Ich verrate Dir einen Zauberspruch …

4. September 2020

… der Dir im Internet ein unglaubliches, modernes ‚Märchen‘ eröffnen wird. Such‘ nach dem Video:

    ‚Mit Bodo Schiffmann im Tiergarten‘

Ich bin überzeugt, dieses qualitativ grottenschlechte Video wird dennoch noch Kultstatus erreichen …

 

 

 


Der süße Brei

20. August 2019

In diesem entzückenden Grimm- Märchen schenkt eine Hexe den hungernden Menschen einen Zaubertopf, der, egal wieviel man ihm entnimmt, immer voll ist mit süßem Brei.
Das Raffinierte an dieser Geschichte und für mich eine Parabel auf die Dummheit der Menschen, ist, dass damit nicht alle glücklich und satt sind, sondern um diesen Topf ein Kampf entbrennt.
So märchenhaft und doch auch realitätsnah.

Ich seh allerdings darin auch noch die ‚verkleidete‘ Freigiebigkeit der Natur.
Wir alle hätten auch so einen Zaubertopf. Die Natur!
Ich geh z.B. jeden Tag zu einer Ecke im Garten in der sich meine ‚Smoothie- Heroes‘, Brennessel, Distel und Klee, so wohlfühlen, dass ich mir oft denke: ‚War ich etwa gestern gar nicht da, ernten?‘.
Ich kann mir den Mixbecher gar nicht so vollfüllen, dass am nächsten Tag nicht wieder alles frisch und vollständig nachgewachsen wäre.

Gäbe es mehr Rohköstler oder Wildkräuter- Fans wär vielleicht um diesen Quadratmeter auch schon ein Kampf entbrannt …

 

 

 


Unglaublich!

6. Februar 2017

Schon als meine Kinder noch mit Begeisterung Märchen hörten, konnte ich nicht umhin, immer wieder zu ergänzen wie unglaublich schlau und unverfroren so wunderbare Könige und Königinnen waren und sind. Die schaffen es, vom Volk dafür verehrt und geliebt zu werden, dass sie sich von ihm nicht nur erhalten lassen, sondern mit, von ihm Erarbeiteten auch noch rumprotzen und in Saus und Braus zu leben.
Heute sind diese ‚Altparasiten‘ weitgehend von Politikern und Millionären abgelöst. Doch das Prinzip blieb dasselbe.
Mindestens ebenso absurd ist das Verhalten der Menschen gegenüber Kirchen und Ärzten:

Kirchen und Medizin

 

 

 


Von einem der auszog …

28. Mai 2015

Nein, eigentlich: Das Märchen

Von einem der hochkletterte …

Ein kleines Dorf in einem kleinen Land, mit Einwohnern die sind wie sie sind, da alles immer schon so war. Arbeiten, schlafen, essen, scheißen, fernsehen, vögeln. Im Fasching ein paar Bälle, am Wochenende Buschenschenken. Und das Hauptvergnügen: Über andere Leute, bevorzugt Abwesende, zu tratschen und herzuziehen.
Nie ein Blick nach oben oder in die Ferne, alles flach, vertraut und gewohnt.
Da hinein wurde einer geboren der nicht entscheidend anders, aber vielleicht eine Spur neugieriger war. Er wurde wohl aufgenommen und eingebettet, um nicht zu sagen, zu einem ebensolchen Flachblicker gemacht. Dennoch, seine Neugierde auf mehr, auf anderes, blieb.

