Da ist …

16. März 2017

Da ist diese kleine zarte mädchenhafte 57jährige die ihren erwachsenen Sohn so fest im Griff hat, dass er es in seinen erbärmlichen 38 Jahren zu nicht einer Freundin schaffte. Auch als ihre Seelenerkrankung auf den Körper übergriff, ihr der Krebs blutend aus der Nase lief, konnte sie das nur mit beschissenem Schicksal in Verbindung bringen.

Da ist diese kinderlose, ehemalige Vertragsbedienstete einer Landesregierung, die Zeit ihres Berufes akribisch alle Bewegungen, Worte, Sätze, Lieb- und Feindschaften der KollegInnen beobachtete und nun in Pension Dutzendschaften von Haus- und Wildkatzen heiß liebt zu dick und krank füttert.

Da ist diese junggebliebene, quirlige Strahlefrau, die eben ihren, in sie wie ein Schulbub verliebten Sportlehrer eiskalt zugunsten ihres umtriebigen Lebens abservierte. Kein einzelner Mann könnte ihr und ihrer bildschönen Tochter das geben, was sie oft und gern in Gesellschaften ernten, in denen sie insziniert strahlend erscheinen.

Da ist dieses einstmals schönste Mädchen einer Höheren Bundeslehranstalt, das vom Schultor weg geheiratet, ab dem zweiten Kind betrogen wurde und sich der Kirche zuwandte. Als ihre zahllosen Gebete gegen ihre Erkrankung nicht erhört wurden verlegte sie sich auf das kiloweise Vernaschen von Supermarktsüßigkeiten und wird, nun bettlägrig, von verschiedensten Heimhilfen betreut. Die Bestellung für einen extrabreiten Rollstuhl läuft …

Da ist dieser 30 Jahre lang arbeitsame und ehetreue graue Wolf, der nun sein spätes Glück in ständig wechselnden Freundinnen gefunden zu haben glaubt, die jeweils zwanghaft und dringlichst nachbesetzt werden müssen.

Da ist dieser fesche, ehemalige Steuerberater und Hobby- Schauspieler der sein spätes Glück, nach einem Schlaganfall, in einer Französin gefunden zu haben glaubt, in die er sich vermutlich demnächst Hakenwurm- artig reinbohren wird …

Da ist diese bildschöne umtriebige und so heftig sozial engagierte Leiterin einer Land- Bücherei, dass ihr noch jeder Mann innerhalb kürzester Zeit davongelaufen ist.

Da ist dieser überaus erfolgreiche Erfinder, Vortragende und Schriftsteller, der immer wieder fast zwanghaft Neues kreieren muss, der immer obenauf schwimmen, der immer besser, der immer überlegener, immer bewunderter als alle anderen sein muss.

Da war der, der alle paar Wochen sich die ganze Welt um sich wegsaufen musste und nun am Friedhof seine Ruhe gefunden hat.

Da war die dicklich ungepflegte Mittelalterliche die ihre Erkrankungen zelebrierte, ihre Krankengeschichten immer breiter auswalzte, um die alle schon einen Bogen machten …

Da war dieser Mitläufer der immer allen alles recht machte …

Da waren die jungen Burschen die testosteronvoll und youporn- aufgegeilt meinten es sei Spaß wenn sie sich über betrunkene Mädchen hermachten

Da sind diese älteren Damen, die mangels Liebe der bewunderten und ersehnten bildhübschen Jünglinge ihre Enkel, Nichten und Neffen krankverwöhnen und ihre Schoßhündchen in den Diabetes füttern …

Alle diese Menschen, ja Millionen um Millionen mehr von ihnen haben EINES gemeinsam!
Sie alle rufen etwas. Rufen, schreien, wimmern laut und für sensible Offene deutlich Wahrnehmbares, für Normalos unhörbar.
Sie alle kommen aus derselben Gesellschaft, aus derselben Zivilisation und Sozialisation. Sie alle mussten von klein an entbehren, was jedem ‚dummen‘ Tier widerfährt und geschenkt wird.
All diese Menschen suchen und rufen ihr Leben lang nach LIEBE!
Liebe die ihnen von ihren ‚liebenden‘ aber zivilisationsverbildeten Eltern vorenthalten wurde.
Diese dummen, dummen Babies konnten diese süßen rosa und hellblauen Strampelanzüge und bunten Rasseln und Mobiles für deren Auswahl ihre Mütter Shoppingstunden verbrachten, ihre Väter Überstunden machten, nicht und nicht als Liebe empfinden …    😉

