Diametrale Geschwister

25. Mai 2012

In der heutigen Republik Kongo leben zwei Stämme von Menschenaffen, die einst durch den Fluss Kongo getrennt wurden. Heute noch sind sie genetisch praktisch ident, könnten in ihrem jeweiligen Sozialverhalten aber unterschiedlicher nicht sein: Die Gemeinen Schimpansen und die Bonobos oder Zwergschimpansen.

Schimpansen haben das Patriachat, die Alpha- Männchen ‚terrorisieren‘ die Weibchen ihres Clans so lange, bis sie ihnen unterwürfig das Hinterteil anbieten. Es gibt ständige Machtkämpfe unter den Männchen, Junge von fremden Männchen werden getötet. Schimpansen sind aggressiv, jagen auch und fressen Fleisch.

Völlig anders die Geschwister am anderen Ufer. Bonobos leben das Matriachat, haben den ganzen Tag Sex und Zärtlichkeiten, – sozusagen jeder mit jedem in allen Varianten, gesteuert von den Weibchen.
Dadurch wachsen die Jungen weitaus liebevoller auf. Niemand weiß, von welchem Männchen sie sind und genießen deshalb die Zuwendungen aller, sind ‚everybodys darling‘.
Es gibt keine männlichen Machtkämpfe, da ohnehin die Weibchen ‚das Sagen‘ haben. Bonobos sind überaus friedfertig, jagen nicht und leben vegetarisch.

So massive soziale Auswirkungen können kleine Unterschiede haben … 😉

… Fiel mir bloß ein, weil ich den Dalai Lama gestern sagen hörte, dass das menschliche Patriachat als Folge unserer Sesshaftwerdung entstand, für die Kraft und Verteidigungsbereitschaft gefragt war, heute aber nicht mehr notwendig wäre …

Wir könnten also auch jederzeit Bonobo spielen, wenn wir Männer über unseren Schatten springen könnten …
Oder haben wir unsere Kriege, unser ‚Sagen‘, unseren Stress und unsere Burn outs schon zu lieb gewonnen? 😉

 


Was machte Hitler böse?

1. März 2012

Gibt es ‚das Böse‘?
Ist Böse- Sein ein Charakterzug, eine unverrückbare Eigenschaft oder etwa gar genetisch bedingt?
Wer ist böse?
Warum ist er böse?

Findest Du diese Fragen schwierig zu beantworten?

Wenn ich mir die vielen psychologischen Arbeiten zu diesem Themenbereich ansehe, scheint es sich um überaus schwierig zu beantwortende Fragen zu handeln.
Kaum aber macht man wieder einmal den schon bekannten payoli- Blick ins Tierreich, in die Natur, ist es schlagartig ganz einfach:

Dieses sogenannte Böse gibt es primär in Zivilisationen!

In der Zivilisation, aus drei Gründen:

a) durch Charakter- ‚Defekte‘
b) aus Mangel und Not
c) durch abstraktes Denken

Sehe ich mir den ersten Grund an, unter welchen Bedingungen kleine Menschenkinder aufwachsen, ist es sofort klar: In unserer Gesellschaft passieren frühkindliche bis kindliche Seelen- Verletzungen und Persönlichkeits- Verbiegungen bis Verstümmelungen sonder Zahl.
Gerade unsere frühen Wochen und Monate sind überproportional wichtig für unsere späteren Lebensverläufe und Stabilitäten. Und gerade die werden so selten nichtartgerecht und lieblos gestaltet, dass man weinen könnte.
Was jeder ‚dumme Affe‘ selbstverständlich macht, kommt kaum einem Menschen in den Sinn. Kleine Primaten genießen 24 Stunden pro Tag den Mutterkörper- Kontakt, werden sofort nach der Geburt beleckt, erfahren in jeder Sekunde Geborgenheit, sind nie allein, können trinken wann immer sie wollen, können sich ständig in einer vertrauten Sippe aufgehoben und geborgen fühlen, und, und, und.

