Tag der (Nicht-)Arbeit

1. Mai 2015

Noch schnell zum 1. Mai ein schöner Text, den mein einmaliger Lieblingssender Ö1 heute brachte:

Ich spreche zu Euch vom Leben, wie ein Wassertropfen zu toten Fischen. Ich spreche zu spät, weil Ihr tot seid. – Für immer tot!
Ich schlage Euch kein besseres Leben vor, ich spreche nur von dem Leben, das Ihr haben hättet können.
Ihr seid nichts, weil Ihr nichts wollt.
Was Ihr wollt ist Schein.
Ihr wollt, was andere wollen. Ihr wollt, was Eure Eltern wollen. Ihr wollt, was Eure Lehrer wollen. Ihr wollt, was Eure Lehrherren wollen. Ihr wollt, was Eure Lebensmittelkonzerne wollen.
Ihr orientiert Euch an Reisebüros, an Zeitungen, an Büchern, Filmen, am Fernsehen, an Versicherungen, an Parteien, an der Caritas, an den Kirchen, an den Autofahrervereinigungen.
Ihr wollt, was die Großkonzerne wollen. Ihr wollt, was die Alternativen wollen. Ihr wollt, was die Gesellschaft will.
Dass Ihr nichts Eigentliches wollt, nichts, das Euch selber gut täte, Ihr wollt, was der Stabilität der Macht gut tut.
Ihr wollt Fremdes. Ihr wollt nichts Gutes für Euch selbst. Ihr habt glauben gelernt, dass das einzig gute Wollen das Wollen der Gesellschaft ist.
Ihr habt das gesellschaftliche Wollen, das ein Wollen der Versteinerung von Macht ist, verinnerlicht.
Ihr kennt Euch nicht anders, als auf dem Weg zur Macht.
Dieser Weg ist Euer Fortschritt!
Euer Aufstieg ist vorgezeichnet auf der Leiter des Kapitals.
Eines Tages wollt Ihr Euch des Kapitals als Mittel bedienen, für das gute Leben.
Doch dieser Tag kommt nicht!
Dieser Tag ist schon gekommen! – Schon längst ist er gekommen!
Für die Kapitalisten die das Kapital schon zerfressen hat.
Sie verbringen Ihr Leben mit dem Beschützen ihres Kapitals.

Habt Ihr nicht das beste Leben?
Frei ist, wer nichts zu verlieren hat!
Ihr alle seid frei!
Aber nur, wenn Ihr erkennt, dass das alles, was Ihr besitzt nichts ist. Erst wenn Ihr seht, dass Ihr Verwalter von Gerümpel seid, das Euch die Gerümpelerzeuger verkauft haben, erst wenn Ihr fähig seid Gerümpel zum Abfall zu werfen, erst dann werdet Ihr frei sein …

Ich rufe Euch zum Nichtstun auf, weil Eure Arbeit krank ist und krank macht! Wenn Ihr leben wollt, lasst Euch zuerst in das Nichtstun hinabgleiten.
Sie nennen es sozial wenn Ihr Arbeitslosengeld bekommt. Es ist das Geld, mit dem sie ihre Unfähigkeit bezahlen Euch weiterhin anstelle von Maschinen zu beschäftigen.
Sie haben Euch die Arbeit verschrieben und sie verschreiben sie weiterhin.
Habt Ihr nie, wirklich noch nie bemerkt, dass die verordnete Arbeit, das Verordnen der Arbeit als Arbeit betrachten?

Wer immer Euch ein besseres Leben verspricht, der tut es nicht, ohne Gegenleistungen von Euch zu verlangen.
Glaubt ihm nicht!
Alles, was jetzt nottut, ist L e b e n !
Seid unnützlich!
Leistet nichts!
Seid zu nichts nutze.
Lasst Euch vor keinen Karren spannen.
Euer Leben hat nur ein einziges Ziel: Das Leben selbst!
Traut keinem der spricht und nicht lebt!
Traut auch mir nicht, solange Ihr mein Leben nicht kennt.

(aus „Nie wieder Arbeit – Schivkovs Botschaften vom anderen Leben“ von REINHARD P. GRUBER)

 

 

 


Müll

24. Februar 2012

Was hat Müll mit uns, was hat Müll mit unserem Leben, was hat Müll mit unserer Arbeit, was hat Arbeit mit Müll, zu tun?


Unser Wirtschaftssystem, unser Lebensstil ‚braucht‘ Vollbeschäftigung und beständiges Wirtschaftswachstum.
Wie aber soll etwas noch weiterwachsen können, wenn alle schon alles haben, wenn in den letzten Jahrzehnten ‚auf Teufel komm raus‘ rationalisiert wurde? Ich kann mich an meine Rationalisierungs- Mitarbeit in der Industrie erinnernern; was vor 30 Jahren 20 Frauen schafften wurde zuletzt von einem Automaten und einem ‚Zehntel Automaten- Betreuer‘ in einem Zehntel der Zeit erarbeitet.
Der Ausweg, aus obigem Dilemma, der kein wirklicher ist, heißt möglichst viel und unnötiges produzieren, das regelmäßig weggeworfen wird …

Längst haben die Menschen vergessen, was uns früher, bei Einführungen gewisser ’neuer Moden‘ noch auffiel. Dass Familien z.B. durch einen Zweiterwerb nichts gewinnen. Dass dieses dazuverdiente Geld eben in Kinderbetreuung, Putzhilfen oder Fertigmenüs fließt.
Längst haben die Menschen vergessen, dass auch ein Leben ohne Vollbeschäftigung nicht nur möglich, sondern ganz wunderbar sein kann.
Längst haben die Menschen vergessen, was wirkliche Lebensqualität ist, dass Shoppen, Haben und Jetten kein wirkliches ‚Seelebaumeln‘ sind.

Wir arbeiten, anstatt zu leben.
Wir produzieren lieber Müll, als Lebensqualität und Liebe.

Oder wie der Biologe Prof. Paul Ralph Ehrlich sagte: ‚Ich bin sehr optimistisch, wenn ich mir vorstelle, was die Menschheit tun könnte. Aber ich bin sehr pessimistisch, dass sie es tatsächlich auch tun wird.‘

Oder wie der Schriftsteller Reinhard P. Gruber einen seiner Romanfiguren sagen lässt: ‚Ihr nährt Euch vom Gesündesten. Euer Gesündestes ist nicht existent ohne Verpackung. Eure Gurken haben Plastikhäute, Eure Milch hat Aluminiumschalen, Euer Fleisch wohnt in Nylonsackerln, Eure Getränke verbringen ihre Frist in Leichtmetall oder Glas, Euer Käse braucht Papier und Stearin, Euer Wasser rinnt nicht ohne Stahl und Plastik, Euer Obst braucht Tonnen von Chemie. Sobald Ihr esst und trinkt, wächst der Müll. Ihr esst nicht etwas weg, Ihr esst etwas dazu: den Müll!‘

Wir können uns gar nicht intensiv genug von dummen Gewohnheiten freimachen und gar nicht zu oft fragen: Wollen wir DAS wirklich?
WAS wollen wir?! …