 

 

 


‚Gaumenkitzel‘

2. Februar 2012

Wir wurden von der Evolution, oder wenn Du willst, von der Schöpfung mit einer ganz wunderbaren Funktion ausgestattet:

Das, was uns am besten schmeckt,
ist auch (in diesem Moment) das absolut Beste für uns

Damit brauchen wir weder Ernährungsratgeber noch Ärzte. Diese geniale Zusammenarbeit von Geruchs- und Geschmacksinn mit den Bedürfnissen unseres Körpers brachte uns bestens durch Millionen von Evolutionsjahren. Ein gesünderes, einfacheres und genussvolleres Leben gibt es nicht!
Man isst einfach immer das, worauf man Lust hat bzw. was einem am besten schmeckt. – Und tut sich damit etwas Gutes!

So weit, so wunderbar!
ABER leider haben wir uns dieses Geschenk, das neben lebenslangem Genuss auch zu ebenso langer Dauergesundheit führte, ganz gehörig versaut. Wir haben zwar mit viel Raffinesse aber auch mit viel Kurzsicht begonnen, unsere Speisen zu verarbeiten, zu mischen, zu würzen (siehe auch ‚Der Würzbetrug‘).
Damit wird unser Körper um die Speisen und Inhaltsstoffe gebracht, die er für seine einwandfreie Funktion bräuchte. Stattdessen wird ihm Nichtbenötigtes reingewürgt, das er erst wieder mühsam entsorgen muss.
Fatalerweise schmeckt uns aber dieses ‚Mogel- Essen‘!
Wir sind es von klein an gewohnt und wollen häufig nicht davon lassen.
Und ebenso fatalerweise funktioniert diese obige, einfache Gesetzmäßigkeit mit unseren heute gewohnten, verarbeiteten Nahrungsmitteln nicht mehr.
„Mein Körper verlangt nach Schokolade/ Bier“ ist schlicht und einfach Unsinn bzw. Selbstbetrug oder gar die Bemäntelung einer gefährlichen Sucht.

Doch die guten Nachrichten sind:

a) WIR sind die Chefs in uns! – Nicht unser Geschmack!
WIR können bestimmen, WAS wir essen. Wir sind nicht der Sklave unserer Gewohnheiten und Sozialisationen.
Und die nicht minder wichtige ‚gute Nachricht‘:

b) Uns schmeckt, was wir gewohnt sind!

Oder anders gesagt: Wir essen nicht was uns schmeckt, sondern uns schmeckt, was wir (lange genug) essen.
Ein Aborigine schwärmt genauso von seinen gegarten Engerlingen, wie ein Wiener von seinem Schnitzel oder ein Amerikaner von seinen Marshmallows.

Was also ist die Konsequenz aus diesen Fakten?
Du brauchst bloß für einige Zeit wieder dem ‚Chef‘ in Dir die Führung überlassen und artgerechte Nahrung, also unverarbeitete Früchte, Gemüse, Nüsse und Samen essen und Du wirst Dich an diese feinen Geschmäcker gewöhnen und sie bald nicht mehr missen wollen.
Ja, es ist sogar so, dass Du dann nicht mehr verstehen wirst können, wie Dir je all dieses fadgekochte, verbrannte, übersüßte, versalzene und überwürzte Zeugs schmecken konnte.

Diesen Geschmacks- und Zufriedenheits- ‚Rausch‘ würde ich mir an Deiner Stelle nicht entgehen lassen … 😉

 


Ich bin wie ich bin

30. September 2011

Das klingt ja recht unverfänglich und vernünftig, wirst Du vielleicht sagen.
Ja, tatsächlich! Wir sollen ja auch lieb zu uns sein und unser Sein achten. Denn wir können nur lieben, wenn wir uns selbst lieben, können Fremdes nur annehmen, wenn wir uns selber annehmen …

DOCH: So wunderbar uns eine meiner Lebensprämissen durch’s Leben führt bzw. es unvergleichlich einfach macht, nämlich Erich Frieds: ‚Es ist wie es ist (sagt die Liebe)‘, so fatal kann es sein, wenn wir sie auf uns selber anwenden. Eben im oben genannten ‚So bin ich nun mal‘- Sinne.