HimmelsleiterIrgendwann entdeckte er in dieser flachen Öde eine Leiter. Da stand hinter einem alten Stadl eine Leiter. Einfach so. Kerzengerade in die Luft hinauf. Eine Leiter an der andere Dörfler schon unzählige Male achtlos vorbeigelaufen waren …
Da musste er natürlich rauf! Die ersten Sprossen gingen flott voran. Bald aber begann es mühsam zu werden. Es taten sich Verzweigungen auf, breite Treppen, schmale Leiterabschnitte, gefährlich wackelnde und brüchige Stege …
Aber es wurde auch immer spannender. Der Neugierige sah und erlebte da auf wenigen Metern mehr als all die Jahre davor in seinem Dorf.
Das trieb in weiter, immer höher und höher! Er hatte sein Dorf längst vergessen und fiel nur mehr von einem Staunen in die nächste Herausforderung.
Irgendwie erkletterte er da ein ganz seltsames, nie zuvor gesehenes Gebilde. Unten hatte es mit einer schmalen Leiter begonnen. Jetzt oben war es bereits ausladend und breit. Doch immer noch führten weitere Leitern noch oben die unserem Entdecker alles abverlangten.
Jahrelang mühte und begeisterte er sich in diesem neuen Universum. Dann, irgendwann und plötzlich gab dieses Gebilde einen fantastischen Rundumblick frei.
Unser Freund sank am Rand eines Plateaus auf die Knie und war fassungslos! Fassungslos, was sich ihm darbot. Eine Weite, eine Ferne, die er nie zuvor gesehen, von der ihm niemand erzählt hatte, von der in seinem Dorf niemand wusste.
Und …, er konnte es erst nicht glauben, er sah sein Dorf, sah andere Dörfer, übersah das ganze Land. Und er sah wie durch eine Zauberlupe die Leben der Menschen dort unten. Er sah und verstand plötzlich die Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten.
Es hatte ihn wie ein Blitzstrahl getroffen! So also funktioniert Leben, so läuft alles ab!
Er kam aus dem Staunen nicht raus. Er konnte sich nicht satt sehen, er war überwältigt von der Fülle an Eindrücken, Erkenntnissen und Bildern.

Doch plötzlich … Es traf ihn wie ein Keulenschlag. Von hier heroben, aus dieser Klarheit, erschloss sich ihm plötzlich der ganze Wahnsinn in dem er bisher gelebt hatte, in dem sein Dorf, in dem das ganze Land immer noch lebte. Er sah das unendliche Leid, das unten Normalität genannt wurde. Er sah die vielen unnötigen Arbeiten und Sorgen. Er sah die vielen Tränen die völlig unnötig und oft nur im Geheimen vergossen wurden. Er sah wie einfach, wie schön, wie wunderbar das Leben ist und für alle sein könnte.
Er war völlig verwirrt. Nichts war so, wie alle glauben, dass es ist, wie er jahrelang selber glaubte, dass es sei.
Nichts mehr hielt ihn!
Völlig außer sich, stürzte er sich die unzähligen Treppen, Stufen und Leitern wieder abwärts. Er musste das alles doch sofort den Leuten erzählen!
Ihr Rackern, ihre Sorgen, Probleme und Krankheiten werden im Handumdrehen ein Ende haben fantasierte er schon beim Runterhasten vor sich hin. Keine weinenden Kinder mehr, keine einsamen, siechen Alten, keine Plackereien, keine Kriege mehr …
Er konnte, trotz der erblickten Schönheit von dort oben, sein Ankommen im Dorf nicht mehr erwarten.
Er war ein Weltenretter! Er, der, wie alle anderen auch, immer nur an sich und an den nächsten Vorteil gedacht hatte, würde nun die Welt retten, würde den Menschen vom Paradies erzählen, das jederzeit für alle möglich wäre. Er würde allen Glück und Gesundheit bringen. Es glühten ihm die Ohren vor Begeisterung und Vorfreude.

