Liebe (3)

Stell Dir vor, Du schickst einen Tapezierer und eine Schneiderin in ein Zimmer, das beide erstmals sehen. Was werden sie Dir berichten, was sie gesehen haben?
Ziemlich sicher zwei völlig verschiedene Bilder! Eines vielleicht von nicht auf Stoß geklebte Tapeten, eines möglicherweise von ungleich langen Vorhängen.
Wir sehen, wir erleben was wir als Bild in uns haben, was wir kennen, was wir erwarten.
Das heißt nichts anderes, als WIR gestalten uns unser Leben.
Gehst Du als ‚Richter’, als Kritiker, als Zweifler durchs Leben, werden Dir Urteile, Kritiken und Zweifel entgegenwehen, samt ihren Negativanteilen.
Gehst Du als Liebender durchs Leben wirst Du Liebe erleben.
Und wenn nicht, liebst Du einfach diese Nicht- Liebe. Denn auch sie ist Teil Deines Lebens, muss Teil Deines Lebens sein, denn DU selber hast Dir dieses Leben gewählt!
Glaubst Du an Knappheit und Mangel wirst Du in einer Mangelwelt leben. Gibt es für Dich keine Grenzen um Wohlstand und Erfolg zu mehren, wirst Du in der Fülle leben.

Wir alle legen ein sehr seltsames Verhalten an den Tag, um nur ja sicher unglücklich zu sein:
Stell Dir vor, Du gehst einen Weg, trittst auf eine gut getarnte Fallgrube und stürzt in die Tiefe, stürzt nach unten.
Kein Mensch, nicht das dümmste Tier käme auf die Idee, dieses Problem des Impulses nach unten, durch weitere Versuche und Bemühungen nach unten, zu lösen. Jeder wird einfach versuchen nach oben, gegen die Fallrichtung, zu klettern, die Fallgrube verlassen und weitergehen.
Jetzt sieh Dir aber einmal an, was viele von uns bei einem Schicksalsschlag tun! Da denkt sich niemand etwas dabei, den Schlag auch noch selber zu verstärken. Wenn wir verletzt wurden, nach ‚unten‘ geworfen wurden, verkriechen wir uns erst recht, verfallen in Depressionen, betrinken uns, hadern mit unserem Schicksal, verfluchen diese Ungerechtigkeiten, fügen uns zum erlittenen Schaden, auch noch selber Schaden zu.
Das ist krankes Zivilisations- Denken pur, das unserem beurteilenden Denken entspringt!
Unser Erwartungs- Bild entspricht nicht dem tatsächlichen Bild und das zerstört uns gänzlich.
Guck Dir die Tiere, die freie Natur an! Hier wird ausschließlich nach der Prämisse ‚Es ist wie es ist’ verhalten.
Selbst so winzige, ‚dumme’ Ameisen verhalten sich effizienter und ‚problemresistenter’ als wir gebildeten Menschen. Kaum zerstört etwas ihren Ameisenhaufen, beginnen sie mit der Reparatur.
Zerstört ein Erdbeben oder ähnliches ein Menschenhaus, verfallen wir in Wehklagen, brauchen psychologische Betreuung, viele kommen aus diesem Tief, aus diesem Verlust- Schmerz nie wieder raus.

Unser Verstand, unser Ego suggeriert uns, dass Glücksgefühle abhängig von der Erfüllung unserer Wünsche und Vorstellungen sind.
Das ist völliger Unsinn!
Warum sollen wir uns von Fremden, von Außenereignissen steuern lassen!?
WIR sollten der Steuermann unseres Lebens sein!
WIR sind für unser Glück zuständig!
Das heißt, wir haben nur eine Chance: Wir tauchen alles in, wir umhüllen alles mit, unserer Liebe, wir leben die Tatsache ‚Es ist, wie es ist, sagt die Liebe’.
Wir legen die Grundfarbe unseres Lebens fest! Und das ist die Grundfarbe und Schwingung der Liebe.
Natürlich können wir nicht alle Naturgewalten, alle Schicksalsschläge damit abwehren. Doch wir können sie minimieren und abschwächen, indem wir sie lieben.

Als Hausaufgabe stell Dir absolut hässliche und grässliche Dinge und Situationen vor und sieh sie Dir liebevoll an. Du wirst sehen, man kann entweder mit Logik oder auch nur durch unsere Emotionen allem etwas abgewinnen. Die hässlichste Kröte ist ein Wunder der Natur, für den dümmsten Typ gibt es jemanden, der ihm etwas abgewinnen, zu Recht, abgewinnen kann, die unangenehmste Situation kann von jemand anderem völlig entspannt bis positiv gesehen werden.
Aber Du musst auch überhaupt nicht in die Logik oder Beurteilung gehen. Einfach liebevoll und unkritisch Liebe schicken, liebevoll hingucken, Liebe hinzuflie0en zu lassen, reicht völlig bzw, ist eine ganz wunderbare Übung.
Wenn es absolut nicht klappen sollte, liebe zumindest Deine Aversion dagegen. Denn auch sie ist ein (wichtiger) Teil von Dir und mit Liebe überzogen, ebenfalls Liebe.
Ich wünsche Dir liebevolles Üben bis zum nächsten Beitrag über naturrichtiges Denken: Liebe (4)

7 Responses to Liebe (3)

  1. Inge Henneberg sagt:

    Völlig dakor, kann alles nur dick unterstreichen. Nur – ich denke daß wir Menschen längst in diesem „Liebe umsetzen – Prozeß“ drin sind, Du bist ja einer von ihnen, dem das auch wirklich gelungen ist.

    Als ich das erste mal einen Deiner Beiträge/Kommentare las, kam mir diese Liebe entgegen und ich habe gespürt, was für ein Unterschied z.B. zu den anderen Blogschreibern/Forenbetreibern.

    Deine aktuellen Zeilen haben mich noch einmal „wachgerüttelt“ in meinen Bemühungen nicht nachzulassen.
    Was nicht einfach ist, denn es liegt erst paar Monate zurück daß ich z.B. von einer – wie ich dachte – echten Freundin zum zweiten Mal so richtig enttäuscht wurde.

    Dieser Person (Beispiel) werde ich sicher nicht ein drittes Mal entgegenkommen. Auch das sagt mir die Liebe und zwar die Liebe zu mir selbst, wenn ich eine weitere Enttäuschung vermeiden will.

    Habe aber gelernt durch solche „Enttäuschungen“ nicht am Boden zerstört zu sein, sondern bin dankbar für diese – wenn auch späte – Erkenntnis, denn sie bringt mich weiter.

    Dieses Beispiel zeigt mir aber auch, den Verstand mit einzubeziehen, denn – immer mein eigenes Wohl im Auge – er bewahrt mich vor weiteren Mißerfolgen, Enttäuschungen und signalisiert mir meine Liebe nicht wahllos allen entgegenzubringen, das funktioniert in der Praxis (leider) nicht.

    • payoli sagt:

      Danke für die lieben Worte!
      Du hast vollkommen Recht. Natürlich muss man sich selber lieben um auch den Nächsten lieben zu können.
      Nur eine volle Schale fließt über und kann weitere Schalen darunter füllen …

  2. ghore sagt:

    Ja.
    Zu deinen Worten und Ja zu allem, was mir begegnet, zu allem, was ist.
    Ja ist Vertrauen, Vertrauen, was auch immer es ist. Ganz gleich, wie „Gedanke“ es findet, bewertet, ablehnt, oder will.
    Ja ist Liebe.
    Und die Welt ist die Hölle, die uns der Himmel sein könnte.
    Alles ist zweifach, nicht ist einfach. So viele Unterschiede, so viel Auswahl, so viele Fehler zu machen, so vieles richtig zu tun. Ein beständiges kontrollieren und Versuchen. Ein Messen an Werten, die millionen Mal unterschiedlich sind

  3. ghore sagt:

    Wie soll ich das alles lieben?
    Wohin mit allen Demütigungen, mit diesem alten Schmerz, der immer wieder aufbricht?
    So viele Zweifel auf der Welt, in mir, um mich herum.
    Und bin ich in Frieden, wartet um die Ecke der Krieg. Es ist allgemeine Auffassung, das Leben sei ein Kampf.
    Also kämpfen wir und wir kämpfen gegeneinander.

    Ich mag nicht mehr kämpfen.

    • payoli sagt:

      Naja ‚alter Schmerz‘ und ‚aufbrechen‘ …
      Es ist ja vorbei und man kann sich solche alten Bilder auch dankbar und entspannt ansehen, bzw. wie eine Wolke vorbeiziehen lassen, da sie uns ja bloß zeigen, was wir schon alles heil überstanden haben 😉
      Willkommen im Club der Nichtkämpfer!

  4. ghore sagt:

    Vorbei?

    Sorry, aber nichts ist vorbei.
    Individuell kann es vorbei sein, dann nämlich, wenn Individuum Augen und Ohren zu macht, um nicht zu sehen und nicht zu hören.
    Ich kann mir vorstellen, was du meinst. Alles lieben, Vergebung, ja, das ist möglich, aber es hat nur wenig mit dem Gedanken „Liebe“, „Vergebung“ zu tun. Es ist unbeschreiblich von innen, es fühlt sich an, ohne auch nur annähernd beschreibende Worte zu finden, um es auszudrücken.
    Und was ist dazu nötig? Was ist dazu nötig, um dahin getrieben zu werden?
    Ich denke, du kennst die Antwort.
    Dann schaue ich in mich, höre, schaue in die Welt, höre und wir alle sind mittendrin.

    Ja, für uns ist gesorgt. Ja, so sehr, dass wir es nicht wissen können.
    Wir wollen es wissen, obwohl es dieses Wissen im Paradies nicht gibt.
    Ich bediene mich ein wenig an deinen Worten und schreibe, 1 mm Wissen auf 10 m Unwissenheit.

    Ich hoffe, das wir auch wissentlich zudem zurückfinden, was uns das Wort „Paradies“ bedeutet.

    Diese Hoffnung ist klein, winzig klein… 🙂

  5. papamojo sagt:

    Liebe verbindet sich ganz schnell mit den Attributen der Leidenschaften und dessen, was man halten und bewahren will. Partnerschaft, Sexualität und die „schönen Dinge“ finden da ihre Entsprechung.
    Sehr leicht und durch träge Gewohnheit wird die Wertung übersehen, die sich in den Anhaftungen versteckt.

    Tatsächlich ist „Liebe“ eine Folge von Bedingungslosigkeit, die auf den ersten Blick einen ernüchternden Beigeschmack haben kann und alle Leidenschaften, Wertungen und inneren Hierarchien hinter sich lässt.

    Ist es nicht eine wundervolle Form der Gnade, die Dinge in ihrer ursprünglichsten Natur bedingungslos anzuerkennen? Aus dieser Anerkenntnis steigt Liebe in ihrer nackten Schönheit auf und für den, der Widerspruch und Kampf gegen das Sein aufgibt, der wird zur Liebe selbst.

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