Intuitives Essen

24. August 2023

Ich seh es auf den Rollbändern der Supermarktkassen, ich bemerke es in Restaurants, bei den Menschen meines Umfeldes, meiner Familie. Ich lese es aus Gesundheits- und Ernährungs- Statistiken. Ich hörte es von meinen Klienten, las es in ihren Ernährungs- Tagebüchern. Ich beobachte es am Verhalten heutiger Kinder erfahre immer wieder von Menschen aus dem Gesundheitswesen: Um es mit der wunderbaren Galina Schatalova auszudrücken:
‚Wir fressen uns zu Tode!‘.
Ja, wir verhalten uns – pardon – wie Idioten, denen es nicht schnell genug gehen kann, möglichst schlaff, unfit, fett und krank zu werden.
Soweit die schlechte Nachricht.

Doch die gute folgt sogleich! Jeder, absolut jeder von uns war schon einmal perfekt, verhielt sich schon einmal goldrichtig, war ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden zutiefst davon überzeugt absolut richtig, liebenswert und gut, so zu sein wie er ist. – Als Baby!
Sieh Dir so ein Kleines an! Es lebt in der totalen Gewissheit immer das Richtige zu tun, immer bei sich und seinen Bedürfnissen zu sein.
Das hat man uns gehörig ‚ausgetrieben‘, abgewöhnt und uns vollgestopft mit Glaubenssätzen, Regeln, gesellschaftlichen Verhaltensnormen, Anstandsregeln und viel, viel weiteren Unsinnen. Dreimal täglich, jeweils aufzu-, essen, alles Gezuckerte, Gesalzene, Gekochte, Hochverarbeitete, in möglichst verdauungsungünstigen Kombinationen, zu lieben, sind nur einige Beispiele. Auch unsere wirklichen Bedürfnisse, unser Hunger- und Sattheitsgefühl sind längst verschüttet. Von ausreichendem Kauen und Einspeicheln (siehe der Beitrag ‚Schmauen‘) das ja der eigentliche Genuss des Essens wäre, erst gar nicht zu reden … Ja, selbst in gesundheitsbewussten Kreisen findet man unglaubliche Unsinne.

Primär zwei Ursachen lassen sich für diesen ‚Himmel- Höllen- Absturz‘ für mich ausmachen:

Unsere Erziehung und Anpassung an unsinnigste Gesellschaftskonventionen, samt der damit einhergehenden Entfremdung von uns und unseren Bedürfnissen und

der, ähnlich einem Krebsgeschwür, in die Gesellschaft reinwuchernden Moloch der profitgierigen Wirtschaft, die wir im Grunde ja selber bilden, aus genau dem oben genannten Mangel an Selbstbewusstsein, uns Spüren, dem Defizit an Liebe und Zuwendung.

Damit wäre alles zu dem Thema kurz und bündig gesagt und zusammengefasst. Doch wir könnten auch noch ins Detail gehen:

Wir können von Babys und Tieren wiedererlernen, was wir schon einmal konnten.
Wir können wieder lernen auf unseren Körper zu vertrauen. Er weiß ganz genau wann, was in welcher Menge gut für uns ist!
Erst dann beginnen Leichtigkeit und Wohlbefinden Einzug zu halten.
Diese wieder zu lernende Ernährungsart könnte man ‚Intuitives Essen‘ nennen. Erst mit ihr arbeitet dieses Wunder Körper perfekt mit uns zusammen.
Wir müssen die absolute Freiheit von äußeren Zwängen und Regeln erreichen, um unsere ‚inneren Stimmen‘ wieder zu vernehmen.
Diäten funktionieren genau deshalb praktisch nie, da sie von außen kommen und gegen die Körperbedürfnisse arbeiten.
Intuitives Essen ist das genaue Gegenteil!
Werde Dir gewahr wieviele Körperfunktionen ständig ‚von alleine‘ und perfekt in uns ablaufen. Warum sollte unsere Ernährungssteuerung nicht ebenso perfekt funktionieren!?
Iss nur, wenn Du wirklich, körperlich hungrig bist!
Iss nur (auch langfristig gedacht) Gutes auf das Du eben Appetit hast.
Iss achtsam!
Hör auf zu essen, wenn’s am Besten schmeckt!
Um die ständige Präsenz wiederzuerlangen, beginne damit stündlich in Dich reinzuspüren, ob/ wie satt/ hungrig oder durstig Du bist.
Iss nicht aus Langeweile oder reinem Gusto. Das sind häufig nur Ersatzbefriedigungen, weswegen lehrreich wäre zu beobachten in welchen Situationen warum derartige Impulse auftauchen. Meist ist es ein Mangel an Liebe. Doch Du musst andere nicht überzeugen, dass Du liebenswert bist. Du bist es auch ohne perfekt zu sein!
Unterscheide zwischen heißhungrig, hungrig, satt, angenehm satt und total vollgestopft um Deine Verdauens- und Befindenswahrnehmung zu trainieren.
Je naturnäher und unverarbeiteter die Lebensmittel, desto perfektere Körpersignale (siehe auch ‚Der Würzbetrug‘)