Der Umdreher

2. Februar 2018

Durch meine langjährige Befassung mit freilebenden Tieren und mit der Natur rutschte ich irgendwann in einen ständigen ‚Vergleichs-, Umdreh- und Austausch- Modus‘.
‚Was würde ein Affe in dieser oder jener Situation tun?‘ oder ‚Was wäre für mich als Primate besser als als Mensch?‘ und ähnliche Fragen wurden zu meinem Alltag.
Auch in anderer Situationen tauschte ich mich in der Fantasie oft schon ein. Oder veränderte anderen Personen ihr Verhalten und hinterfragte, was günstiger für sie wäre. Oder im Kopf Rollen tauschen …
Das alles sind nette, oft lehrreiche Spielchen die man ausbauen kann bis zur Überforderung

Meine letzten Strategie- Überlegungen löste der Rücktritt dieses ‚Liederbuch- FPÖlers‘ aus.
Er erklärte seinen Rücktritt damit, dass die Hatz auf ihn so unerträglich war und er sein Haus schon über den Zaun verlassen musste.

Da fragt sich der ‚Umdreher‘: Hätte er nicht mehr Größe gezeigt, wenn er mit einem Schuldeingeständnis oder mit Betroffenheit über sein Verhalten zurückgetreten wäre?

Damit mit diesem einen Bauernopfer nicht gleich wieder alle bestehenden Probleme unter den Teppich gekehrt werden:
Könnte nicht die Gesellschaft etwas lernen von diesem Mann?
Zum Beispiel könnten und sollten sich häufiger alle fragen: Wozu brauchen wir bestdotierte und hochangesehene Obmänner, Direktoren, Manager, Aufsichtsräte, Minister, etc., wenn diese nicht über die Vorgänge in ihrem Ressort lückenlos Bescheid wissen müssen, nicht für alles verantwortlich sind?
Diese kolportierten 11 Jahre, die dieser blaue Politiker alt war, als dieses Nazi- Liederbuch gedruckt wurde, werden vermutlich schon stimmen. Doch kann man sich einfach auf einen ‚Obmann- Sessel‘ setzen ohne sich einen Deut um das Vorangegangene zu scheren?

Würden alle Führungskräfte ihre Verantwortung ernster nehmen, hätte das ausschließlich Vorteile für alle:

Entweder sie kümmern sich selber um lückenlos alles, um es verantworten zu können.
Dann würden vermutlich die Strukturen wieder kleiner und überschaubarer werden müssen, der wunderbare Leopold Kohr wäre wieder einmal bestätigt und wir alle würden qualitativ davon profitieren.

Oder
diese Leute delegieren weiterhin, sind aber für alles verantwortlich. Denn man kann nicht Verantwortung für etwas abgeben, was man selber nicht verantworten könnte.

Nun haben wir wieder etwas dazugelernt und dieser Rücktritt war ja doch ein Segen …

 

 

 


Wir sind überfordert!

8. November 2017

Leopold Kohr der große Österreicher hat es gesagt und wissenschaftlich bearbeiet und untermauert:
Small is beautiful.
Zahllose kleinräumige Strukturen funktionieren in aller Welt bestens. Ich, der nach wie vor begeisterte ‚Wir sind immer noch Affen‘- Postulierer empfahl immer wieder Kleinstrukturiertes.
Und wie geht der Trend in unseren Gesellschaften?
Genau umgekehrt!

Hat der, selbst aufmerksame und gebildete Österreicher früher schon nie wahlwichtige staatspolitische Details verstanden, so ist er heute mit der EU- Dimmension völlig überfordert.
Den Menschen wird Demokratie vorgespielt, dabei stimmen sie mit maximal Hausverstand etwas ab, was von diesem nie und nimmer verstanden werden kann.
Es ist aber nicht so, dass staatspolitische Themen so überaus kompliziert wären. Es ist nur die Bandbreite für die Menschen zu groß. Sie können nicht alle Fragen von ihrem kleinräumigen sozialen Umfeld, über ihren Beruf, über Kommunalpolitik, bis zu Staats- und EU- Politik überblicken.
Da dürfen dann schon einmal Populisten Zuwandererpanik verbreiten die fern der Realität ist, ohne aufzufliegen. Da darf ein Donald Trump in den großen USA schon mal von der Errichtung von Grenzmauern, als Arbeitslosen- Maßnahme schwadronieren, ohne dass die Menschen wissen, dass längst mehr Mexikaner aus- als einwandern.
Da dürfen sich schon mal EU- Bürger über diesen genialen Türkei- deal der uns alle Emigranten fernhält, ohne zu sehen, dass uns das ein Vermögen kostet und ausschließlich negativ gecastete Syrer und Millionen von Türken bringt, wundern.
Durchschnittsmensch KANN das nicht alles wissen und verstehen! Und diese Themen kontrolllos unseren Politikern zu übergeben ist einfach verrückt!

