Zum Hunderter

20. September 2016

sitzt ich und resümier‘,
seh‘ an mir runter,
seh‘ meinen Schwanz und denkt mir:

So alt bin ich,
so jung, Du!
Alle sagen’s,
dass ihr an uns hängt.
Ich seh Dich steh’n.
Ich seh Dich
in Deiner Kürze
wie ehedem,
klein wie ein Spatzi,
stark wie ein Stamm!
Du Wunder der Natur,
Du Wirker des Testosterons,
Du Lieber,
Du Treiber,
Du Taucher in in Tiefen der Lust.
PenisIch seh,
Du bist fast nichts
und doch warst Du mein alles.
Das Alles vieler Lieben,
der Ausdruck meiner Liebe,
das Alfa meiner Kinder,
das Omega meines Harndrangs.
Du Hautfetzen
der so göttlich war.
Du Kleiner,
Du Großer,
Du Schöpfer,
der alles vermag.
Du Geschenk
und Beschenker,
ich pack es nicht,
was Du vollbrachtest!
So unscheinbar
und doch ein ganzes Leben dirigierend
Kinder zeugend
Frauen beglückend
Wasser abschlagend,
Lust anzeigend,
Dunkles erkundend.
Du Drängender,
Du Lehrender,
Du Enttäuschender,
Du Strammer und Erfreuender,
Du Wunder der Wunder.
Ich danke Dir
Du Schwanz der Schwänze,
Du Fülle der Völle,
Du Maß aller Dinge,
Du Freund der Frauen
Du …
Du König,
von den Prüden genannt
Penis!

 

 

 


Sexuelle Abscheu

13. Juni 2012

Nicht zufällig ist neben Ernährung, Bewegung und Mentales, das Soziale ein essentiell wichtiges Standbein der ‚paradise your life‘- Philosophie bzw. eines glücklichen, erfüllten Lebens.
Die uns körperlich und sozial so ähnlichen Primaten zeigen uns überdeutlich vor WIE weit wir uns bereits von einer gesunden, artgerechten Verhaltens- und Lebensweise entfernt haben.

In den zwischenmenschlichen Beziehungen nimmt unsere Sexualität einen wichtigen Platz ein. Auch da zeigen uns z.B. Primaten wie Bonobos, wie offen, frei und friktionsfrei Sexualität gelebt werden könnte.
Doch in unserer übertabuisierten ‚Kultur‘ wird Begehren, werden unverlogene Blicke und viele Arten der Berührung zu sexuellen Übergriffen hochgespielt.

So weit, so schlimm.
Dass aber selbst sogenannte Fachleute sich aus diesen gestörten Zivilisationsverstrickungen nicht befreien können, ist ein mehr als trauriges Sittenbild.

Wie ich darauf komme?
Mir fiel kürzlich ein verzweifelter Leserbrief in einer österreichischen Tageszeitung auf.
Nicht nur, dass dieser Brief mir alle Notsignale im Kopf klingeln ließ. Nicht nur, dass mich unendliche Traurigkeit beim Lesen dieses Hilfeschreis überfiel. Ich war völlig fassungslos wie grottenfalsch die Rat – nein, wohl eher RatSCHLAG – gebende Professorin darauf nichteinging.

Hier der Hilferuf:

Abscheu
Die sexuellen Bedürfnisse meines Mannes waren mir (75) immer schon zu viel. Aber je älter er wird, umso ärger wird er. Mit 79 mehrmals täglich und das zu allen möglichen Tageszeiten, das ist doch nicht normal! Da er auch ordinär, aggressiv und gleichgültig wurde, empfinde ich nur mehr Abscheu. Ich würde mich am liebsten scheiden lassen, aber wegen meiner niedrigen Pension ist das nicht möglich.

Dazu Frau Prof. Dr. Gerti Senger:

Das sexuelle Verhalten Ihres Mannes entspricht wirklich nicht dem eines bald 80-Jährigen. Die Ursache könnten verschiedene Veränderungen im Gehirn sein.
Auch sein Desinteresse, seine Taktlosigkeit und seine Aggressivität lassen darauf schließen.
Vielleicht kann ihr Hausarzt Ihren Mann dazu bewegen, die notwendigen Untersuchungen durchführen zu lassen und entsprechende Medikamente einzunehmen.

Was soll man da noch sagen?!

Ein alter Mann darf nicht seinen Testosteronspiegel haben, wird fern- pathologisiert und um die Möglichkeit gebracht ein (vielleicht begleitetes) Gespräch mit seiner Frau über ihrer beider Sichtweisen/ Probleme zu führen.

Einer alten Frau wird die Möglichkeit genommen aus ihrem – natürlich – unbefriedigendem ‚Prostituierten- Dasein‘, durch verbindende Gespräche und mit eigener Kraft herauszukommen und in das Empfindungs- Universum ihres Mannes einzutauchen und es zu verstehen.

Unqualifizierte Fern- Beurteilungen a la ‚entspricht wirklich nicht dem eines bald 80-Jährigen‘ und ‚könnten verschiedene Veränderungen im Gehirn sein‘ bringen absolut nichts.
Die Aussicht auf Pathologisierung und Medikamentierung schon gar nichts! Denn auch diese Frau, dieser Mann hätten ihre Lernaufgaben zu erledigen, könnten ihr Leben durch eine Verbreiterung ihres Horizonts bereichern …

Aber da ist ja die ‚Fachfrau Gerti‘ vor!
Kein Wort von Liebe, kein Wort von gegenseitigem Verständnis, von Gesprächsmöglichkeiten, von konstruktiv- positiven Aussichten, von gemeinsamem Glück …
Nur Pathologisierung, nur Medikamente!
Auch scheint die Dame ihren Kolummnentitel (Lust & Liebe) vergessen zu haben …
DAS ist eine Fachfrau!?
– Wenn’s nicht so traurig wär, wär’s fast ein Witz!