Endlich! Fester Heimatboden unter seinen Füßen.
Er lief mit offenem Mund, Begeisterung und Vorfreude keuchend durch den Ort und sammelte die Leute die er traf ein. Nahm sie mit sich fort, überredete weitere zum Mitkommen, hetzte weiter …
Fürs Erste reichte ihm das kleine Grüppchen, das er zusammenbitten hatte können als sie beim Dorfwirt ankamen. Sie traten ein, nahmen das Gastzimmer in Beschlag, setzten sich.
‚Ich muss Euch unbedingt etwas völlig Unglaubliches, aber Wunderbares erzählen. Es wird unser aller Leben verändern …’ begann er.
Er erzählte von der Leiter, von seinem Klettern, von der fantastischen Aussicht, von seinen Erkenntnissen und wie paradiesisch alles sein könnte.
Seine Begeisterung ließ ihn aber völlig übersehen, dass immer öfter die Leute die Köpfe zusammensteckten, tuschelten, den Kopf schüttelten und gegen ihre Stirnen tippten.
‚So ein Trottel!’, ‚Der war immer schon komisch, aber soetwas … Nein!’, ‚Der braucht doch einen Doktor!’ war da und dort zu hören …
Nach und nach verließen die Leute den Gasthof. Hatten sie doch endlich enorm wichtige Neuigkeiten von diesem Verrückten weiterzuerzählen …

Das Dorf ist noch immer wie es ist, denn es war ja immer schon alles so. Und an der Leiter gehen weiterhin alle achtlos vorbei. Gilt es doch, dem Nachbarn noch schnell den letzten Tratsch zu erzählen bevor’s zur Arbeit oder vor den Fernseher geht …

Ach ja, der Neugierige! Du fragst nach dem Neugierigen …
Der ist sooo neugierig, dass er sich sogar diese seine Enttäuschung und Ablehnung genau und neugierig ansah und daraus lernte ein sehr entspanntes und mit den neuen Einsichten paradiesisches Leben zu führen.

 
Epilog: Bis auf das Leitergebilde ist alles real, mach- und erlebbar! Das Paradies ist da! Auch wenn wir meinen, uns mühevoll ein Schlaraffenland errackern oder zusammenzuklauen zu müssen …

 

 

 


Mal ein nettes Märchen

20. Oktober 2014

Ich möcht‘ vorausschicken, dass ich leider nimmer weiß, wer mir das zugesandt hat, von wem es ist. Sollte ich also irgendwelche Urheberrechte durch die Veröffentlichung verletzen, bitte mich sofort zu kontaktieren! Aber es ist so süß, dass ich es unbedingt meinen Lesern gönnen möchte:

Märchen von einem, der auszog gesund zu werden

MärchenEs war einmal … So beginnen Märchen. Und dies ist ein Märchen. Denn Märchen gehen für die Helden immer gut aus. Das Leben schreibt andere Geschichten.

Es war einmal ein glückliches Paar. Zumindest war es meist glücklich, denn sogar im Märchen gibt es hin und wieder Fälle, in denen das verliebte Paar höchst unzufrieden mit- oder gar sehr ärgerlich aufeinander ist. Das macht aber nichts, denn so ein Paar lässt sich für gewöhnlich nicht durch ein paar kleine Widrigkeiten trennen (und im Märchen schon gar nicht!) – sie machen sie sogar stärker.

Eines Tages erkrankte der Mann. Er ging zum Arzt. Dieser führte verschiedene Untersuchungen durch und setzte schließlich eine gewichtige Miene auf; er schaute ein wenig mitfühlend und auch sehr wissend, denn er war ein studierter Mensch und kannte sich in seinem Metier sehr gut aus. Er wusste alles über diese Krankheit, was das Studium an einer angesehenen Universität ihm nur hatte beibringen können. Mit Fug und Recht konnte er von sich behaupten, er sei Experte auf dem Gebiet der menschlichen Gesundheit.

Mit seiner gewichtigen Miene setzte er nun zu einer Erklärung für seinen Patienten an: „Tja. Nun muss ich Ihnen leider die traurige Mitteilung machen, dass die Krankheit, die Sie befallen hat, unheilbar ist. Sie haben mir ja auch gesagt, dass schon andere Familienmitglieder vor Ihnen daran litten. Es ist ganz eindeutig so, dass Sie nur ein weiterer Fall in dieser Reihe sind. Sie werden lernen müssen, mit der Krankheit zu leben, denn sie wird Sie den Rest Ihres Lebens begleiten.“

Der Mann machte ein erschrockenes Gesicht. Aber eigentlich hatte er so etwas schon befürchtet. Trotzdem war es ein Schock, diese Nachricht direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen!

