Grad‘ die Kleinsten …

1. September 2020

Es gibt überaus tragische Tode von Kindern, Fehlgeburten, … perinatale Kindstode …
Es gibt zahllose Begriffe für diese unendlich schmerzlichen Kinder- Abschiede.
Es gibt dazu zahllose Angebote betroffene Eltern aufzufangen, zu begleiten. Zum Beispiel Benefiz- Veranstaltungen die die größten Kirchen mit Menschen und Tränen füllen.

Doch es gab auch meine Angebote, ‚wollenden‘ und werdenden Eltern zu vermitteln, worauf es ankommt, um gesunde und glückliche Kinder zu bekommen und sie heranzubegleiten.

Bloß diese Veranstaltungen kamen nie zustande, da das Interesse nahezu Null war. Auch vergleichbare, erfolgreiche Angebote sind mir nicht bekannt.
Mir scheinen die Eltern von diesen Mutter- Kind- Pass- Aktionen völlig eingelullt, obwohl diese ja viel zu spät einsetzen und bloß gröbste Probleme erkennen.

Die Verliebtheit gaukelt in all der gesellschaftlichen Verwirrung und mächtigen Naturkraft absolute Allmacht vor …

Natürlich will niemand so ‚Schicksal’s- gebeutelte Eltern beschuldigen, Schuld am Tod ihrer Kinder zu sein.
Nur …., es gibt nichts, das keine Ursache hat!
Wir brauchen bloß zeitlich zurückzublicken. Vieles, was unsere Großeltern noch auf Schicksal, ‚Pech‘ oder ‚böse Mächte‘ zurückführten, ist heute erklärbar.

Es wäre ja auch absurd, wenn nicht tatsächlich alles eine Ursache hätte. Doch solange man diese nicht kennt, läuft jedes Ereignis eben unter Tragik oder Schicksal.

So zeigen solch betroffene Eltern auch genau das Verhalten, das aus der Religiosität voriger Jahrhunderte bekannt ist. Die sehen ihre verstorbenen Kinder als Sterne, als Märtyrer, Schicksalswinke, Wegweiser, Gottesberufungen, etc.

Auch kann ich, angesprochen auf meine Angebote, die Reaktionen Betroffener schon fast nimmer hören. Denn alle sind in ihrer naiven bis fehlgeleiteten Unwisenheit zutiefst davon überzeugt, die besten und vorsorgendsten aller Eltern geesen zu sein,
Doch entgegen allen Blablas, gilt immer noch, dass man das Tun eher an den ‚Früchten‘, anstatt der noch so guten Begründungen erkennen kann.

Besonders wenn die Kleinsten der Gesellschaft betroffen sind, schmerzt die Verdummung der Menschen aus Profitgründen besonders.
Denn was heute als ‚gesund‘ gilt, erzeugt genau das, was wir ja tatsächlich – na, so ein Zufall aber auch! – haben: Viele, viel zu viele Kranke, Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken, Kindstode, Zu-früh-Verstorbene, Impfungen, und, und, und …

Was soll all das Gerede über diese sogenannte Gesundheit, wenn sie ja doch keine Gesundheit hervorbringt!?
Solange nicht alle medizinlos gesund bis 120 bleiben, ist dieses ‚gesund‘ eben nicht gesund!!

Insoferne kann ich nur alle werdenden Eltern, ja sogar alle, erst planenden Eltern bitten sich umfassendst zu informieren.
Es wäre soviel zu tun!
Wenn schon, dem falschen Genuss und Schlendrian zuliebe, nicht das ganze Leben, der Gesundheit ‚geopfert'(1) wird, so doch bitte zumindest die paar Monate vor und während der Schwangerschaft!
Es ist ein altes Grundgesetz und ja auch logisch nachvollziehbar, dass Leben umso gefährdeter, je jünger/ kleiner es ist.

Liebe Leute, erspart Euch doch die vielen Tränen, oft sogar lebenslange Trauer oder Sorge um ein hinübergegangenes oder behindertes Kind.
Soetwas muss nicht sein!
JedeR hat das Geburtsrecht auf Glück und Gesundheit.
Alles hat eine Ursache.
Auch Leid!
Solche tragischen Schicksale müssten nicht sein!

