Die grünen Kreuze

7. November 2019

Vielleicht hast auch Du sie schon gesehen. Ausgehend von Deutschland, angeblich von einem Bauern Willi, demonstrieren Landwirte, durch das Aufstellen grüner Kreuze, gegen die, für sie immer schärfer werdenden gesetzlichen Vorschriften und gegen den globalen Preisdruck.

Ich weiß nicht was mit den Leuten los ist. Allerorten drängen die Menschen politisch nach rechts, geben sich völlig dem entmündigenden Konsumismus hin und nun weinen auch noch die Bauern alten Giftsptitzerzeiten nach. Alles Auswüchse, die unsere Schöpferkraft, samt einer strahlenden Zukunft, mit Füßen treten und längst Vergangenes anhimmeln.

Doch vielleicht erliege ich auch bloß einer Schiefsicht, die aus meinem bisherigen Leben resultiert. Als Kind schon war ich neugierig auf alles, mir noch Unbekannte. Als Techniker glühten mir die Ohren vor Erfindergeist und Schöpferdrang. Und wer meine Aktivitäten als Gesundheitstrainer oder auch nur diesen blog hier kennt, weiß, dass es mein Credo ist, dass wir völlig klar und eindeutig als schöpferische Wesen angelegt sind. Zudem ist individuelles Gestalten ja auch noch höchst einfach und lustvoll.

Auch sollte mensch bedenken, dass die nach vorne hin offene Zukunft unzählige Möglichkeiten bietet, während die Vergangenheit unveränderlich und bereits bekannt ist und vor allem die damals gemachten Fehler bekannt und angenommen sein sollten. Es ist doch wunderbar aus Fehlern zu lernen und Schritt um Schritt vorwärts zu gehen.
Was bitte sind das für Menschen, die alten Fehlern nachtrauern oder sie gar prolongieren wollen!?

Vor ein paar Tagen erst sprach ich mit einem Jungbauern, der längst verbotenen, unsäglichen Giften, wie Lindan, nachweinte bzw. meinte ‚Mit denen wären alle meine heutigen Probleme lösbar‘. Argumenten wie ‚Seien wir doch froh – eh erst viel zu spät! – erkannt zu haben wie schädlich dieses Zeug doch für uns alle ist‘, war er völlig unzugänglich.

Ich versuch‘ jetzt einmal einen Brief an diese Grün-Kreuz-Bauern:

Liebe Bauern!
Ihr braucht nicht zu protestieren, zu demonstrieren! Ihr seid nämlich keine Arbeiter, keine Angestellten, keine Studenten, keine Unselbständigen, – sondern Unternehmer!
Dessen solltet Ihr Euch besinnen!
Unternehmer schaffen und gestalten, anstatt zu jammern!
Dass Ihr ehemaligen ‚Landherren‘ Euch von Saatgut- und Chemie- Multis zu deren verlängerter Werkbank degradieren habt lassen, ist Euer Problem!

Ihr, am Beginn eines Großteils all unserer Nahrungsketten solltet eigentlich die Vorreiter, die ‚Lokomotiven‘ die Innovatoren und Promotoren neuer Produkte sein!
Doch Ihr führtet immer nur aus, was andere in die Welt brachten; erst Kunstdünger und Spritzmittel, danach das BIO- Marktsegment.

Ihr habt den finanzmächtigsten nur denkbaren Kundenstock vor Euch! Wir alle müssen essen!
Dass man daraus nicht selber ein Megageschäft macht, sondern sich von Zwischenhändlerketten auch noch erpressen lässt, ist eine traurige ‚Leistung‘ für sich!
Doch so wie Ihr früher über Eure Knechte und Mägde ‚drübergefahren‘ seid, behandelt Ihr heute noch die Konsumenten. Ich selber kenne zahllose Beispiele, dass Konsumenten gegen ihre Intention im Ausland bestellen müssen, weil einheimische Bauern nicht willens sind, ihre alten Mustern auszuweiten.

Ich denk mir, wir alle sitzen doch im selben Boot. Jeder Konsument wird gerne für gute Ware gutes Geld geben.
Und jeder auch nur einigermaßen mitdenkende Bauer wird sich doch freuen über neue Erkenntnisse und neue Lösungen finden, anstatt seine Kunden aus Denkfaulheit weiterhin zu vergiften.

In diesem Sinne wären mir faire Bauern die mit ihren grünen Kreuzen auf solch eine neue Denk- und Arbeitsweise aufmerksam machen wollen lieber als dieses derzeitige lächerliche Grün-Kreuz-Gestrampfe.