Es ist doch völlig unvorstellbar, dass ein Wesen, das immer nur Vertrauen, Geborgenheit, Liebe erlebt hat, irgendwann einmal zu einem Erwachsenen heranreift, der andere quält. All die Sadismen, Grausamkeiten, Bestialitäten die in unserer Gesellschaft allerorten präsent sind, sind Ausformungen einstmals verletzter Kinderseelen.

Auch die zweite Böse- Ursache ist ein typisches Zivilisationsprodukt.
In der freien Natur, oder z.B. wieder bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich, wäre es undenkbar, dass jemand in der Sippe verhungert, während andere übergewichtig sind.
In unserer Gesellschaft ist das tagtäglich gelebte ‚Normalität‘! Je höher der einen Müllberge wachsen, desto mehr verhungern jenseits einer fiktiven Grenze.
Getoppt wird das Ganze auch noch dadurch, dass Armen das Luxus- Geprotze der Reichen via TV frei Haus geliefert wird. Um so unverständlicher dann das Erstaunen und Verärgertsein, wenn diese dann versuchen sich ihren vermeintlichen Teil vom Wohlstands- Kuchen zu holen …

Der dritte Grund ist ebenfalls ein Kind unserer Zivilisation. Goethe lies es in seinem Faust als ‚Die Kraft, die Gutes will und böses schafft‘ ausdrücken.
Praktisch alle unsere Kriege, Umweltkatastrophen sind darauf zurückzuführen.
Wir spinnen uns in unseren Gehirnen irgendwelche Theorien zusammen und sehen meist erst später, wie sehr es in der Praxis wieder einmal ‚in die Hose gegangen‘ ist.

Was wäre aus Hitler geworden, wenn er umhegt, geliebt und geborgen aufwachsen hätte können und in seiner Zeit Zufriedenheit und Wohlstand vorherrschend gewesen wären …

 


Alltägliche Persönlichkeits- Destruktion

4. November 2011

Es gibt Berufe hinter denen die Persönlichkeit verschwindet, Leben in denen Frühstück, Mittag- und Abendessen bloß als Kontrollpunkte dienen, die zeigen, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist.
Berufe in denen einstmalige Persönlichkeiten hinter Bürowänden, Bildschirmen, in Fabrikshallen, also in der Anonymität verschwinden. Sie reden miteinander, aber verständigen sich nicht. Sie sind anwesend, spüren sich aber nicht. Sie hören anderen zu, nehmen aber nicht Anteil.
Viele halten das für das normale Berufsleben, ich sehe darin das düster- traurige Bild einer menschlichen Psyche die emotionale Probleme hat.
Solch ein Leben, solche Jobs können nicht nur zu burn-out führen, sondern sind der Wegbereiter für Gefühlsblindheit (Alexithymie).
Davon betroffene Menschen können weder eigene noch fremde Emotionen wahrnehmen und agieren sehr zurückgenommen. – Also eigentlich ohnehin wie der typische Zivilisationsmensch 😉

Warum wir an solch einer Depersonalisierung zugrunde gehen?
Ganz einfach! Wir sind dafür nicht ‚gebaut‘!
Sieh Dir unsere bedürfnisbildende Frühgeschichte – die uns die Primaten bis heute konserviert haben – an. Wir sind Familien- bis Gruppenwesen mit individuellen Bedürfnissen und Charakteren. Es ist uns ein Urbedürfnis, als solche in der uns vertrauten Gruppe wahrgenommen zu werden.

DAS bitte beachte, wenn Du einen Job wählst oder bereits ‚in diesem aufgehst‘.

 


Natürlich naturlich

21. Juli 2011

Wie sollte unser Speiseplan aussehen?
Natürlich NATURlich!

Wie sollte unsere tägliches Bewegungspensum aussehen?
Natürlich NATURlich!