Ich kann und will damit nicht alle Schicksalsschläge aussparen. Doch ich denk mir, wir können erst dann das Schicksal unserer Lieben wirklich beruhigt in Gottes oder der Natur Hand legen, wenn wir das uns Mögliche getan haben.
– Und dazu wäre noch seeeehr viel mehr zu tun!

In diesem Sinne

 

 
(1) Ich ‚opfere‘ mich seit fast 30 Jahren. – Weil’s so geil ist!    
Sozusagen: Beides probiert, aber ich müsst ja verrückt sein, um ins ‚Normalleben‘ zurück zu kommen!

 

 

 


Trauer

6. November 2015

Wie wichtig meine Begriffe ‚Urur..sache‘ und der demnächst folgende ‚Urgrand‘ sind, wie wichtig meine Denkanstöße für die Menschen sind, zeigte sich mir erst kürzlich wieder, als der Journalist Johannes Kaup eine Radio- Reihe ‚Über das Trauern und den Umgang mit Verlusten‘ mit vielen Betroffenen, Trauernden und mit ‚hochkarätigen‘ Therapeuten, Sozialpädagogen, Begleitern, u.Ä. präsentierte.
Die Sendungen waren vollgestopft mit tragischen Verlusten und trieften förmlich vor Leid und Trauer. Nie und mit keinem Wort aber wurde erwähnt, dass JEDER all der vielen Tode

a) unnatürlich (viel zu) früh eintrat, – egal ob durch einen sinnlosen oder vermeidbaren Unfall, durch eine Zivilisationserkrankung oder durch den ’normalen Zivilisations- Frühtod‘, und dass
b) ALL unser Leiden und Trauern (‚bloß‘) kulturell konnotiert ist, dass immer und immer wieder ein völlig unnötig schmerzliches Gedankenkonstrukt von Generation zu Generation, von Mensch zu Mensch, weitergegeben wird.

Mit welchen Fehlprogrammierungen sich selbst hochintelligente Menschen ihr Leben ruinieren!
Was Kindern z.B. an Unsinn erzählt wird!
Was da an Zivilisations- und Kultur- geschaffenen Strukturen transportiert wird!
Alles nicht notwendig, alles entbehrlich.
Alles Kultur- ‚Leistungen‘ deren Sinn in längst zurückliegendem Dunkel liegt.
Diese vielen destruktiven Konstrukte gehörten längst hinterfragt, eliminiert und ersetzt, anstatt mit ihnen und läppischen Oberflächenpolituren weiterzuleben.
Dabei ist es egal ob es um ’normale‘ Ernährung geht, die krank und viel zu frühe Tode macht oder um ‚übliche‘ Trauer die bloß unsere zivilisationsbedingten Liebesdefizite spiegelt.

TränenVielleicht wird zumindest unser Trauer- Irrweg klarer, wenn wir dran denken, dass es Kulturen gibt, die lachen, feiern und fröhlich sind, wenn jemand die Daseinsebene wechselt.
Oder warum weint kein Tier!?
Ja, es ist sogar umgekehrt! Ich sah mal eine Doku, in der ‚weinende Elefanten‘ gezeigt wurden und prompt fanden die Menschen das rührend und schrieben diesen Tieren deshalb sofort ein Herz, eine Seele zu. – Bis sich rausstellte, bis gesagt wurde, dass das Drüsen sind, die unabhängig von Verlusten und Trauer tränenähnliche Flüssigkeiten absondern …     😉

Es gibt soviele schreckliche Dinge auf die wir uns dennoch freuen.
redball Bewegungs- und Freiheits- liebende Kinder freuen sich auf schulisches Stillsitzen, auf schulischen Zwang!
redball Menschen kaufen freiwillig, teuer und mit Begeisterung, sie krank- und kaputtmachende Substanzen.
redball Menschen sehen sich freiwillig Filme an die sie zum Fürchten und Weinen bringen.
redball Menschen zahlen für die Zufügung von Schmerz.
redball Menschen ziehen jubelnd in Kriege!
redball und, und, und …
Einzig, weil die Erwartungen darauf dementsprechend positiv konnotiert sind.
Der Tod aber, der eigentlich nichts besonderes ist, der allen gewiss ist, wird schmerzlich ‚gemacht‘!
Dabei: Wie bitte sähe es aus, wenn alle je Geborenen noch rumlaufen würden!?
Wie sähen unsere Entwicklungen und Fortschritte aus, wenn es keinen Tod gäbe!?

