Der Weg

5. September 2012

Jedes Kind weiß, dass es gerade unsere fortschreitenden Ent- Wicklungen und Er- Fahrungen sind, die unser Leben lebendig machen. Ja, erst das Leben zum Leben machen.
Jeder Schritt, weg vom Bestehenden, vom Bekannten, hin zum Neuen, Unbekannten, in die Zukunft bringt neue Aspekte in unser Leben, schenkt Erfahrungen, lehrt uns.
Jeder Schritt bringt uns unseren Zielen näher, indem wir sie er- fahren, uns ihnen lernend an- nähern.

Wie aber bewegen wir uns im heutigen Leben tatsächlich fort?!
Wir ignorieren den Weg. Wir versuchen gerade das Lehr- und Erlebnisreiche, das Bunte auszuklammern, zu verkürzen. Wir wollen möglichst schnell von A nach B.
Wir wollen ans Ziel, ohne es zu er- fahren.
Wir wechseln wie ‚besessen‘ die Orte und Plätze ohne irgendwo je wirklich anzukommen.

Dementsprechend verlieren wir nach und nach alles Gefühl für Zusammenhänge. Wir leben zusehens in einer ‚zerfallenen Welt‘. Wir haben keinerlei Verständnis mehr für Land und Leute. Der moderne Reisende kann nur mehr die plakativen Mega’s wahrnehmen. Alles neben den Sehenswürdigkeiten verschwindet im Nebel der Beliebigkeit …

Gönn Dir wieder und wieder öfter das Er-fahren mit einem Fahrrad oder er- geh Dich per pedes. Nimm wahr, die langsamen Veränderungen, das Freiwerden der Gedanken, die kleinen Sensationen am Wegesrand, das Spüren des Weges, Deines Körpers, des Windes, der wechselnden Schatten …

Diese wunderbare Welt will in unserem Tempo ergangen und erfahren und nicht durchbraust oder -jettet werden.

Schenk Dir diesen Genuss!
Gönn Dir diese Zeit!
Lass Dich nicht von Anderer Zeitbegriffen drängen bis terrorisieren …
Hol Dir wieder die ‚altmodische‘ Muße in Dein Leben zurück.
Es ist DEINE Lebens- und Genuss- Zeit!

 


WIE vor WAS

1. April 2012

Wir leben in einer sehr materialistischen Welt bzw. Zeit. Unser Fokus ist primär das Materielle, das Greifbare, maximal noch Informationen, Daten und Fakten.
Dabei vergessen wir, dass wir in erster Linie Gefühlswesen sind …
Doch alle teuren Ärzte der Welt, alle hochpreisigen Kuren und Vitaminpräparate werden nichts helfen, wenn die Lebensfreude abhanden gekommen ist.

Selbst die hier gerne propagierte rohköstliche Ernährung bzw. zumindest der Fleisch- oder Tierprodukte- Verzicht zieht vielleicht mehr Nutzen aus der gesunden Einstellung, der vermehrten Lebensfreude, die mit diesem liebevollen Umgang mit unseren Mitwesen einhergeht, als wegen einem Mehr an Omega 3 Fettsäuren oder einigen zusätzlichen Vitaminen.

Es ist aber müßig, diese Dinge auseinander zu dröseln. Sie gehen immer Hand in Hand. So wie eine liebevolle, rücksichtnehmende Lebensweise Freude und damit Gesundheit machen MUSS, KANN aus Maschinen- und unter Lohndruck gemachten Vitaminkapseln keine Freude und damit Gesundheit kommen!

Und warum ist das so?
Weil beides, sowohl die artgerechte Lebensweise, als auch die Lebensfreude dieselben Wurzeln hat: Unser frühes, Jahrmilionen altes Ur- Leben.
In ihm gab es weder Pharmaprodukte, noch ‚3x täglich’- Vorschriften und schon gar nicht so artfremde Gedanken wie ‚Was gesund sein könnte’!

Was uns schmeckte und erfreute, war gut für uns und unsere Gesundheit. Und was gut für uns und unsere Gesundheit war, schmeckte und erfreute uns!
So einfach war einmal die Welt!

