Warum Kinder lügen …

19. April 2012

… titelte kürzlich eine Illustrierte.
Eine Frage, die mich sehr reizte, sie nicht mit all dem mainstream- und Psychologen- Blabla zu beantworten, wie das in dieser Zeitschrift geschah, sondern – wieder mal – ins Tierreich zu gucken.
Wie man heute weiß, wie zahlreiche Verhaltensforscher durch Versuche und noch mehr Naturliebhaber durch Beobachtung schon festgestellt haben, ‚lügen‘ alle Tiere.

Sind nun alle diese Tiere ‚böse‘? Oder gar sündig? Müssen sie in den Beichtstuhl? 😉

Jedes Lebewesen ist sich selbst am nächsten. Das ist absolut ok und muss sogar so sein, da es, da auch wir, sonst schon längst ausgestorben wären.
Da ist Lügen eines der vielen legitimen Hilfsmittel unter vielen, den eigenen Vorteil wahrzunehmen.

Woher kommt dann die Verurteilung des Lügens? Woher der hehre Anspruch der bedingungslosen Ehrlichkeit?
Ich verrat‘ es Euch!

Ganz Ausgeschlafene, wie Könige, Kaiser und andere Herrscher ‚erfanden‘ mit Hilfe der Kirchenleute diese Sünde um die ’normalen Leute‘ besser kontrollieren zu können!

Ja, sie schufen die Lüge! – Und waren selbst die allergrößten Lügner!
Sie behaupteten, dass Lügen etwas ganz Schlimmes wäre, logen und betrogen selber aber, dass sich die Balken bogen bzw. dass sie leichter über andere herrschen konnten.
Das hat offensichtlich bis heute niemand durchschaut.
Immer noch werden Kinder zur Aufrichtigkeit erzogen, um sie besser lenken zu können, um sich das Leben einfacher zu machen.

Und das Schlimmste daran: Lügen, Schwindeln, Täuschen und Verstellen ist in der freien Natur absolut ok. Denn da gibt es keine Gier. Es wird nur solange gelogen, bis die eigenen Bedürfnisse befriedigt sind. Danach kommen auch die weniger Schlauen zum Zug.
In der Zivilisation jedoch gibt es keine Grenzen. Da ist die Gier schier unbegrenzt. Da wird verdient und ausgebeutet, auch wenn schon die 20. Villa ergaunert wurde, wenn schon Millionen am Konto liegen.
DIESE Lügner sind eine echte Gefahr für alle!

Doch – guck mal genau hin! – gerade DIE werden nicht als Lügner erkannt oder gebrandmarkt, sondern noch hoffiert und bewundert! Das sind unsere Stars, Millionäre, Chefs, Tycoons, Bosse, etc.
Und warum wird dieses Unrecht, diese Schlitzohrigkeit nicht gesehen? Warum meint ‚der kleine Mann’/ ‚die kleine Frau‘ jemand könnte tatsächlich 1000 oder 10.000 mal tüchtiger sein, als jemand anderer?
Weil wir alle uns immer noch in dieser ‚Lügen- Hypnose‘ befinden, die uns überzeugt sein lässt, dass ‚Große‘ edel und gut sind und nicht lügen, während ‚die Kleinen‘ sich weiterhin bemühen müssen noch ehrlicher zu werden.

Liebe Leute, macht Euch frei von diesem Zaumzeug!
Wenn Ihr etwas unbedingt wollt, lügt so gut ihr könnt 😉
Aber bleibt auf dem Boden und werdet keine Unverschämten!
In EUREM Interesse!

 

 
PS: Siehe dazu auch ‚Der Super- Egoismus‘

PPS: Neben der gezielten Lüge ist – was heute praktisch nur mehr an Kindern zu beobachten ist – das Lügen aus überbordender Fantasie eine weitere zu akzeptierende Art der ‚Unwahrheit‘. Ich finde die Fülle und Vielzahl an Realitäten die von Fanatsievollen und Kindern noch bewohnt und benutzt werden, berauschend. Die Festlegung auf eine Realität erscheint mir oft als schmerzliche Einschränkung …
Also auch in diesem Fall ist Lügen eher eine Bereicherung!

Auch die sogenannten Not- und Höflichkeits- Lügen verbreiten mehr Freude als Leid und sind damit also ebenfalls eine Bereicherung.

