Unwillkommene Unterbrechungen …

12. Dezember 2025

… unserer Leben? Oder vielleicht sogar notwendige?     

‚Aus, aus, aus! Ich lasse mich scheiden. Es reicht! Ich brauche meine Freiheit. Deine Enge ist unerträglich!‘
[Rrrrring, rrrrring] Das Telefon läutet.
‚Waaas!? – Mama, tot!?‘ …

‚Das gibts doch nicht! Schon wieder einen Fünfer!? Ich hab Dir doch gesagt … Wieso kannst Du nicht, was alle KInder können!? Glaub mir. So ruinierst Du Dir heute schon Dein künftiges Leben! …
[Rrrrring, rrrrring] Das Telefon läutet.
‚Waaas!? Herbert!? Ich bin doch eben noch mit ihm zusammen gesessen. Tot!? …

‚Ein Wahnsinn! Diese Pickel! Nichts hilft mir dagegen. Wie ich nur schon wieder ausseh, mit all diesen roten Flecken, diese vielen Hautunreinheiten! Wieso das grad mir!?‘ …
[Rrrrring, rrrrring] Das Telefon läutet.
‚Nein! Sag, dass das nicht wahr ist! Er ist doch mein Mann! Wie, wie … wie kann das sein!? …

‚Es tut mir leid, aber wir müssen uns von ihnen trennen. Ihre Leistungen, unsere Struktur …‘
[Rrrrring, rrrrring] Das Telefon läutet.
‚Ich hab doch gesagt, ich will nicht gestört werden! Waaas!? Herr Enzinger? Er war doch unser bester Mitarbeiter! Wie ist das passiert!? Tatsächlich tot?‘ … Furchtbar!

Es muss nicht immer der Tod sein, der unsere Weichen stellt. Vielleicht sogar ist er ja nichteinmal ein Weichensteller unserer Leben. Vielleicht hat dieses Außen ja gar nichts zu tun mit unseren Leben …

Andererseits … Wurden wir durch Unvorhergesehenes nicht oft schon wieder ‚auf Linie‘ gebracht? Haben Ableben von Lieben uns nicht schon tiefe Berührungen und neue Einsichten beschert?

Selbst schlichte Misserfolge, Trennungen, ‚Abfuhren‘, Frechheiten reichen oft schon, um völlig neue Perpektiven kennenzulernen.

Könnte es nicht vielleicht sein, dass wir diese Unstetigkeiten unserer Leben herbeigezwungen haben, da wir sonst nicht erkannt hätten, was eben erforderlich war?

Ok, ich geb zu, für unseren Kulturkreis klingt das ziemlich absurd. Doch mit einer ganzheitlicheren Sicht, die uns bekanntlich massivst ausgetrieben wurde, sieht es doch schon gänzlich anders aus.

Gleichen wir bzw. unsere Leben nicht Mobiles mit zahllosen Anhängseln? Und egal welches wir bewegen, welches bewegt wird, bewegen sich auch alle anderen!

In diesem Sinne: Beweg Dich im Sinne von lebendig sein und lass Dich bewegen im Sinne von Annehmen für das lebendige Leben.

Und bedenke: Was wir uns nicht selber ‚zur Brust‘ nehmen, muss uns vom Schicksal vorgesetzt werden …
In diesem Sinne: