Wertigkeiten/ Wichtigkeiten

12. August 2015

Bei jedem Lebewesen ist der Überlebenstrieb der wichtigste und mächtigste. Lange war das auch bei uns Menschen so. Das hat uns erfolgreich durch die Jahrmillionen der Evolution gebracht.
Doch dann kam die Zivilisation und als letzter Kick ins Aus, die Medien mit ihren News.
Jetzt ist plötzlich das Neueste – wenn noch so unwichtig – das Wichtigste!
Nicht Lebenswichtiges ist wichtig. Nicht das Wohlbefinden, nicht die Gesundheit, nicht die Zufriedenheit der Leute … nein, der Neuigkeitswert ist das Wichtigste!

WertigkeitenHorch Dir doch einmal die News an! Schlag eine Zeitung auf!
Hörst Du etwas davon, dass jede Sekunde ein Kind verhungert, weil wir prassen!? Liest Du etwas über unsere stetig steigenden Krebsraten die allesamt locker vermeidbar wären!?
Nein! Wir werden versorgt mit dämlichsten Aussagen von Politikern, Wirtschaftsleuten, Wissenschaftern, mit Grenzzwischenfällen, Terrorattentaten und ähnlichen Unappetitlichkeiten.

Ja, es ist sogar so, dass Dschihadisten & Co und unwichtige Pressekonferenz- Einberufer mit ihren läppischen Aussagen ‚UNSERE‚ Medien nach belieben ‚herumscheuchen‘.
Ja, unsere Medien, die uns, den Konsumenten, uns den Bezahlern, helfen sollten, die uns die Recherchearbeit abnehmen, die uns zu unserem Wohle informieren sollten, liefern ‚NEWS‚!
– Und werden von, für uns völlig unwichtigen Leuten gesteuert.
Jemand, der seinem Asthma oder seiner Allergie mit einfachen Mitteln, das Millionen kostenlos nachmachen könnten, ein Schnippchen geschlagen hat, ist keine Meldung wert. Aber ein Schwachkopf der irgendwo eine Bombe zündet oder bei einer Pressekonferenz Banalitäten absondert, bekommt Medienpräsenz in Millionenwerten!
‚Freie Presse‘ nennt sich das!

Nicht nur, dass JournalistInnen sich nicht schämen ihrer guten Ausbildung zuwider, sich den HerausgeberInnen, den Politischen InterveniererInnen und der mit Anzeigenverlust drohenden Wirtschaft anzubiedern, beschränken sie sich auch noch auf das Wiedergeben und maximal Umformulieren der Agenturmeldungen, anstatt nach Wichtigkeiten für die Konsumenten, selbständig und tiefgründig zu recherchieren.
Dabei, was gibt es Einfacheres und Richigeres als den uralten Busek- Satz, für den er ob seiner Banalität damals verlacht wurde ‚Das Wichtigste zuerst‚.

Niemand! Absolut niemand lebt diesen Satz!
Da brauche ich erst gar nicht die Medien zu kritisieren! Kein Mensch denkt primär an seine Gesundheit, an seine Lebens- Energie und Erwartung, an seine Zufrieden- und Ausgeglichenheit. Das neue Auto, die sensationellen high heels, die coole Tasche, das neue Rennrad, was der Chef gesagt, was die Kollegin getan, welche Note das Kind bekommen hat, wieviel der Nachbar verdient, dass der Rasen gemäht gehört … Das sind die wichtigen Themen der Leute!
Dementsprechend schauen ihre Leben auch aus!
Sie füllen die Krankenhäuser und Mistkübel und sterben mit 80,9. Obwohl wissenschaftlich wasserdicht feststeht, dass unsere Lebenserwartung mit entsprechendem Wissen – bis dahin gesund!!! – 120 betragen könnte. Aber das war ja nur irgendwann einmal eine News unter vielen …     😉