Gibt’s eigentlich noch irgendeinen Grund NICHT zu lügen? 😉

 


Kooperation versus Konkurrenz

11. April 2012

Bei allem Neuen fällt uns zuerst das Einfache auf. Bei jeder Entwicklung befassen wir uns anfangs eher mit den grundlegenden, einfacheren Dingen.
Erst später bauen wir darauf immer feinere Details auf.
Vielfach aber ist es auch so, dass erste Eindrücke sich später als falsch erweisen …
Häuser früher Kinderzeichnungen enthalten weit weniger Details als die von Pubertierenden und diese wiederum weniger als die von Erwachsenen.
Ähnlich verhält es sich bei all unserem Lernen, Entwickeln und Gestalten.
So lässt es sich erklären, dass noch weniger entwickelte Kulturen eher auf Körperlichkeit, denn auf Hochgeistiges setzen, dass noch vor 100 Jahren Kriege und Militär allgegenwärtige Themen waren, während heute abgerüstet wird.
So lässt sich vielleicht auch erklären, dass Darwin in seiner Evolutionstheorie noch primär auf das ‚Überleben des Tüchtigsten, des Bestangepasstesten’ setzte, während heutige Evolutionsbiologen eher die innovative Evolutionskraft in der Kooperation sehen.
Nur hinkt das Denken der ‚breiten Masse’ noch etwas nach und lässt sich deshalb gerne von neoliberalen und brutalkapitalistischem Gedankengut beeinflussen bzw. legitimiert dieser weit überbewertete Denkansatz des ‚survival of the fittest’ vermeintlich jede Sauerei.
Sehen wir aber genau hin, glauben wir neuesten Biologie- und Verhaltensforschungs- Ergebnissen, so basiert all unser Leben, basieren alle Fortschritte – unser Glück sowieso – auf Liebe und Zusammenarbeit.
Egal ob man sich die bekannten Symbiosen zwischen Ameisen und Pilzen, zwischen Putzer- und Raub- Fischen oder zwischen Pilzen und Algen (= Flechten) ansieht oder ob man sich vergegenwärtigt, dass auch wir mehrzellige Wesen nur dank der interzellularen Kommunikation und Zell- Arbeitsteilung überleben können. All das beruht nicht auf Konkurrenz, sondern auf Zusammenhalt, Gemeinsamkeit und Kooperation.
Selbst der Beginn allen Lebens ist ohne Kooperation nicht denkbar. Tauschten sich doch bereits in Vor- Nukleus- Zeiten die Bakterien ihre Gene aus. Auch ein Einzeller bzw. unsere heutigen Körperzellen basieren auf Zusammenarbeit und Kommunikation.

Bevor ich in meinem Begeisterungsüberschwang jetzt noch durch weitere Aufzählungen wunderbarer Kooperationen in der Natur langweile, frage ich lieber gleich:

Warum bitte, tun wir das dann nicht auch? Bzw. in einem so geringen und damit – siehe oben – nur so frühkindlichem Maße?

Warum helfen wir nicht jedem, der unserer Hilfe bedarf? Warum sprechen wir nicht mit allen, die unsere Wege kreuzen? Warum kooperieren wir nicht mehr und vielfältiger?
Werden wir doch endlich erwachsen! Vollziehen wir den Schritt in die Realität und verlassen wir die alten, angstbesetzten und egomanischen Denkbilder.

Wir müssen nicht immer Erste, Stärkste, Tüchtigste sein! Wir dürfen uns auch mal geborgen fühlen in einem Netzwerk lieber (Menschen-)Wesen.
Wir müssen uns nicht immer wieder Prüfungs-, Test- und Konkurrenz- Situationen stellen. Wir dürfen uns auch zurückziehen auf die Gebiete, die uns Freude, und die wir gerne machen.
Wir ‚müssen‘ nicht in jedermensch einen Konkurrenten sehen. Wir ‚dürfen‘ auch mal Leute lieben … 😉

 


Häufig gestellte Fragen (7)

7. März 2012

Warum vergleichst Du immer mit Tieren? Ich bin doch kein Tier! Wir Menschen sind doch ganz anders und weiter entwickelt.

In der Biologie zählen wir sehr wohl zu den Tieren und zwar zu den höheren Säugern aus der Ordnung der Primaten. Aber Du hast natürlich Recht. Wir haben uns vielleicht kulturell weiter entwickelt, als so manche Tierart.

Doch das betrifft bloß unser Denken und Verhalten.