Der Arzt lächelte milde; er wusste aus Erfahrung, dass die unwissenden Patienten anfangs immer geschockt reagierten. Sie wussten ja nicht, was er wusste; dass nämlich die Krankheit sehr gut in den Griff zu bekommen war. Es bedurfte lediglich der Einnahme einer bestimmten Medizin. Auch das würde fortan für den Mann ein Teil des Lebens sein – aber es war doch nur ein kleines Übel, das in Kauf zu nehmen sich lohnte. Denn immerhin konnte man dadurch beinahe so wie vor der Krankheit weiterleben!

Er klärte seinen Patienten also auf und dem Mann fiel ein Stein vom Herzen. Nur ein kleiner natürlich, denn er wusste auch etwas – zum Beispiel von vielen anderen Menschen mit derselben Krankheit, bei denen es nicht mehr reichte, die Medizin als Tablette einzunehmen. Irgendwann käme der Tag, an dem er würde beginnen müssen, sich Spritzen zu geben.

Er sprach den Arzt darauf an. Da dieser ein sehr ehrlicher Mensch war, der sein Gegenüber nicht im Unklaren lassen wollte, gab er zu, dass er nicht dafür garantieren könne, dass es nicht so käme und auch noch, dass er nicht sagen könne, wieviel Zeit bis dahin vergehen würde.

Der Mann fügte sich also in sein Schicksal. Was blieb ihm auch anderes übrig?

Seufzend erhob sich von dem bequemen Stuhl, in dem er das Gespräch mit dem Arzt geführt hatte. Er schüttelte dem Mediziner die Hand und bedankte sich. Für einen kurzen, einen sehr kurzen Moment, schoss ihm die Frage durch den Kopf, wofür er sich eigentlich bedankte. Doch der Gedanke war sofort wieder verloren, denn im selben Augenblick sagte der Arzt: „Meine Helferin wird Ihnen noch ein Rezept ausschreiben. Halten Sie sich peinlich genau an die Einnahmeempfehlung! Dann wird es Ihnen gut gehen und Sie können unbeschwert weiterleben.“ Er lächelte zur Verabschiedung und nahm sich vom Tisch seiner Helferin die nächste Krankenakte, um zu sehen, wem er als nächstes helfen konnte.

Sehr traurig ging der Mann nach Hause, wo die Frau, die den Mann – wir erinnern uns an den Beginn des Märchens – ja sehr liebte (denn das musste sie, sonst wäre sie nicht glücklich mit ihm gewesen), sehr bang wartete.

Sie getraute sich nicht nachzufragen, aber das war auch nicht nötig, denn das Gesicht ihres Mannes sprach Bände. Das Herz wurde ihr schwer vor Kummer, denn auch sie wusste etwas über die Krankheit, die ihr Mann schon vermutet hatte, bevor er zum Arzt gegangen war. Die Krankheit würde nicht die einzige bleiben. Viele schlimme Folgen würde sie noch haben, und die Medizinforschung würde dafür sorgen, dass er ein langes Leben, erfüllt mit Krankheit und Medikamenten, haben würde.

Die Frau wurde noch trauriger als der Mann, denn die Frau wusste noch mehr. Doch ihr war klar, dass ihr Mann ihr niemals zuhören würde, wenn sie versuchte, dieses Wissen mit ihm zu teilen. Ganz zu schweigen davon, ob er überhaupt die Möglichkeit in Betracht ziehen würde, dass die Frau mit ihrem Wissen recht haben könnte, und gar nicht zu reden davon, ob er dieser Möglichkeit eine Chance geben würde!

Die Frau war tieftraurig und wusste sich nicht zu helfen, denn sie wollte keinen Streit mit ihrem Mann. Doch ihre Meinungen in dieser Sache waren ganz und gar gegensätzlich, und es würde es auf einen Streit hinauslaufen.