Gönnt Euch doch nach Eurer Bauernzeitung vielleicht auch öfter mal den – blog! Der ist innovativ und immer seiner Zeit voraus!

 

 

 


10 Milionen Quadrat- Kilometer …

30. Oktober 2019

… also ca. die Fläche Kanadas, des zweitgrößten Landes der Erde, wird laut FAO (Food and Agriculture Organization of UN) benötigt, um Nahrung zu produzieren, die niemand isst!

Durch die ineffiziente Produktion tierischer Erzeugnisse gehen Kalorien verloren, die bei der Ernährung von Menschen fehlen.
Somit werden absurder Weise Nutztiere zu Nahrungskonkurrenten der Menschen gemacht.
Allein aus diesem Kalorienverlust aus der Produktion tierischer Lebensmittel könnten laut UN 3,4 Milliarden Menschen ernährt werden.
Ganz profan ausgedrückt: Die Nutztiere der Reichen fressen den Hungernden das Essen weg.

Trotz Klima- Diskussionen ist kein Rückgang dieses Wahnsinns auszumachen. Ganz im Gegenteil! Zwischen 1961 und 2011 ist der weltweite Fleischkonsum um ein Drittel gestiegen. Und wird weiter steigen. Indien, das ‚vegetarischte‘ Land der Erde steigt eben massiv auf Fleischverzehr um und China, wo bis vor kurzem Milch als ‚Ekelschleim‘ galt setzt nun voll auf Milchprodukte …

Auch die Bauern bzw. die Agro- Industrie will nichts von einer Abkehr, ihrer derzeitigen Umweltzerstörung durch Giftspritzen und Kunstdüngen wissen, obwohl absehbar ist, dass die Kali- und Phosphor- Vorräte bis 2050 erschöpft sein werden.

Trotz aller vorgeblichen Rationalisierungen in der Landwirtschaft, ist kleinbäuerliche Arbeit, bezogen auf die Fläche, immer noch weitaus effizienter.
Zusätzlich noch entfallen mit solch regionalen Produktion Unmengen an Transportkosten und -belastungen!

Obwohl Ernährungssouveränität für jedes Land der einzig sichere Versorgungs- Garant ist, haben nur 6 Länder von 194, das in ihrer Verfassung festgeschrieben: Ecuador, Nepal, Venezuela, Mali, Bolivien und Ägypten!

Wir zahlen jedes Kilo Fleisch doppelt!
Einmal im Laden und einmal über Steuern, mit denen diese vielen Schäden an Umwelt und Gesundheit ausgeglichen werden müssen. Dazu kostet in Europa die völlig ver-rückte EU- Subventionspolitik für Agro- Industrien, nocheinmal!

Österreich könnte, laut einer Studie der BoKu Wien, den gegenwärtigen Nahrungsbedarf zu 100% aus flächendeckendem Biolandbau decken, sofern die vermeidbaren Lebensmittelabfälle um nur 25%, und der Fleischkonsum um nur 10%, reduziert würde.

Diese und andere ‚Weisheiten‘ hab ich dem neuesten ‚Freude‘- Heft entnommen, das auch Du Dir von der Firma Sonnentor kostenlos zuschicken lassen kannst:

Freude – Abo

 

 

 


Die Hand drauf!

9. Juli 2019

Falls die ÖVP bei der nächsten Wahl wieder stimmenstärkste Partei werden sollte, was ich den Wählern in dieser Situation zutraue, wird es eine Glyphosat- Ausnahme- Regelung für die Landwirtschaft geben.

Ein Jungbauer, mit dem ich über dieses Thema sprach meinte im Brustton der Überzeuhgung: ‚Das beste Mittel das wir je hatten. Unmöglich heutzutage ohne dem zu arbeiten!‘
Ich konnte ihm nur erwidern: ‚Frag mal Deinen Vater, wie gut das früher ganz ohne Gift ging! Als ich jung war, waren alle Felder voll mit Leuten die das Unkraut wegharkten. Nur weil Du dafür zu faul bist und meinst ein Recht darauf zu haben die ganze Arbeit in einer Stunde Traktor- Drüberbrausen erledigen zu können, heißt das noch lang nicht, dass es anders nimmer geht!‘

Es ist ja absurd. Diese heutigen Traktormonster werden immer größer und mächtiger, obwohl die Ackerflächen ja nicht mehr wurden.
Wenn ich bedenke, dass genau dieselben Flächen wie heute, vor ein paar Jahrzehnten noch mit diesen kleinen Steyr-, Hanomag-, MAN-, oder andere Traktoren, die heute Liebhaberwert haben und noch immer laufen, bearbeitet wurden und genauso Erträge abwarfen, wird mir fast physisch schlecht.

Damit will ich aber keineswegs die Landwirte verurteilen. Es ist der völlig kranke Zeitgeist, der uns glauben macht, mit ein paar Tastendrücken unser Auskommen, wenn nicht sogar Luxusleben ‚erarbeiten‘ zu können.
Ich hab selber in einer Firma mitgearbeitet, in der die Leute Schreibtisch an Schreibtisch sitzend, miteinander mailten …
Oder so Manager! Die ernsthaft meinen, mit ein paar Gesprächen und Telefonaten pro Tag ‚gearbeitet‘ zu haben …

Ich hab’s schon einige Male hier geschrieben: Wir sollten wirklich hinsehen! Die Augen öffnen!
Wer sich für wirkliche Arbeit zu gut ist, wer sich nicht bewegt, wer nicht anpackt, wer immer nur sein Rasierklingen- schmales Berufsfeld beackert, wer nicht hilfsbereit ist, ist ein Loser.
So sieht’s aus!
Denn tüchtige Leute sind gerne breitbandig, flexibel, können alles, tun alles, packen überall mit an.
Und beschränken sich nicht selber, durch unerklärlich hochbezahltes Spezialistentum.
Denn was heißt den Spezialistentum? Von einem Beistrich alles, vom ganzen Satz aber, gar nix zu verstehen!
Oder!?

Positiv gesagt: Es gibt nichts Geileres,

als herumzugärtnern,
eine schnelle Lösung für die Kinder, Enkel, für den Hasen zusammenzunageln,
etwas zu reparieren,
zwischendurch einen blog- Beitag zu schreiben,
eine Runde mit dem Rad zu fahren,
mit Leuten zu plaudern,
etwas Künstlerisches zu schaffen,
Gesundheits- Tipps und Hilfen geben zu können,
Tiere zu beobachten,
alten Leuten zu helfen,
Herumzuschmusen,
mit Kindern oder Hunden herumzutollen,
durch den Wald zu streifen,
eine Wiese abzunaschen,
und, und, und …
Damit fühlt man sich ‚ganz‘! – Und nicht als eindimmensionaler Spezialist.

In diesem Sinne:

 

 

 


Deine Mitschuld!

21. Mai 2019

Jaja, duck Dich nur, leugne nur, erklär Dich für unschuldig!
Doch wer, glaubst Du, ist verantwortlich für all unsere heutigen Verbrechen!?
Für all das Glyphosat, für all den Hunger in der Welt, für all die Kriege?

Du!
Ja! Auch wenn Du es nicht glaubst, nicht fassen kannst, Dich für unschuldig hältst: Du bist Täterin/ Täter, zumindest Mittäter/ Mittäterin!
Denn wer bräuchte Glyphosat, wenn nicht die Konsumenten, die damit behandelte Produkte, nachfragen und kaufen würden!?
Mais ist das schlimmst’behandelte‘ Landwirtschaftsprodukt.
Und warum ist der Mais das häufigst Angebaute?
– Weil Du Fleisch isst, das mit Mais aufgezüchtet wurde!
Doch selbst Veganer konsumieren Mais!
Und wenn auch nur als die allgegenwärtige Stärke in unzähligen Produkten, wie z.B. den so hochgelobten Zuckerersatz- Süßstoffen.
Doch wer kümmert sich schon darum, woher seine Produkte stammen? Wie sie gewonnen wurden!? …

Oder der Hunger in der Welt! Es ist bekannt, dass wir ein globales Nullsummenspiel spielen …, naja, spielen … für die meisten bedeutet dieses Spielen, Sterben!
Was der eine zuviel für seinen Gaumenzitzel verbraucht fehlt anderen, bringt andere zu Tode!

Und die Kriege!
Guck Dir Kriegs-, Nazi- oder andere Gräuelfilme an! Sprich mit 2. Weltkriegs- Überlebenden. Sieh Dir Kriegsdokus, sieh Dir bis zum Erbrechen all dieses kriegsverursachte Leid an!
Und woraus entsteht das!?
Aus unserer sozialen Friedferigkeit, Entspanntheit, unser allen entgegengebrachte Liebe?
Oder unserer kleinkarierten Streitsucht? Unseren kleinen Minderwertigkeits- und Ego- Spielchen?
Ja! Sieh nur hin!
WIR sind es, die Kriege verursachen und initiieren!