Wir haben uns Jahrmillionen an kleinstrukturierte Gemeinschaften gewöhnt, wurden in ihnen sozialisiert, haben uns an sie angepasst. Wir sind darin perfekt!
Warum leben wir nicht, was wir gut können, für das wir ‚ausgelegt‘ sind und in dem wir uns wohlfühlen?
Warum lassen wir uns, mit unseren Familien, Gemeinschaften, Dörfern und Grätzeln in Staaten oder noch größer zusammenfassen!?
Es wird uns damit Entscheidungsmacht genommen, Sand in die Augen gestreut. Wir führen damit ‚die Mächtigen‘ in unverantwortliche Versuchungen und haben deren ‚Ausrutscher‘ bis Sauereien zu bezahlen.

Detto Firmen!
Ein Tischler, ein Mauer, der schlampt ist in ’small- town‘ bald entlarvt und weg vom Fenster. Was uns Multis reinwürgen, können wir nur höchst aufwändig analysieren und entdecken’s meist erst Jahre zu spät, wenn überhaupt.

Detto das Bildungswesen, die Medizin, die Wissenschaft …!

Bitte, wozu die vielen, vielen Auszeichnungen und Ehrungen, das weltweite Ansehen Leopold Kohrs, wenn wir es nicht nutzen!?
Werden wir doch wieder small! Pfeifen wir doch auf die Bundesregierung. Lösen wir diesen Staat auf! Lasst doch jedem Schuldirektor seine Schule führen wie er will! Macht er’s schlecht wird er es zu spüren kriegen
Sieh doch einmal genau hin! Was hat uns all dieser Fortschritt, auch so ein Kind ‚der Größe‘, gebracht? Ok, vielleicht sieht die Arbeit heute leichter aus als vor 100 Jahren. Doch dafür sind wir seltene Schlaffis, anfälliger für Erkrankungen, gestresster, haben weniger Zeit …

 

 

 


KOYAANISQATSI

14. Juli 2016

Ich fühle mich zwar absolut als schöpferischer Gott, der sich all seine Freuden auch selber erschaffen kann, freu mich aber doch immer wieder über Nebengötter, die mich erfreuen     😉

KoyaanisqatsiVielleicht weil für mich der Natur- Zivilisations- Gegensatz so anziehend bis heftig ist, vielleicht weil Philip Glass mein Seelenverwandter sein muss, vielleicht weil ich als Kind schon atemberaubende Flug- Visionen hatte …
Der KOYAANISQATSI- Film ist für mich ein seltenes high light, ein Geschenk der Sonderklasse. Ich könnte allein die DVD- Schachtel fast fressen wenn ich sie seh.
Einfach geil dieser Film!
Umwerfend die Filmmusik!
Ohne jegliches Geplappere!
Herrlich!

Ich kann schon nimmer zählen wie oft ich ihn schon gesehen hab. Sicher an die 20x in Kinos und unzählige Male auf DVD.
Also, wenn jemand denselben Vogel haben sollte: Jeder der Koyaanisqatsi bei voller Lautstärke auf ca. 2,5 x 1,5 m sehen möchte ist zur nächten Koyaanisqatsi- Orgie herzlich eingeladen.

 
PS: Ganz herzig: Es werden im Nachspann sogar ‚Inspiratoren‘ angeführt:
Der einmalige Ivan Illich und der geniale Leopold Kohr. 2 wunderbare Vordenker die die heutige Welt vermutlich nimmer ertragen könnten …

 

 

 


Small is beautiful

4. Juli 2012

Nicht nur ‚unser‘ Leopold Kohr wusste, dass der Erfolg im Kleinen liegt.
Hier ein sehr sympathischer Mann, ein sehr sympathisches Konzept, ein sehr sympathischer Vortrag:

http://www.ted.com/talks/lang/de/bunker_roy.html

 


Masse statt Individuum

30. Mai 2012

Das Zeitalter der Masse hat die Bühne übernommen und das Individuum verdrängt.
Dieses Zeitalter wird zum Glück nur sehr kurz sein.

LEOPOLD ’small is beautiful‘ KOHR