Denn, gucken wir genau hin, sind wir ja nicht zufällig das was wir sind!
Wir sind das Produkt unserer Genetik, unserer Erziehung, unserer Sozialisation, das Produkt von unseren Erlebnissen, Erfahrungen, von Werbeeinflüsterungen, von Aufgeschnapptem. Mit einem Wort, wir sind mehr unbewusst Aufgenommenes als von uns selber Gewolltem und Gestaltetem, wir sind meist mehr fremd- als selbstgestaltet.
Unser enormes Potential aber, liegt in der Tatsache, dass wir alle Götter sind, denen alles möglich ist. Wir sind schöpferische Wesen, können gestalten und erschaffen.
Warum also nicht auch uns selber gestalten?
Warum uns (fremd-) gestalten lassen?
Warum es beim alten Fremdgestalteten belassen?
Warum anderer Einflüsse höher halten als unsere eigenen Ideale?

Natürlich sind auch unsere ‚eigenen‘ Vorstellungen und Ideale auch wieder ’nur‘ Produkte, die von anderen bereits entwickelt oder weiterentwickelt wurden, sind Produkte einer langen Kette von Erkenntnissen, Veränderungen, etc. anderer.
Natürlich sind wir Wesen und Produkte unserer Zeit, dieser Gesellschaft und unserer Geschichte.
Und das ist auch gut so und überrascht und beschenkt uns immer wieder auf’s Neue.

Bloß ein passives ‚Tja, so bin ich eben‘ ist eine nur allzu bequeme Hängematte und Ausrede nichts tun zu brauchen. – Und missachtet unsere wunderbaren Möglichkeiten und ist unverantwortlich anderen gegenüber. Denn auch sie freuen sich über Neues, Überraschendes, über Fortschritte.

Also, was nun? Ist alles gut wie es ist oder sollen wir alles ‚auf den Kopf stellen‘ und uns völlig neu erschaffen?
Sollen wir das Sein genießen wie es ist oder ständig rumhampeln und strampeln?

Es ist tatsächlich alles gut wie es ist. Aber nur, weil unendlich viele Mitwesen und Generationen sich ihrer schöpferischen Kräfte bewusst waren und sind, sich ihrer bedienten und bedienen und uns damit beschenkten und immer noch tagtäglich beschenken!
Auch wir sollten uns an unseren Gestaltungsmöglichkeiten erfreuen, uns weiterentwickeln und damit unsere Mitwelt erfreuen …
Nicht zuletzt erfreuen wir damit ja auch uns selbst. Da wir nur so unsere ureigenste Schöpferkraft ausleben.
Denn so zu bleiben wie man ist, ist Stillstand und Stillstand ist Tod.
Lebendiges Leben aber ist stetige Veränderung, ist im Fluss, ist Bewegung, ist Lernen, ist Neuerschaffen …
Oder umgekehrt gesagt: Wer sagt ‚So bin ich eben‘, ‚Das kann ich nicht‘ unterschätzt sich, wirft all sein Gott- Sein über Bord und lebt ‚auf Sparflamme‘.

Nicht zufällig heißt es bei Goethe ‚Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen‘ (sagen die Götter).

 


Nein, nein, die Suppe ess ich nicht!

4. März 2011

Auch in Äthiopien konnte ich wieder sehen, wie stark alte Gewohnheiten, im Ernährungsbereich das altbekannte Mama- Happa- Happa, wirken. Das Essen, mit dem wir ‚aufgezogen’ wurden, mit dem wir ‚Mutter’, ‚Geborgenheit’, ‚Vertrautheit’ assoziieren, an dem bleiben wir ein Leben lang hängen, wenn wir uns nicht bewusst davon lösen.
Ja ‚bewusst’!
Wenn wir nix tun, passiert gar keine Veränderung. Oder nur die schleichenden Veränderungen die die gesellschaftlichen Veränderungen, die von der Wirtschaft und Werbung initiiert wurden, mit sich bringen.
Wir lernten ja bei der Mama auch bloß das Laufen und nicht das Autofahren. Genauso müssen wir auch lernen ÜBER das gewohnte Essen – oder auch Verhalten – HINAUSzugehen, um zwar nicht schneller und bequemer uns fortzubewegen, sondern um gesünder und länger zu leben, um die Mitwelt zu schonen und uns wieder ein einfacheres und dabei genussvolleres Leben zu ermöglichen.
Äthiopier sind von klein an so sehr auf ihr Inschara gedrillt, dass sie es 3x täglich essen und auch noch gut finden, obwohl es für unseren Geschmack unattraktiv wie altbackenes, übersäuertes und eingeweichtes Brot schmeckt.
Selbst Kinder greifen lieber zum Inschara als zu den herrlichen Früchten, die da überall wachsen.
Dazu kommt natürlich auch die völlig unnatürliche, um nicht zu sagen ver-rückte Preispolitik. Ungesündestes wird allerorten preisgestützt und die Tiere für die Reichen fressen die Nahrung der Armen.
Sieh Dir also genau an woher Deine Vorlieben kommen, was sie mit Dir tun (werden) und wie Du zu Deinem ‚Führerschein für ein besseres Leben’ kommst …

