Epstein, einmal anders

Die Medien sind so voll mit diesem Epstein- Skandal. Ach was sag ich!? Mit diesen zahllosen Epstein- Skandalen, dass ich Hemmungen hatte, auch noch meinen Senf dazuzugeben. Doch, da ich dafür bekannt bin, gerne die Ursachen, hinter den Ursachen, hinter den Ursachen … zu suchen, kann ich vielleicht doch etwas zu dem Thema beitragen. Ich denke, sich nur künstlich über andere zu empören ohne auch die eigene Mitwirkung zu erkennen ist verlogen und billig. – Vielleicht auch nur zu unbewusst …

Denn ebenso wie in Partnerschaften, gilt auch gesellschaftlich, dass uns alles Widerfahrene als Spiegel unseres Verhaltens dienen sollte, anstatt bloß andere zu beschuldigen. Denn wir alle sind viel zu vernetzt, als dass es einzelne Schuldige geben könnte. Alles und alle werden von allen (mit-)’gemacht‘!

Ich bin natürlich der Letzte der auch nur einen dieser Epstein – Clique verteidigen oder gar in Schutz nehmen will. Doch sollten wir uns nicht fragen, warum bitte Männer, die es sich leisten können, Schweinegeld für etwas bezahlen oder auch nur bereitwilligst annehemen, das diese Gesellschaft vorgibt für das Normalste der Welt zu halten? Die könnten doch mit ihren Möglichkeiten die Allerschönste für sich gewinnen und fortan und lebenslang glücklich mit ihr sein, wenn das schon gesellschaftlich für das Erstrebenswerteste und höchste Glück postuliert wird.

Und was ist mit den Millionen Männern, die sich ihre Träume auf Epstein’sche Weise nicht erfüllen können? Die befeuern das ‚älteste Gewerbe der Welt‘, masturbieren sich die Handgelenke wund oder wie? Oder werden irgendwann zu Vergewaltigern, Missbrauchern, Alkoholikern oder gar Mördern?

Da steckt doch irgendwo der Wurm drin in dieser Institution, die uns nicht aufgezwungen wurde! Nein, in die das Gros der Menschen zuversichtlichst und bereitwilligst reinläuft. In Partnerschaften.

Mir reichten eigentlich schon die vielen privaten Geschichtchen von misslungenen Partnerschaften, die ich immer wieder hörte. Als ich dann aber als Gesundheitstrainer, gemeinsam mit einer Psychotherapeutin, Paarseminare anbot, die gedacht waren ein besseres gegengeschlechtliches Verständnis herzustellen, waren wir beide völlig fassungslos. Kein Mann hat auch nur irgendeinen Schimmer wie Frauen ticken und umgekehrt. Wobei sogar die Männer mehr wissen. Nicht weil sie die besseren Menschen sind, sondern weil sie bei den Frauen ‚landen müssen‘. Während für Frauen Männer etwas ähnliches sein dürften wie ‚Material‘, das ohnehin immer da ist und auf der Matte kratzt     

Auch auffallend, dass man selbst von den Schönsten der Schönen, von den Angehimmeltsten der Angehimmelten nur sehr selten von erfüllten, langjährigen Partnerschaften hört. Auch sie scheinen nicht wirklich zu wissen, was ihre Partner gerne hätten. Ok, wie Frauen Männer verrückt macht, sich so ein Exemplar angeln können, das wissen alle. Dafür gibt es sogar ganze Industrien. Nur warum suchen diese Treulosen dann dennoch bald neue Außenreize?! Was das andere Geschlecht sich wünscht war ja auch nie Thema eines Schulgegenstands oder der elterlichen Aufklärung.

Aber Hauptsache wir lernen in der Schule welche Schlachten dieser kleine Franzose schlug, was die Hauptstadt von Malaysia ist oder andere Unnötigkeiten!

Auch sollte uns weniger entsetzen, was Promis und Mitglieder von Königshäusern sich mit Hilfe von Epstein leisteten, sondern uns fragen warum es überhaupt Menschen gibt, die derartig krank sind, die derartig krank gemacht wurden. Ich wiederhole hier sicher nicht, was an Unglaublich- und Grausamkeiten in diesem unseligen Dunstkreis passiert sein soll. Wir sollten uns nicht empören, nicht andere richten, uns nicht künstlich aufregen, sondern ruhig und klar hinsehen, was an dieser Gesellschaft, an dieser Kultur im Argen liegt, dass sie derartig ‚faule Früchte‘ hervorbringt.

Bitte, wir blicken auf 2000 Jahre Christentum zurück, wir sind im Besitz von Kilometern an Moral- und Ethikliteratur in unseren Bibliotheken, wir leben neben dem Vorbild der, auch verhaltensmäßig, durch und durch gesunden Natur! Wie können daraus dennoch derartig kranke Macht- und Grausamkeits- Gelüste entstehen? Wie kann etwas so Schönes wie zwischenmenschliche Beziehung und Sexualität derartig ins Kranke abgleiten?

Was ist aus den einstigen großen Lieben geworden? Gab es sie gar nie, war alles nur gespielt? Oder was musste passieren, dass aus Liebe derartige Perversionen wurden? Waren Institutionen wie Monogamie von vornherein zum Scheitern verurteilt? Oder haben uns ‚die da oben‘, wie ich selber jahrelang fälschlich glaubte, mit der Verschiedenheit von Mann und Frau einfach nur ein ‚Ei gelegt‘?
Heute meine ich eher, wir waren es, die diese Unterschiede erst erschaffen haben. Denn sieh Dir an mit welcher sichtbaren Freude Meisen oder Hasen sich im Frühling finden und bei der Jungenaufzucht ‚ein Herz und eine Seele‘ sind. Auch unsere ersten und jungen Lieben sind doch ganz wunderbar. Sollten wir es vielleicht dabei belassen? …

Oder wenn es schon Dauerbeziehungen sein sollten. Sind diese, sich nun gleichberechtigenden Frauen wirklich nicht in der Lage, ihren Männern zu geben, was sie offensichtlich woanders suchen (müssen)? Sind Männer tatsächlich solche ‚Schweine‘? Es muss ja nicht gleich Epstein sein! Es reichen doch bereits die unglaublichen Zugriffszahlen auf Internet- Pornos! Sind die Männer tatsächlich außer Rand und Band? Und wenn, warum? Oder versagen da die Frauen so fatal? Und wenn, warum? Hm?

Wieso sieht da niemand wirklich hin?

Oder war die Ehe einfach nur ein Irrtum? Oder ist es unser Gesellschaftssystem, das uns zu dem macht, was wir hier an Auswüchsen sehen? Auch das einzusehen wäre bereits ein erster Schritt zur gemeinsamen Weiterentwicklung.

Oder generell die Einsicht, dass diese Gesellschaft ja zweifellos ein Problem mit der Sexualität hat. Ich hab so oft schon von, meist betrunkenen, Männern gehört, dass das, was sie gerne hätten einfach nicht gesellschaftsfähig und mit ihren Frauen nicht möglich ist. Na hallo! Dann muss man da eben etwas tun und nicht bloß scheinheilig die Epstein- Clique verurteilen, oder?

Auch in diesem Sinne:




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