Sehr kompliziert das Ganze

25. Juli 2022

Oder wie ein österreichischer Kanzler es einmal formulierte: ‚Alles nicht so einfach‘.
Einerseits gilt zumindest im deutschsprachigen Raum die (literatische) Hochkultur sehr viel.
Andererseits erlebte, zumindest ich, den Humor und die Kreativität amerikanischer Sitcoms als weitaus lebendiger und witziger.
Ok, als ich erfuhr wieviele Leute dafür schreiben und welchen Druck die haben, reduzierte sich meine Bewunderung etwas …
Dennoch sind uns die Angloamerikaner in puncto Lebensfreude voraus. Allein schon die livekonzerte die ich erleben durfte, die Lebensfreude pur in den Zuschauermengen hervorrufen … einfach wunderbar.
Während – es ist ja urinteressant, das zu beobachten – das Publikum beim Wiener Neujahrskonzert oder bei den Salzburger Festspielen ‚dekorativ‘, aber steif bleibt! Oder wenn man sich alte ‚Mainz bleibt Mainz‘- Konserven ansieht, die damals als ‚Humor- Jahres-highlights‘ galten! – Unglaublich diese vielen erstarrten Gesichter diese Gekünstelt- und Geplantheit!

Noch spannender wird es, wenn wir den Deutsch- Angloamerikanischen Raum verlassen.
Brasilianische oder Mexikanische, auch nordamerikanisch indigene Feste sehen nocheinmal völlig anders aus.
Nun ist das hier schriftlich sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, Lebensfreude, Lebendigkeit, Unbeschwertheit zu beschreiben, darzustellen. Insoferne sind die vielen Videos – auch wieder die Amerikaner! – eindeutig ein Lebensfreude-/ Lebendigkeits- Fortschritt!

Goethe, Shakespeare, Schiller hört kurz weg!
Wir reagieren als ‚Ex- Affen‘ primär auf Gesten, Mimik, Körpersprache, Tonfall … und unkompliziertes, um nicht zu sagen ‚unzivilisiertes‘ Verhalten.
Dennoch hat die ‚festgeschriebene‘ Kultur genauso ihre Bedeutung, wie ungehemmt ausgelassene Lebensfreude.
Mir geht es darum, zu erinnern, dass unsere Palette möglichst alle Farben enthalten sollte, um lebensfrohe- bis -pralle Lebensbilder zu malen/ leben.

Wenn der westlichen und Digital- Kultur etwas abhanden zu kommen scheint, ist das unser ‚Urverhalten‘, das rein emotionale, freud- und gefühlvolle Verhalten.
Das sollten wir in herzlichen Gemeinschaften wieder pflegen, denk ich mir …

Ganz im paradieischen Sinne von


 
 
 


Was hab ich nur getan!?

7. Januar 2022

Hab ich doch glatt im letzten Beitrag des vorigen Jahres geschrieben, dass ‚unbeschwert lachen und hemmungsloses Fröhlichsein, Kreativität und begeisterte Selbstvergessenheit‘ unser völlig normaler Alltag sein sollte!

Boooaaahhh! Na mehr hab ich nicht gebraucht!

So sehr ist Boran S. über mich ‚hergezogen‘ …

Deine Meinung ist legitim, lieber Boran, sogar verständlich. Doch sie zeigt gerade das, ja, beweist genau das, was ich kritisierte!

Du schreibst: ‚Was Du da beschreibst sind doch die unangenehmsten, nervigsten und schrillsten Leute, die doch niemand mag. Die Amis liefern davon die meisten und tragischten Beispiele‘.

Ja, Du hast ja recht! Ich versteh Dich!

Doch das ist doch nur deshalb so, weil wir so sehr reduziert, niedergedrückt und kleingehalten wurden und werden!

Wir wurden so perfekt auf Still- Sein, Uns- Ducken und Zuhören gedrillt, dass wir dieses Verhalten so gewohnt sind und für so normal halten, dass uns alle, die – noch oder schon wieder – anders sind, lauter sind, lustiger sind, nerven.

Ich denk mir, es ist gar nicht so einfach, rauszukriegen, was und wie ‚unsere Natur‘ tatsächlich ist. In der Tierwelt z.B. gibt es von absoluten Schweigern bis zu penetranten Plapperern so ziemlich alles.

Vielleicht haben wir uns das eingangs erwähnte ‚hemmungsloses Fröhlichsein‘ im Laufe der Zeit bewusst und gezielt abgewöhnt, weil das Vorteile brachte oder eben andere nervte …

Vielleicht aber wurde uns genau dieses ‚hemmungsloses Fröhlichsein‘ gezielt von irgendwelchen Obrigkeiten ‚ausgetrieben‘, um uns klein und leichter lenkbar zu halten …

Wer weiß schon, was da passierte, wie unser heutiges So-Sein entstand!?

So, wie wir das historisch wohl nicht mehr eindeutig werden klären können, wird es auch schwierig, wenn nicht sogar unmöglich sein, heute das genau ‚Richtige‘ zu finden.

Doch ich denk mir, wann, wenn nicht heute, wann, wenn nicht in dieser überreichen Zeit, sollten wir überschwänglich glücklich sein und das auch zeigen?      

Und ich denk mir, im Zweifelsfall bin ich doch eher für die überschwänglich Positiven bis Euphorischen, als für griesgrämige Gefrustete. Oder?  

Denn unser Weg sollte doch ‚rauf‘ führen, zu mehr Glück und Zufriedenheit führen, oder?      

Und von wem können wir das lernen?
Von den Frusties oder den Happys?