Oder diese vielen, vielen tod- und leidbringenden Waffen!
Wir! Ja, wir, in unseren satten und zufriedenen Ländern sind es, die Waffen produzieren!
Ja! In die ganze Welt liefern wir Waffen!
– Und freuen uns auch noch über den positiven Effekt unseres Bruttosozialprodukts!

Leute, was geht da ab!?
Wie konnte ein derartig wahnsinniges Virus von uns allen Besitz ergreifen? Konnte uns unser Paradies rauben?

Ich sag’s Dir!
Es passierte, als wir uns selbst, unser Selbst, vergaßen! Als wir uns ‚in den Kopf‘, ‚in die Logik‘ begaben, als wir unser Herz vergaßen!
Logik, Geist und Kopf sind wunderbar. Doch nur Werkzeuge, die wir kurzfristig aus der Werkzeugkiste holen und nicht zu unseren Steuermännern machen sollten.

Das ist der Grund, warum ich von den wunderbaren Rohkost- Erfolgen weiterging, warum mir wichtig ist, dass wir die rohköstlich erworbene Feinsinnigkeit auch sozial weiterentwickeln und uns nicht mit läppischem Gewichtsreduktionen, Gesundungen, Fitness- Zugewinnen oder Haushaltsbudget- Verringerungen zufriedengeben.

Wir sollten endlich unser Potiential, völlig neue Welten zu erschaffen, alles Leid dieser Welt hinwegzufegen, wahrnehmen.
Die Rohernährung gibt uns alle dazu erforderliche Feinsinnigkeit und Energie.

Ach, was sagt ich!?
Wir ’sollten‘ nicht! Wir ‚dürfen‘!
Wir bereits privilegiert Leidfreien dürfen helfen, dürfen uns verbreitern, dürfen ‚die Welt retten‘!

Vergiss nicht, es gab im Laufe unserer Entwicklung/ Evolution weitaus mehr Tote als Überlebende!
Doch dennoch bist Du das vorläufige Ende eines Überlebensstammbaumes und das Produkt zahlloser naturrichtig und warmherzig Handelnder.
Auch Du selber hast Dein Leben ähnlich wunderbarer Ahnen zu verdanken.
Deren Liebe zu uns, sollten wir danken durch grenzenlose Liebe zu uns und unseren Nachkommen.
Meinst Du nicht auch?

Heut‘ hab ich Dir in obigem Artikel eine Aufgabe gestellt.
Ich hab selten wunderbare Wahrheiten mit grottenfalschtem Irrtum vermischt
Kommst Du dahinter, was richtig und was falsch ist?
Lies morgen unbedingt die Ergänzung und Auflösung zu diesem Beitrag!

 

 

 


Anastasia-Realität

22. Oktober 2018

Russland zeigt vor wie mit ca. 35 Mio ‚Hinterhofbetrieben‘, Datschas genannt, fast 80% des Gemüses und fast 90% allen Obstes produziert werden können.
– Und das völlig nachhaltig und ganz, entgegen der westlichen, von der US- amerikanisch beeinflussten, Presse getrommelten Notwendigkeit industrialisierter Landwirtschaft, Agrochemie und Gentechnik!
Dieses System wird nicht nur vom Bestseller- Autor Wladimir Megre in seinen absolut empfehlenswerten Anastasia- Büchern zusammenfantasiert, sondern wird im ‚bösen Putin- Osten‘ gesetzlich durch das Recht auf 1- 3 kostenlose Hektar pro Familie ermöglicht.
– Während im ach so ‚freien‘ Westen sich jedes junge Paar schon für die üblich läppischen 300 qm für den Hausbau auf Jahre verschulden muss.
Dass dann auch noch Obst und Gemüse, das nur in Supermärkten gekauft werden kann, so bedenklich Gift- belastet ist, dass sich dessen Produzenten davor schützen müssen, ist mittlerweile allgemein akzeptierter, aber deshalb nicht weniger skandalöser Fakt.

In diesem Sinne: Es gibt paradiesische Alternativen! Nimm sie Dir =

 

 

 


Prinzip Hoffnung

2. März 2018

Die Schweizer Fitnestrainerin Franziska Herren will nichts weniger als die Landwirtschaft revolutionieren. Sie will, dass keine Subventionen mehr in zerstörerische Landwirtschaft fließen, die mit Pestiziden und Antiobiotika den Boden vernichten. Franziska hat mit ihrer Intiative mit über 100.000 Unterschriften in Rekordzeit erreicht, dass es eine Volksabstimmung dazu geben wird in der Schweiz.