Dann, nachdem die Frau eine lange Zeit innerlich sehr gelitten hatte, kam ihr ein Einfall.

Sie sprach zu ihrem Mann: „Wenn dir ein Mensch begegnete, der dir glaubhaft versicherte, dass es einen Weg gäbe, die Krankheit zu heilen, der dir sagte, dass es ganz einfach sei, dass du nur ein Pulver kaufen müsstest, das du drei Monate lang dreimal täglich in Wasser auflösen und trinken müsstest, dass du nichts weiter zu tun hättest, dass die Wirkung des Mittels in vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen worden wäre und dass die Krankenkasse alle Kosten übernähme – würdest du dem Pulver eine Chance geben …?“

Der Mann dachte nur kurz darüber nach. Diese Möglichkeit hörte sich mehr als verlockend an. Wer würde da nicht sofort zugreifen? Wenn medizinische Forscher solch ein Mittel entdeckt und erforscht hätten, wenn sie Studien zu seiner Wirksamkeit gemacht hätten, wenn es sogar die Krankenkasse überzeugt hätte und sie die Kosten übernähme – warum sollte man es dann nicht probieren?
Er nickte und antwortete: „Ja, natürlich, warum nicht? Ich wäre froh, wieder ohne die Krankheit leben zu können! Ist ein neues Mittel entwickelt worden?“
Die Frau bekam ein trauriges Gesicht. „Nein“, gestand sie. „Es ist kein neues Mittel entwickelt worden.“
„Warum sagst du dann so etwas und machst mir Hoffnung?“, forderte der Mann zu erfahren.

„Ich habe noch eine Frage an dich“, entgegnete die Frau statt einer Antwort. „Wenn dir ein Mensch begegnete, der dir glaubhaft versicherte, dass es einen Weg gäbe, die Krankheit zu heilen, der dir sagte, dass es ganz einfach sei, dass du nur anfangen müsstest, dich anders zu ernähren, dass dir viele neue Wege des Genusses offen stünden, und dass du eine ganz neue Welt des Geschmacks kennenlernen würdest, der dir dazu sagen würde, dass du auf bestimmte Dinge, die dir lieb geworden sind, an die du dich gewöhnt hast und die du nicht gerne aufgeben würdest, zwar verzichten müsstest, dass du aber nach einer gewissen Zeit wieder völlig beschwerdefrei sein würdest, die Krankheit nicht länger dein Leben bestimmen würde und sie es nie wieder tun würde, vorausgesetzt, du bliebest bei dieser Ernährung, wenn er dir dazu auch noch riete, ein wenig mehr Sport zu treiben und er dir von den vielen Menschen berichtete, denen dieser Weg bereits geholfen hat, viele, viele Krankheiten, nicht nur die, die dich plagt, zu besiegen – würdest du diesem Menschen … Gehör schenken?“

Sie blickte ihn mit Tränen in den Augen an und konnte an seinem Gesicht ablesen, wie es in ihm arbeitete. Er dachte sehr lange nach und sprach kein Wort. Dann wandte er sich ab und ging davon.

Die Frau blieb allein zurück und war nun noch unglücklicher. Sie hatte geahnt, dass auch dieser Weg der falsche sein würde, ihren Mann, für den sie sich nichts sehnlicher wünschte, als dass die Krankheit von ihm ablassen würde, dazu zu bringen, von dieser Möglichkeit, an die sie fest glaubte, zu überzeugen. Zuvor hatte sie ihm bereits ein kleines, fast unscheinbares Büchlein geschenkt, in welchem lauter simple Dinge standen, die doch eigentlich jedem Menschen klar sein sollten. Doch gab es in der Zeit, da das Paar lebte, nicht mehr viele Menschen, denen diese Dinge klar waren, weil sie ihnen aberzogen worden waren. Die allermeisten Menschen dachten über solche Dinge nicht mehr nach. Sie ließen das Nachdenken über ihren Körper und ihre Ernährung von anderen erledigen, damit sie den Kopf frei und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens hatten, für die Vergnügen, denen sie nachgingen.

