Ein Häuschen als Geschenk

16. April 2012

Ich schreibe hier ja immer wieder gerne von der Reichhaltigkeit, Freigiebigkeit und Fülle der Natur.
Dass sich das nicht nur auf die Luft, das Wasser, den Boden, die Mitwesen, die Nahrung, und, und, und bezieht, sondern dass die Natur auch nette Häuschen für uns bereithält – natürlich mit etwas von unserem Grips dazu! – zeigen nicht nur zahllose Strohballen- Lehm- Häuser, Jurten, Blockhäuser, etc., sondern in besonders gelungenem Maß auch der Waliser Fotograf Simon Dale.

Gemeinsam mit seinem Schwiegervater errichtete er das Haus in Handarbeit – ohne Vorkenntnisse. Benutzt wurden nur eine Kettensäge, ein Hammer und ein Meißel. Nach vier Monaten war es einzugsfertig. Kosten für das Haus: knapp 4000 Euro. Verwendet wurden natürliche Materialien und Baustoffe aus Abrissen und von Schrottplätzen.
Das Haus ist in einen Hang gebaut, was eine perfekte Isolierung darstellt, die durch Strohballen im Boden und den Wänden ergänzt wird. Das Dach besteht aus einer Spirale aus Baumstämmen, die Wände sind aus Steinen und Lehm und wurden mit Kalk verputzt. Das Ofenrohr des Holzofens wird vor dem Austritt durch Lehm geführt, um die Wärme maximal zu speichern. Der Kühlschrank wird über Kaltluft betrieben, die durch das Erdreich geführt wird, Solarpanels erzeugen Strom für Licht, Musik und Laptops und eine Komposttoilette spart Wasser.
Umgeben ist das Haus von einem Permakultur-Garten, welcher der Familie einen Teil der Nahrungsmittel liefert.

Wer Appetit bekommen hat, bekommt auf Simon’s website sogar noch eine Bauanleitung ‚mitgeliefert‘ …

 
PS: Bin ich sehr bös‘, wenn ich tippe, dass das größte Problem beim Bau eines solchen Hauses die Auflagen der Behörden wären? 😉

 


So einfach entsteht ein Haus

7. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Ich hab immer wieder bei meinen Vorträgen und Seminaren den Menschen Strohballen- Lehm- Häuser ans Herz gelegt, die kaum Geld kosten und auch optimal ökologisch bzw. wärmedämmend sind. Meines Wissens hat noch niemand meiner Gäste davon Gebrauch gemacht.

Hier wird das, zwar nicht mit Strohballen, aber doch, gelebt.
Erst werden Stöcke in den Boden gesteckt, darauf ein umlaufender Dachkranz genagelt, der das Dach trägt.


Dieses Holzgerüst wird mit der Erde vor Ort, mit Wasser und Stroh vermischt,

 

 

 

 

 
zugeschmiert (rechts) und in manchen Fällen dann noch Kalk- verputzt (links).

Manche kombinieren das auch recht pfiffig …



 

 

 

 

 

 
Besonders süß sehen für unsere Augen die strohgedeckten Rundhütten aus, die es noch vereinzelt gibt. Diese hier war besonders interessant, da sie vollgestopft war mit hochkompliziertesten Mathematik- und anderen Fachbüchern. – Ein Student bewohnt sie.