Ok, jetzt hab ich das geschrieben, einige hundert Handverlesene werden es lesen, weniger es auch umsetzen. Das Gro wird nie etwas davon erfahren, würde es vielleicht auch nicht verstehen.
Wer es aber verstehen müsste, sind JournalistInnen!
Ich Naivling hab immer noch die Hoffnung, dass diese Multiplikatoren sich einen Minirest an Hausverstand und Konsumenten- Loyalität erhalten haben und mit ihren Mitteln den Menschen helfen wollen und können.
Also, wenn Ihr lieben Lesenden eineN LieblingsjournalistIn oder auch eineN besonders ‚PöseN‘ kennt, schickt ihr/ ihm doch den link dieses Artikels. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt!     😉

In diesem Sinne:
paradise your and all our lives!

 

 

 


Grobsichtigkeit

8. Mai 2012

Jeder Optiker, Augenarzt, Fehlsichtige kennt Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, ev. noch Astigmatismus.
Kaum jemand kennt diese eklatante Fehlsichtigkeit, die wir fast alle haben: Die Grob- oder Vordergrund- Sichtigkeit.
Sie lässt uns nur das Gröbste, Offensichtlichste, Vordergründigste, nicht aber die Feinheiten und wirklichen Wichtigkeiten sehen.

Zwei Beispiele:
Wir sitzen im Kino, sehen eine Handlung, sehen Darsteller, sehen bewegte Bilder. Kaum beginnt der Nachspann springen wir auf, laufen raus und diskutieren die Handlung, das Aussehen der Darsteller, die Ausstattung, etc.
Doch das Wichtigste an all dem war, DASS es diesen Film überhaupt gibt, dass soviele Leute soviel Arbeit, know how, ‚Handwerk‘, Engagement da reinsteckten.
Ohne diesen Film, ohne die dahinterstehende Technik wäre alles nicht dagewesen, hätten wir nichts erlebt, hätten wir nichts (Oberflächliches) diskutieren können.

Wir sitzen im Auto, fahren dahin, reden über das bald erreichte Ziel, über die vorbeiziehende Landschaft oder Belangloses. Das Auto, Gaspedal, Lenkrad, die Straße und Tankstelle sind so selbstverständlich wie unser Atmen oder Herzschlag.
Doch ohne die vielen Vor- Arbeiter, die Techniker, Erfinder, Konstrukteure, Fließbandarbeiter, Straßenbauer, Pipeline- Verleger, und, und, und gäbe es kein Autofahren.

Ebenso – eigentlich irrational – fehlsichtig verhalten wir uns unserem Körper, unserem Leben gegenüber.
Das Wichtigste an unserem Erleben, DAS LEBEN, nehmen wir für selbstverständlich, schätzen es viel zuwenig und ignorieren es in der Regel lebenslang.
Doch all unser Erleben, alle Hobbies, alle Freuden, alle Sinne, alles Spüren, Lieben, Sehnen, Trachten, Erfüllen fußt auf und braucht das Leben, die Lebendigkeit.
Wir machen uns kaum je Gedanken über die unzähligen hochprofessionellen und emsigen ‚Helferlein‘ im Hintergrund. – Die aber auch ihre Bedürfnisse haben und beachtet und gut versorgt werden wollen.

Wir ignorieren sie nicht nur. Wir erachten ihr Tun für selbstverständlich. Wir verschwenden nicht auch nur einen Gedanken an deren Bedürfnisse. Wir springen sozusagen auch hier schon vor dem Nachspann auf und würdigen nicht nur nicht tagtäglich deren Tun, sondern missachten völlig unsere logischerweise vordringlichste Aufgabe: Dankbar und verantwortungsvoll für die dazusein, die uns all unsere Wunder, all unser Erleben ermöglichen.

Wir können gerne, und tun es auch ausgiebigst auf unsere Lebensinteressen, Hobbies, Aufgaben und Vergnügungen fokussieren. Doch all das gäbe es nicht ohne ‚den Hauptakteur‘: Unser Leben. Und dieses kann schneller weg oder kaputt sein, als wir denken.

Das wird anders, wenn Du Dich durch diesen blog liest und einiges davon beherzigst und umsetzt! 🙂