Lügner, wohin man schaut

23. November 2025

Stellt man sich unsere Evolutionsgeschichte, von einem simplen Einzeller, der im Wasser herumtrieb, über kleine Tierchen, die zwischen den Saurierbeinen umherwusselten bis zum heutigen Zivilisationsmenschen, vor, kann man sich nicht vorstellen wie das anders als durch Lernen aus Fehlern und Weiterentwicklung passiert sein konnte.

Warum dann, gehört es heute zu den schlimmsten Unmöglichkeiten Fehler zuzugeben!?

Ok, diese Evolutions- Entwicklung basierte die längste Zeit nicht auf den Erkenntnissen Einzelner, sondern in der brutalen natürlichen Auslese. Wer lebenstüchtig war, konnte sich fortpflanzen und seine ‚Programme‘ weitervererben. Wer nicht, ist einfach mit seinen nicht so optimalen Genen gestorben und verschwunden.

Diese Art von generationenlangsamen Lernen können wir heute durch unser Denken, Vorausdenken und Zurückerinnern verkürzen und beschleunigen.

Doch warum können wir dann keine Fehler einsehen, zugeben? Sie sind doch die Voraussetzungen, etwas zu ändern. Müssen wir trotz mächtiger Denk- Kapazität, wie unsere Urururvorfahren warten was und ob etwas von uns weitergegeben wird? Können wir gar nicht wirklich dieses alte Muster durch Denken verkürzen, uns Krankheiten oder zu frühe Tode gar nicht ersparen?

Ich fürchte fast, dass es so ist. Denn soviele, lebenswichtige Fakten liegen längst völlig klar auf dem Tisch oder sind sogar – einfach zu begreifen. Und dennoch ändert kaum jemand seinen Lebensstil. Dieser wird weiter und weiter von den Werbe- und Wirtschaftsvorgaben bestimmt und alte Traditionen werden weiter und weiter geschleppt. Selbst wenn ihre oft krankmachenden oder lebensverkürzenden Nachteile längst bekannt sind.

Ich hab oft schon über Gifthersteller wie zum Beispiel die Tabakindustrie gezetert, die sich 30 Jahre lang besten Beweisen der Schädlichkeit ihrer Produkte gerichtlich entzog, bevor sie einlenken mussten. Doch die versteh ich noch irgendwie. Schließlich verdienen sie als Dealer Milliarden. Doch die Konsumenten sind mindestens ebenso träge und in ihren Irrtümern beharrend. Nur seh ich bei ihnen keinen so schlagenden Grund. Sie verdienen mit ihrem Rauchen keine Millionen, sondern verspielen damit Geld, Gesundheit und Leben! Also warum dann, bitte!?

Doch ebenso verhält es sich mit dem Medikamentenkonsum, dem Arztgelaufe, mit der Ernährung, dem Bewegungsmangel, und, und, und. Die Menschen hängen oft so absurd an läppischten Gewohnheiten, dass schwerst Kranke oft meinten, mit mir ein paar ‚Sünden‘ mehr aushandeln zu können, anstatt alles zu tun, um das Leben zu erhalten.

Bitte, wo bleibt da das Menschsein, der freie Wille? Ich kann doch locker in einem fremden Land ohne mein Schnitzel, deren Kost probieren, oder? Ich kann doch einmal das Auto stehenlassen und zu Fuß gehen oder zum Rad greifen, oder? Ich kann doch einmal einen Tag nichts essen. Ich kann doch tun was ich will und beobachten was passiert, oder? Ich bin doch völlig frei, oder?

Warum stecken dann so viele in ihren Gewohnheiten fest? Ok, wenn diese sie weiterbringen … Doch die Tragik ist die, unserer häufigsten Gewohnheiten, die uns schädigen. Ist das nicht verrückt!?

Und selbst wenn die Menschen die bitteren Früchte ihres Verhaltens spüren: Keiner kann seinen Fehler zugeben. Da werden oft wahrliche Lügenkonstrukte aufgebaut, nur um zu begründen, zu erkären und zu bemänteln, was eindeutig sie selber herbeigeführt haben. Da belügen die Menschen sich selber und ihre Mitwelt.

Die Profitmedizin versorgt sie zu allem Überfluss auch noch bestens mit plausiblen Argumenten. Da ist der Lungenkrebs der Raucher, die Adipositas der Dicken, das Saufen der Alkoholiker genetisch determiniert. Da sind die Zornausbrüche und Beziehungsunfähigkeiten vom Vater oder der Großmutter.

Ja, alles an, sie entlastenden, Erklärungen ist den Menschen recht. Nur nichts zugeben!

Ist das Zufall, dass deswegen auch kaum jemand an seine göttliche Herkunft glaubt? Denn als Gott, der alles kann, ist man natürlich für sein Tun auch verantwortlich. Oder ist dieses ‚Wegducken‘ das Produkt unserer Schulkarrieren, in denen keine Fehler geduldet wurden?

Egal wie es ist. Wir könnten doch, das ist ein alter Trick von Psychologen, versuchen, jeden Tag eine böse Tat zu tun, hm?     

Natürlich nicht wirklich böse, im Sinn von verletzend. Aber so als Übung aus diesem ‚Immer-gefallen-wollen‘ rauszukommen. Freudenstrahlend von seinen Fehlern und Dummheiten erzählen zu können. Erst das ermöglicht uns weitere Lern- und Entwicklungsschritte.

Aber bitte, jedermensch darf auch weiterhin auf der Stelle treten … Diesen Leuten, die ihre Schritte nicht selber, nicht von sich aus setzen, werden sie eben – vom ‚Schicksal‘ – gesetzt!

In diesem Sinne, nimm wahr, was wirklich ist, sei offen allem gegenüber, lenke Deine Lebensschritte bewusst und