Hier und jetzt

Viele sind überzeugt davon, dass sie nur dieses eine Leben hier haben.
Ich frage mich nur, warum sie dann nicht netter zu sich sind, warum sie sich nicht mehr Freuden gönnen. Warum ihnen der korrekt gemähte Rasen, die steril staubfrei gewischten Kästen wichtiger sind als die Haut und Küsse ihres Partners, die Streicheleinheiten für ihre Kinder, das Herumtollen mit ihrem Hund.
Ich frage mich, warum sie noch nicht gemerkt haben, dass sie mehr in der Zukunft und Vergangenheit leben, als im Hier und Jetzt.
Ich wundere mich oft, dass die Menschen nicht wirklich ihre Sinne verwenden. So wenig hören, so wenig sehen, so wenig fühlen und schmecken. Warum sie so wenig riechen.
Nimm Dir jeden Tag einen anderen Sinn vor!
Sieh Dir auf dem Weg zur Arbeit die Wolkenbilder an, die Muster der Zweige und Blätter am Weg- und Straßenrand, die Vielfalt von Wiesen und Gräsern.
Sieh Dir die Maserungen von Holz-, den Glanz von Metall- Oberflächen genau an.
Sieh Dir die Gesichter Deiner Mitmenschen einmal wirklich genau an!
Frag Dich nachher, an welche Falten, Farbtöne, Augenfarben, Haaransätze, etc. Du Dich noch erinnerst …

Schnuffel einmal einen Tag lang alles ab. Die Haare Deines/ Deiner Liebsten, Deine Hände, Blüten, Pölster, Füße, (zerriebene) Blätter, Höhlungen, Erden, Tiere, Papieren, etc.
Riech den Tag über immer wieder an Deiner Hand, unter Deiner Achsel, an Deinen Ausscheidungen.

Horch auch das Rauschen Deiner Kleidung, auf das Geräusch, wenn Du Deinen Partner streichelst, auf den Wind in den Bäumen, auf das Gehen Deiner Kollegen, auf das unterschiedliche Rollen der Autos, auf Rascheln verschiedener Papiere, auf einzelne Instrumente in Musikstücken. Horch an verschiedenen Körperstellen Deines Partners, und, und, und.

Schmeck einmal genau einzelne Nahrungsmittel, beobachte wie sich ihr Geschmack über die Zeit/ mit dem Essen verändert.
Versuch bei gemischtem Essen die Zutaten und Gewürze herauszuschmecken.
Koste immer wieder Wildkräuter, Blätter und Gräser und versuche ihren Geschmack einzuordnen.
Versuche die unterschiedlichen Geschmäcker von Wässern wahrzunehmen.
Schmecke Deinen Partner …

Versuch Deine Kleidung auf der Haut zu spüren, die Luftzüge an Deinem Gesicht, auf Deinen Händen, Deine Füße auf dem Untergrund.
Mach mit Deinem Partner Streichel- ‚Orgien’, berühre Gesprächs- unterstreichend immer wieder Menschen. Spür Deinen Atem, das Heben und Senken Deines Bauches, die rein- und rausstreichende Atemluft.
Spür in jedem Moment wo Du anstreifst, Dich anlehnst. Spür wie anders sich eine neue Frisur, ein anderer Haarschnitt sich anspürt. Spür wie es zieht, wenn Du Dich nicht ins sofa fletzt, sondern langsam und achtsam niedersetzt.
Spür Deine Beine beim Laufen und Rad fahren. Spür die Luftmenge beim Sport.
Spür beim Sex jede Faser, oder noch besser mach Sex zum Spüren jeder Faser.
Spür auch das Nichtbewegen …. und, und, und …

Um den 6. Sinn nicht zu vernachlässigen: Beobachte – vor allem beim Einschlafen und Aufwachen – immer genau was so Deine Gedanken und Visionen sind. Stell immer wieder Fragen ans Universum in der Form, dass Du auf Antworten horchst, auf Hinweise und Winks achtest.
Auch Deine Träume und Tageserlebnisse haben Dir viel zu erzählen, wenn Du achtsam bist. Unsere Mitwelt spiegelt uns wunderbar, was uns sozusagen ‚das Leben sagen will’.

All das hat nur einen Zweck:
Sei gut zu Dir!
Und Du bist nur dann wirklich gut zu Dir, wenn Du all Deine Möglichkeiten (= Sinne) nutzt!

Allein diese paar Anregungen könnten Dich die nächsten Jahre beschäftigen, schulen und weiterbringen …
Also nütze sie!

Aber Du bekommst hier demnächst dennoch wieder neue Impulse und infos 😉

 

6 Responses to Hier und jetzt

  1. Inge Henneberg sagt:

    Bin noch nicht fertig mit Deinem vorigen Beitrag, die einzelnen Punkte sind sehr ausführlich – aber hochinteressant. Vielen Dank!
    Aktuell: greife mal das „Riechen“ heraus, das wird heutzutage enorm erschwert, wir sind umgeben von synth. Düften (Parfüm)
    Egal wer mir entgegenkommt, Erwachsene, Kinder: mir weht ein Waschmittel/Weichspülerduft entgegen oder auch beim Raucher Zigarettengeruch usw..
    Selbst Schreibpapier oder Briefe die man erhält sind entsprechend „präpariert“ und besonders eklig – Hygienepapier.
    Geht man in einen Drogeriemarkt empfängt einen schon am Eingang dieses Parfümgemisch, was selbst zu Hause noch an meinem Wollpullover haftet.
    Gebe ich Leuten die Hand (z.B. bei der Begrüßung) riecht nicht selten auch meine Hand danach nach „Parfüm“.
    Ich mag das nicht, kann mich dem aber schwerlich entziehen und die eigenen natürlichen Düfte gehen unter.
    Wie herrlich dagegen: Yasmin, Rosen, der aktuell blühende Pfefferminzstrauch mit seinen lilafarbenen duftenden Blüten, Flieder und und und.

    Alle anderen Empfehlungen „lebe ich bereits“ und genieße es!! Danke für die Erinnerung!

    • payoli sagt:

      Ja, Du sagst es! Es ist schlimm teilweise!
      Ich hoffe eben, dass – auch durch so kleine Texte von mir – die Leute doch kleinweise sensibler werden und sich irgendwann diesen Wahnsinn nicht mehr antun …

  2. papamojo sagt:

    Danke,Payoli:-) Was du anführst,ist ziemlich genau das, was ich unter „Meditation im Alltag“ verstehe. Es ist die direkte, reine Erfahrung. Sehr schön auch, die Emotionen, Bilder und Gedanken kurz vor dem Einschlafen zu verfolgen. Das ist seit Jahren mein „Fernsehabend“.

  3. papamojo sagt:

    Ja, es ist schön! Und tatsächlich, es befreit von der Befremdlichkeit gegenüber den eigenen Gedanken und Gefühlen und dem eigenen Körper. Es entsteht eine ganz neue Vertrautheit, eine ungeheuer wertvolle Freundschaft mit sich selbst. Es ist wunderbar zu erleben, dass das „eigene, allmächtige, reine Sein“ dies alles lediglich nutzt wie ein Werkzeug. In dieser Freundschaft verschwindet die Identifikation mit Gedanken, Gefühlen und Körperhaftem. Es wird zu einem Spiel, in dem alles leicht und bedingungslos freudvoll wird.

    • payoli sagt:

      Sehr schön gesagt! Danke!
      In Bälde gibt’s einen Nachtrag zu der ‚Liebe‘- Reihe der ebenfalls zeigen will, dass sich alles wunderbar fügt und keinerlei Anstrengung und Mühe bedarf.

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