Wer solch eine Fachbetreuung ‚genießt‘ braucht keine Feinde mehr!

Aber wir Menschen stehen mit unserer Kultur und unseren Wissenschaftern und Therapeuten ja weiiiiiiiit über den primitiiiiven Primaten, die einfach Spaß aneinander haben und solche Probleme gar nicht kennen, gell … 🙂

In diesem Sinne: paradise your life!
– Auch beim Sex, auch in der Liebe, auch bei unseren Sozialkontakten!

 


Der männliche Schwanz

10. Juni 2012

.. oder ‚korrekter‘ gesagt ‚Penis‘. – Aber die Quote will auch immer wieder bedient werden und ich möchte nicht wissen um wieviel mehr bei ‚Schwanz‘ als bei ‚Penis‘ hierherklicken … 😉

Was es in Zeiten der – vermeintlichen – Aufklärung dazu noch zu sagen gibt?

Viiiiiel! Seeeehr viel!

Für mich war jahrzehntelang mein Penis ausschließlich ein Ding für die Freude und fürs Pinkeln.
Bei einem Äthiopien- Besuch hatte ich für einige Tage die Möglichkeit einen kleinen Affen hautnah zu beobachten.

Sein Penis war ständig, das heißt in Sekunden- Intervallen am Wechseln zwischen erigiert und ‚zurückgezogen‘.
Jede Beobachtung, jede Emotion, jeder Schreck, jede Neugierde schlug sich sichtbar an der Steifigkeit/ Sichtbarkeit seines Gliedes nieder.

Davon hab ich viel gelernt!
Ich weiß jetzt WIE DIREKT ’natürliche Penise‘ reagieren, wie nah sie am vegetativen Nervensystem sind, wie direkt sie Befindlichkeiten anzeigen. Und wie ‚flach‘ wir Zivilisationsmenschen leben. Wie unterdrückt wir leben. Wie sehr wir uns kontrollieren.

Schon Wilhelm Reich erkannte vor ca. 80 Jahren dass der Zivilisationsmensch den größten Teil seiner Lebensenergie dafür verwendet, seine stärkste, nämlich die Sexual- Energie zu unterdrücken!

Ich geh einen Schritt weiter und sage:

1. Wir projizieren all unsere Gefühle und Regungen – bloß weil das ‚Nervenkostüm‘ an den Geschlechtsorganen unter der ‚dünnsten Haut‘ liegt – auf die Sexualität. Als

2. Schritt tabuisieren und unterdrücken wir diese auch noch soweit wie möglich!

Damit unterdrücken wir so ziemlich ALLE unsere Regungen und Gefühle!

Und so sehen die heutigen Menschen auch aus!
Jeder ist höchst kontrolliert. Kaum jemand reagiert – zumindest öffentlich – emotional. Viel zu viele Regungen und Gefühle werden unterdrückt, überspielt, versteckt. Kaum jemand traut sich zu sagen, was er wirklich denkt und fühlt.
Ja, die ‚Unterdrückungs- und Anpassungs- Maschinerie‘ hat uns bereits soweit verformt, dass wir kaum noch selber wissen, was wir wirklich empfinden …

Aus diesem Regungs- Vakuum könnten uns Körperzugänge bzw. Körpersignale raushelfen. Denn der Körper weiß immer noch am besten, was wir längst und perfektest verdrängt haben.

Natürlich ist nicht ausschließlich der männliche Penis ein Anzeigeinstrument unseres vegetativen Nervensystems. Da wären auch Atmung, Puls, Hautreaktionen wie Gänsehaut, ‚Haareaufstellen‘, Brustwarzen erigieren, ‚Bauchkribbeln‘, etc. zu nennen.

Doch es könnte zweifellos wichtig für jeden Mann sein, zu wissen, dass die Reaktionen seines Penis nicht unbedingt einzig mit Sex zu tun haben, dass sie gar nichts mit ‚langfristigen Gefühlen‘ zu tun haben, dass hier bloß sehr direkt kleinste Regungen, Eindrücke und Gefühle gespiegelt werden, was sehr aufschlussreich und ‚erklärend‘ sein kann.

Ob bzw. wie weit Fauen mit ihrer eher ‚verdeckten‘, aber eventuell dennoch spürbaren Erregung, Zugang zu ihrem Nervensystem erhalten und daraus Erkenntnisse und Nutzen ziehen können, kann ich leider nicht sagen.

Zumindest aber für ‚ganz normale‘ Männer könnte es sehr entspannend sein, wenn sie diese Spontan- Reaktionen als das erkennen und annehmen könnten, was sie sind …

Natürlich werden sensible Reaktionen (primär in jungen Jahren) häufig durch ‚Testosteron- Überschüsse‘ überlagert und sind dadurch nicht so deutlich sicht- und empfindbar …
Das Wissen um die grundsätzliche Verbindung zum vegetativen Nervensystem aber, ist dennoch sehr aufschlussreich und könnte für so manchen erklärend und damit entspannend wirken …

In diesem Sinne:

NieMANNd/ NieMENSCH muss etwas,
jederMANN/ jederMENSCH kann,
jede Regung ist zulässig,
jede Regung will etwas sagen,
jede Regung will sich mitteilen,
alles ist möglich,
alles ist wunderbar
paradise your life