Die Geschichte von Franziska zeigt ganz wunderbar, was eine Person bewegen kann.
Und fast schon absurd einfach: Weißt Du wie sie dazu gekommen ist?
Hat sie Ökologie studiert? Einen Fachartikel gelesen? Wurde ihr Bruder Landwirtschafts- Opfer?
Nichts von all dem!
Sie hörte schlicht und einfach ’nur‘ eine Milch- und Mutterkuh, der das Kalb genommen wurde, schreien!

Also schrei!
Oder horch sensibel auf Schreie!
Und tu! – Im sinne von
paradise your life!

 

 

 


68 Prozent heiße Luft

15. Juni 2017

Diesen köstlichen Artikel vom einmaligen Fred Grimm entdeckte ich kürzlich in einem SCHROT & KORN und kann ihn Euch unmöglich vorenthalten:

68 Prozent heiße Luft
Neulich hat die Verbraucherzentrale Hamburg mal wieder nachgemessen. Regelmäßig überprüfen die Experten, wie Kosmetik- und Lebensmittelhersteller durch die Verpackungen mehr Inhalt vortäuschen als drin ist. Der Trick ist simpel: Man lässt Zahnpastatuben oder Frühstücksflockenkartons so groß wie vorher oder vergrößert sie, packt aber weniger rein. Fertig ist die versteckte Preiserhöhung. Wer liest schon ameisenschissgroße Mengenangaben auf der Packung? Besonders unverschämt zeigte sich diesmal der Anbieter einer Augencreme, deren Dose erstaunliche 68 Prozent Luft enthielt.

Übertriebene Verpackung, 68 Prozent heiße Luft – und schon sind wir bei Christian Schmidt. Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft sorgt unter anderem dafür, dass die Folterfleischindustrie hoch subventioniert und ungestört „Nutztiere“ in lichtlosen Wurstfabriken quälen und giftige Gülle in die Böden leiten darf. Die Kosten für das verseuchte Grundwasser übernehmen die Steuerzahler. Herr Schmidt hält auch wenig davon, etwas gegen den Antibiotika-Missbrauch in der Tierhaltung zu tun – durch den wir allmählich resistent werden gegen lebensrettende Medikamente.

Und weil man ohnehin nicht zu viel regeln sollte, sorgte Herr Schmidt auch mit dafür, dass der Gentechnik-Anbau in Deutschland nicht verboten ist. Meine Güte, soll man sich denn überall einmischen? Überhaupt bevorzugt der Fachminister eher „freiwillige Lösungen“. Die „Lebensmittelampel“ zum Beispiel, die Supermarktkunden leicht verständlich auf den Packungen anzeigen würde, ob die Sachen zu viel Fett, Salz oder Zucker enthalten, die mag der Herr Minister so gar nicht.
Im Handel hat sich offenbar eine art Veggie-Mafia eingeschlichen

Nun aber hat Christian Schmidt plötzlich doch den Lebensmittelpolizisten in sich entdeckt. Von der breiteren Öffentlichkeit unbemerkt, hat sich im Handel offenbar eine Art Veggie-Mafia eingeschlichen, die nichtsahnenden Bürgern unter Namen wie „Veggie-Schnitzel“ oder „vegetarische Currywurst“ pflanzliche Produkte unterjubelt. Dies sei „komplett irreführend und verunsichert die Verbraucher“, wütete Schmidt und setzte sich dafür ein, dass der „arglistige“ Tofu-Terror „im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten“ wird. Man sieht sie vor sich, die zahllosen geprellten Fleischesser, die beim Biss in ein Veggie-Schnitzel spontan das Vertrauen in eine Industrie verlieren, die ihnen doch sonst zuverlässig Elendsfleisch von tierfeindlich gehaltenen Lebewesen garantiert. Mein Vorschlag: Wir erfüllen Minister Schmidt seinen Wunsch und verzichten auf die Aufschrift „vegetarische Currywurst“. Dafür kommen auf sämtliche Echtfleischprodukte ehrliche Fotos aus der Tierfabrik und nicht mehr die Lügenbilder von saftigen Weiden. Im Sinne „einer klaren Verbraucherkennzeichnung“, versteht sich.

Diese Kolumne ist hier im Original nachzulesen.