 


Weil’s geil ist

7. März 2010

In den wenigen Tagen die ich hier herumblogge, hat sich als Hauptfrage an meinem ‚paradise your life‘- Konzept herauskristallisiert: ‚Und wo bleibt der Genuss?’, ‚Gesundheit gut und schön, aber es muss doch auch schmecken’ u. Ä.
Ich versteh‘ diese Leute gut! Das sind Uralt- Programme in uns, die uns immer glücklich und zufrieden sein lassen wollen.
Allerdings ist zielgerichtetes Denken, also etwas zu tun UM etwas bestimmtes zu erreichen eine Schwester der Intelligenz bzw. in extremer Ausformung ein Zivilisations- Kind und hat schon unendliches Unheil und Leid angerichtet.
Interessant ist, dass wir uns gerade darauf soviel einbilden!
Denn, sieht man sich die ‚dumme’ Natur an, die ja weder in unserem Sinne denkt und schon gar nicht zielgerichtet arbeitet, stellt man verblüfft fest, dass damit weit bessere Ergebnisse erzielt werden als mit unseren planenden Kopfgeburten.
Dieses evolutionäre Naturprinzip kommt allein damit aus, dass jedes Einzelwesen sich einfach immer für die angenehmste Möglichkeit entscheidet.
Jahrmillionen lang lebten auch wir nach diesem Prinzip.
Was uns gut tat, war auch tatsächlich gut für uns. Also reines Lustprinzip!
Und so gab es auch immer nur ein Richtig und ein Falsch (hier die genauere und grafische Darstellung).
Die alten Mechanismen, dass es uns zu Dingen hinzieht die uns gut tun, wirken heute noch in uns. Bloß, heute wird dieser Instinkt nach Strich und Faden betrogen.
In keinem Essen, keinem Parfüm, keiner Geste, keiner Mine ist das drinnen, was es verspricht. Unsere Speisen werden durch Gewürze und Aromastoffe verfälscht, Düfte kommen aus dem Labor, und (schau)gespielte Handlungen sieht der Durchschnittsmensch schon häufiger als echte.

Und nun nochmal zum eingangs erwähnten rohköstlichen Genuss!

    a) Wir können uns auf unseren (‚alten‘) Geschmacks- und Geruchsinn nur bei unverfälschten Naturprodukten verlassen!

    b) Unsere derzeitigen Vorlieben wurden primär durch unsere Sozialisation geschaffen, d.h. die überwiegende Mehrheit bleibt lebenslang unkritisch beim altgewohnten Mama- Happahappa hängen.

    c) Dass Zivilisationskost krank macht, ist belegt.

    d) Deshalb müssten wir mit Verstand und Willen unsere Ernährungs-/ Lebensart ändern

    e) und uns an Naturrichtiges (wieder)gewöhnen, – was problemlos möglich ist.

    f) Danach lässt es sich auch mit den heutigen Möglichkeiten, Nahrungsangeboten und Rezepten ausgesprochen genussvoll, herrlich einfach, energie- und arbeitssparend und ökologisch leben.
    – Sozusagen paradiesisch!

    Aber nicht zielgerichtet,
    nicht um etwas zu erreichen,
    nicht um gesund zu sein,
    nicht um ein ökologischer Gutmensch zu sein,
    sondern
    einfach nur,
    weil’s so geil ist!
        🙂