Welcher Typ bist Du?

26. Juli 2010

Unsere Art, unser Charakter lässt sich nach vielen Gesichtspunkten beurteilen und bewerten. Hier ein eher unüblicher Ansatz:
Versuch vielleicht mal zu beobachten, ob Du bei Problemen zur ‚inneren’ oder ‚äußeren’ Lösung tendierst. Ob Du lieber alles selber erledigst, ev. Deine Bedürfnislage änderst oder ob Du eher Arbeiten vergibst, auf Deinen Bedürfnissen bzw. deren Befriedigung beharrst.
Natürlich ist beides legitim. Bloß leben wir in einer so extremen ‚Außen- Lösungs- Welt’, dass uns die Wiederentwicklung unserer ‚Innere- Lösungs- Kompetenz’ nur nützen könnte.
Sieht man sich das Tierreich und damit unsere eigene Vergangenheit an, wird deutlich, dass hier praktisch alles selber gelöst wird. Da stehen Enten ohne Schuhe und Socken auf dem Eis, da wird gefressen wie es erlegt wurde oder gewachsen ist, da laufen Tiere problemlos durch sengende Hitze und sitzen im Regen auf Ästen.
Unsere Zeit und Gesellschaft ist ziemlich das genaue Gegenteil. Wir verändern praktisch alles, passen alles unseren Bedürfnissen an. Wir klimatisieren unsere Räume, planieren unsere Landschaften, lassen uns fahren und fliegen, wir kochen, verarbeiten, färben und aromatisieren unsere Nahrung, grenzen ab durch Mauern, durchbrechen Berge, beschatten und beleuchten uns, und, und, und.
Was wir uns damit eingehandelt haben, wie sehr wir damit unsere ursprünglichen Regelungs- Fähigkeiten verloren haben, wie sehr wir uns damit geschadet haben, dämmert erst wenigen.
Es ist wunderbar, sich zu beobachten, seine Bedürfnisse genau zu kennen und zu erspüren. Aber versuch dennoch mal, etwas von Deinem Ego- Trip, dass alles haarklein Dir angepasst sein muss, runterzukommen. Lass Dich überraschen von anderen, neuen Geschmäckern, von der Reaktion anderer auf Dein geändertes Outfit oder Verhalten, von den Geschichten völlig uninteressanter Menschen, etc.
Versuch Dich in Arbeiten, die Du noch nie gemacht hast, nimm neue Herausforderungen an. Geh zu Fuß, wohin Du sonst mit Auto, Bus oder U- Bahn fährst. Sprich Leute an, mit denen Du noch nie Kontakt hattest. Geh zu Veranstaltungen, die Dir bisher völlig fremd waren.
Und versag Dir, umgekehrt, mal das Gewohnte. Verzichte auf einen Kaffee, auf ein make-up, auf den Lift, auf das Auto, auf die tägliche Routine.
Versuche, die ‚innere Lösung’ auf möglichst viele Bereiche auszudehnen. Du gewinnst dadurch, Du stärkst Dich, Du härtest Dich ab, Du lernst Neues dazu, Du wirst neue Erfahrungen machen.

 


Dummköpfe mit Bestnoten

25. April 2010

Es zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben, dass ich immer wieder Menschen traf, die beste Positionen innehatten, bei Kursen und in Schulen Bestleistungen erzielten, etc. aber einfachste Dinge nicht verstanden, ja oft sogar nichteinmal wahrnehmen konnten. Mich hat das sehr beschäftigt.
Eine mögliche Teil- Erklärung bekam ich in einer Psychologie- Vorlesung über fluide und kristalline Intelligenz.
Die letztendliche Erklärung dieser häufigen Diskrepanz aber ist mir erst seit kurzem klar und zeigt wieder mal, wie sehr wir die Unsinnswelt, die wir uns errichtet haben verselbstverständlicht haben und ihre Fehler gar nicht mehr wahrnehmen. Der ‚Zaubersatz’ lautet:

Entmündigung durch Erziehen zum Wissensammeln,
anstatt zum Selberdenken!

Sieht man sich in der Natur um, fällt schnell auf, dass jedes Wesen alle Fähigkeiten hat, die es für einen erfolgreichen Start braucht und danach alle Voraussetzungen gegeben sind sich den lebenstüchtigen Rest anzueignen und durch Erfahrung zu lernen.
Das ergibt ein Gefühl und die Gewissheit der uneingeschränkten Kompetenz. Jedes dieser natürlich gewachsenen Wesen ist seine einzige und oberste Entscheidungs- Instanz.
Das heißt, es geht schon einmal mit der unverbrüchlichen Sicherheit alles schaffen zu können an jede Sache heran und wird dann auch noch nach jedem Erlebnis bestätigt in der Richtigkeit seines Tuns.

Wie sieht es bei uns Menschen aus?
Von Anbeginn an wird angenommen, dass wir nichts können, erst alles lernen müssten. Und dieses Lernen sieht so aus, dass uns praktisch jede eigene Erfahrung abgenommen und uns alles ‚vorgekaut’ wird.
Das ergibt einen völlig unselbständigen, unsicheren und abhängigen Menschen, der für jeden Furz ein Lexikon, das Internet, einen Fachmann, eine Institution, eine Schulung u.Ä. braucht.
Die innere Einstellung, das Selbstbewusstsein (in einem ursprünglicheren Sinn) ist dementsprechend unsicher bis desaströs.
Und aus unserer natürlichen Fähigkeit eigene Erfahrungen zu machen, mit eigenen Überlegungen Lösungen zu finden, sozusagen aus ‚Innenwissen’ wurde das kritiklose Auswendiglernen von ‚Außenwissen’.
Dieses wird dann abgeprüft und für Karriere- Weichenstellungen herangezogen.
Dass damit in der Millionen- Show Geld gewonnen werden kann ist nett. Dass damit die Menschen lebensuntüchtig, unselbständig und damit abhängig gehalten werden, eine Katastrophe.
Dass solche Menschen natürlich auch höchst anfällig für Werbung, Religionen, Medien und ‚falsche Propheten’ sind, die nichts (logisch) begründen, sondern bloß werbetechnisch illustrieren, ‚vorbeten‘ oder sich maximal auf ‚wissenschaftliche Erkenntnisse’, beziehen, ist klar.

Ich fürchte, ich kann in diesem Rahmen hier nicht den ganzen Umfang darstellen, wie sehr wir uns unsere Möglichkeiten beschränken bzw. beschränkt wurden und werden.
Doch da nahezu alle gleich ‚dumm’ und ‚klein’ gehalten werden, fällt es kaum jemandem auf und alle sind – nach außen hin – zufrieden. Jeder freut sich und hält sich für gebildet, wenn er eine sinnlose Rätsel- Frage beantworten kann. Keinem fällt auf, dass er nur An- und Auswendiggelerntes aufsagen kann.
Tief verschüttet, im Inneren aber, sind wir alle Götter, die alles
könn(t)en! – Mach Dich ans Ausbuddeln … 😉 und

paradise your life !