Hast Du Dich je mit Jod befasst?
Ich mich nicht! Jod ist ein chemisches Element (das seit der Internationalisierung der Elementsymbole Iod heißt). Mehr wusste ich nicht.
Wir müssen das auch nicht. Denn wir haben uns Jahrmillionen lang in und aus der Natur entwickelt und haben uns dementsprechend an sie angepasst. Das heißt, was wir in unserer Nahrung vorgefunden haben, wurde auch ‚eingebaut‘ und verwendet.
Wenn also Jod in irgendwelchen Pflanzen, Algen, Früchten, Blättern, Nüssen … vorkam, hatte unser Körper umgehend eine gute Idee wozu es sich eignet und wurde auch verwendet.
Tun wir das, uns quer durch die Landschaften zu naschen, immer noch, ist die Wahrscheinlichkeit groß, alles Erforderliche abzukriegen. Essen wir jedoch Gemüse und Getreide von landwirtschaftlich genutzten, also verarmten Böden1) oder erhitzen unsere Nahrung tot, werden wir höchstwahrscheinlich Mängel haben. So auch vielleicht einen Jodmangel.
So weit, so einfach! Doch jetzt wird’s kompliziert, da Menschendenke, auch Wissenschaft genannt, ins Spiel kam. Jod wurde zwar schon 1811 entdeckt durchlief aber eine höchst abwechslungsreiche Anwendungs- bis Einschränkungsgeschichte.
Ältere werden sich noch dieser braunen Flüssigkeit entsinnen, die bei Wunden nahezu unverzichtbar äußerlich aufgetragen wurde. Das war eine Jod-(Kaliumjodid)-, auch Lugolsche, Lösung genannt. Diese wurde bald durch profitablere Substanzen ersetzt.
Obwohl Jod über die Haut aufgenommen wird und die Dottores bei der äußerlichen Anwendung großzügigst herumschütteten, pitzelten sie bei der oralen Einnahme endlos herum. So wurde die Jodeinnahme einige Zeit nahezu verteufelt, dann wieder zwangsverordnet, indem das Speisesalz jodiert wurde, um Kropfbildungen hintanzuhalten. Mittlerweile haben natürlich auch EU, WHO, DGE & Co ihren ‚Senf‘ dazugegeben indem sie m.E. zu niedrig empfehlen bzw. im Moment generell lieber vor einem Zuviel als einem ‚Zuwenig‘ warnen.
– Obwohl ausreichend Jod sowohl die Stimmung als auch die Gedankenklarheit aufhellt und auch Heißhungeranfälle hintanhält …
Dabei ist es ganz einfach: Nimmt man Algen in seinen Speiseplan auf liegt man eher auf der Habenseite. Ein Zuviel wird durch Verzehrempfehlungen auf den meisten Packungen verhindert. Auch eine Nahrungsergänzung mit dieser Lugolschen Lösung ist möglich.
Der wunderbare Dr. Probst hat einen ganz schlauen Trick auf Lager, die richtige Menge aufzufinden: Streicht man sich besagte ‚braune Flüssigkeit‘, die immer noch erhältlich ist2), auf eine Hautstelle, wird das Jod über die Haut aufgenommen. Der braune Fleck verschwindet also. Bleibt er, hat man keinen weiteren Jod- Bedarf.
Das Geniale an Jod ist, dass es das Wohlbefinden merklich verbessert.
Und da mir wohlgelaunt fröhliche Leser wichtig sind und ich mir deren beschwingte Gelassenheit wünsche, dieser obige Text ![]()

1) Ich frag mich ja wozu all die Landwirte überhaupt durch das Schulfach ‚Rechnen‘ mussten, da sie offensichtlich glauben eine beliebige Ausgangszahl würde, selbst durch wiederholtes Subtrahieren von ihr, nie schrumpfen. Wir benötigen nämlich für eine ausgewogene Ernährung mehr als 80 unterschiedliche chemische Elemente. Die Bauern füllen aber alljährlich nur 3(!) nach, d.h. düngen ausschließlich mit Stickstoff, Phosphor und Kalium. Also auch nicht mit Jod!
2) Die Wahrscheinlichkeit, dass einem anstatt der Lugolschen Lösung das neuere Povidon-Jod oder ähnliche Jod- Zubereitungen aufgeschwatzt werden, ist hoch. Da sollte man beharrlich bleiben ![]()

Veröffentlicht von payoli 