Ja! Auch wenn heute kaum noch jemand mit diesem Wort ‚Gnade‘ etwas anzufangen weiß, möchte ich es als Beispiel nehmen, wie gut das Leben es mit uns meint. Gnade ist, laut Wikipedia, ein spezifisch christlicher Begriff, der eine Zusammenfassung dessen ist, was Worte wie Heil, Liebe und Freundschaft im Zusammenhang mit dem Erlösungsgeschehen in Jesus Christus beschreiben. Eng verwandte theologische Begriffe sind Heil, Barmherzigkeit, Güte und Gerechtigkeit Gottes. In dem Begriff vereinen sich verschiedene Bedeutungen, denn die hebräischen und griechischen Begriffe können mit den deutschen Wörtern Gefälligkeit, Gnade, Geschenk und Gabe übersetzt werden, aber auch mit Wohlwollen, Zuwendung oder Gunst, die dem Menschen von Gott ohne Vorbedingung entgegengebracht wird. Da es für dieses Verhalten keine Verpflichtung gibt, ist jeder Gnadenerweis per se ein unverdientes Gnadengeschenk.
Sehr verkürzt und bös gesagt: Dummheit schützt vor Schmerz! Wir können in vielen Fällen die Tragweite unseres Tuns nicht begreifen und werden von unseren Taten nicht belastet. Jedermensch darf das Leben genießen, ohne alle, oft tragischen Zusammenhänge und schmerzlichen Tragweiten unseres Tuns, verstehen zu können.
So können beispielsweise viele nicht ermessen, WIE wunderbar dieses Geschenk ‚Leben‘ überhaupt ist und wissen somit auch nicht, was sie sich mit ihren ‚Genüssen‘ verkürzen, was sie versäumen, was sie sich unbewusst versagen.
Dieses Leben ist so wunderbar, dass jedeR Freude daran haben kann. Der Eine im Großen, andere im Kleinen, die Einen in Äußerlichkeiten, andere wieder im bescheiden Einfachen. So manch einer sieht sich großartig, andere wieder unscheinbar klein, obwohl beides nicht allgemein gültig sein muss. Manche haben die Werte, andere wieder völlig andere. Und dennoch schwören beide auf die Richtigkeit ihres Tuns und Denkens.
Was oft wie Dummheit oder Zögerlichkeit aussieht kann seine Ursache im Weitervoraus- Denken‘ haben. Was wie rationelle Entscheidungsfreude wirkt, kann auch auf Dummheit und Engsicht basieren. Was die Einen erfreut, ist anderen zu kompliziert oder zu schnell. Was so manche lieben, langweilt andere.
Diese Komplexität des Lebens ist einfach wunderbar. Sie beschenkt alle. – Sofern sie sich beschenken lassen! Doch auch da waltet wieder absolute Gnade im Sinne von ‚Jedem das Seine‘. Wer sich beschenken lässt, lebt in der Überfülle. Wer primär die Mängel sieht hat auch das Seine. – Wenn auch in Form seiner Aufreger- Themen.
Wieso bloß fällt mir eben Erich Frieds wunderbarer Satz ‚Es ist wie es ist, sagt die Liebe‘ ein!?
– lichst

Veröffentlicht von payoli 