Eine sehr gute Zusammenfassung …

31. Januar 2026

… der letzten 100 Jahre Medizingeschichte wurde mir kürzlich von Elmicaella zugemailt. Einzelne Passagen davon wurden hier schon vorgestellt. Doch diese knappe und doch komplette Medizingeschichte möchte ich Euch dennoch vorstellen:

Ausgangspunkt: Anfang des 20. Jahrhunderts
Um die Jahrhundertwende war Medizin kein geschlossenes System, sondern ein lebendiges Feld unterschiedlicher Heiltraditionen. In den USA wie auch in Europa existierten Homöopathie, Kräuterkunde, Spagyrik, Osteopathie, Chiropraktik, Naturheilkunde, Wasserheilkunde und Volksmedizin selbstverständlich nebeneinander – ergänzt durch chirurgische Eingriffe, wenn sie nötig waren.
Ärzte waren keine normierten Produktanwender, sondern Praktiker mit eigener Handschrift. Viele arbeiteten mit Pflanzen, Ernährung, manuellen Techniken und Erfahrung statt mit standardisierten Substanzen. Heilung war individuell, oft ursachenorientiert und nicht zentral steuerbar.
Genau darin lag das „Problem“ dieses Systems: Diese Vielfalt war wirtschaftlich nicht effizient. Es gab keine einheitliche Lehre, keine standardisierten Protokolle, keine patentierbaren Medikamente – und damit keine industrielle Kontrolle.

Der Einstieg Rockefellers
John D. Rockefeller, geboren 1839, war zu dieser Zeit der mächtigste Ölindustrielle der Welt. Er erkannte früh, dass Erdöl nicht nur Treibstoff lieferte, sondern die Grundlage für eine völlig neue chemische Industrie bot. Aus Erdöl ließen sich synthetische Substanzen herstellen – und damit Medikamente, die reproduzierbar, standardisierbar und patentierbar waren.
Gesundheit wurde damit erstmals zu einem potenziellen Massenmarkt.
1913 gründete Rockefeller die Rockefeller Foundation. Nach außen als philanthropische Stiftung präsentiert, wurde sie zum zentralen Instrument, um Bildung, Medizin und Wissenschaft nach industriellen Maßstäben neu zu ordnen. Ziel war nicht Heilkunst, sondern Systematisierung, Kontrolle und Skalierbarkeit.

Der Schlüssel: der Flexner-Report (1910)
Bereits 1910, noch vor der offiziellen Gründung der Stiftung, finanzierte Rockefeller gemeinsam mit Andrew Carnegie eine umfassende Untersuchung aller medizinischen Ausbildungsstätten der USA. Beauftragt wurde Abraham Flexner – ein Bildungsreformer ohne medizinische Ausbildung.
Das Ergebnis war der sogenannte Flexner-Report.
Offiziell wurde dieser Bericht als Qualitätsgutachten verkauft. In der Praxis war er ein politisches Instrument. Der Report erklärte nahezu alle naturheilkundlichen, homöopathischen und traditionellen Medizinschulen für „unwissenschaftlich“. Wissenschaftlichkeit wurde dabei eng definiert: Labor, Chemie, Pharmakologie, Mikroskopie.
Nur Universitäten, die diesem neuen chemisch-biologischen Modell folgten, erhielten das Gütesiegel „wissenschaftlich anerkannt“. Alles andere galt als rückständig, unwirksam oder gefährlich – ohne echte Vergleichsforschung, ohne Langzeitbetrachtung, ohne offenen Diskurs.

Die Folgen
In den Jahren danach investierte Rockefeller über seine Stiftung massive Summen gezielt in diese anerkannten Fakultäten. Geld floss nicht neutral, sondern mit Bedingungen.
Im Gegenzug bestimmten Stiftungsvertreter maßgeblich:
die Lehrinhalte
die Forschungsausrichtung
die Finanzierungsströme
die Zulassungskriterien für Ärzte
Innerhalb weniger Jahre wurden Hunderte naturheilkundliche Schulen geschlossen. Heilpflanzenforschung verschwand aus den Universitäten. Homöopathie, Kräutermedizin und Volksheilkunde wurden entweder verboten oder systematisch lächerlich gemacht.
Was nicht ins neue Modell passte, wurde aus dem akademischen Raum entfernt.

