Neue Verlässlichkeiten

18. März 2021

Ein längst schon überfälliges, jedoch durch COVID verzögertes, aber auch verschärftes Thema:

Liebe Leute! Seit Anbruch der digitalen Welt ist das Leben, ist der Informationsfluss zwar schneller geworden.
Jedoch auch unbeständiger!
Praktisch jede Firma schon, jede Regierung, jeder Verein beschäftigt Personal um ständig up zu daten. Das heißt, was Du gestern noch ’schwarz-auf-weiß‘ gesehen hast, kann heute schon wieder – wir haben ja nun ‚pixel-auf-pixel‘ – weg oder geändert sein.

Sah ich kürzlich doch tatsächlich einen Typ im Netz, der sich die websites der ganzen Mund- Nasen- Masken- Hersteller abgespeichert hatte und nun mit dem Letztstand verglich: Die haben alle ihr Warnungen a la ‚Nicht gegen Bakterien und Viren!‘, ‚Nicht für den ganztägigen Gebrauch‘, ‚Nur nach ärztlicher Voruntersuchung‘, etc. von den Seiten genommen! – Na klar! Man will doch seinem Geschäftserfolg nicht im Wege stehen     

Was bisher abfällig mit ‚Gummi- Paragraphen‘ bezeichnet wurde ist nun in ALLEN Bereichen zur ‚Normalität‘ geworden. Alle ändern nach Belieben und Herzenslust und nichts ist, wie es war.

Der i- Tupfen auf diesem ganzen Wahnsinn ist, dass gerade wir heute in einer wissenschaftsgläubigen Zeit leben, wie nie zuvor. Niemand mehr ohne Quellenangabe wird ernst genommen. Und auch diese Quellen wabbern, winden und verändern sich nun nach Belieben.

Das Gute daran: Deine alten Lexika und Bücher könnten bald goldes Wert haben!     
Sonst kann ich diesem Trend wenig Gutes abgewinnen. Denn selbst die, die jetzt noch lokal abspeichern, können das nicht ‚ohne Ende‘ tun. Diese vielen und ständigen Änderungen überfordern jegliche Speicherkapazitäten.
Klar gibt es auch web- Seiten, die alte Seiten und historische Verläufe abspeichern. Doch auch sie sind ’soft‘ und müssen irgendwann ‚der Änderungs- Brandung nachgeben‘.

Wenn ich mir dagegen die Stabilität und beruhigende Verlässlichkeit der Natur ansehe, in der es vom Primaten bis zum homo sapiens 6 Millionen Jahre dauerte oder so ein Schildkröten- oder Krokodil- ‚Plan‘, der über 200 Millionen Jahre stabil blieb, könnte ich umgehend rausrennen und die, ebenfalls ’steinalten‘ Löwenzähne und Gänseblümchen noch lieber auffressen     

Ganz im Sinne von


 
 
 


Resilienz

2. Oktober 2012

Dieser Begriff meint allgemein sozusagen die System- Stabilität oder ‚Stehaufmännchen- Qualität‘.
Mit payoli- Worten: Man schafft wieder einmal für ein Verhalten das in der Natur immer schon selbstverständlich und allgegenwärtig war einen akademischen Begriff, beforscht das Thema ausgiebigst, – um viel Geld natürlich, beschriftet noch mehr Papier damit, bläst also eine natürliche Mücke zu einem akademischen Elefanten auf.

Und warum das Ganze?
Weil diese Eigenschaft, weil Resilienz in unserer heutigen Zivilisation tatsächlich schon Mangelware geworden ist.

Der Begriff ‚Salutogenese‘ ist den Lesern dieses blogs vermutlich längst ein Begriff. Resilienz ist ihr ähnlich und sozusagen das Immunsystem der Psyche.
Was in der Salutogenese das Kohärenzgefühl, das unerschütterliche Vertrauen in die Zukunft ist, ist bei der Resilienz der Glaube an die eigene Stabilität, das immer wieder von vorne beginnen, das ‚Ich komm da raus‘.

Jeder Hamster, jede Feldmaus, jeder Affe, ja sogar jede Ameise hat diese beiden Intentionen angelegt.

Ok, wenn die Menschen heute schon zu verunsichert, zu instabil, zu entwurzelt sind, ist es natürlich gut, sich diesen Begriffen wieder neu, diesmal kognitiv, anzunähern.

Aber! In vielen Fällen wird Resilienz erst erforderlich, muss Resilienz erst wieder mühsam gelernt werden, weil schon vorausgegangene Lebensaufgaben nicht artgerecht erledigt wurden!
Als Beispiel: Jemand erkrankt auf Grund seiner Lebensweise schwer. Der physischen Krankheit folgen psychische Probleme, Verzweiflungen, Depressionen, etc.
Hier wäre dann natürlich eine resiliente Stabilität gefordert, die oftmals fehlt.
Doch das ist bereits ‚eine Folge- Stufe‘, die gar nicht erst hätte erreicht werden müssen..

Wir schaffen uns sozusagen Probleme, denen Probleme folgen, um dahinterzukommen, dass wir gegen diese keine Strategien (mehr) haben.

Ein Naturbeispiel dazu:
Ameisen sind lebenslang dauergesund und können ebensolange ihren Tätigkeiten nachgehen. Sie bauen, züchten, pflanzen, pflegen …
Von sich aus, fällt also keine Ameise aus.
Sollte aber einmal ein böser Bube einen Ameisenhaufen zerstören, fällt keines dieser Tiere in Depressionen, braucht einen Therapeuten, bricht in Tränen aus, ist verzweifelt …
Sie beginnen umgehend mit der Reparatur.
Das ist Resilienz!

Wir dagegen verursachen uns Probleme, fallen damit ins ‚tiefe Loch‘ und brauchen einen Therapeuten. Dieser aber hebt uns bloß aus dem ‚Loch‘! Der ursprüngliche, auslösende Wahnsinn aber geht unverbrüchlich weiter …
Das nennt sich Zivilisation! 😉