So einfach sollten wir sie uns wieder machen!
Dazu muss aber all der Betrugs- Krempel weg, der uns Wohlgeschmack und Freude vorgaukelt, uns aber krank macht.

Um den Kreis wieder zum ‚WIE vor WAS’ zu schließen: Als ich ein Kind war, war das familiäre Zusammen- Essen dreimal am Tag selbstverständlich, obwohl wir damals relativ ‚arm’ waren. Das heutige Nebenher-, meist auch noch fast food- Essen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulbussen, beim Fernsehen ist ein Qualitätsverlust par excellence. Da brauche ich erst gar nicht nach dem WAS gucken!

Also mach Dich frei von all diesen dummen Wohlstands- Gewohnheiten!

a) Liebe Dich und
b) Deine Mitwesen wie Dich selbst. Dann wirst Du ganz automatisch
c) nur Gesundes, und das
d) mit Freude, ev. in netter Gesellschaft essen, und damit
e) selten gesund und lebensfroh sein.



 


Bekennender Müßiggänger

1. Mai 2010

Zum heutigen ‚Tag der Arbeit‘ ein, mir ganz besonders wichtiges Lob des Müßiggangs:

Müßiggang ist geil!
– Und nicht aller Laster Anfang.
Der Laster Anfang sind doch die Stoßstangen 😉

Fellini hat ‚Die Müßig- Gänger’ gedreht, Russel schrieb das ‚Lob des Müßiggangs’, Hesse „Die Kunst des Müßiggangs“.
Vor dem Losbrechen unseres Industrialisierungs- Wahnsinns war Müßiggang noch eine hochgeschätzte Tugend und veritabler Zeitvertreib.
Kierkegaard schwärmte noch: ‚An sich ist Müßiggang durchaus nicht eine Wurzel allen Übels, sondern ist, im Gegenteil, ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht langweilt.’
Den Römern war (Erwerbs-)Arbeit sogar noch so fremd, dass sie das Wort dafür (negotium) aus der Verneinung der Muße (otium) bilden mussten.
Bei uns dagegen ist heute einer der nicht arbeitet ‚arbeitslos’! 😉
Dabei hat Müßiggang nichts mit Nichttun zu tun, sondern ist unser ureigenster Lebenszustand.
Ich hatte jahrelang ein schlechtes Gewissen, nicht so fleißig wie meine Eltern zu sein. Erst meine Befassung mit den Primaten, zeigte mir, dass das Leben unserer vorprimatischen Ururur- Ahnen noch immer als Urbedürfnis in uns steckt.
Da die Menschenaffen uns dieses alte Verhalten bis heute konserviert haben, können wir gut sehen, dass der Müßiggang, nichts verwerfliches, sondern unser Geburtsrecht ist.
In solch einem Leben ist einfach zu tun, was zu tun ist und Spaß macht, aber es muss absolut nichts!
– Und dennoch läuft es wie geschmiert!
Hufeland hat es ganz wunderbar ausgedrückt:

    Muße? Das ist das Gegenteil von Nichtstun. Es ist gesteigerte Empfänglichkeit, ein Tun, das nicht aus dem Zwang der Not kommt, nicht aus der Gier nach Gewinn, nicht aus dem Gebot oder der Pflicht, sondern allein aus der Liebe und der Freiheit. Es ist die anspruchsvollste aller Beschäftigungen, weil sie aus dem Kern unseres Wesens hervorgeht und aus der Freude am Schaffen selbst getan wird. Es ist vor allem die unverwelkliche Fähigkeit zum Staunen und zum Ergriffensein.
    [1000x unterschreib]

Und Albert Schweitzer erkannt schon damals was sich bis heute exzessiv verschärft hat:
‚Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.‘

    Also raus aus dem ‚Tätigkeitstaumel’!
    Genießen wir die Fülle des Seins,
    genießen wir unsere Aktivitäten,
    genießen wir den Müßiggang und
    halten wir beides im Gleichgewicht

Oder kurz gesagt
paradis your life ! 😉