Ja klar, ist jeder Todesfall ein Verlust. Aber auch das ist doch hausgemacht, dass Verluste und Entbehrungen als schmerzlich empfunden werden. Durch unsere Mangel an Liebe (die wir durch nicht artgerechte Betreuung, von Kindesbeinen an, schon erleiden mussten) klammern wir uns lebenslang krankhaft an alles was uns guttut.
Ein völlig entspannter Mensch, der in sich und in der Liebe ruht, kann völlig entspannt durch die Welt und durch alle Zustände gehen. Für ihn ist jede Veränderung einfach eine Veränderung, eine Bereicherung; nicht mehr!

DAS alles müssten die Menschen m.E. erfahren!
Dass sie selber es sind, die (sich) das Leid machen!
Das förmliche Suhlen aber, in Trauer und Schmerz, wie es jetzt rund um Allerheiligen/ Allerseelen betrieben wird, treibt die Massen nur in die Arme der Beutelschneider und Seelenfänger. Das muss man schon auch so sehen!

Unglaublich auch, wenn man sich ansieht oder sogar misst WIEVIEL Energie, wertvollste Lebensenergie, uns dieses willkürliche Konstrukt kostet!
All dieses Leid, all diese Trauer, all dieser Energieverlust ist aber nur der fatale Endpunkt einer unseligen Zivilisations- Kette die mit unserem bzw. unserer Kinder völlig lieblosem und nicht artgerechtem Aufwachsen beginnt …

Jetzt aber genug mit diesem Thema!
Wie schön sind doch die jetzt gerade sterbenden, sich verfärbenden Blätter, die sich wandelnden Wälder und Wiesen. Wie herrlich ist doch das Verdecken der angenehm wärmenden Sommersonne durch märchenhafte Nebelschleier …    🙂

 
PS: Nachdem ich diesen Beitrag geschrieben hatte, radelte ich zu meiner ‚herzallerliebsten‘ Gärtnerei. Dort erzählte mir eine Dame, dass sie mit ’sozial ungewöhnlichen‘ Kindern, so gerne die Gärtnerei und die angeschlossenen Ställe besucht oder die Kinder mit ihrem Therapiehund besucht. Besonders die türkischstämmigen Kinder würden ganz wunderbar aufblühen durch den Natur- und besonders Tierkontakt. In deren Kultur sind Tiere unrein und absolute ‚Unterwesen‘. Um so mehr genießen diese Kinder das Knuddeln, Angreifen oder auch nur Zusammensein mit den Tieren …
‚Tja‘ denke ich mir, ‚Das passt sehr gut zu meinem Trauer- Text. So baut sich jede ‚Kultur‘ die Dinge, an denen sie dann leiden, die sie entbehren, ‚dürfen‘ …     😉

Da ist es doch besser, Du hältst es mit:
paradise your life!     🙂

 

 

 