Wie sollte unser Denken aussehen?
Natürlich NATURlich!

Wie sollte unser Sozialverhalten aussehen?
Natürlich NATURlich!

NATURlich!
Dieses Wort, dieses Verhalten sollte zu unserer Lebens- und Verhaltens- Referenz werden.
Naturlich wie die Natur.
Naturlich von der Natur abgeguckt.
Naturlich wie das Verhalten der Tiere.
Naturlich paradiesisch wie das Leben der Primaten.

Einfach naturlich, einfach paradiesisch!



Betriebsblindheit

10. Juli 2011

Betriebsblindheit ist ein viel zu schwacher und ungenügender Ausdruck dafür in welchen enormen Begrenzungen wir leben und auf die ich wieder einmal hinweisen möchte.
Wir leben nicht nur nicht betriebsblind für unsere nahezu unendlichen Möglichkeiten, sondern, nicht nur Lebens- blind, sondern Lebens- blind, taub, gefühllos, …, sozusagen Lebens- sinnenlos.
– Und merken es nicht!
Das heißt: Nein! Halt!
Wir merken es schon! Unser Körper merkt es und zeigt es mit vielen Wehwechen und Unpässlichkeiten, mit ‚Volkskrankheiten‘ und einem viel zu frühem Tod. Doch das merken wir aber auch kaum noch, weil wir all das für einen unverzichtbaren Teil des Lebens halten.
Unser Körper aber, unsere Sinne, unsere Urbedürfnisse wurden vor Jahrmillionen angelegt, für eine gänzlich andere Welt angelegt.
Man könnte schon verzweifeln, blickt man nur 100, 200 Jahre zurück. Aller Raum war für Menschen, Pflanzen und Tiere nutz- und genießbar, die Wege waren Sozial- und Spielplätze. Das Lauteste war das Vogelgezwitscher. Verschmutzte Luft war denkunmöglich.
Ein Journalist verließ während das Automobil sich Raum verschaffte Wien für einige Jahrzehnte und wetterte nach seiner Rückkehr über diese völlig veränderte Stadt indem er z.B. schrieb ‚Nichteinmal mehr Zeitung- lesend die Straße zu überqueren ist heute noch möglich!’
Heute ist die Straße eine Gefahrenzone ersten Ranges und niemanden stört das!

Ich denke, wir sollten nicht müde werden, alles und jedes immer wieder kritisch anzusehen und zu hinterfragen. Dazu ist das Bild einer Primatengruppe in ihrem ursprünglichen Habitat, das wir stets im Hinterkopf behalten, eine wunderbare Referenz, um zu sehen für welches Leben wir ‚gebaut’ sind, was uns Freude, Glück und Harmonie – lebenslange Dauergesundheit ohnehin! – verschaffen würde.


Wir haben einen Affen

16. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Nein, keinen Rausch! – Wie man in Österreich auch sagt.
Obwohl ich das Äthiopische Bier schon auch gekostet habe 😉
Wir haben hier seit gestern einen kleinen, einen einjährigen Pavian. Er wurde Kindern um 10 Birr (50 cent) abgekauft.
Es ist zwar absoluter Wahnsinn und Tierquälerei so einen Kleinen der Mutter wegzunehmen und unartgerecht zu halten. Aber die Kinder hatten sicherlich jede Menge Freude an diesem wirklich entzückenden Baby.
Ich werde sicherlich meinen Einfluss geltend machen, dass er wieder, möglichst schonend ausgewildert wird. Aber er ist auch für mich derzeit ein ganz süßes ‚Schmusetier’, obwohl er bereits recht massiv seine Interessen wahrnimmt und durchsetzen kann.
Seeehr interessant war für mich, mit ihm auf Naschreise durch eine Wiese zu gehen. Der isst punktgenau die Kräuter die auch mir schmecken und lässt die Brot-/ Inschara- Stücke, die ihm die Leute füttern regelmäßig liegen und nimmt meine gekeimten Körner, Mangos oder Bananen.
Eben hörte ich ihn fürchterlich schreien, lief hinaus und sah eben noch einen riesigen Bussard ‚durchstarten’. Der Kleine weiß also bereits ganz genau wer ihm gefährlich werden könnte.
Auch seine sonstigen Verhaltensweisen sauge ich begierig und begeistert auf, da ich ungemein viel davon aus meinem eigenen bzw. generell menschlichen Repertoir kenne.
Auch finde ich, dass er deutlich zeigt wie Intelligenz wohl begonnen hat. Er ist nämlich selten neugierig und kann an der kleinsten Neuigkeit nicht vorbei, ohne sie genauestens zu beobachten oder zu untersuchen.

