Bei sich sein in der Wiese

23. Mai 2021

Endlich konnte ich wieder einmal in Ruhe in meinem Garten sitzen. Obwohl ich ein zum Fressen interessantes Buch mit dabei hatte, brauchte ich für eine Seite, eine gefühlte Stunde.
Zu magisch und anziehend ist dieses Wiegen und Wogen der unterschiedlich hohen Gräser und Pflanzen, diese wundersam filigranen Strukturen im Sonnen- Gegenlicht.
Ganze Fantasy- Landschaften – und Städte mit ihren Hochgrasbüschel- Hochhäusern, ihren niedrig verkrochenen Hexenhäuschen und vielerlei, an Jahrmarkt- Attraktionen erinnernde Fantasiegebilde dazwischen.
Oft wogt das Ganze wie nach der Hand eines unsichtbaren Dirigenten. Dann wieder spielen und tanzen Einzelne ihre Solis. Immer wieder bücken und krümmen sich alle tief hinunter zu den Crescendi des Windes.
Immer wieder bekrabbelt ein seltsames Wesen eine der Bauten, fliegt von ihm ab oder landet. Kämpft gegen das Geschaukel des Windes oder betrapselt interessiert die Niederungen.
Ich konnte Euch diese ganze Herrlichkeit leider nicht fotografisch einfangen

wiesenstadt

Dazu solltet Ihr Euch lieber selber einmal in solch ein 3D- Gebilde setzen und Eure Alltagsgedanken forttragen lassen …

Und ich möchte in diesem Zusammenhang gerne an ein bewussteres Mähen erinnern. Mir erklärte einst ein Bio- Bauer beim gemeinsamen Durchstreifen einer seiner Wiesen haarklein, wieviel er von seinen Vorfahren allein zum richtigen Mähen gelernt hatte.
Die Verarmung unserer Wiesen, Gärten und Raine ist kein Zufall! Nicht nur treiben unsere Pestizide die Blüten- und Sortenarmut voran. Es wird auch völlig gedankenlos nach Zufall, Freizeitlücken und ökofernen Arbeitsplänen gemäht.
Das Handeln der Menschen früherer Generationen war eine Mischung aus dem Wissen um Nutzen oder Schaden einzelner Pflanzen, alten Bauernregeln, tiefster, treffendster Intuition und einem gewissen Schöpfungsvertrauen. Dementsprechend erfolgte sehr bewusst die zeitlich passende, fördernde oder dezimierende oder teilweise sogar selektive Mahd. Dahin sollten wir, der Vielfalt der Insekten und unserem Schönheitsbedürfnis zuliebe, auch wieder zurückkommen.
– Das Fortpflanzungsgeschehen mit den Blumen und den Bienen brauch ich Euch ja hoffentlich nicht im Detail zu erklären     
Also selbst beim Mähen und Gartengenießen gilt:


 
 
 


Ich hab’s versucht …

16. Juni 2011

… aber leider nicht geschafft!
Ich wollte Euch schildern, was es für mich für eine Freude ist, durch den ungemähten Garten, also praktisch durch meine Wiese zu gehen.
Was es da zu entdecken gibt!
Diese Unzahl an Blümchen, Kräutln, Tierchen …
Dieses nebeneinander, durcheinander, miteinander …
Es ist einfach herrlich!
Ich hab ja noch nie gerne Rasen gemäht. Schon gar nicht diese uniformen Einheitsrasen.
Aber jetzt, wo ich mich endlich freigemacht habe von den gesellschaftlichen Zwängen und verwandt- und nachbarschaftlichen ‚Ratschlägen‘ und Richtlinien ist die Freude wirklich groß!
Ich will absolut niemandem zu nahe treten, aber plötzlich erscheint mir das achtlose Drüberfahren mit einem Rasenmäher als selten roher Akt, der noch dazu die Sinne verarmt.
Vielleicht liest hier jemand mit, der sich noch nie eine Wiese so genau angeguckt hat. Ich kann leider nicht genau sagen WIE man hinsehen muss, aber versuch es einfach einmal. Stell Dich in eine blühende und summende Wiese! Vielleicht macht es auch bei Dir plötzlich ‚Klick‘ und Du siehst Dinge, die Dir bisher nicht bewusst waren.
– Es ist einfach   h e r r l i c h !     🙂

 


Sonntags- Rasenmäh- Verbot

22. Mai 2011

So umgeht man nicht nur das Wochenend- Rasenmähverbot, sondern verbraucht weder Strom noch Benzin, hält sich fit, es macht keinen Lärm, stinkt nicht und macht auch noch Spaß 😉
Danach gibt’s ein Stamperl Grassaft und in den nächsten Tagen herrlichen Heuduft …!