Eine Rad- Tour …

31. März 2014

TraisentalGestern. Ich radle bei herrlichstem Sonnenschein und bezauberndstem Frühlingsbeginn das Traisental entlang.
Unendlich viele Blüten, Düfte, herrliches Vogelgezwitscher, das Rauschen des Flusses, das viele zarte Grün, die vielen herrlichen Wildkräuter, süße ‚Köpfchen unter Wasser, Schwänzchen in der Höh‘- Enten, radelnde, joggende, spazierende Menschen … einfach herrlich!
Ein Geschenk der Natur!
Ein Geschenk des Lebens!
Für mich, vom Aufinden, übers Ernten bis zum Zubereiten, auch noch eine Giersch-, Bärenklau-, Brennessel-, Löwenzahn-, Bärlauch-, und, und, und … Orgie!
Herrlich!
Plötzlich seh ich an einem entgegenkommenden Radfahrer ein mir bekanntes Gesicht.
Er zischt an mir reaktionslos vorbei. Ich bin mir sicher! Das war der Franz!
Ich wende, rufe ihm laut nach: ‚Heeeeee Franz!‘
Er stoppt und blickt verwirrt nach hinten bzw. mir entgegen.
Während des Näherkommes denke ich mir ‚Holla! Ist der nicht schon gestorben!?‘
Ich erreiche ihn und sag dennoch: ‚Hallo Franz! Kennst mich nimmer?‘
So von Angesicht zu Angesicht kommen mir nun Zweifel und tatsächlich sagt auch er: ‚Kennen wir uns?‘
‚Bist Du nicht der F… Franz?‘ frage ich, obwohl ich nun weiß, dass er allein schon altersmäßig es nicht sein kann.
‚Nein, sein Vater!‘ höre ich.
Nun bin ich mir sicher. Ich hatte vor Jahren die Totesanzeige des Franz gesehen. Es tur mir leid, ihn mit seinem Vater verwechselt zu haben.
Ich beginne meine Erklärungs- und Entschuldigungs- Suada ….
‚Ich erinnere mich, Du warst ein Schulkollege von ihm!‘ unterbricht er mich.

Wir plaudern lange. Es wird mir immer klarer …
Und deshalb schreibe ich das hier jetzt für Euch auch noch auf:

Das Leben ist ein Geschenk und immer wieder eine Überraschung!

In diesem Fall aber, hab ich unendlich viel zu lernen!
Franz war ein schüchternes Kind, das ich – ich sags wie es war – zur Sau gemacht hab. Ich hab ihn drangsaliert,lächerlich gemacht, ihn verspottet … ich kann mir heute gar nimmer vorstellen, was ich ihm so alles angetan hab, wie sehr ich ihn verletzt hab.
Und – warum ich das hier jetzt – Asche auf mein Haupt streuend, schreibe: Es tut mir heute rückblickend unendlich Leid. Doch ich kanns weder ändern noch nachvollziehen welche Teufel mich damals geritten haben ….

Der Franz hat unter unseren Verspottungen sogar in die Hose gemacht, was uns alle noch heftiger über ihn ‚herfallen‘ ließen. Er wurde in der Folge zu einem sehr introvertierten Schüchternen. Er machte seine Schulkarriere, ging in den Außendienst, arbeitete hauptsächlich im damaligen Ostblock, hatte privat bzw. beziehungsmäßig viel Pech. Er heiratete schließlich eine Russin, die ihn nur zur Flucht in den Westen missbrauchte und ihn in Österreich umgehend verließ und vor den Kopf stieß. Er vereinsamte, trank und erkrankte schließlich an Krebs. Sein Vater erfuhr erst nach seinem Ableben von seiner Geschichte.

Der weitere Weg war mir sehr schwer. So wunderbar all die Frühlingsboten, so tragisch dieses verwichene Leben, dieses Schicksal! So schlimm meine Rolle darin!

Warum ich das hier erzähle?
Mir wurde beim Weiterradeln klar, aus wievielen ‚Puzzle- Teilen‘ wir zusammengesetzt sind. Wieviele Puzzleteile unser Glück und Schicksal bestimmen.
Wieviele solcher Puzzleteile wir durch unser Sein, durch unsere Äußerungen, durch unser Verhalten, mit unseren Worten, tagtäglich an andere verteilen!

Natürlich bin ich nicht der Lenker von Franz’s Schicksals! Natürlich hab nicht ich allein, ihn ‚gemacht‘!
Natürlich hätten auch völlig andere Vorkommnisse sein Leben derartig gestaltet können …
Dennoch, mit einem anderen Schulkollegen wären auch andere Weichenstellungen seines Lebens denkbar gewesen …

Ich freue mich unendlich über jedes Watt an Energieeinsparung, über jeden Vegetarier mehr, über jedes Schrittchen an Bewusstheit mehr, zu unserem Verhalten. Ich freu mich über jede Bewusstwerdung von zuvor gedankenlosem Konsumverhalten.
Ich freue mich aber auch über all unsere Möglichkeiten! Über all unser Glück, unsere Zufriedenheit, all dessen, was wir konsumieren und lernen dürfen.
Nun wurde mir aber wieder einmal bewusster, wie sehr wir unsere Mitmenschen, unsere Mitwelt beeinflussen. Wie sehr wir die Engel oder Teufel Anderer sind. Wie sehr wir an einer lebenswerteren Welt, wie sehr wir an unser aller Paradies, wie sehr wir am Glück anderer, … und letztendlich an unserem eigenen Schicksal mitwirken.
Mit jedem Wort, mit jeder Tat, mit jedem Lächeln!