 


Jane Goodall

11. November 2010

Ich habe Jane Goodall viel zu verdanken, da sie mir geduldig meine Fragen zum Verhalten und Leben der, von Ihr 30 Jahre lang beobachteten, frei lebenden Schimpansen, freundlich und kompetent beantwortete und mich immer sicherer machte, dass all unsere Probleme, unsere Krankheiten, unser Leid, ein Zivilisationsprodukt sind.
Nun läuft eine Doku über Ihr Leben und Engagement in den Kinos.

Ich kann nur jedermensch den Film ‚Jane’s Journey‘ empfehlen.
Die erste Häfte zeigt wunderbare Naturaufnahmen.
Danach war ich etwas befremdet, da Frau Goodall ihre Erfahrungen und Beobachtungen mit den Primaten offenbar selber nicht wirklich konsequent lebt und umsetzt. Aber Ihr Engagement und ihr Feuer für ‚die Sache‘ sind dennoch zum niederknien und für die Umsetzung auf paradiesische Menschenleben gibt’s ja ohnehin
paradies your life … 😉

Mich begeistern Menschen, die unseren enormen Änderungsbedarf so klar erkennen und eine Bewusstseinsänderung mit soviel Herzblut und so engagiert vorantreiben.
Wunderbar!
Danke, danke, danke, liebe Jane!

 


Liebe (4)

31. August 2010

Wie schon besprochen, gestalten WIR durch unsere Gedanken und Erwartungen unser Leben.
Zwei der schlimmsten Fehlprogrammierungen sind

  • die Kopf- Schule und
  • das Mangeldenken
  • Ersteres meint, die Programmierung, der wir vom ersten Tag an unterworfen sind: Wir sind dumm, wissen nichts und müssen erst erzogen werden, müssen erst alles mühsam lernen.
    Das ist natürlich völliger Unsinn! Jedes Tier, jede ‚dumme’ Maus, jeder Tiger und Regenwurm lernt ganz ohne Kindergarten, Schule und Schulpsychologen, gänzlich ohne Worte, Erklärungen, Belehrungen und Auswendiglernen ein lebenstüchtiges Wesen zu sein.
    Was kleine Primaten durch die Vielfalt der ständig präsenten Gruppe so nebenher und ‚aus den Augenwinkeln’ lernen, müssen unsere Kinder mühsam in streng reglementierten Institutionen lernen. Noch dazu lernen wir ausschließlich mit dem Kopf.
    Herz und Hand, Körper, Gesundheit und Glück bleiben unausgebildet und verkümmert.

