Verursacher- Prinzip

19. Februar 2019

‚Wien rüstet um, Hofer lädt zu Verkehrsgipfel‘ und ähnlich übertitelt die Presse die sich häufenden Vorkommnisse, bei denen harmlos und vorschriftsmäßig auf ihren Fußgängerwegen auf’s Ampelgrün Wartende von Riesen- Lkw’s überfahren werden.
Praktisch immer werden in solchen Fällen die, aus Kosten-, um nicht zu sagen Gier- Gründen, jünger und unerfahrener werdenden Fahrer freigesprochen.

Bitte um kurzes Auf-der-Zunge-zergehen-Lassen!:
Die profitgeile Wirtschaft setzt in immer größere, immer unübersichtlichere, immer unbeherrschbarere Mega- Tonner, immer jüngere, immer unerfahrenere Fahrer und richtet immer mehr Gemeinwohl- Schäden an! Und alle, die in die ‚Genüsse‘ dieser Entwicklung kommen, indem sie immer mehr unnötigen Krempel, immer billiger geliefert bekommen, halten still!
Ja, nicht nur still halten sie! Sie bezahlen auch noch die steigenden Straßenabnützungs- Kosten, bezahlen die zahllosen Sachschäden, die diese rollenden Monster anrichten – und es nichtmal merken! Und sie blättern auch nach dem nächsten, nach dem nächsten, nach dem nächsten unschuldig Überfahrenen einfach ihre Tageszeitung weiter!

Und der Hochgeschwindigkeits- Verkehrsminister!? Er ist ja schließlich kein Lebensrettungs- oder Lebensqualitäts-, sondern Verkehrs- Minister. Er beruft einen ‚Gipfel‘ ein!
Dabei geht es nicht vielleicht um eine Gesetzesänderung, um wieder verantwortungsbewusstere Fahrer heranzuziehen, die Lkw- Größen zu limitieren, Todesfahrer härter zu bestrafen!
Nein, es geht um den Einbau von ‚Fahrassistenten‘!
Was so klug klingt, ist so ziemlich das technisch Ansprurchsloseste und Dümmste, das man sich vorstellen kann. Doch es streut den Menschen erfolgreich Sand in die Augen, es verschleiert, dass absolut NICHTS gemacht werden WILL!
Denn diese ‚Assistenten‘ tun nichts anderes, als mit dem Betätigen des Blinkers eine Kamera die den ‚toten Winkel‘ einsieht, einzuschalten. Einem Fahrer also, der sich seine Außenspiegel nicht eingestellt hat, der nicht in seine Spiegel gesehen hat, der keine Ahnung vom Wenderadius seines Autos hat, wird eine Kamera eingeschalten!
Leute, seht es ein! Minister, Wirtschaft, Medien halten Euch für dumm und halten Euch dumm!

Einfachste, jahrtausende perfekt funktionierende Rechts- Prinzipien wurden zu Euer Ungunsten ausgehebelt, verwässert, mit Füßen getreten, abgeschafft!
Das Verursacherprinzip war solch ein simples wie effizientes Rechtsprinzip.
Egal wohin man sieht, das Rechtssystem ist heute praktisch völlig entkoppelt vom Verursacherprinzip!
In dem Maß, wie vor dem Autoverkehr und der Wirtschaft in die Knie gegangen wurde, verschwand unsere und unserer Kinder Sicherheit und Lebensqualität.
Und das absolut Ver-rückte daran: Wir alle sind nicht nur die Leidtragenden, sondern die Mittäter! Denn wir kuschen und kaufen weiter sinnlosen Billigmüll!
Gute Nacht Abendland!

 

 

 


E- Mobilität

18. April 2017

Die Umstellung unseres Straßenverkehrs auf e- Mobilität ist bereits voll im Gange.
Dennoch Ich rechne ich nochmal schnell nach:

Pfeil 6,54 Mio. zum Verkehr zugelassene Kraftfahrzeuge in Österreich,
Pfeil durchschnittliche jährliche Fahrleistung 13.100 km
Pfeil macht: 85674000000 jährlich gefahrene Kilometer

Pfeil Der Durchschnittsverbrauch eines e- Mobils ist 15kWh/ 100km
Pfeil also bedürfen die jährlich gefahrenen km Österreichs 12851100000 kWh
oder 12851100 MWh
oder 12851 GWh

Pfeil Das leistungsstärkste Wasserkraftwerk (Grafenwörth) liefert 1967,6 GWh jährlich.
Pfeil Das heißt wir bräuchten ca. 7 weitere ‚leistungsstärkste‘ Donaukraftwerke oder
man rechnet mit Solarkollektoren:

Pfeil In unseren Breiten sind solar ca. 1000kWh pro Quadratmeter zu erzielen.
Pfeil Das heißt für Österreichs e- Mobilität bräuchte man 12851100 qm oder
1285 ha Kollektorfläche
Pfeil das wären 3212 Fußballplätze. Keine schlechte Herausforderung, wenn man bedenkt dass es nur 2100 Gemeinden gibt in Österreich! 😉
Pfeil Oder 214185 durchschnittliche Südseiten Hausdach- Kollektoren, in jedem Ort also 100 Dächer! Ich kenn
Orte die haben nichtmal 100 Häuser! 😉

Von dem allen erfährt aber Konsument nichts. Im Gegenteil auf den entsprechenden web- und Hochglanz- Seiten wird mit Förderungen verschleiert was das Zeug hält und wird viel von Öko und von günstiger als Bezin schwadroniert.

Ok, e- Autos sind tatsächlich vom Wirkungsgrad her besser als Benziner, auch die Eleganz der Beschleunigung und Laufruhe sind bestechend.
Nur hätte ich im Zuge einer so massiv geförderten Umstellung schon auch gern mehr Bewusstheit gesehen. Denn kritisch betrachtet ist der weit überwiegende Teil der gefahrenen Kilometer nicht notwendig. Und Gedankenlosigkeit mit steuerlichen Fördergeldern zu fördern ist absolut kontraproduktiv.

Wenn man dann auch noch bedenkt, was derartige Massen von irgendwann kaputten Akkus und Solarpanelen für die Umwelt bedeuten und dass der erforderliche Strom – zusätzliche Wasserkraft wird nicht zu finden sein – dann aus kalorischen Giftschleudern oder gar AKWs kommen wird, sieht man, dass Autofahren bei allem Öko- Getöns, weiterhin dumm und umweltzerstörend bleiben wird.

 

 

 


Auto vor Kindern

15. Mai 2013

„Wir sind in eine Struktur eingebaut, die auf das Auto passt, aber nicht mehr auf den Menschen.
Bei Kindern kommt diese Wertehaltung am deutlichsten zum Ausdruck. Die Menschen geben Geld für das aus, was sie für wertvoll halten. 15 Prozent der Haushaltsausgaben werden im Schnitt für das Auto ausgegeben, knapp 11 Prozent für Kinder.
Prof. KnoflacherEltern ist das Auto wichtiger als ihre Kinder.
In unserer Zeit der schnellen Verkehrsmittel haben sie auch weniger Zeit für ihre Kinder, dafür arbeiten sie etliche Wochen pro Jahr für ihr Auto. Das erhöht auch das Bruttonationalprodukt (BNP), wohingegen die Zeit, die sie ihren Kindern widmen, keinen Beitrag leistet und daher wertlos ist.
Schon wertvoller sind bezahlte ‚Ablagestellen‘, Kinderkrippen für Babys, weil sie den Eltern die Möglichkeit geben, sich so schnell wie möglich wieder in den ‚Arbeitsprozess einzugliedern‘.
Das wird als sozialer Fortschritt bezeichnet, obwohl es fast immer der Beginn einer meist lebenslangen Käfighaltung ist.
Dass der Großteil der Bevölkerung, seit es Autos gibt, de facto unter gefängnisähnlichen Bedingungen aufwächst und lebt, ohne schuldig oder gefährlich zu sein, ist aber kaum bewusst. Wenn wir durch die Stadt fahren, passieren wir unsichtbare Gefängnismauern, hinter denen sich die Fußgänger auf Gehsteigen zu bewegen haben. Ausgang bekommen sie nur an besonders dafür markierten Stellen, häufig noch durch Signallichter zeitlich dosiert. Ausbrüche können leicht tödlich enden, vor allem für Kinder.
Kinder sind ja wegen ihrer Unberechenbarkeit allgemeingefährlich, weshalb man sie in den Wohnungen und beim Spielen in Gitterkäfigen halten muss, damit die Autofahrer ungehindert herumtoben können.
… In der Bauordnung wird zwar kein Kinderzimmer bei einer Wohnung vorgeschrieben, aber es wird bei jeder Wohnung ein Abstellplatz für Autos vorgeschrieben.“

All diese teilweise verblüffenden Wahrsätze und absurden Tatsachen habe ich dem Buch ‚ZURÜCK ZUR MOBILITÄT‘ des wunderbaren Professor Hermann Knoflacher (Wiener Verkehrsexperte) entnommen.