Schon wieder ein Gesetz!

30. Dezember 2025

Nur der Höflichkeit halber, titelte ich nicht: Schon wieder so ein unnötiges Gesetz!     

Ich weiß nicht, ob es Dir auch so ergeht. Aber ich denke mir so oft: ‚Mensch! Das muss man doch nicht sagen oder gar aufschreiben! Das ist doch ohnehin klar‘.
Dank Kindern werde ich immer wieder mit der Nase drauf gestoßen, dass eigentlich gar nichts klar oder selbstverständlich ist. Es muss ja nicht jedeR alles wissen. Es ist völlig ok und normal, dass jedermensch ständig am Lernen ist.

Doch bei Wissenschaftern oder anderen Hochbezahlten ärgere ich mich immer noch, wenn sie gönnerhaft völlige Plattheiten postulieren. So musste ich z. B. in meinem Studium zahllose anatomische, oft winzigste Skelettformen, die nach ihren Entdeckern benannt sind, auswendig lernen. Das sind unbedeutende Dellen, Ausbuchtungen oder Wülste irgendwelcher Knochen. Ok, aber mir ist natürlich auch der Wert solcher Benennungen als Orientierungspunkte für die Fach- Kommunikation klar. Doch die Aufgeblasenheit, seit Jahrmillionen Existierendes nach sich zu benennen, nur weil man es in einem Papier beschrieben hat ist schon peinlich …

Meine letzte ‚Entdeckung‘ dieser Art verdanke ich dem wunderbaren Dr. Michael Nehls: Schon 1823 formulierte der deutsche Agrarwissenschaftler Carl Sprengel das sogenannte Minimumgesetz, das besagt, dass Pflanzen durch die knappsten Ressourcen begrenzt werden. ‚No na‘, bin ich da versucht zu sagen. Wem bitte, ist auch ohne Herrn Spengel nicht klar, dass ich nur bei Wassermangel durstig bin!? Dennoch ziert diese Selbstverständlichkeit seit fast 200 Jahren alle Lexika. – Für Heutige: Das waren die Vorfahren von Internet und Wikipedia     

Dass es aber ja doch gut ist, dass Herr Sprengel das wissenschaftlich formulierte und veröffentlichte, zeigt das Beispiel der Schulmedizin, die dieser unverschämte Payoli gerne auch ‚Profitmedizin‘ nennt     

Dieses Gesetz des Minimums wird nämlich von der Medizin völlig ignoriert. Ja, noch viel heftiger: Würde diese Medizin Sprengels Gesetz anerkennen, wäre das das Eingeständnis, dass KEINES ihrer Medikamente wirklich hilft! – Durstige brauchen eben weder Apirin noch Fentanyl, sondern Wasser!

Denn diese empirische Medizin sucht nie die tatsächliche Ursache eines Problems, füllt nie Mängel auf, sondern verschreibt, was – eben empirisch, das heißt, meist zufällig entdeckt – vorgeblich ‚hilft‘.

Ja, selbst das Gesetz des Maximums, das wir meist in Form von Grenzwerten kennen, ist erst kurz und noch recht seltener Teil der Medizin.

Vielleicht dämmert Dir schon, dass ich hier seit Jahren nichts anderes tu, als uns zwischen Minimum und Maximum zu halten, ohne es so zu bennen. Doch es ist meines bescheidenen Erachtens klar, dass wir das brauchen, an das wir uns Jahrmillionen- lang angepasst haben und meiden sollten, was uns vergiftet/ ‚zu viel ist‘, Leider sind das praktisch immer nur die neue ‚Errungenschaften‘!

In diesem Sinne, auch weiterhin zu Deinem und unser aller Wohl: