Der weite Blick

25. November 2013

Uns erscheinen unsere Arten des Sehens relativ selbstverständlich. Wir fokussieren je nach Bedarf und Interesse in die Ferne oder auf Nahes.
Was uns schon weniger bewusst ist, ist die Tatsache, dass wir beim Nahesehen das was wir an Genauigkeit gewinnen an Überblick verlieren. Das heißt, wir sehen dann nicht mehr das ganze Bild, sondern nur einen kleinen Ausschnitt; diesen aber genauer.

Ich verwende dieses Bild nur dazu um anderes besser verdeutlichen zu können.
Unser gängiges Bildungs- und Erziehungssystem z.B. fußt darauf die Kinder erstmal klein zu machen, um ihnen dann zu sagen: ‚Hier bei uns wirst Du alles was Du brauchst und noch nicht weißt, lernen.‘
Erkennbar ist diese Ideologie an, für völlig normal gehaltene, Fragen wie ‚Was willst Du denn einmal werden?‘.
Ich würd‘ mir Kinder wünschen, die antworten: ‚Ich brauch‘ nichts zu werden, ich bin schon etwas. Ich bin ein wunderbarer Mensch‘. 😉

Es wird also der (natürliche) große Blick auf Winz- Ausschnitte reduziert, in der Hoffnung, dass durch viele, viele dieser Ausschnitte irgendwann wieder mal das ganze Bild gesehen wird.

NahblickNoch ein anderes Beispiel:
Stell Dir vor, Du lernst Auto zu fahren und der Fahrlehrer sagt: ‚Fahr erstmal nur bis zum ersten Straßenbegrenzungspfahl. Dort sehen wir uns dann um, ob wir weiterfahren können‘.
Du wirst dabei nur all das sehen, was sich innerhalb dieses engen Bereiches ‚abspielt‘. Der Rest wird für Dich ausgeblendet und ‚unsichtbar‘ sein.

WeitblickErwischt Du aber einen Fahtlehrer der sagt: ‚Siehst Du da vorne den Horizont? Du kannst jede Straße dorthin fahren und sogar noch weiter! Alles was Dir in den Weg kommt, wirst Du ganz automatisch sehen und darauf reagieren‘, hast Du Glück gehabt. Denn nun siehst Du immer das Ganze!

Im übertragenen Sinne, wirst immer für voll genommen und wirst immer alles schaffen!

Viele Menschen und Berufsgruppen leben bestens davon, dass die Menschen klein gemacht wurden bzw. dass sie die Menschen klein halten oder machen.

Versuche also nie den Blick für’s Große zu verlieren!

 
PS: Sogar auf anderen Gebieten stimmt diese Tatsache: Siehst Du Menschen oder Deinen Partner mit diesem weiten Blick an wirst Du ‚mehr‘ sehen und Du wirst weitaus ‚erfolgreicher‘ sein bzw. besser ankommen … 🙂

 

 

 


Herzens(fund)stücke …

18. Januar 2011

… aus meiner mailbox:




 


Ich liebe Dich

2. Mai 2010

Ein Vater bekam von seiner geschiedenen Frau wegen ihrer Drogenprobleme den, ihm völlig entfremdeten Sohn zurück.
Ihr Zusammenleben gestaltete sich sehr schwierig. Der Bub kam mit dieser Situation einfach nicht zurecht, war aggressiv, gewalttätig und der Mann wusste sich keinen Rat.
In seiner Verzweiflung rang er den Buben bei seiner nächsten zerstörerischen Aktion nieder, hielt ihn fest umfangen und sagte mantrenartig bis sich dieser beruhigt hatte ‚Ich liebe Dich. Ich bin Dein Vater. Ich liebe Dich. Ich bin Dein Vater. ….’
Nach einigen derartigen Umarmungen war der Jugendliche wie verwandelt, nicht mehr aggressiv, sie konnten miteinander reden und wurden gute Freunde.
Der Mann hatte instinktiv das gemacht und dem Jugendlichen gegeben, was wir uns Jahrmillionen lang gegenseitig gegeben haben, worauf wir eigentlich ein Geburtsrecht hätten:
Bedingungslose Liebe mit körperlicher Nähe und herz-lich warmen Umarmungen.
Wär’ es nicht schön, wenn in den Parks, Kaffeehäusern, Hörsälen nicht nur die verliebten Teens wieder so sitzen würden?