Die neue medizinische Ausbildung
Die Ausbildung konzentrierte sich fortan auf Pharmakologie, operative Eingriffe, symptomorientierte Diagnostik und patentierbare Präparate.
Der Mensch wurde nicht mehr als komplexes, selbstregulierendes System betrachtet, sondern als biochemische Maschine. Krankheit wurde isoliert, zerlegt, behandelt, nicht verstanden. Ursachenforschung trat in den Hintergrund, während Symptomkontrolle zur Norm wurde.

Das heutige System
Aus dieser Umstrukturierung entstand die pharmaorientierte Schulmedizin, deren Grundstruktur bis heute besteht.
Universitäten lehren überwiegend das, was durch Industrie und Stiftungen finanziert wird. Forschungsgelder stammen größtenteils aus denselben Kreisen, die später von den Ergebnissen profitieren. Zulassungsbehörden, Fachgremien und Industrie sind personell und strukturell eng verflochten.
Naturheilkunde gilt heute als „alternativ“, obwohl sie historisch das Fundament der Medizin war.
Rockefeller selbst brachte dieses Prinzip sinngemäß auf den Punkt:
Wer die Medizin kontrolliert, kontrolliert das Denken über Gesundheit.

Der gesellschaftliche Effekt
Ärzte wurden zunehmend zu Verordnern von Medikamenten, nicht mehr zu umfassend ausgebildeten Heilkundigen. Krankenkassen und Politik bauten ihre Systeme um das Krankheitsmodell herum auf: Diagnose, Code, Therapie, Abrechnung.
Heilpflanzen, Ernährung, Entgiftung, Fasten und Wasseranwendungen verschwanden fast vollständig aus der akademischen Lehre. Wissenschaftlich anerkannt war fortan nur noch, was chemisch messbar, standardisierbar und patentierbar war.
Fazit – die Umkehrung der Heilkunde
Rockefeller schuf ein monetarisierbares System, das Krankheit in ein dauerhaftes Geschäftsmodell verwandelte.
Statt Ursachenforschung trat Symptomverwaltung.
Statt Volksgesundheit Marktstabilität.
Statt Heilung Dauertherapie.
Die Ironie liegt darin, dass genau diese Entwicklung heute eine Gegenbewegung ausgelöst hat. Immer mehr Menschen beginnen, das alte Wissen wieder zu suchen, jenseits der industriellen Medizin. Nicht aus Nostalgie, sondern aus der Erkenntnis, dass Heilung mehr ist als Chemie und Kontrolle.

Ich bin überzeugt, dass sich auch unter den ‚alten‘ Heilern schon so manches Schlitzohr befand. Irgendwie auch logisch, wenn man beobachten muss, wie sehr die Gutgläubigen und Faulen an ihren Leben hängen. Das zwingt doch fast schon zu Gaunereien!     
Warum ‚Faule‘? Ich weiß nicht wann und wie das entstanden ist. Vielleicht durch irgendwelche Gott- oder Geisterglauben. Doch irgendwann verloren die Menschen diese alte Gewissheit, dass alles einen Sinn, alles eine Ursache hat. Selbst relativ einfache Tiere haben noch diese Fähigkeit, einmal als giftig oder problematisch Beobachtetes künftig zu meiden. Also müssten wir das auch irgendwann gewusst und gekonnt haben. Doch gedankenlos immer tun, was immer man will und im Problemfall sich auf Außenhilfe verlassen kommt Faulen natürlich zupass     
Heute wird dieses ‚Faulsein‘ gar nicht mehr als solches erkannt. Zu oft und verlockend wurden den Menschen, ihr Tun entschuldigende, Außenfeinde, wie Viren, Abnützungen, Schicksalsschläge, Parasiten, Vererbungen, usw., präsentiert. Das und die obige Zusammenfassung der Medizingeschichte zeigen, dass als Medizin- ‚Neuerung‘, nun die Gaunereien ganz ungeniert professionalisiert und maximiert wurden und werden.