    Was Tiereltern durch bloßes Tun oder Reagieren vermitteln, wird von Menscheneltern verwirrter Weise, aus Elternratgebern erlernt und ‚erzieherisch’, aber völlig unwirksam, nicht- vermittelt. Denn wir sind seit Millionen von Jahren darauf konditioniert, vom gelebten Beispiel, und nicht von Belehrungen, zu lernen. Die wunderbare Frühchen- Ärztin Marina Marcovich formuliere einmal sehr treffend: ‚ Wenn Du den Menschen Liebe Predigst, dann lernen sie das Predigen. Aber nicht die Liebe.‘

    Ähnlich tragisch wirkt sich unser Mangeldenken aus. Wer überzeugt davon ist, dass nur der essen soll, der arbeitet und nur dann genug da ist, wenn gearbeitet und gerafft wird, muss auch so leben. Er wird die Fülle nicht erkennen.
    Solche Leute horchen sich auch in der Kirche Tatsachen wie ‚Seht die Vögel des Himmels an, sie säen nicht, sie ernten nicht und leben dennoch in der Fülle’ an ohne deren Wahrheitsgehalt ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Selbst wissenschaftlich wasserdichte Fakten, wie ‚Die Sonne strahlt in einer Stunde soviel Energie ab, wie die ganze Menschheit in einem Jahr verbraucht’ findet kaum einen Gewohnheitsverhalten- ändernden Niederschlag.

    Beide Fehlprogrammierungen lassen sich auf einen absoluten Liebesmangel zurückführen bzw. sind Kinder der Angst.
    Einer Angst, nicht genug zu bekommen, einer Angst die bloß die Abwesenheit von Liebe und Zuversicht ausdrückt.

    Wir leben in der Fülle!
    Wir wurden in eine Schöpfung gestellt, in der für alle gesorgt ist. Wir lebten Jahrmillionen ohne technische Hilfen, ohne Medizin, ohne Erziehungs- Ratgeber bestens. Wir brachten lebenstüchtige Kinder hervor, waren versorgt und glücklich. Heute sorgen Medien rund um die Uhr dafür, uns Angst zu machen.
    Wir hatten nie zuvor mehr und waren nie zuvor ängstlicher, unglücklicher und liebloser.
    Tu Dir etwas Gutes! Lass die Liebe in all Dein Tun und Denken einfließen. Liebe alles und jedes. Sieh alles mit unverbrüchlicher Zuversicht.
    DAS ist unsere wahre Profession! Glücklich, liebevoll und zuversichtlich zu sein.
    Damit wiedererschaffst Du Dir unser altes Paradies.
    Ich wünsche Dir viel Glück damit und bin überzeugt davon, dass Du es schaffst. Denn wir haben es bereits. Bloß erinnern sich manche nicht mehr daran 😉

    PS: Wenn Du der Meinung bist, mit diesen Informationen könnte auch anderen geholfen werden, schick ihnen ein email, ruf sie an, schreib ihnen und berichte davon oder schick ihnen den link zu diesem blog …
    Danke!

     


    Einsame Zweisamkeit

    1. August 2010

    So üblich und selbstverständlich unsere Exklusiv- bzw. Paar- Beziehungen sind, so sehr wir Hoch-zeiten feiern und uns mit den Jungvermählten freuen, so üblicher und häufiger Single- Lebensmodelle werden, so sehr leidet unsere Seele darunter.
    Zu lange schon leben wir Kleinfamilienmodelle um auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob diese Enge und Mindergesellschaft tatsächlich unseren inersten Bedürfnissen entspricht.
    Auf der feststofflichen, körperlichen Ebene zeigt uns unser Körper, der weder lügt noch sich von neuen Ideen oder Werbe- Einflüsterungen so leicht beeinflussen lässt, wie unser Gehirn, wo es langgeht. Er reagiert auf nicht artgerechtes fast food, auf Braten und Cremeschnitten mit Adipositas, Darmkrebs und Karies und fühlt sich mit Rohernährung pudelwohl und bleibt lebenslang dauergesund.
    Etwas anders verhält es sich mit unserer ‚Software‘. Was unsere Psyche betrifft, dauert es länger bis sie körperlich bzw. in Erkrankungen manifest wird.
    Man ist eben vorerst etwas weniger zufrieden. Doch auch daran gewöhnt man sich oder merkt es nichtmal, dass man nur mit ‚halber Kraft‘ fährt, da man so sozialisiert wurde und alle anderen ja auch so leben.
    Doch warum gehen so viele Partnerschaften schief je bewusster wir werden, warum gibt es so viel Gewalt in Familien, warum suchen die Menschen jetzt wieder vermehrt Nähe über Partnerbörsen?
    Ein Blick zu den Primaten zeigt uns wie unsere Vorfahren Jahrmillionen gelebt haben: In Gruppen.
    In überschaubaren Gruppen von vertrauten Individien aller Altersgruppen.
    Danach haben wir auch heute noch ein Ur- Bedürfnis, auch wenn wir es uns nicht mehr vorstellen können und unsere Unabhängigkeit hochhalten.


