Leider …

23. September 2019

Leider, leider scheint es nicht anders zu funktionieren. Leider scheinen die Menschen erst unter Leidensdruck einsichts- und veränderungsfähig. Oft, viel zu oft musste ich diese Erfahrung machen, musste ich das beobachten.
Eine sehr lyrische Form davon entdeckte ich erst kürzlich:

Endlich bricht der heiße Tiegel

Endlich bricht der heiße Tiegel,
und der Glaub empfängt sein Siegel,
gleich dem Gold in Feu’r bewährt.
Zu des Himmels höchsten Freuden
werden nun durch tiefe Leiden
Gottes Lieblinge verklärt.

Unter Leiden prägt der Meister
in die Herzen, in die Geister,
sein allgeltend Bildnis ein.
Wie er dieses Leibes Töpfer,
will er auch des Künftgen Schöpfer
auf dem Weg der Leiden sein.

Leiden bringt empörte Glieder
endlich zum Gehorsam wieder,
macht sie Christo untertan,
dass er die gebrochnen Kräfte
zu dem Heiligungsgeschäfte
sanft und still erneuern kann.

Leiden sammelt unsre Sinne,
dass die Seele nicht zerrinne
in den Bildern dieser Welt,
ist wie eine Engelwache,
die im innersten Gemache
des Gemütes Ordnung hält.

Leiden stimmt des Herzens Saiten
für den Psalm der Ewigkeiten,
lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn,
wo die selgen Psalmenträger
mit dem Chor der Harfenschläger
preisend vor dem Throne stehn.

Leiden macht im Glauben gründlich,
Macht gebeugt, barmherzig, kindlich,
Leiden, wer ist deiner wert?
Hier heißt man dich eine Bürde;
droben bist du eine Würde,
die nicht jedem widerfährt.

Im Gefühl der tiefsten Schmerzen
dringt das Herz zu Jesu Herzen
immer liebender hinan.
Und um eins nur fleht es sehnlich:
mache deinem Tod mich ähnlich,
dass ich mit dir leben kann!

Endlich mit der Seufzer Fülle
bricht der Geist durch jede Hülle
und der Vorhang reißt entzwei.
Wer ermisset dann hienieden,
welch ein Meer voll Gottesfrieden
droben ihm bereitet sei?

Jesu, lass zu jenen Höhen
heller stets hinauf uns sehen,
bis die letzte Stunde schlägt.
Da auch uns nach treuem Ringen
heim zu Dir auf lichten Schwingen
eine Schar der Engel trägt.

(Karl Friedrich Hartmann, 1743 – 1815)

               
               

 
Dabei ginge es, wie payoli- Leser wissen, und wäre es immer schon auch anders gegangen, im Sinne von

 

 

 


Wer bewusst ist, wird nicht krank!

5. April 2018

Gaaaanz, ganz dick in alle Stammbücher und Poesie- Alben geschrieben:

Wir Menschen werden nicht krank,
um zu leiden,
sondern um zu erkennen

 

 

 


Wer es noch nicht weiß:

11. Dezember 2017

 


 

 

 


Zu- Fall

11. September 2014

Ich radle die Traisen entlang. Wunderbares Wetter, erfrischendes Wasser. Da seh ich einen Wegweiser zur ‚Seedose‘. Hä? Eine ‚Seedose‘?
Ich fahr‘ hin, Ein Restaurant! Daneben eine alte ausrangierte Telefonzelle die als kostenlose Buchtauschbörse dient.
Eine wunderbare Idee, denke ich. Ich öffne die Tür und seh sofort, da stehen fast nur Simmel, Konsalik & Co …
StettbacherSchon im Weggehen streift ein sehr schmalbrüstiger lila Buchrücken meine Augen. Ich zieh das Bücherl heraus und lese ->

Ich blättere das kleine Buch durch und treffe immer wieder auf sehr spannende Sätze und Aussagen. Ich nehme es mit.
Jetzt bin ich auf Seite 38 von 200 und habe als notorischer Unterstreicher und Markierer fast schon alles Gelesene markiert 😉

Die erste Seite möchte ich auch Euch ans Herz legen. Ich finde dieser Autor schreibt das so schön (die Hervorhebungen sind von mir):

Ein Mensch, der einmal erfahren durfte, wie wertvoll beschützendes, verstehendes, schöpferisches Tun sein kann und wie lustvoll friedliches, erkennendes Zusammenleben ist, wird dieses Leben erhalten wollen und seine Kräfte dafür einsetzen.
Offensichtlich sind wir noch nicht so weit. Die zerstörerischen Aktivitäten bedrohen uns und alle anderen Bewohner unseres Planeten. Unbestreitbar ist der Mensch zur Zeit das Lebewesen mit der größten Macht auf Erden. Diese Position hat er sich durch sein Lernvermögen, seine Vermehrung und durch seine Fähigkeit zur Gruppenbildung verschafft. Es ist aber auch der Mensch, der durch sein Verhalten, durch den Umgang mit den anderen Lebewesen und Dingen, das Leben auf dem Planeten Erde am meisten gefährdet. Diese Tatsache sollte uns dazu anregen, unseren Umgang mit Mensch und Natur zu überdenken und zu verändern. Das Fehlverhalten von uns Menschen muß Gründe haben, die zu erkennen und zu korrigieren sind.
Der einzelne Mensch entscheidet über sein Handeln und muß sich als Erwachsener dafür verantworten und die Folgen tragen. Wenn er nicht zu Mißhandlungen verleitet wurde, wird er sinnvoll handeln.
Warum haben wir so große Mühe, sinnvoll zu leben? Alle Grundlagen dazu sind ja vorhanden. Jeder einzelne kann nicht mehr als seine natürlichen Bedürfnisse befriedigen. Diese sind nicht unersättlich, solange sie natürlich sind, d.h. solange die primären Bedürfnisse nicht zu Perversionen gemacht wurden.

An den vielen ‚ß‘ und den ‚Perversionen‘ siehst Du das das Buch nicht mehr das Jüngste ist. Es ist tatsächlich schon ein viertel Jahrhundert alt. Um so trauriger, wie wenige Menschen noch immer von diesen ‚paradise your life‘- einfachen Zusammenhängen wissen …