Unser Körper ist noch immer zu 98,6% der eines Affen. Ihn sollten wir also sehr wohl so artgerecht behandeln, wie er es gewohnt ist und braucht.

Doch auch für unser Denken und Verhalten sehe ich in einem Blick auf zivilisationsferne Wesen eher eine Bereicherung als eine Einengung. Was können wir uns schon groß an neuen Wegen und Ideen erwarten, von Mitmenschen, die derselben Zivilisation angehören, die dieselben Erziehungen und Schulen durchlaufen haben? Da gibt es sehr wohl eine gewisse ‚Betriebs- Blindheit‘.

Tiere stoßen uns hier Türen in völlig neue Verhaltens- und Lebenswelten auf, wie mittlerweile auch viele Forscher und high tech- Firmen wissen, die sich eifrig an der Natur bedienen.

Vor allem von der, für uns neuen und qualitätsvollen Einfachheit der verschiedenen Tierleben können wir uns noch einige Scheiben abschneiden …

 


Soziales Lecken

3. November 2011

Kürzlich habe ich hier vom ‚Geheimnis Hinsehen‘ erzählt. Dabei soll sowohl durch alte Gewohnheiten unsichtbar Gewordenes, als auch aus ‚Ego- schützenden‘, psychologischen Gründen Verdrängtes, als auch Zivilisations- Ausgeblendetes, wieder sichtbar (gemacht) werden.
Ein Beispiel für letzteres erlebte ich selber, indem ich in meiner langen und leidvollen Krankengeschichte zwar sehr viele Ernährungs- Experimente machte, aber nicht erkennen konnte, dass die zu lange schon zurückliegende Entscheidung alles zu kochen/ zu erhitzen der ‚Kardinal- Irrtum‘ war.
Seither bin ich sehr wachsam und habe auch schon zahllose ähnlich blinde Flecken entdeckt, von denen ich hier ja regelmäßig berichte.

Eine ganz wunderbare, aber leider völlig vergessene Sache ist das soziale Lecken!
Nein! Ich bin nicht verrückt geworden! 😉
Es ist nur so tief verschüttet in unserer Tabu- Gesellschaft, dass es seltsam anmutet.

Dabei ist aus der Verhaltensforschung bekannt, dass der weit überwiegende Teil der Säugetier- Kommunikation und Bindungen über das Lecken passiert.

Ein kurzer Einschub:
Auch über das wunderbare Geschenk der unbedingten Liebe haben wir hier schon gesprochen. Es ist einfach schöner, befriedigender und harmonischer, wenn wir einfach geliebt werden, ohne etwas dafür tun zu müssen.
Ein Großteil davon passiert über Hormonausschüttungen. Und eben ganz ‚automatisch‘ und ohne unser Zutun; also wie ein Geschenk!

Und Lecken setzt, das ist mess- und nachweisbar, für den der Tiere beobachtet und noch ‚wirklich hinsehen‘ kann auch sichtbar, das Bindungshormon Oxytocin frei, das uns in der Folge durch vermehrte Zuneigung zu anderen beschenkt.
Das sind einfach Dinge die in längst zurückliegenden Zeiten so in uns angelegt wurden. Ob wir das wollen, glauben und nutzen oder nicht!
Nur ist es einfach ein wunderbares und vorhandenes feature; dumm es nicht zu nutzen.
Klar kann man auch sagen ‚Ich liebe Dich‘, Rosen schenken oder ein Herz in den Himmel fliegen lassen, aber Oxytocin wird dabei weniger ausgeschüttet als bei diesen uralten ‚Primitivprogrammen‘.

Mir ist klar, dass nun nicht jedermensch sofort die Supermarktkassiererin oder den Taxifahrer ablecken kann und wird. Doch sind immer noch genug Nischen in jedermenschs Umfeld zu finden, in denen man sich an diese ’neuen Freuden‘ heranwagen kann.

Es liegt der Schluss nahe, dass auch unsere Immunsysteme durch umfassendere Informationen unserer Gegenüber – die natürlich auch durch Lecken besser ausgetauscht werden – nur profitieren können.

Auch aus homöopathischer Sicht können ‚Partner- Verdünnungen‘ uns diese nur näherbringen, uns über sie ‚besser informieren‘ …

Aber abgesehen von allen komplizierten Erklärungen: Es ist, hat man erstmal, eventuell vorhandene alte Hemmungen überwunden, einfach nur schön … 🙂