    Eine Gruppe sendet z.B. an ein neugeborenes Mitglied von Anfang an andere Signale und schafft andere Werte und Gefühlslagen, als eine Mutter, die bloß zu Wickel und Fütter- Zeiten, oder ein Vater, der überhaupt nur 1x täglich für eine Stunde, auftaucht und eine Kindergärtnerin, die plötzlich da, eine Mutter die plötzlich verschwunden, ist oder Lehrer die völlig inkontinuierlich wechseln. Auch Arbeitskollegen und Chefs sind nur ein Aufblitzen im gesamten Lebensfluss und keine gewachsene vertraut, harmonische Erscheinung.
    Natürlich will ein jungverliebtes Paar Distanz von seiner Gruppe, doch sie sind sozusagen aus ihr hervorgegangen und fügen sich nach der ‚heißen Phase‘ auch wieder in sie ein.
    Ein Menschenpaar aber, reißt sich aus seiner Stamm- Familie und Umgebung heraus und zieht sich in seine eigene Exklusivität zurück, in der beide überzeugt davon sind, dass der jeweils andere nun 100% ihrer Bedürfnisse abdecken wird, was natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. In einer Gruppe ist das kein Problem, da gibt es für alle Eventualitäten, Probleme und alles gemeinsame Freuen, Partner.
    Für Menschenkinder ist es eine noch größere Katastrophe. Es gibt kaum noch Kontinuitäten, sie werden einmal dahin, dann wieder dorthin verschoben. Was bei Primaten ‚aus den Augenwinkeln‘ und nebenbei von Anderen und Älteren gelernt wird, muss jetzt durch Erziehung oder in reglementierter Form in Kindergärten, Schulen und Kursen gelernt werden.
    Was unseren frühen Vorfahren unverbrüchliche Sicherheit und Vertrauen gab, was in der Salutogenese als Kohärenzgefühl als so wichtig für unsere Gesundheit und Zufriedenheit erkannt wurde, fehlt uns Zivilisationsmenschen meist völlig. Wir haben unzählige Ängste, fürchten uns vor Katastrophen und Schicksalsschlägen und wähnen die Zukunft und Mitmenschen als gefährlich und unsicher.
    In einer vertrauten und von Anfang an bekannten Gruppe erlebt man sekündlich Geborgenheit. Hier wächst ganz selbstverständlich ein Urvertrauen in die Zukunft und in die Mitmenschen.
    Diese Vertrautheit in der Gruppe fördert auch die körperliche Nähe und Zuwendung, nach der wir Heutigen so sehr ausgehungert sind. Wenn man sich unsere Kennenlern-, Begrüßungs- und Näherkomm- Rituale ansieht, ist es zwar verständlich, dass der Umgang Fremder irgendwie geregelt werden muss, aber ist es eigentlich nur zum Weinen lachhaft, wie sich Wesen, die im Prinzip alle Eins sind sich künstlich distanzieren.
    Sich diese Herzlosigkeit und Seelenkälte erstmal bewusst zu machen und zu beobachten ist bereits ein erster Schritt zu mehr Nähe, Vertrautheit und Liebe des Nächsten und seines Umfeldes.
    Im Paradies fühlen wir uns nicht mehr getrennt, sondern als Einheit, in der jedes Glied wichtig und von allen anderen liebevoll angenommen ist. Zu diesem Zustand, zu dieser Einstellung sollten wir langsam wieder hinkommen. In diesem Sinne:
    paradise your life !

