Vielleicht kennst Du sie nicht. Dennoch sie sind da! In Deinem Essen!
Die Lektine, vielfach auch als Fraßschutzstoffe bezeichnet.
Es handelt sich dabei um hochkomlexe Proteine mit denen sich diverse Pflanzen und Pflanzenteile vor Angriffen schützen. Natürlich sind auch wir solche ‚Angreifer‘ und Fraßfeinde. Nur kennen wir … Nein, man muss sagen, kannten unsere Omas ein paar Tricks um diese Gifte auszuschalten. Das kostet aber heutige Küchenlehrlinge und Nahrungsmittelunternehmen zu viel Zeit und Geld und deshalb haben wir dieses Zeugs heute wieder in unserer Nahrung ![]()
An und für sich sind sie kein Problem für uns, sondern natürliche Stoffe. Nur macht a) auch hier die Dosis das Gift und b) sind viele schon mit anderem Zivilisationszeugs so vorbelastet, dass sie Lektinunverträglichkeiten haben.
Nicht immer zeigt sich solch eine Lektinempfindlichkeit. Denn generell ruft sie Entzündungen hervor, die gerne als normal gesehen werden oder häufig auch ’silent‘ sind und lange Zeit unbemerkt bleiben können. Zu bedenken wäre auch, dass die immer häufiger werdenden Autoimmunerkrankungen sozusagen als ‚Entzündungs- Fortsetzungen‘ gelten, Auch nervliche Unruhe wie zum Beispiel restless legs oder ein Blähbauch könnten auf Lektinsensibibilität hinweisen.
Leider werden die Lektinprobleme durch den steigenden Anteil der Veganer und Glutenunverträglichen immer häufiger. Denn praktisch alle glutenfreien Alternativen sind lektinhaltig.
Rohkosteinschub: Du wirst gleich, so wie es weitergeht, sehen, dass es wie immer abseits einer rohköstlichen Ernährung, recht kompliziert ist. Da greift eines ins andere, da sind zahllose Dinge zu beachten, da tut man gut daran sich ständig akribisch zu beobachten. Für Rohköstler sind Entzündungen generell kein Thema und auch Lektine nicht, da Samen und Nüsse generell eingeweicht werden.
Ein einfacher Test ob ein Problem mit Lektinen besteht ist, Chili con Carne zu essen, denn das entält viel Lektinhältiges. Womit wir schon bei den Auflistungen wären: Lektine findet man in
Cashewkernen
Chiasamen
Erdnüssen
Hanfsamen
Süßkastanien
Kürbiskernen
Leinsamen
Mandeln mit Haut
Schwarzkümmelsamen
Sesam und
Sonnenblumenkernen.
Weshalb Rohköstler generell Nüsse und Samen vor’m Verzehr ein paar Stunden einweichen (das Einweichwasser entsorgen) oder überhaupt ankeimen, was einen zusätzlichen Vitalstoff- Boost bedeutet.
Bei Gemüsen ‚glänzen‘
Auberginen
Austernpilze
weiße Champignons
Chili
Gurken
Knoblauch
Kartoffeln
Kürbise
Mais
Paprika
Rüben
Tomaten
Zwiebeln
Zuckerschoten und
Zucchini
durch Lektine in der Schale, die aber durch Schälen oder Kochen entfernt werden können. Auch hier fällt auf, dass es sich eher um ’neuere‘ Gemüse handelt. ‚Alte‘ Karotten, Pastinaken, Rote Rüben, Salate, Fenchel, alle Kohlarten, Zeller, etc. sind diesbezüglich kein Problem.
Leider sind alle Getreidesorten, ausgenommen Amarant und Hirse lektinhältig. Doch auch hier ist durch Wässern, Keimen oder Erhitzen Lektin entschärfbar. Auch hier könnten moderne Verarbeitungstechniken das Problem sein. Mit längeren, früher üblichen Teigführungen z.B. könnte ich mir vorstellen, dass mehr Lektin abgebaut wird. Vermutlich ist auch das Lektin der Grund, warum körnerfressende Vögel Samen in ihren Kröpfen (feucht) vorverdauen.
Besonders lektinhaltig, sogar bis zur Giftigkeit, sind alle Hülsenfrüchte. Doch darüber hat sich die Information, dass sie gewässert und ausreichend gekocht werden müssen zumindest teilweise erhalten. Der Industrie ist das Wässern häufig zu teuer bzw. werden solche Wässerungswässer sogar zur Puddingherstellung verwendet.
Guten Appetit! ![]()

Veröffentlicht von payoli 