Naturdeppert

9. Juni 2020

Es gibt im Österreichischen den Begriff ’naturdeppert‘, hochdeutsch, jedoch eher unüblich ’naturdumm‘.
So unbegreiflich dieses Phänomen für viele sein mag, so klar ist es aus Sicht der Evolution und auch gar nicht bös gemeint:

Es gibt (Käfig-) Vögel, denen man das Türchen öffnen kann, ohne dass sie diese Möglichkeit zur Freiheit nutzen, ja nicht einmal erkennen, würden.
Und es gibt Krähen, Dohlen, Kiwis, also ebenfalls Vögel, die so neugierig, lebensfit, -erprobt und schlau sind, dass sie schwierigste Aufgaben meistern und sich an immer neuen Herausforderungen erfreuen können.

Es klingt vielleicht ‚politisch unkorrekt‘, doch genau diese Spanne gibt es auch bei Menschen!

Du kannst so manchen Käfigvögeln noch so sehr ‚zureden‘, sie noch so sehr locken, sie werden ihre Möglichkeiten einfach nicht erkennen.
Du kannst einen Kiwi in einen Käfig sperren und er wird Möglichkeiten finden, zu entwischen!

Ich bin jahrelang vor Menschen ‚in Käfigen‘ gekniet um sie und ‚die Welt‘ zu retten.
Ich musste zur Kenntnis nehmen und einsehen:

Die Evolution hat ihr eigenes Tempo, ihre eigene Reihenfolge, die es zu akzeptieren und abzuwarten gilt …
Gesegnet und glücklich die paar zum Überspringen Fähigen.
Wunderbar die Gnade des Nichterkennens für die Restlichen!

In diesem Sinne:

 

 

 


Darf ich Dich einladen …

12. April 2014

hopfentriebspitzen… zum Hopfentriebspitzen-Naschen in die Au?

Oder frei nach Georg Kreisler’s ‚Taubenvergiften im Park‘:

Schatz, das Wetter ist schön,
Da leid ich’s net länger zu Haus!
Heute muß man ins Grüne gehn,
In den bunten Frühling hinaus!
Jeder Bursch und sein Mädel
Mit einem Freßpaketel
Sitzen heute im grünen Klee,
Schatz, ich hab eine Idee!

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
gemma Hofentriebspitzen- Naschen in’d Au.

Das aktuelle Angebot umfasst aber auch erstes Lindengrün, zart gefaltete Giersch- Blättchen, jung gekräselte Bärentatzen, knackige Bärlauchknospen, würzige Knoblauchrauken und dutzende weitere Köstlichkeiten.

Die Rechnung wird auch diesesmal wieder auf Deiner Soll-Seite Null, auf der Haben-Seite aber Glück, Zufrieden- und Gesundheit ausweisen.

Für Deine Unterhaltung sorgen wieder zahllose Schmetterlinge, Raupen und Käfer. Die musikalische Untermalung besorgen freudigst zahllose zwitschernde Singvögel …

 

 

 


Hoch, höher, am Höchsten

2. Dezember 2011

Als Reinhold Messner ganz stolz, es ohne Sauerstoff- Flaschen geschafft zu haben, am höchsten Berg der Welt stand, musste er sehen, wie eine schnatternde Gänseschar ganz locker über ihn hinwegflog.
– Ebenfalls ohne Sauerstoff- Masken! 😉
Diese Vögel überqueren jährlich und locker das höchste Bergmassiv der Welt, ähnlich der, mehr als 50% aller Vögel, die jährlich hunderte bis tausende Wander- Kilometer zurücklegen …
– Ohne Jets, Kerosin, Lärm und Gestank! 😉

 


Weitere Äthiopische ‚Absonderheiten’

14. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Die Hauptsprache in Äthiopien ist Amharisch. Das amharische Alphabeth hat 380 Zeichen, die sich daraus ergeben, dass sie keine bzw. Vokale nur in Verbindung mit den Konsonanten kennen, z.B. je ein Zeichen für ha, ho, hi, he, etc. Dadurch werden allerdings auch die Worte und Texte kürzer.


Auch der Wortschatz ist sehr reduziert, wie bei den meisten afrikanischen Sprachen. So gibt es in Amhamrisch für Knopf, Schlüssel, Riegel und zugesperrt nur ein Wort. Oder was noch lustiger ist, ein und dasselbe Wort für Lastauto, Nähmaschine und Pkw oder nur ein Wort für Handy und Bienenstock, was ungefähr ‚leere Schachtel‘ bedeutet.
Die Leute sind sehr gläubig und sind ungefähr zu gleichen Teilen Moslems und Christen.
Wer sich von unseren Kirchen vielleicht soweit einlullen ließ, dass er meint die Kirche hätte sich geändert, wäre liberaler geworden, dem kann ich nur eine Äthiopische Predigt ans Herz legen.
Da wird gewettert, gedonnert und mit dem strafenden Gott gedroht wie zu unseren besten Mittelalterzeiten.
Für mich gehen die Kirchen eben immer genau so weit, wie es sich die jeweilige Gesellschaft gerade noch bieten lässt …
Hand in Hand mit dieser Religiosität geht natürlich eine seltene Prüderie. Ich hab hier noch kein Busserl, geschweige denn eine Umarmung oder einen Kuss gesehen. Dafür gehen Frauen und Männer unter sich zwangloser miteinander um, als bei uns.
Wunderschön, um nicht zu sagen paradiesisch finde ich, dass überall auf den Straßen Tiere herumlaufen, liegen oder grasen. Ein Esel mit einem Hund bot so ein Bild der Verbundenheit, dass ich mir gar nicht erklären konnte, was die beiden so zusammenhielt.
Selbst die Vögel sind hier zutraulicher als bei mir zu Hause. Ich hab noch nie soviele Vögel, selbst Greifvögel so nahe gesehen, außer vielleicht im Winter, wenn wir ein Futterhäuschen vors Fenster stellen.