 

 

 


Lies doch bitte mal …

30. November 2012

.. diese Geschichte, die das Leben schrieb:

http://www.gvk-counterstrike.de/html/lynn.html

Morgen sag ich Dir etwas dazu …

 


Gut, dass der gestorben ist

15. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

… hätte ich mir fast gedacht, als ich erfuhr, dass ein weitschichtiger Onkel meiner Gastgeber verstorben ist. Denn sein Tod ermöglichte mir, ein sehr ursprüngliches Begräbnis bei sehr ursprünglich lebenden Menschen auf dem Land mitzuerleben.
Ganz so toll war’s dann auch wieder nicht und ich hätte ihm, wenn ich gewusst hätte, was mir dabei so alles ‚blüht’, auch noch gerne ein paar weitere Jahre gegönnt 😉
Denn es war wirklich eine Herausforderung der besonderen Art für mich!
Hitze, dass mir die Haut in Fetzen von den Ohren hing, Läusebisse, dass ich nicht mehr wusste wo ich mich zuerst aufkratzen sollte (eine sehr gute Meditationshilfe! Nicht nur das Denken, sondern auch fürchterlich juckende Bisse wegzumeditieren um einschlafen zu können 😉
Eine 3 x 3 x 3 m- Klo- Grube mit einigen Ästen darübergelegt, auf denen man wackelig steht oder hockerlt, ein Getränk, das man unbedingt trinken ‚muss’, das mein Jüngster schon bei unserem Äthiopienbesuch vor 6 Jahren als unerträgliche ‚Ochsenpisse’ bezeichnet hat, das so ekelig schmeckt, dass ich es gar nicht beschreiben kann und diesmal mit der ‚Verfeinerung’, dass es beim Begräbnis in einem unerträglich heißen Zelt, in unvorstellbar schmutzigen Bechern, inmitten von Trauergästen, die offensichtlich erstmals Weiße sahen und warteten ob die ihr wunderbares Gastgeschenk auch genüsslich genug schlürfen würden, gereicht wurde.
Ach ja, wer sich vielleicht ebenfalls noch an seine Kindheit erinnert oder weiß, wie es aussieht, wenn man Erde mit Wasser vermischt … Genauso sieht dieses ‚T’ella’ aus! Zwischen grau und braun mit oben schwimmenden Hölzchen, toten Fliegen und anderen Schwebstoffen und Humusbestandteilen …
Naja, ich hab’s überlebt! 😉
Interessant dieses theatralische Geschreie und Geweine der Frauen. Ich kannte es nur aus dem Fernsehen und fand es immer blöd bis übertrieben. So hautnah dran aber, muss ich sagen, das hat was und ich fühlte mich bald auf meine, auf eine allgemeine Trauer bzw. unser aller Vergänglichkeit zurückgeworfen und wurde sehr angerührt von der Szene.
Dass so eine Beerdigung hier einen Tag dauert, hunderte Leute anzieht und kaum einen erkennbaren Ablauf hat und alle nur immer wieder herumstehen, palavern, essen, trinken, weinen, wieder ein stückweit gehen, wieder irgendwo im Schatten lagern, weitergehen, warten, etc. war bloß ein weiteres Facettchen dieser für mich völlig fremdartigen Menschen.
Irgendwann dann war der Verstorbene aber doch noch erfolgreich, und nochmal mit viele Theatralik und Gekreische, in einer Grube, in einem Wäldchen, das aus fast nur aus alten Gräbern wachsenden Bäumen besteht, versenkt.
Von der näheren Verwandtschaft des Verstorbenen wurden wir anschließend eingeladen, um nicht zu sagen tagelang festgehalten 😉
Dabei hat mich diese überbordende Gastfreundlichkeit und Liebenswürdigkeit dieser einfachen und armen Menschen fast umgehauen bis angestrengt.