     


    Der 120 Jahre- Dauergesund- Archetyp

    18. Juli 2010

    Ich habe hier immer wieder begründet und erklärt warum man was tun, essen, denken, wie man sich verhalten sollte um lebenslang dauergesund zu sein und steinalt zu werden.
    Um nicht unzählige Verhaltensregeln und Details aufzählen zu müssen, die sich ohnehin niemand alle merkt, habe ich wiederholt empfohlen, sich im Hinterkopf das Bild einer friedlichen Primaten- Gruppe beim Essen, Spielen, Lagern, ‚Lausen’, etc. zu etablieren.
    Tatsächlich wäre genau so ein Leben, nach dem wir tief drinnen auch alle noch ein Urbedürfnis haben, für uns optimal. Bloß können wir das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
    Wir tun gut daran uns attraktive Teile aus solch einem Ur- Leben in unsere heutigen Leben zu integrieren.
    Da nicht jedermensch so eine Affinität zu den Menschenaffen hat, manche sich sogar davon abgestoßen fühlen, möchte ich Dir ans Herz legen, Dir einen persönlichen Archetypen zusammenzu- designen der sich unabhängig von Deinem Umfeld und den vielen Einflüsterern nur um DEINE Dauergesundheit, um DEIN Lebensglück kümmert. Solch ein Typ will, bevor er Realität werden kann zuerst immer genauer und plastischer in der Fantasie ausgearbeitet werden.
    Dazu kannst Du einen ganzen Tag im Geist durchgehen oder im realen Leben beobachten und Dich bei jeder Handlung, bei jedem Gegenstand fragen:

      a) Ist das naturrichtig? Und
      b) Kann ich das ändern/ naturrichtiger machen?

    Also wenn Du z.B. aufwachst und merkst, dass Kunstlicht beim Fenster hereinguckt, weißt Du, dass es das in unserer ganzen Jahrmillionen langen Entwicklungs- Geschichte nie gab. Und tatsächlich wurde nachgewiesen, dass die absolut wichtige Melanin- Produktion im Körper nur bei absoluter Dunkelheit abläuft und sogar durch einen auch nur kurzen Lichteinfall sofort gestoppt wird.
    Du kannst Dir also überlegen, ob Du das Schlafzimmer entsprechend abdunkeln könntest.
    Oder: Wenn Dich der Wecker aus dem Schlaf reißt, weißt Du, dass das unnatürlich ist und Du kannst Dir vorstellen wie das in freier Natur ausgesehen haben mag und ev. eine Lösung für richtiges Aufwachen finden …
    Auch das Verhalten Deines Archetyps guck Dir genau an. Wie wirkt er/ sie? Wie transportiert er/ sie sein/ ihr Anders-Sein? Wie reagiert sie/ er auf blöde Fragen? Wo und wie kauft er/ sie ein? Usw.
    Ich habe viele Rohköstler, Naturburschen, archaisch lebende Menschen kennengelernt. Sie alle waren überaus charismatisch aber auch ungewöhnlich.
    Man sollte sich nicht scheuen, ungewöhnlich zu sein. Diese Deine persönliche Vision von Dir sollte immer plastischer in Dir Gestalt annehmen.
    Das ist wichtig, weil Dir durch Deine Umwelt, durch Filme, durch Werbung ja auch ständig Verhalten vorgespielt werden, die Du unbewusst übernimmst. Diesem Konsum- und mainstream- Typ musst Du eine Alternative die DEINEN Bedürfnissen entspricht, der DEIN Leben, DEINE Gesundheit wichtig ist, entgegensetzen.
    Stell sie/ ihn mir vor, wenn Du sie/ ihn fertig hast … 😉