Perverse Helfer?

22. Dezember 2017

Ich frage mich oft, ob Helfern nie die Idee kommt, mit ihrer Hilfe doch schon früher anzusetzen. Besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit wusselt es ja allerorten nur so von Helfern. Egal ob es sich um ‚Licht ins Dunkel‘ handelt, ob Freiwillige die Telefonseelsorge unterstützen, ob für Unfallopfer oder Obdachlose gespendet wird oder ob der Herr Primar mit seiner Operation Leben rettet. Immer wird erst geholfen wenn schon ‚das Haus brennt‘.
Die Ärzte- Wartezimmer beispielksweise sind voll während Gesundheitstrainer ordentlich strampeln müssen um überhaupt Klienten zu finden. Die Privat- Akademie bei der ich meinen Akademischen Gesundheitstrainer machte ist in Konkurs gegangen, während die Medizin- Unis Zugangsbeschränkungen kontinuiertlich verschärfen müssen …

Ist dieses heroische Retten und Helfen vielleicht irgendwie erregend oder geil? Kommt man sich besser oder größer vor, wenn man sich als Retter aufspielen kann, wenn man sich mit den Letzten der Letzten umgibt?
Oder können diese Leute bloß nicht – schachspielmäßig – ein paar Züge vorausdenken? Denn es wäre doch praktisch jedes Problem vermeidbar, begänne man nur früh genug zu informieren. Aus dem Gesundheitsbereich z.B. weiß ich, bestens belegt, dass 90- 95% all unserer Erkrankungen vermeidbar wären.
Warum also wird so wenig präventiv getan?
Oder ist bloß mehr Kohle zu machen, wenn den Leuten das Wasser bereits bis zum Hals steht?

 
PS: Ups! Jetzt hätt ich fast vergessen auf den heurigen Adventkalender! – So kurz vorm Finale

 

 

 


Licht ins Dunkel …

10. März 2016

Licht ins Dunkel… ist eine der bekanntesten ‚Langläufer‘- Spendenaktionen Österreichs.
„Licht ins Dunkel“ gibt es mittlerweile lange 43 ORF- Jahre.
Es wird auf einer Seite gesammelt was das Zeug hält, andererseits angeblich sehr unbürokratisch geholfen und verteilt.
So weit so gut.

Was aber könnte man daraus sonst noch ablesen?
Dass es ein Skandal ist, dass es derartiger Aktionen überhaupt noch bedarf!
Peinlich für den ORF, der einen Bildungsauftrag hat, dem er Quoten- schielend in erbärmlich geringem Maß nur nachkommt. Peinlich für die Politiker, die sich bei dieser Aktion bloß gerne telegen produzieren.
Die Frage die sich leider niemand stellt, müsste sein: Was hat man 43 Jahre lang an Prävention versäumt? Was wäre jetzt zu tun und zu verhindern?
„Licht ins Dunkel“ über so lange Zeit zeigt bloß, dass das Dunkel nach sovielen Jahren noch immer nicht erhellt werden konnte. Was auch nicht weiter wundert wenn man sich ausschließlich auf’s Stopfen ‚alter Löcher‘ konzentriert ohne auch nur einen Gedanken an die locker vermeidbare Entstehung dieser Probleme verschwendet.
– Wäre medial auch nicht so gut ausschlachtbar, wenn es all die alljährlich beholfenen Probleme erst gar nicht mehr gäbe …     😉
Erinnert mich sehr an die Situation der Ärzte, die sich auch nur solange als ‚gute Onkels‘, Lebensretter und ‚Götter in Weiß‘ produzieren können, solange sie so erfolglos sind, dass es immer noch Kranke gibt     😉

Um nur ein Beispiel zu nennen: Der heurige „Licht ins Dunkel“- Autismus- Schwerpunkt von Ö1.
Es wird mit dem Ersammelten etwas für Betroffene getan. Gut!
Völlig ignoriert aber, werden die Indizien für die Dramatik, die uns in ein paar Jahren puncto Autismus ins Haus stehen wird, obwohl dieser Entwicklung längst gegengesteuert werden müsste. Mit der ORF- Reichweite wäre das locker möglich. Doch davon ist der ORF Lichtjahre entfernt! Dafür werden lieber seichte Serien gebracht und wird auf Aufregung und Hilferufen gemacht werden, wenn die versäumten Chancen Realität geworden sind …