Schwerter zu Pflugscharen

23. Oktober 2012

Es ist Herbstzeit.
Allerorten ziehen Landwirte mit ihren starken Traktoren und Mehrfachpflügen tiefe Rillen in die Felder.
Dabei fiel mir kürzlich auf, dass die bekannte friedliche Bedeutung des Bibel- Zitates ‚Schwerter zu Pflugscharen‘ auch noch eine andere, weit fatalere Bedeutung hat.
Pflugscharen sind nämlich für Myriaden von Bodenlebewesen nichts anderes als ebendiese todbringenden Schwerter.
Jedem Permakulturisten und anderen Boden- oder Naturbeobachtern ist klar, dass jede Nische, jede Lichtung, jeder Waldrand, jede Bodenschicht, jede Höhenschicht ihre eigene Klimazone, mit ihren ganz spezifischen Lebewesen hat.
So bringt jedes Wenden von Erde eine unerwünschte und schadende Durchmischung mit sich.
Dasselbe gilt auch für das händische Umgraben im Garten.

Solltet Ihr also schon im Genuss stehen, Eure eigenen Gemüse zu ziehen, kann ich Euch nur einen Versuch mit Bodenlockerung oder Mulchung ohne dem altgewohnten Umgraben empfehlen.
Dann hast Du wirklichen Frieden in Deinem Umfeld … 😉

 


Ein Häuschen als Geschenk

16. April 2012

Ich schreibe hier ja immer wieder gerne von der Reichhaltigkeit, Freigiebigkeit und Fülle der Natur.
Dass sich das nicht nur auf die Luft, das Wasser, den Boden, die Mitwesen, die Nahrung, und, und, und bezieht, sondern dass die Natur auch nette Häuschen für uns bereithält – natürlich mit etwas von unserem Grips dazu! – zeigen nicht nur zahllose Strohballen- Lehm- Häuser, Jurten, Blockhäuser, etc., sondern in besonders gelungenem Maß auch der Waliser Fotograf Simon Dale.

Gemeinsam mit seinem Schwiegervater errichtete er das Haus in Handarbeit – ohne Vorkenntnisse. Benutzt wurden nur eine Kettensäge, ein Hammer und ein Meißel. Nach vier Monaten war es einzugsfertig. Kosten für das Haus: knapp 4000 Euro. Verwendet wurden natürliche Materialien und Baustoffe aus Abrissen und von Schrottplätzen.
Das Haus ist in einen Hang gebaut, was eine perfekte Isolierung darstellt, die durch Strohballen im Boden und den Wänden ergänzt wird. Das Dach besteht aus einer Spirale aus Baumstämmen, die Wände sind aus Steinen und Lehm und wurden mit Kalk verputzt. Das Ofenrohr des Holzofens wird vor dem Austritt durch Lehm geführt, um die Wärme maximal zu speichern. Der Kühlschrank wird über Kaltluft betrieben, die durch das Erdreich geführt wird, Solarpanels erzeugen Strom für Licht, Musik und Laptops und eine Komposttoilette spart Wasser.
Umgeben ist das Haus von einem Permakultur-Garten, welcher der Familie einen Teil der Nahrungsmittel liefert.

Wer Appetit bekommen hat, bekommt auf Simon’s website sogar noch eine Bauanleitung ‚mitgeliefert‘ …

 
PS: Bin ich sehr bös‘, wenn ich tippe, dass das größte Problem beim Bau eines solchen Hauses die Auflagen der Behörden wären? 😉

 


Lustgärten

2. September 2010

Nicht zufällig ist das Paradies immer wieder als Lustgarten dargestellt worden.
Wir verbrachten praktisch unsere ganze Entwicklungsgeschichte im natürlichen Lustgarten, in dem für alle unsere Bedürfnisse gesorgt war.
Das ‚Heulen und Zähneknirschen’, Frieren, Jagen, Arbeiten und Plagen begann erst mit unserem Auszug aus den warmen Klimazonen, sozusagen mit unserer Zivilisation.
Nun haben wir Wohnpaläste, Autos, Maschinen, Flugzeuge, und, und, und.
Bloß unsere Urbedürfnisse lassen uns immer noch sehnen nach dem alten Paradies.
Wer sich’s leisten kann, leistet es sich zumindest ein paar Urlaubswochen lang.
Doch so wirklich zufrieden stellend ist das auch nicht.
Deshalb möchte ich anregen, sich einen Garten zuzulegen. Das kann ein Stadtbalkon genauso sein wie ein brachliegender Hektar, den man pachten kann. Das kann penibel umzäuntes Eigentum oder eine versteckte Wiese oder Lichtung sein, die man immer wieder aufsucht.
Wichtig ist, dass wir wieder in Kontakt mit der Natur kommen, dass wir wieder lernen und erleben, wie selbstlos hier entwickelt, und die Früchte verschenkt, werden.
Zum Beispiel kann unzähligen Obst- Kernen zu neuem Leben verholfen werden, wenn wir sie zu Hause vorziehen und irgendwo an einem Waldrand oder in unserem Garten einpflanzen oder überhaupt bloß beim nächsten Spaziergang mitnehmen und ausstreuen.
Es ist einfach wunderbar zu sehen und zu erleben, wenn etwas wächst, entsteht, – ev. auch mal von Schnecken oder Hasen abgefressen wird … 😉
Ein Obstgarten z.B. macht, richtig angelegt kaum Arbeit und liefert doch immer wieder Köstlichkeiten, die Du in keinem Supermarkt kriegst.
Auch Gemüse ist nicht so arbeitsaufwändig wie man denken könnte. Ein paar permakulturelle Tricks und die Einstellung, dass täglich eine Stunde im Garten einfach Freude macht, uns diese Bewegung, die frische Luft und die Sonnenstrahlen gut tun.
Selbst Dr. Maximilian Bircher- Benner hat als Teil seiner Therapie Gartenarbeit verlangt.

Wenn Du noch keinen Garten, kein ‚persönliches Fleckchen‘ hast, kümmere Dich schleunigst um eines. Denn, dieser wird Dir ganz wunderbar helfen, wenn

  • Du schlecht gelaunt bist,
  • Dir langweilig ist,
  • Du Bewegung brauchst,
  • Du Wunder erleben willst,
  • Du Wildkräuter brauchst,
  • Du das Wachsen erleben willst,
  • Du Sonne und Luft brauchst,
  • und, und, und

Du wirst sehen, die Beschäftigung oder auch nur das Herumstreifen in so einem Stückchen Natur tut einfach gut, belbt und harmonisiert, begeistert und erfreut.