Wenn einem alles abgenommen werden will, wenn Horden mit einem auf’s Klo gehen, wenn man alles kosten muss, ständig sagen ‚muss’, dass in Äthiopien alles ganz, ganz wunderbar ist, wenn man von Kindern bis Urahnen alle x- fach umarmen ‚muss’, wenn man im besten Bett liegen ‚muss’, während alle anderen am – in der Nacht, Schaben- übersäten – Boden lagern, kann das auch anstrengend sein.
Aber ich hab auch das überlebt …
Ich kam sogar mit jedem Tag besser zurecht damit und hab sicher bald nur noch die schönen Erinnerungen in mir; die entzückenden Kinder, diese herzlich lachenden und bezaubernd die Augen niederschlagenden Frauen, dieser unendliche Langmut gepaart mit erstaunlicher Geschäftigkeit, diese herrlichen Avoker- Früchte, dieser unvorstellbare Schmutz und das dennoch ständige Kehren und ‚Saubermachen’, diese unendliche Armut mit dennoch vorhandenen und selbstverständlich genutzten Handys, Fernsehern und DVD- Playern.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass mir irgendwann fehlen wird, nicht mehr nachempfinden zu können, dass mich selbst das ständige und ungenierte Nasenbohren und den Schleim irgendwo hinzuschmieren, nicht mehr störte … 😉
Die auf der Hin- und Rückfahrt gebotenen Akquisitions- und Fahr- Shows waren eine weitere Zugabe dieses verlängerten Begräbnis- Ausfuges.
In Äthiopien fahren Busse nämlich nicht zu fixen Zeiten von fixen Plätzen ab, sondern jeder Fahrer mit seinem Kassier versucht möglichst schnell das Auto vollzukriegen. Bei diesem An- und Ab- ‚Werben’ und ‚Auflesen’ geht es ziemlich aggressiv zu und kann man sich schon mal mehr als Ware, denn als Fahr- Gast fühlen. Bekommen sie den Bus nicht voll oder ein anderer Auftrag winkt, werden die bereits Eingestiegenen auch mal ‚weiterverkauft’ und müssen umsteigen.
Mir macht dieses Gedränge und Geschreie an den besser besuchten Plätzen – in letzter Zeit auch vermehrt vorhandenen Bus- Bahnhöfen – Stress und ich weiß wirklich nicht was besser ist. Unsere Regelt- und Sicherheit, die uns aber schlaff werden läßt oder dieser ständige Kampf, der hier abgeht und Nerven kostet aber doch sehr wach macht …
Die Fahrt selber ist nicht viel besser. Jeder Fahrer liefert so seine eigene ‚Show’. Das beginnt bereits beim ‚Kunden- Überreden’ indem viele immer wieder vorgeben, bereits abzufahren, um Unentschlossene noch reinzukriegen und dadurch ständig Gas geben, anfahren, abbremsen, aus dem Fenster brüllen, gestikulieren, etc.
Während der Fahrt wird so nebenher mit den zahlreich am Straßenrand Stehenden gestikuliert, ob sie vielleicht Kunden sein könnten, obwohl allein das Lenkungs- Spiel mancher Busse einem West- Fahrer schon alle Aufmerksamkeit abgewinnen würde.
Die Fahrt selber ist so unbequem bis schmerzhaft, wie körpernah und abenteuerlich, da die Busse gerne überfüllt werden, die Stahlrohr- Sitze für uns nichtmal als Gartenstühle durchgehen würden und so einen echten äthiopischen – oft auch Tschad (=Droge)- kauenden – Fahrer weder doppelte Sperrlinien, noch uneinsehbare Kurven oder Bergkuppen vom ständigen Überholen abhalten können. Dass ständig, der Straßenverkehrsordnung ebenfalls unmächtige, Tiere die Straßen benutzen, bereichert dieses Abenteuer noch um zusätzliche Ausweich- und Brems- Einlagen oder auch tote Tiere am Straßenrand …
Aber selbst das hab ich überlebt … 🙂

PS: Durch die Internet- Probleme hier, sind meine Beiträge – da teilweise vorausgeschrieben – nicht chronologisch und könnten verwirrend wirken. Zudem könnten an manchen Tagen 2 Beiträge auftauchen. Sorry!