysterisch, aber aussichtslos Kleinstwesen, die schon lange vor uns da waren, uns erst miterschufen und nach uns und all unseren Hygieneaktivitäten sicher immer noch da sein werden! 😉

redball Wir glaubten an unterschiedlichste Götter!
Um irgendwann einsehen zu müssen, dass diese uns weder gegen unsere Krankheiten noch unsere Kriege feien.
Wir durften erkennen, dass sie uns als ihr Ebenbild geschaffen haben, dass WIR die Götter sind und unsere Zukunft und unser Schicksal erschaffen!

redball Oder, um den Kreis zu schließen: Was haben wir nicht alles an uns selber geändert, vermeintlich verbessert!
Um danach völlig ‚ausgehöhlt‘ und ‚blank‘ aller Persönlichkeit dazustehen und sich in das ‚Tun müssen‘ stürzen zu müssen!

Aber so sind wir Menschen eben. Wir sind hier um Erfahrungen zu machen. – Manche schmerzhaft, manche aus Pflichterfüllung, manche aus Lebensfreude 😉
Wie doch gleich könnte man diesen letzten Punkt anders, besser formulieren?
Vielleicht mit
paradise your life?              😉

 

 

 


Eine Rad- Tour …

31. März 2014

TraisentalGestern. Ich radle bei herrlichstem Sonnenschein und bezauberndstem Frühlingsbeginn das Traisental entlang.
Unendlich viele Blüten, Düfte, herrliches Vogelgezwitscher, das Rauschen des Flusses, das viele zarte Grün, die vielen herrlichen Wildkräuter, süße ‚Köpfchen unter Wasser, Schwänzchen in der Höh‘- Enten, radelnde, joggende, spazierende Menschen … einfach herrlich!
Ein Geschenk der Natur!
Ein Geschenk des Lebens!
Für mich, vom Aufinden, übers Ernten bis zum Zubereiten, auch noch eine Giersch-, Bärenklau-, Brennessel-, Löwenzahn-, Bärlauch-, und, und, und … Orgie!
Herrlich!
Plötzlich seh ich an einem entgegenkommenden Radfahrer ein mir bekanntes Gesicht.
Er zischt an mir reaktionslos vorbei. Ich bin mir sicher! Das war der Franz!
Ich wende, rufe ihm laut nach: ‚Heeeeee Franz!‘
Er stoppt und blickt verwirrt nach hinten bzw. mir entgegen.
Während des Näherkommes denke ich mir ‚Holla! Ist der nicht schon gestorben!?‘
Ich erreiche ihn und sag dennoch: ‚Hallo Franz! Kennst mich nimmer?‘
So von Angesicht zu Angesicht kommen mir nun Zweifel und tatsächlich sagt auch er: ‚Kennen wir uns?‘
‚Bist Du nicht der F… Franz?‘ frage ich, obwohl ich nun weiß, dass er allein schon altersmäßig es nicht sein kann.
‚Nein, sein Vater!‘ höre ich.
Nun bin ich mir sicher. Ich hatte vor Jahren die Totesanzeige des Franz gesehen. Es tur mir leid, ihn mit seinem Vater verwechselt zu haben.
Ich beginne meine Erklärungs- und Entschuldigungs- Suada ….
‚Ich erinnere mich, Du warst ein Schulkollege von ihm!‘ unterbricht er mich.

Wir plaudern lange. Es wird mir immer klarer …
Und deshalb schreibe ich das hier jetzt für Euch auch noch auf:

Das Leben ist ein Geschenk und immer wieder eine Überraschung!

In diesem Fall aber, hab ich unendlich viel zu lernen!
Franz war ein schüchternes Kind, das ich – ich sags wie es war – zur Sau gemacht hab. Ich hab ihn drangsaliert,lächerlich gemacht, ihn verspottet … ich kann mir heute gar nimmer vorstellen, was ich ihm so alles angetan hab, wie sehr ich ihn verletzt hab.
Und – warum ich das hier jetzt – Asche auf mein Haupt streuend, schreibe: Es tut mir heute rückblickend unendlich Leid. Doch ich kanns weder ändern noch nachvollziehen welche Teufel mich damals geritten haben ….

Der Franz hat unter unseren Verspottungen sogar in die Hose gemacht, was uns alle noch heftiger über ihn ‚herfallen‘ ließen. Er wurde in der Folge zu einem sehr introvertierten Schüchternen. Er machte seine Schulkarriere, ging in den Außendienst, arbeitete hauptsächlich im damaligen Ostblock, hatte privat bzw. beziehungsmäßig viel Pech. Er heiratete schließlich eine Russin, die ihn nur zur Flucht in den Westen missbrauchte und ihn in Österreich umgehend verließ und vor den Kopf stieß. Er vereinsamte, trank und erkrankte schließlich an Krebs. Sein Vater erfuhr erst nach seinem Ableben von seiner Geschichte.

Der weitere Weg war mir sehr schwer. So wunderbar all die Frühlingsboten, so tragisch dieses verwichene Leben, dieses Schicksal! So schlimm meine Rolle darin!

Warum ich das hier erzähle?
Mir wurde beim Weiterradeln klar, aus wievielen ‚Puzzle- Teilen‘ wir zusammengesetzt sind. Wieviele Puzzleteile unser Glück und Schicksal bestimmen.
Wieviele solcher Puzzleteile wir durch unser Sein, durch unsere Äußerungen, durch unser Verhalten, mit unseren Worten, tagtäglich an andere verteilen!

Natürlich bin ich nicht der Lenker von Franz’s Schicksals! Natürlich hab nicht ich allein, ihn ‚gemacht‘!
Natürlich hätten auch völlig andere Vorkommnisse sein Leben derartig gestaltet können …
Dennoch, mit einem anderen Schulkollegen wären auch andere Weichenstellungen seines Lebens denkbar gewesen …

Ich freue mich unendlich über jedes Watt an Energieeinsparung, über jeden Vegetarier mehr, über jedes Schrittchen an Bewusstheit mehr, zu unserem Verhalten. Ich freu mich über jede Bewusstwerdung von zuvor gedankenlosem Konsumverhalten.
Ich freue mich aber auch über all unsere Möglichkeiten! Über all unser Glück, unsere Zufriedenheit, all dessen, was wir konsumieren und lernen dürfen.
Nun wurde mir aber wieder einmal bewusster, wie sehr wir unsere Mitmenschen, unsere Mitwelt beeinflussen. Wie sehr wir die Engel oder Teufel Anderer sind. Wie sehr wir an einer lebenswerteren Welt, wie sehr wir an unser aller Paradies, wie sehr wir am Glück anderer, … und letztendlich an unserem eigenen Schicksal mitwirken.
Mit jedem Wort, mit jeder Tat, mit jedem Lächeln!