Die Frau ging in ihr Zimmer, setzte sich an den Tisch, nahm sich ein Blatt Papier und eine Schreibfeder. Mit ordentlichen, schön geschwungenen Buchstaben fing sie an eine Geschichte zu schreiben. Ihr nehmt nun – völlig zurecht – an, dass das Märchen hier zu Ende sei und wollt Euch beschweren. Denn Märchen gehen ja immer gut aus, nicht wahr?

Nun, das wäre kein Märchen, wenn es schlecht ausginge oder auch nur unbefriedigend für einen der beiden doch irgendwie ein bisschen netten Helden. Und schließlich lieben sie sich ja auch so sehr und der Liebe sollte doch nichts im Weg stehen, wenn schon die Helden selber vielleicht in der Geschichte eher blass bleiben. Gut, ich will Euch das Happy End nicht vorenthalten:

Einige Stunden später tat der Frau vom vielen Schreiben die Hand weh. Sie wollte in den Garten gehen, um sich im Liegestuhl zu entspannen, wollte die friedliche, duftende und summende Natur um sie herum das Ihre tun lassen, um die Traurigkeit dieses Tages von ihr zu nehmen. Als sie die Tür öffnete und nach draußen trat, erblickte sie dort in dem Liegestuhl neben dem ihren – ihren Mann. Er hielt ein kleines Büchlein in der Hand, und sie bemerkte, dass er es fast durchgelesen hatte. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ihr Mann blickte auf und wurde ihrer gewahr. Auch er lächelte ein wenig, wenngleich in diesem Lächeln außer Zuversicht auch ein wenig Skepsis lag.
„Denkst du, es kann schaden es auszuprobieren?“, fragte er leise. Die Frau schüttelte vehement den Kopf. „Dann zeig mir, wie es geht. Und hilf mir. Bitte.“

 

 

 


Eine schöne Geschichte

9. Mai 2011

Die fatalen als auch wunderbaren Auswirkungen falschen bzw. naturrichtigen Denkens wurden hier im blog schon vielfach angesprochen. Allein das Benennen von Krankheiten, das Kommunizieren und Verbreiten von möglichen Lebensqualitäts- Einschränkungen holen diese in unser Bewusstsein und ‚verschmutzen’ sozusagen unser reines Sein, das eigentlich von zuversichtlicher Gewissheit erfüllt sein sollte.
Eine nette Geschichte, die ich kürzlich hörte, illustriert diesen Wahnsinn der tagtäglich Millionen- fach abgeht sehr schön:

Ein Mann erfährt von einem Weisen, der das Wissen hat, Steine in Gold zu verwandeln. Er möchte dieses Geheimnis unbedingt erfahren, macht sich auf die Suche und findet diesen Wissenden schließlich.
„Meister“, sagt er. „Nur zu gerne würde ich wissen, wie man Steine zu Gold macht.“
„Kein Problem“, antwortet ihm dieser. „Du brauchst bloß zu Vollmond ein Feuer zu entzünden. In dieses legst Du Deine Steine und dann tanzt Du zwei Stunden um dieses Feuer.“
„Wunderbar! Ich danke Dir!“ freut sich der Suchende und macht sich beschwingt auf den Heimweg.
Nach einigen Metern, kommt er ins Grübeln: „So einfach kann das doch nicht sein! Irgendetwas muss der Weise vergessen haben, mir zu sagen“, denkt er.
Er geht nocheinmal zurück und fragt: „Sagt, Meister, habt Ihr nicht irgendetwas vergessen, mir zu sagen? So einfach kann es doch nicht sein!“
„Ach ja“, stimmt der Weise zu. „Du darfst während der ganzen Zeremonie nicht einmal an einen Bären denken!“

Und? Wie oft denken wir an Krankheiten!? 😉