Eine kleine Weihnachts- Nachwehe

26. Dezember 2025

Ein mir sehr naher Kleinunternehmer versucht alljährlich zu Weihnachten in Not geratenen Menshen eine aufmunternde Freude zu bereiten. Heuer bat er mittels Aushang in einem Sozialmarkt um Christkindbriefe von Kindern mit dem Versprechen sie auch einlösen zu versuchen. Es wurden 60 Briefe und dementsprechend viel Arbeit. Neben seiner Spende, sammelte er auch bei seinen MitarbeiterInnen, seine Frau flitzte tagelang von Geschäft zu Geschäft um das Maximum für die Wünschenden zu erreichen und verpackte alles liebevoll. Mit den Markt- Bediensteten wurde eine kleine Übergabefeier vereinbart und geplant. Doch aus dem besinnlich angedachten Abend, mit persönlichen Gesprächen und Glückwünschen wurde nichts. Es erschien nicht ein Kind. Stattdessen Erwachsene die vor Ungeduld, Angst oder Gier, wir wissen es nicht, nicht warten wollten, sondern nicht davon abzuhalten waren selber den Gabentisch zu stürmen und an sich zu reißen, was sie für das ihrer Kinder wähnten. In wenigen Minuten war alles vorbei. Die ‚Beschenkten‘ danklos weg, die Schenker samt ihren Helfern frustriert. Eine echte lose-lose-lose- Situation, mit der schwachen Hoffnung der eventuellen Kinderfreude daheim.

Am nächsten Tag, das Gegenbild: Ich schalte frühmorgens das Radio ein und bin erstaunt, auf einem Klassiksender ‚meinen‘ John Lennon mit seinem Friedens- Ohrwurm zu hören. Es wurden eine Stunde lang Hörerwünsche erfüllt. Und obwohl primär ohnehin nur Bekanntes, dass man schon ‚hundertmal‘ gehört hat und sich mit wenigen Mausklicks auch streamen hätte können, schufen diese wünschenden Hörer, egal ob per Telefon, mail oder geschriebenen Briefen soviel warme Besinnlichkeit, allein schon nur durch ihr höfliches Bitten darum, das überschwengliche Bedanken oder auch kleine Stückchen ihrer Wunschmotivation.

Ich möchte mit diesen beiden Bildern zeigen WIE einfach es sein könnte und dass ausschließlich WIR es sind, die unsere Leben gestalten. Nicht zuletzt erschufen ja auch wir dieses Weihnachtsfest aus dem Nichts von astrologischer und biologischer Gleichförmigkeit. Und wir erschufen uns auch den bevorstehenden Jahreswechsel in den wir soviel Hoffnung legen und vielfach auch erreichen, was wir uns vornehmen …

– lichst